Politische BerichterstattungAller Tage Abend

Welchen Anspruch haben Fernsehnachrichten? Unsere Reporterin war vier Tage lang bei den "Tagesthemen" von 

Am Ende, wenn nur noch Sekunden bleiben, wird es plötzlich still in der Regie. Es ist ein Moment, in dem alle vor den Monitoren und Schaltpulten innehalten, die Produktions- und Toningenieure, der Bildmischer, die Chefin vom Dienst, die Regisseurin, wie im Sommer, wenn die Energie eines hitzigen Tages sich noch einmal bündelt, kurz bevor es zu regnen beginnt.

"So sitzend zwischen noch nicht und schon nicht mehr", fällt mir ein, Brecht, aus dem Fatzer-Fragment, dann ist der Augenblick verflogen, und das Ritual beginnt. "Und ab!", das Bild aus dem Studio wird zum Sendebild, die Welt wird in Blau getaucht, und dann steht da Caren Miosga, hinter dem geschwungenen Monstrum von Tisch aus getöntem Glas und Holz, und spricht in Kamera 2, die "Anchor-Kamera", und sie erläutert, was wichtig war an diesem Tag, welche Nachrichten und Ereignisse es sind, die nicht nur festgehalten, sondern auch verdichtet und vertieft werden müssen.

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Das ist das Ritual. Das ist der Anspruch der Tagesthemen seit 35 Jahren. Und das ist der Auftrag. Laut Paragraf 11 des Rundfunkstaatsvertrags, in der 15. Fassung aus dem Jahr 2010, soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk "Medium und Faktor" der freien Meinungsbildung sein und "dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft (...) erfüllen". Mal abgesehen von der eingeschriebenen Ambivalenz, sowohl Medium als auch Faktor der Meinungsbildung zu sein, sind es demnach die Nachrichtensendungen und noch mehr die Tagesthemen bei der ARD und das heute-journal beim ZDF, denen zugedacht ist, für uns, die Zuschauerinnen und Zuschauer, aus der Welt jene Ereignisse auszuwählen, über die wir uns verständigen sollten als demokratische Gesellschaft.

Was lag also näher, als im Rahmen der "Suche nach der Demokratie" eine Expedition zu einer der beiden Redaktionen zu unternehmen, die als Schlüsselinstanzen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gelten? Zu jenen Sendungen, die die Wirklichkeit auf einen Begriff bringen müssen, eine "Entlastung unter den Bedingungen der Reizüberflutung", wie der Philosoph Hans Blumenberg das einmal genannt hat. Gewiss, die Sendungen ließen sich auch, vermutlich sogar leichter, aus der Distanz betrachten und, noch leichter, kritisieren. Dazu brauchte es nicht mehr als eine virtuelle Wanderung durch die Archive der Mediatheken von ARD und ZDF. Aber Nachrichten werden gemacht. Sie werden nicht nur gesendet, sie werden auch gefertigt.

Diesen Prozess gilt es zu hinterfragen: Wie wird dieser entlastend-orientierende Begriff von Politik hergestellt? Welche Werte strukturieren die Auswahl, wonach manche Themen oder Diskurse als relevant gelten und andere ignoriert werden? Was und wen repräsentiert die Repräsentation der repräsentativen Demokratie? Und was bleibt im blinden Fleck einer zur Neutralität gezwungenen Perspektive? Was wird aus dem Anspruch, "Medium und Faktor der Meinungsbildung" einer demokratischen Gesellschaft zu sein, wenn die demokratische Gesellschaft sich digitalisiert und alle herkömmlichen Formen der Meinungsbildung verändert?

Per Mail wurden beide Redaktionen angefragt. Erst das heute-journal. Dann die Tagesthemen. Claus Kleber antwortet für das heute-journal zügig und freundlich und sagt ab. Thomas Hinrichs, der Zweite Chefredakteur von ARD-aktuell, zuständig für die Tagesthemen, antwortet zügig und freundlich und sagt zu mit einer Begründung, die man gerne ans ZDF weiterleiten würde: "Wir werden von den Menschen ›draußen‹ bezahlt", schreibt Hinrichs, "also muss es erlaubt sein, zu sehen, was ›drinnen‹ mit den Gebühren gemacht wird." Verabredet werden vier Tage in der Redaktion.

