FAKTOMAT"Erneuerbare Energien sind schuld am hohen Strompreis – Stimmt das?"

Philipp Rösler behauptet, die Förderung der erneuerbaren Energien treibe den Strompreis in die Höhe. Im "ZEITmagazin Faktomat" macht Christiane Grefe den Faktencheck.

Im ZEITmagazin Faktomat können Leser Aussagen von Politikern vorschlagen, die sie für unglaubwürdig halten. Die Redaktion prüft regelmäßig jene Behauptungen, für die sich die meisten Leser interessieren. Schicken Sie uns Ihre Vorschläge und stimmen Sie ab, was wir prüfen sollen!  Derzeit interessieren sich die meisten Leser für die Aussage von FDP-Chef und Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Stimmt seine Aussage zum Strompreis?

Seit dem Jahr 2000 soll das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Betreibern von Wind-, Sonnen- und Biogasanlagen ermöglichen, mit den bereits abgeschriebenen fossilen Kraftwerken zu konkurrieren. Deshalb wird ihr grüner Strom mit Vorrang ins Netz eingespeist. Außerdem bekommen sie dafür mehr Geld als an der Strombörse in Leipzig. Die Differenz zwischen der garantierten Einspeisevergütung und dem Handelspreis wird EEG-Umlage genannt – diesen Aufschlag müssen die Stromkunden über den Strompreis finanzieren. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft vom Januar 2013 ist er zwischen 2002 und 2013 von 0,35 auf 5,28 Cent gestiegen – also um 4,93 Cent.

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Die EEG-Umlage macht etwa ein Fünftel der Stromrechnung aus – eine Kilowattstunde kostet einen Dreipersonenhaushalt durchschnittlich 28,5 Cent. Etwa die Hälfte der Kosten entsteht durch Stromerzeugung und Netznutzungsgebühren. Dieser Anteil wuchs in den letzten elf Jahren von 9,7 Cent auf 14,13 Cent – also um 4,43 Cent. Das liegt unter anderem daran, dass auch fossile Energien teurer geworden sind.

Die EEG-Umlage ist daher derzeit ein wenig mehr am hohen Strompreis schuld, als es die herkömmlichen Energien sind – nur bis hierhin hat Rösler recht. Er ignoriert jedoch die positiven und langfristigen finanziellen Effekte der erneuerbaren Energien.

Die Ampel zum ZEITmagazin-Faktomat: Grün, wenn die geprüfte Aussage richtig ist, gelb, wenn sie teilweise wahr ist, und rot, wenn sie falsch ist.

Die Ampel zum ZEITmagazin-Faktomat: Grün, wenn die geprüfte Aussage richtig ist, gelb, wenn sie teilweise wahr ist, und rot, wenn sie falsch ist.  |  ©DIE ZEIT

Zum Beispiel, dass das EEG den Börsenpreis senkt. Dieser fällt immer öfter, weil das Angebot an grünem Strom wächst. Darauf weist auch unser Leser "765000a" auf der Faktomat-Website hin. Allerdings profitieren die privaten Haushalte davon nicht. Der Garantiepreis bleibt – und wenn der Börsenpreis sinkt, steigt die Umlage. Die Privatkunden müssen außerdem Privilegien für Großabnehmer der Industrie mitfinanzieren, auch dank Röslers Politik. Denn einige von ihnen genießen Ausnahmeregeln bei EEG-Umlage, Netzentgelten und Ökosteuer.

Und noch etwas übersieht der Minister: Erneuerbare Energien tragen dazu bei, dass anderswo Kosten vermieden werden – etwa für atomare Endlager, Klimaschutz oder die Renaturierung von Kohlegruben. Kosten, die eigentlich im Strompreis enthalten sein müssten.

