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Als in diesen Wochen die Kanzlerin in die Flutgebiete reiste, dachte sie wahrscheinlich auch an Gerhard Schröder im Jahr 2002: Der reiste ebenfalls, gab sich helfend – und am Ende gewann er eine Wahl, die die meisten schon verloren glaubten. Wir zeigen, wie viele Zweitwählerstimmen die SPD damals dazugewann, praktisch nur im Osten.

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Die Politologen Michael M. Bechtel und Jens Hainmueller haben nachgewiesen, dass sich in den Wahlkreisen, die von der Flut betroffen waren, die Stimmergebnisse statistisch signifikant von denen anderer Kreise unterschieden. In Dresden legte die SPD bei den Zweitstimmen von 25,0 Prozent auf 32,9 Prozent zu. Das war ein Drittel mehr, der Spitzenwert. Offenbar bedankten sich nicht nur die betroffenen Dresdner mit Wählerstimmen, sondern auch die Landsleute aus Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. In Schröders Heimat Hannover dagegen gewann die SPD so wenig hinzu wie in Emden, wo sie ebenfalls wissen, wie übermächtig die Kräfte des Wassers sein können.

Geographische Verortung: Lutum + Tappert