Es beginnt mit der Planungssitzung und einem Klassiker: Die Wirklichkeit verhält sich anders als geplant

An einem Morgen im Mai begrüßt mich der Tagesthemen-Chef in seinem Büro in Haus 18 auf dem NDR-Areal in Hamburg-Lokstedt und lädt gleich ein auf einen Rundgang durch die Redaktionsräume, in denen ich von nun an herumstreunen darf, es gibt keine Einschränkungen, mein Notizbuch und ich traben Hinrichs hinterher, es geht lange Flure entlang, Treppen runter, Treppen hoch, durch die Abteilungen der Tagesschau, zu den Kolleginnen und Kollegen, die den Internetauftritt Tagesschau.de und die Facebook-Seite der Tagesschau betreuen, durch die Räume der Grafik (die Welt, über die von hier aus berichtet werden soll, erscheint zunehmend entrückt) bis hin zum überlebenswichtigen Schokoriegel-Automaten und schließlich zu den Redaktionsräumen der Tagesthemen.

Es beginnt mit der Planungssitzung und einem Klassiker: Die Wirklichkeit verhält sich anders als geplant. Geplant war diese Woche die Berichterstattung über den NSU-Prozess. So steht es auf der "Planungsliste TT". Ereignisse geschehen nicht einfach. Oder zumindest nicht im organisatorischen Kosmos der ARD. Neun Landesrundfunkanstalten mit insgesamt 23.000 fest angestellten Mitarbeitern arbeiten für die ARD. Etwa 100 Hörfunk- und Fernsehkorrespondenten liefern Beiträge aus über 30 Ländern der Welt. Hier gehören Ereignisse antizipiert, angekündigt, ausgewählt – und eingetragen in Listen. Wenn die Tagesthemen ein Ritual sind, dann sind Listen das liebste Ritual innerhalb des Rituals. Wie die Gans an Weihnachten oder der Karpfen blau, das traditionelle Familiengericht, das immer scheitert, weil es nie der Erinnerung an das Rezept entspricht, so enttäuscht die Wirklichkeit, weil sie nie der Fantasie der Planung entspricht.

Der NSU-Prozess ist ausgesetzt, und die minutiös geplanten Beiträge für die nächsten Tage entfallen. Um den schmucklosen Tisch im Konferenzraum sitzt das Team der Tagesthemen: die Chefin vom Dienst (CvD), eine Co-CvD, zwei Redakteure und ein Redakteur für die Moderation, eine Grafikerin und der Zweite Chefredakteur. Was immer geschieht, muss durch den Filter dieser Menschen. Das Team, das entscheidet, was für unsere demokratische Gesellschaft relevant sein soll, besteht aus einer Mischung aus Jung und Alt, es sind Männer und Frauen zwischen 34 und 62 Jahren, Geisteswissenschaftler und Volkswirte, den exotischsten Migrationshintergrund (wenn man Ostfriesland nicht wertet) hat ein ostdeutscher Kollege. Ihre professionelle und analytische Kompetenz, aber auch ihre ästhetischen, kulturellen und politischen Reflexe gestalten ihre (und unsere) Wahrnehmung der Welt. Was immer gesendet werden soll, muss durch verschiedene planerische Stufen, wird gewogen und geschätzt, auf der Wochenplanung, am Tag der Sendung, in der ersten Konferenz am Vormittag, der zweiten Konferenz am Nachmittag, bis 22.15 Uhr, bis zum erlösenden "Und ab!".

Ich frage mich, wann wohl die anderen kommen, bis mir dämmert: Mehr werden es nicht. Die Tagesthemen werden in Einheiten von drei Redakteuren, einer/einem CvD und einer/einem Co-CvD gestemmt. Abends spät kommen noch Kolleginnen für den Nachrichtenblock hinzu und zwei bis drei Cutter, die die Beiträge für die Endfassung schneiden und mischen. Mehr nicht. Man fragt sich, was erstaunlicher ist: dass das Unterhaltungsprogramm der ARD von Rote Rosen bis Günther Jauch so viel Gebührengelder ausgeben darf oder dass die Tagesthemen, über das Jahr verteilt, aus einem Pool von gerade mal zwölf Redakteuren schöpfen müssen, die rotierend sieben Tage à 14 Stunden arbeiten.