Welche Politiker sollen wir prüfen? Schlagen Sie Behauptungen vor, und stimmen Sie mit ab unter www.zeit.de/faktomat. Folgen Sie uns auf Twitter unter @faktomat

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Leserkommentare
  1. 1. Also,

    ich habe aus diesem wahnsinnig tiefgreifenden, voll faktenlastigen Artikel folgendes gelernt. Mein Strompreis ist durch die erneuerbaren Energien um 1/5 gestiegen! Wo hat Rösler da jetzt nicht recht? Und was wäre, wenn die Unternehmen mehr für den Strom bezhalen müssten, wenn sie nicht von der EEG ausgenommen wären? Bleiben alle hier? Entlassen sie Leute? Kostet es vielleicht hinterher mehr, als die Last auf die Steuerzahler abzuwälzen.
    Achso, nicht alle Brennstoffe sind teurer geworden. Gibt da ein was, was zur Zeit recht günstig ist. http://www.uxc.com/

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    Letztendlich hat der Autor des Artikels Rösler sogar bei einer "halben" Lüge ertabt, denn

    1. "Die Privatkunden müssen außerdem Privilegien für Großabnehmer der Industrie mitfinanzieren, auch dank Röslers Politik."

    und

    2. "Und noch etwas übersieht der Minister: Erneuerbare Energien tragen dazu bei, dass anderswo Kosten vermieden werden – etwa für atomare Endlager, Klimaschutz oder die Renaturierung von Kohlegruben. Kosten, die eigentlich im Strompreis enthalten sein müssten."

    Gut, Rösler hat nicht ganz unrecht- interessant ist es aber dabei auch zu betrachten, was Rösler in dem Zusammenhang verschweigt, ja sogar mit zu verantworten hat!
    Und dann erscheint das Ganze gleich in einem völlig anderem Licht!

    > Mein Strompreis ist durch die erneuerbaren Energien um 1/5 gestiegen

    Nicht ganz:
    1. Ohne EEG-Umlage wäre weniger Strom an der Börse, ergo teuer.
    2. Die Entlastung von Unternehmen durch Rösler, die meisten ohne Bezug zu ihrer Wertschöpfung, erhöht den Anteil der anderen Einzahler.
    3. Generell ist der Anteil der Rückbaukosten an den Herstellungskosten von EE vernachlässigbar. Im Kaufpreis von Photovoltaik ist die Entsorgung der Module teilweise enthalten. Der Rückbau von allen anderen Kraftwerken und Endlagern ist in anderen Steuermitteln versteckt.

    Zieht man diese drei Faktoren ab um Vergleichbarkeit zu schaffen, wäre der Anteil deutlich geringer, ich schätze höchsten zwei bis drei Cent, also ein Zehntel. Tendenz fallend, denn die Umlage wird durch die Überarbeitung des EEG der letzten Jahre sowieso nicht mehr steigen. Im Gegensatz zur konventionellen Energie aus Importen (schwacher Euro)

    • GDH
    • 13. Juni 2013 14:41 Uhr

    Die FAKTOMAT-Ampel zeigt hier gelb. Das passt auch genau.

    In Ihrem fünftel des Strompreises, den die EEG-Umlage ist eben zum Teil eine Entlastung des Börsenstrompreises enthalten. Das ist ja gerade der vielkritisierte Grund dafür, dass sich Gaskraftwerke nicht mehr rechnen: die mittägliche Preisspitze gibt es nurnoch an sehr trüben Tagen.

    Deshalb ist unstrittig ein Teil aber gewiss nicht die ganze EEG-Umlage eine Kostensteigerung durch die EE-Förderung. Von der Entlastung beim Börsenstrompreis haben Privathaushalte übrigens durchaus was. Läge dieser Preis höher (und gäbe es dafür keine EEG-Umlage), würde dieser höhere Preis von den Energieversorgern gewiss auch weitergegeben.

    die Energiewende war ein vorschneller Schuss im Sinne der "ÖkoSchickeria", die Moralpolitik sachlichen Argumenten vorzieht und vornehmlich aus einem vermeintlichen Standesdünkel heraus grün wählt.
    very strange :)

    Jedem Politiker, der nicht ausschließlich Klientelpolitik im Interesse seiner "Partner in der Wirtschaft" macht, müsste doch einleuchten, dass Atom- und Kohlekraft vernünftigerweise nicht mehr die Hauptenergiequelle unseres Planeten in den nächsten 100 Jahren sein kann und darf.

