WochenmarktDie Rehabilitation des Paprika

Shakshuka ist eine in Israel sehr beliebte Soße, bestehend aus Tomaten, Chili und Paprika. Mit pochiertem Ei wird daraus ein perfektes herzhaftes Frühstück. von Elisabeth Raether

Für die bunten Dreierpackungen Paprika, die es im Supermarkt für 80 Cent zu kaufen gibt, werden den Schoten oft Wachstumsregulatoren beigegeben: So reift in einem kalten spanischen Winter die grüne Frucht schneller zu einer gelben oder roten. Außerdem werden immer wieder Pestizidrückstände gefunden. Man muss sich also nicht wundern, dass der Durchschnittspaprika aus konventioneller Landwirtschaft praktisch nach nichts schmeckt.

Alle Wochenmarkt-Rezepte

Alle Wochenmarkt-Rezepte  |  © Miguel Medina/AFP/Getty Images

Das ist die dunkle Seite des modernen Paprika. Das Schöne am Paprika ist, dass er sich mit Tomaten, Zwiebeln und Chili zu einer aromatischen Soße verbindet, in der man Eier pochieren kann: Das Ganze nennt man Shakshuka. In Israel ist das ein Frühstück, und es gibt unzählige Variationen des Grundrezepts. Man kann Feta, Auberginen, Spinat dazugeben oder eine Merguez, eine Lammbratwurst, das wäre dann das mediterrane Äquivalent zum full English breakfast. Mit Weißbrot eignet sich ein Shakshuka aber auch gut als Abendessen.

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Die Zwiebeln in Streifen schneiden und in Olivenöl mit Kumin glasig dünsten. Paprika, in Streifen geschnitten, dazugeben. 10 Minuten lang braten, bis der Paprika etwas Farbe angenommen hat. Dabei oft rühren. Es kommen Zucker, Lorbeerblätter, Oregano dazu sowie die Merguez, die man eventuell zerteilt hat. Ablöschen mit den Tomaten. Chilischote, Pfeffer und Salz dazu. 15 Minuten lang bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Soße etwas eindickt und der Paprika weich ist. Dann die rohen Eier vorsichtig in die Soße gleiten lassen. Bei niedriger Hitze die Eier durchgaren – es dauert ungefähr 10 Minuten. Zum Schluss etwas Petersilie darübergeben.

Shakshuka
(Für 2 Personen)

2 bis 3 kleine Zwiebeln
1 TL Kumin
etwas Olivenöl
3 Biopaprikaschoten (rot und gelb)
1 bis 2 TL Zucker
2 Lorbeerblätter
1 TL Oregano
2 Merguezwürste (optional)
1 Dose geschälte Tomaten
½ kleine Chilischote (in Ringe geschnitten, ohne Kerne)
Pfeffer
2 bis 4 Eier
etwas Petersilie (gehackt)

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Leserkommentare
  1. < Außerdem werden immer wieder Pestizidrückstände gefunden. >

    Die Paprika-Anbaubetriebe in der israelischen Arava-Senke kommen ohne Pestizide aus, weil während der ultraheißen, trockenen Sommer (in denen kein Anbau möglich ist) der Boden abgedeckt wird. In der Hitze können sich Schädlinge dann nicht vermehren. Die Bewässerung kommt mit sehr wenig Wasser aus, das den Pflanzen direkt an der Wurzel zugeführt wird. Ultraeffizient und wirklich smarter Anbau. Beim Einkauf mal drauf achten und den Unterschied schmecken.

    5 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte kehren Sie zum konkreten Inhalt des Artikels zurück. Die Redaktion/au

  2. vor kurzem in Amsterdam zum ersten mal gegessen und finde es lustig dass so kurz später ein kleiner Artikel in der Zeit steht :)

    Ich fand das Gericht überraschend lecker; vermutlich auch gerade deswegen, weil man so etwas deftiges und süßes in Deutschland zum Frühstück wirklich nie isst.

    Werde es definitiv mal nachkochen!

    • pyron
    • 17. Juni 2013 2:11 Uhr

    Shakshouka ist ein Maghrebinisches Gericht das seinen Weg durch tunesische Juden nach Israel gefunden hat!

    Hab ich seit Jahren nicht mehr gegessen, danke für das Rezept, werde es die Woche hoffentlich mal kochen.

    3 Leserempfehlungen
  3. Dieses Gericht ist schonmal kein israelisches Gericht.
    Schlecht recherchiert !
    Das Rezept stammt aus dem Maghreb-Raum und kommt bei allen muslimischen Ländern zur Anwendung.

    3 Leserempfehlungen
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    Vielen Dank für den Hinweis, wir lesen gemeinsam nach: "[...] in Israel sehr beliebt[...]", "In Israel ist das ein Frühstück" und "das mediterrane Äquivalent zum full English breakfast". Nun ja, es ist wohl von untergeordneter Beduetung, wo etwas zuerst aufgetaucht ist (was die Recherche angeht: Dieser Artikel aus der englischen Wikipedia ist da sehr aufschlussreich: https://en.wikipedia.org/...), ob Shakshuka allerdings im größten muslimischen Land, Indonesien, auch gekocht wird, wage ich sehr vorsichtig zu bezweifeln.
    Wie auch immer: Hört sich sehr lecker an und muss ich unbedingt mal ausprobieren, am Besten zum Frühstück!

  4. Das wird den Mann zuhause sicher interessieren.

    Aber eine Frage hab ich: Wie verschwinden die Kerne aus der Chilischote, wenn man sie nicht aufschneidet? Anders bekomme ich das Biest ja nicht in Ringe geschnitten...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Durch selbständiges Denken. Ihnen geht es scheinbar darum, wie es aussieht (und was ihr Mann davon denkt)- anderen geht es um den Geschmack...

  5. Warum müßte die Paprika denn rehabilitiert werden? Ich verstehe diese Aussage gar nicht.

    Eine Leserempfehlung
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    Sie soll wohl von der Behauptung rehabilitiert werden, sie schmecke wässrig. Indem man eine Soße aus ihr kocht. Was bei einer fad schmeckenden Paprika aber nicht sehr sinnvoll ist. Also ist sie wohl doch nicht so schlecht, wie der Verf. eben noch behauptet hat.

  6. 7. [...]

    Entfernt. Kein Artikelbezug. Die Redaktion/sam

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    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde entfernt. Die Redaktion/sam

    Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Die Redaktion/au

  7. 8. [...]

    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde entfernt. Die Redaktion/sam

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "[...]"

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