Nun sitzen sie beisammen und diskutieren das Ereignis, das bislang nicht geplant war: In Cleveland sind gerade drei junge Frauen nach zehn Jahren Gefangenschaft befreit worden, alle Sender und Onlinedienste melden die Geschichte, ein und dieselbe Bildsequenz, die ein lokales Fernsehteam in den USA aufgenommen hat, wird global übernommen, die Kommentatoren überschlagen sich vor Entsetzen über dieses Verbrechen, die Korrespondentin aus Washington bietet einen Beitrag an. "Das gehört nicht zu uns in die Sendung." – "Wie?" – "Was wissen wir denn wirklich? Das können wir morgen machen, wenn wir mehr Informationen haben." – "Was? Da reden heute alle drüber." Neben mir sitzt ein erfahrener Redakteur und souffliert leise und ironisch, "man darf nicht am Tag vorbeisenden". Das ist einer dieser Leitsätze, die es überall im Journalismus gibt und die selbst durch eifriges Tradieren nicht sinnvoller werden, beim Spiegel und in vielen anderen Redaktionen gilt: "Man muss den Leser da abholen, wo er steht", was auch nicht gerade für aufklärerische Ambitionen spricht, um mich herum wird es heftiger, "Gesprächswert, was heißt denn Gesprächswert? Das ist doch Boulevard." – "Aber das ist ein Fall, der übersteigt selbst den Fall Fritzl, der seine Tochter jahrelang eingesperrt und missbraucht hatte."

Vielleicht ist es eine Kontroverse, die etwas engagierter geführt wird, weil eine mitschreibende Kollegin anwesend ist, vielleicht ist es das uneingestandene Grauen vor dem Abgrund einer solchen Tat, das sich hinter dem Anspruch der Seriosität verbirgt, vielleicht ist es aber schlicht die Sorte Verhandlung, durch die nötige von unnötigen Berichten unterschieden werden. Morgens in seinem Büro hatte der Zweite Chefredakteur Hinrichs einen DIN-A4-Bogen gezeigt, auf Karton aufgezogen; der Kodex, den jeder Chefredakteur von ARD-aktuell an den Nachfolger weiterreicht. Ich hatte erst an einen Witz gedacht, aber da standen tatsächlich sechs "Ziele" der Tagesschau, schwarz auf weiß, darunter: "Nachrichten, die sensationell sind, meldet die Tagesschau. Sensationen, die keine Nachrichten sind, meldet sie nicht." Das sind schöne Übereinkünfte, die unwahr sind, völlig unrealistisch, und die es vermutlich als Normen braucht, um die eigenen Irrtümer und Schwächen zu markieren.

Der Beitrag wird bestellt. So wie fünf andere. Dazu wird die Grafikabteilung Illustrationen entwickeln. Das Team stiebt auseinander. Mit unendlicher Geduld widmen sich alle meinen unverständigen Nachfragen, mal lachend wegen der Naivität, mal nachdenklich, ob die eigenen Gewissheiten eigentlich stimmen, etwas unsicher auch, was von einer Kollegin zu erwarten sei, die möglicherweise anders arbeiten würde als sie selbst. Das alles im laufenden Betrieb. Von diesem Moment an bis wenige Minuten vor der Sendung, wenn die letzten Beiträge endlich einlaufen, die nächsten zehn Stunden lang, herrscht im Redaktionsraum ein vielstimmiges Telefonieren mit den Autorinnen und Autoren in Köln und Berlin, Islamabad und Washington. Jedes der vier bis fünf Stücke in den Tagesthemen wird begleitet und bearbeitet durch eine Art internen Spiegel, einen Redakteur (später schaut noch ein zweites Augenpaar darauf), der die Außenperspektive verschränkt mit der Binnenperspektive und fragt: Wie muss ein Beitrag aus der Hauptstadt klingen, damit er verständlich ist für die Zuschauer, die die Privatsprache des politisch-medialen Komplexes in Berlin nicht kennen? Wie anschlussfähig ist ein Film über den Rückzug der PKK für jene Zuschauer, die nicht unbedingt ein Bild von Abdullah Öcalan über dem Küchentisch hängen haben? Wie stark darf ein Protagonist schwäbeln, ohne dass für die Zuschauer untertitelt werden muss?