    Wenn Herr Rösler sagt, der Verbraucher bezahle die Rechnung für die Energiewende, dann ist es ihm dabei doch vollkommen egal, wieviel der Verbraucher in der Tasche behält. Er will die Energiewende bloß in Frage stellen, verschleppen, verzögern, totdiskutieren.
    Wenn es ihm darum ginge, sich für jene einfachen Leute stark zu machen, denen 5ct pro kwh wirklich etwas ausmachen, dann gäbe es ungefähr 5000 Themen, mit denen er sich sinnvoller profilieren könnte

    Der Mann ist ein widerwärtiger, aalglatter Klientelpolitiker, der einzig und allein im Interesse der Energieriesen, von denen sein Pack gesponsert wird, solchen Dünnschiss von sich gibt. (hier dürfen Sie übrigens ruhig zensieren, entschuldigen Sie meine Wortwahl; anders vermag ich meinem Ärger gerade nicht Luft zu machen)
    Menschen, Umwelt, Verteilungsgerechtigkeit... das ist ihm alles dermaßen egal. Traurig, dass es immer häufiger solche idealfreien Karrieristen sind, die es bis in die oberste Etage der politischen Klasse schaffen. Noch trauriger, dass die 99% der Bevölkerung, gegen die er täglich Politik macht, ihn noch nicht aus dem Land gejagt haben. Aber mit Lindner+co stehen ohnehin schon die Nachfolger bereit.

  2. 2. Ja,ja

    "Die positiven und langfristigen finanziellen Effekte der erneuerbaren Energien."

    Anders gesagt: Wir haben JETZT einmal nichts davon und ob wir je davon etwas haben werden, steht auch in den Sternen; denn Prognosen ("langfristige Effekte") sind bekanntlich mit einer beachtlichen Treffunsicherheit behaftet.

    Und was die "Privilegien" für die Industrie betrifft, sollte man sich auch keine Illusionen machen: Das Damoklesschwert der Verlagerung von zehntausenden Industriearbeitsplätzen ins Ausland ist eine reale Gefahr, der man auf diese Weise Herr zu werden sucht.

    Tja, die Behauptung, die Energiewende würde sich schon allein deshalb bald lohnen, weil die Preise für fossile Energieträger steigen werden, hat sich - siehe USA - als Fehlkalkulation erwiesen..

    Auch hier haben wir sie wieder: die Prognose - Treffsicherheit...

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    • oh.stv
    • 13. Juni 2013 11:25 Uhr

    super Einstellung!

    Da ist EINMAL irgendwas nicht kurzfristig geplant, kein Schnellschuss für für Wählerstimmen. Vielleicht auch im Moment etwas unangenehm, wenn auch höchstwahrscheinlich eine gute Investition für unsere Kindern. Dann kommen sie wieder raus die Nörgler und Kritiker die "ich habs euch doch schon vorher gesagt" Besserwisser.

    Also ... Alles klar! Dann lass mal wieder in Öl und Erdgas investieren. Ist ja offensichtlich doch nicht am ausgehen! Kernenergie hört sich auch gut an ... ich mein, Fukishima ist schon soo lang her, da passiert bestimmt nichts mehr.

    Außerdem, wieso sollten erneuerbare Energie dem Standort Deutschland einen Vorteil verschaffen? War doch alles eine Dumme idee, oder etwa

    NICHT?!

    Wer sich angesichts der Unsicherheit von Prognosen zu der Haltung hinreissen lässt sie zu ignorieren, der schiesst dann eben Blind.

    Natürlich sind die Ölpreise seit vielen Jahren massiv gestiegen und sie werden es wieder tun. Der niedrige Preis in den USA hängt mit schlechter Export und Speicherfähigkeit von Gas zusammen. Die Schiefergasförderung ist deshalb schon zu einem Verlusstgeschäft geworden.

    Der Einfluß der stagnierenden Ölförderung wird leider total ignoriert ist aber keine unsicher Prognose sondern Gewissheit..

    Hier ein Zitat aus der Nature über den Zusammenhang zwischen Ölpreis und Staatsschulden:
    Despite a decrease in
    imports of 388,000 barrels per day compared
    with 1999, Italy now spends about $55 billion
    a year on imported oil, up from $12 billion in
    1999. That difference is close to the current
    annual trade deficit.

    King/Murray Nature 2012
    http://www.washington.edu...

    Olförderung, Energie und Wachstum sind nunmal sehr stark gekoppelt. Sinkt oder stagniert die Ölförderung hat das heftige Auswirkungen auf die globale Wirtschaft.

    Sämtliche EU Staaten die eine hohe Ölimportabhängigkeit haben sind ins Strudeln geraten. Sinnvolle Investitionen wären deshalb natürlich all diejenigen die die Abhängigkeit vom Öl verringern.

    Noch sinnvoller wäre es den Erdölverbrauch gleichzeitig zu drosseln und den Overshoot zu senken, also kontrolliert zu schrumpfen, bevor es "unkontrolliert" geschieht.

    "Wir haben JETZT einmal nichts davon und ob wir je davon etwas haben werden, steht auch in den Sternen [...]"

    Das Risiko was wir eingehen, wenn wir jetzt auf EE umstellen ist also, dass in Zukunft die Energie preiswerter wird und der Preis dabei auch stabil bleibt (denn mit Sonne und Wind kann schwer Spekulationshandel betrieben werden) oder aber, dass der Preis steigt und wir trotzdem unabhängig vom Preis fossiler Energieträger und deren Verfügbarkeit werden.

    Das Risiko jetzt nicht umzustellen, sondern bei den fossilen zu bleiben, liegt darin den Planeten klimatisch so weit zu verändern, dass Millionen Menschen umsiedeln müssen oder durch Katastrophen (un-)mittelbar sterben. Oder aber, das Klima bleibt wie es ist und es brechen weltweit Ressourcenkriege aus, da fossile Energieträger nunmal irgendwann alle sind.

    Beide Varianten sind im Ausgang nicht bestimmbar, aber wenn man die Risikoszenarien vergleicht - also was bei der Umsetzung der einen oder anderen Variante im schlimmsten Fall passiert - dann MUSS man einfach pro EE argumentieren wenn man sich seines Verstandes bedient.

    und ob ich jemals etwas davon haben werde steht in den Sternen.

    WOW!
    Mit dem exakt gleichen Argument könnten Sie auch die Rentenversicherung ablehnen.
    Sehr sinnvoll!

    ---

    Zu Herr Rösler:

    Wenn Politiker etwas öffentlich sagen, tendiert der Wahrheitsgehalt generell gegen Null!

    Interessant ist nicht was Politiker sagen - sondern was sie nicht sagen!

  3. Was soll das denn sagen? Sicher kann jeder sagen 5,28 Cent (mit der Tendenz zu weiterem Wachstum) ist die Energiewende wert. Aber klar sind derzeit 20 Prozent Aufschlag relativ viel.
    Man sollte auch nicht vergessen, dass dieser Aufschlag auch von denen zu bezahlen ist, die die Energiewende nicht innerlich unterstützen.

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    >> Man sollte auch nicht vergessen, dass dieser Aufschlag auch von denen zu bezahlen ist, die die Energiewende nicht innerlich unterstützen. <<

    ... Atomkraft lange genug mit subventioniert habe, obwohl ich sie innerlich jetzt nicht wirklich unterstütze, hält sich mein Mitleid insoweit in Grenzen.

    Man muss auch mal über den Suppenteller gucken, das geht doch nicht um Mitleid. Zumal der Gedanke ja komisch ist: Die jetzt zahlen müssen, sind ja keine Atomkraftbetreiber.

    Klar ärgern sie sich, die Atomkraft unterstützt zu haben. das ist aber nicht durch eine direkte Abgabe geschehen als Atomkraft-Soli - und so wie Sie sich geärgert haben, ärgern sich jetzt die anderen.

    Letzten Endes gehört das zur Demokratie: Mehrheitsentscheidungen müssen mit der murrenden Minderheit leben und auch damit, dass die Mehrheit kippen kann.

    Und das erlebt im Moment bei der Energiewende - und sobald die Stimmung gekippt ist, ist auch Frau Merkel weg

    • deere
    • 13. Juni 2013 10:40 Uhr
    4. Zitat?

    Keine schlechte Idee, diese Artikelserie.
    Aber:
    Bitte nehmt eine konkrete Aussage von Herr Rösler. "Dass er behauptet..."
    oder behaupten soll ist mir absolut nicht konkret genug.
    Wann, wo, in welchem Zusammenhang behauptet er das. Auf so einer Basis Journalismus zu betreiben ist lächerlich.
    Heute wo Zitate aus dem Zusammenhang gerissen und Politikern Wörter in den Mund gelegt werden, erwarte ich mir von qualitativ hochwertigen Artikeln, wie sie die Zeit noch ab und an schriebt, einen direkten Zusammenhang zwischen der Behauptung und dem eigentlichen Zitat.
    beste Grüße

    ps. Soll die Überschrift ein Zitat darstellen? von wem?

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    Redaktion

    Lieber Herr Deere,

    auf unserer Faktomat-Webseite (www.zeit.de/faktomat) finden Sie das genau Zitat und die Quelle.

    https://faktomat.adhocrac...

    Mit besten Grüßen, Jörg Burger

  4. Die Autorin will dem Leser den tiefen Börsenpreis, der sich gelegentlich einstellt, als Vorteil verkaufen.

    Tatsächlich ist ein Börsenpreis unter dem Verbraucherpreis ein Zeichen für ein *Überangebot*. Es zeigt, dass das EEG dazu führt, dass Angebot und Nachfrage nicht mehr koordiniert werden. Deutschland verkauft dann Strom *unter den Herstellungskosten*, z.B. ins Ausland. Es hat m.W. schon Situationen gegeben, in denen der Strompreis negativ war, d.h. die Netzbetreiber mussten den Abnehmern etwas zuzahlen, um den Strom überhaupt loszuwerden.

    Das als etwas Positives zu sehen, zeugt von tiefem Unverständnis.

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    An der Strombörse besteht keine Verkauspflicht, wenn der Börsenbreis also sinkt, heißt das noch lange nicht, dass Strom zu diesem Preis verkauft werden muss.

    Warum wird dann trotzdem EE-Strom verkauft? Weil der Strom aus erneuerbaren Energien extrem kostengünstig ist, die meisten Kosten entstehen aus dem Neubau und der Erschließung dieser Anlagen, nicht aus deren Betrieb.

    Das ist wie ein LKW der Touren unter den Selbstkosten fährt, sie bringen immer noch mehr ein, als wenn der LKW nur rumstehen würde, die Fixkosten (Beschaffung, Steuern, Arbeitslohn) bleiben immer die gleichen.

    Es gibt auch keinen Stromstau der die Leitungen zum platzen bringt wenn mal zu viel produziert wird, die Überlastung tritt nur auf, wenn besonders viel Strom an weit entfernte Orte "transportiert" werden muss oder zu viel Strom abgenommen wird bei einer Unterversorgung.

    Es verwundert mich daher, dass die Regierung trotz der Vorbehalte keine Vorschläge macht, die eeg zu ändern?
    Es scheint so, dass dieser Zustand gewollt ist, vieleicht einfach nur um einen Stein des Anstoßes zu haben den man politisch schön ausschlachten kann. Sowas wie einen Agentprovokateur.

  5. Letztendlich hat der Autor des Artikels Rösler sogar bei einer "halben" Lüge ertabt, denn

    1. "Die Privatkunden müssen außerdem Privilegien für Großabnehmer der Industrie mitfinanzieren, auch dank Röslers Politik."

    und

    2. "Und noch etwas übersieht der Minister: Erneuerbare Energien tragen dazu bei, dass anderswo Kosten vermieden werden – etwa für atomare Endlager, Klimaschutz oder die Renaturierung von Kohlegruben. Kosten, die eigentlich im Strompreis enthalten sein müssten."

    Gut, Rösler hat nicht ganz unrecht- interessant ist es aber dabei auch zu betrachten, was Rösler in dem Zusammenhang verschweigt, ja sogar mit zu verantworten hat!
    Und dann erscheint das Ganze gleich in einem völlig anderem Licht!

    16 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Also,"
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    Wenn jede Seite eine halbe Lüge erzählt wirds dann eine ganze?

    1. Kein Unternehmen wollte Ursprünglich Atomkraftwerke bauen. Diese wurden damals subventioniert, um Versorgungssicherheit zu schaffen und vermutlich leider auch zur Herstellung von Waffenfähigem Material.

    2. Sicherlich, nur werden uns die erneuerbaren auch noch eine ganze Menge neue Kosten bescheren, für den Netzausbau und vor allem für die Speicherung von Energie. Gerade letzteres ist technisch nur schwer lösbar für große Mengen von Strom und noch immer extrem teuer und vermutlich gar nicht wirtschaftlich möglich. Ansonsten gäbe es schon längst solche Speicherkraftwerke in größerem Umfang, da Strom je nach Tageszeit sehr günstig bis kostenlos erworben und zu anderen Zeiten zu sehr hohen Preisen veräußert werden kann. Schauen Sie sich einmal die Strompreise nach Tageszeit an, das sind gewaltigen Differenzen. Und wenn die Preise an den Strombörsen steigen hat das nix mit den Erneuerbaren zu tun, dann werden die Spitzenlastkraftwerke angeworfen, und die verbrennen Gas.
    Die CO2 Bilanz ist je nach Technik auch nicht unbedingt wunderbar für erneuerbare, gerade Biomasse - weiterverarbeitet zu Kraftstoff oder über große Strecken transportiert - hat eine CO2 Bilanz die teilweise schlechter ist als die von Öl.

    Sicherlich ist ein Übergang zu erneuerbaren Energien sinnvoll. Was bisher passiert ist ist aber in vielen Bereichen wenig sinnvoll bis kontraproduktiv und sehr sehr teuer, auch in Zukunft.

    • sembon
    • 13. Juni 2013 10:44 Uhr

    Durch das EEG werden Gasanlagen mit nachwachsenden Rohstoffen gefüttert. Die Erzeugung dieser Rohstoffe zur "Fütterung" der Gasanlagen stehen in einer direkten Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion!

    Deshalb werden Lebensmittel teurer. Deshalb wird kaum noch Futtermais und weitere Futtergetreide für das Vieh angebaut. Die Fütterung des Viehs geschieht durch importiertes Futter, besonders durch Soja. Dieses kommt aus Brasilien und andern Ländern. Dort wird der Urwald gerodet, abgebrannt, damit wir hier "sauberen" grünen Strom haben und uns auf die Schulter klopfen können.
    Weiter wird vergessen, wie viel Methan die Gasanlagen emittieren, und wie die Produktion bei Photovoltaikmodulen aussieht, die später Sondermüll sind, etc etc etc.
    Wieso wird bei diesem "Faktencheck" nicht alle Kosten und externen Kosten aufgelistet?
    Honi, qui ...

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    • Xarx
    • 13. Juni 2013 12:03 Uhr

    Die Lebensmittel werden nicht teurer. Dies würde implizieren, dass Soja deutlich kostenintensiver wäre als Mais. Das ist aber nicht der Fall. Zudem ist Soja deutlich eiweißreicher und damit besser geeignet als Kraftfutter. Im Grunde könnten die Hochleistungsmilchkühe die enorme Mengen an Milch gar nicht liefern ohne derartig energiereiche Nahrung (was allerdings zu vermehrt schwerwiegenden Komplikationen bei der Verdauung der Kuh auftreten kann; übrigens ein Artikel dazu:http://www.zeit.de/2011/5...). Wenn sie also effektiv den Regenwald schützen wollen dann reduzieren sie lieber ihren Fleisch- und Milchproduktkonsum.

    Bzgl. der Photovoltaik-Module: diese können bis zu 95% recycelt werden auch wenn die Entwicklung bzw. insbesondere Implementierung der dazugehörigen Strukturen etwas verschlafen wurde.

    Ach ja und um mal noch eine andere Zahl zu nennen: dem gegenüber stehen fast 100 Mrd. Energieimportkosten im Jahr 2012 für konventionelle Energieträger...

    • an-i
    • 13. Juni 2013 10:47 Uhr

    wann kommt die Rechnung für den Abbau und die Entsorgung von AKW s von Atom Müll und sonstigem verstrahlten Material...
    ...da sieht es, Herr Rössler, mit dem billigem Atomstrom ein bisschen anders aus. So blöööd sind nicht alle hier im Lande...
    Ihr Fachgebiet ist sowieso die Pharma-, Finanz- und Übernachtungs Industrie.

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    Wie recht Sie haben, nur das wird das Röslein gewiß nicht sehen wollen.

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  • Schlagworte Philipp Rösler | Strompreis | Endlager | Klimaschutz | Kraftwerk | Redaktion
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