2,55 Millionen Zuschauer sehen die Tagesthemen im Schnitt (Januar bis Mai 2013), das ist ein Marktanteil von 10,9 Prozent, damit liegt die Sendung in absoluten Zahlen etwas über dem Wert vom Jahr 2012 (2,52 Millionen). Der Durchschnittszuschauer der Tagesthemen ist 59 (bei der Tagesschau 61, bei Tagesschau.de 43, bei der Tagesschau-App 37). So viel ist bekannt. Was diese Zuschauerinnen und Zuschauer sonst auszeichnet – wie gebildet sie sind, welche politischen oder fiskalischen Zusammenhänge ihnen einleuchten, in was für Bilderketten sie denken –, bleibt verborgen. Trotzdem gehört "der Zuschauer" zu den beliebtesten rhetorischen Instrumenten, die in grundsätzlichen Diskussionen eingesetzt werden, um vermeintlich zu objektivieren, was allein subjektive Vorstellungen sind.

Caren Miosga lacht, wenn man sie nach den Zuschauern fragt, zu denen sie spricht. Sie ist zu schlau und zu uneitel, um der nützlichen Fiktion "des Zuschauers" zu erliegen. Während nebenan bei Tom Buhrow mannshohe Pappfiguren amerikanischer Politiker im Raum stehen, hängt im Büro von Miosga nur ein Schnappschuss von ihr und dem Krümelmonster aus der Sesamstraße. "In den Moderationsseminaren, die ich besucht habe, erklären sie dir: ›Stell dir eine konkrete Person vor, an die du dich wendest.‹ Das kann ich nicht." Für wen schreibt sie dann die Texte? "Ich überlege mir, was mich selbst interessiert, was mich selbst am meisten aufregt."

Die Frage nach dem universalen Zuschauer oder neutralen Kriterien für eine repräsentative Sicht auf die Welt ist ethisch und politisch anspruchsvoll. Der amerikanische Philosoph John Rawls entwickelte in seiner Theorie der Gerechtigkeit das Instrument des sogenannten Schleiers des Nichtwissens, ein Gedankenexperiment, bei dem Menschen eine Gesellschaftsordnung wählen müssen unter der Voraussetzung, dass sie nicht wissen, als was oder wer sie in dieser Gesellschaft leben würden. Wer auf diese Weise genötigt wird, sich vorzustellen, eventuell auch als Gehörlose oder als Jüdin, als Arbeitsloser oder als Transsexueller in einer Gesellschaft leben zu müssen, so hoffte Rawls, würde die politische Ordnung so einrichten, dass sie auch für jeden in jeder potenziellen Rolle und Lage gerecht wäre. Die Schwäche des wohlmeinenden Modells? Es setzte voraus, dass Menschen über genügend Vorstellungskraft verfügen, um sich in die Bedürfnisse und Nöte anderer hineinzudenken.

Wer christlich, heterosexuell und bürgerlich ist, neigt dazu (nicht nur im Journalismus, aber auch dort), sich selbst für neutral und den eigenen Blick für verallgemeinerbar zu halten. Das ist keineswegs Bosheit, sondern mangelnde Vertrautheit mit den Weisen des Sehens und Fühlens anderer. Das ist der Grund, warum der fiktive Zuschauer meist verdächtig ähnlich aussieht und denkt wie die realen Journalisten in den Redaktionen, das ist der Grund, warum der ostdeutsche Redakteur im Team wie ein heiter-geduldiger Simultandolmetscher wirkt, wenn er den anderen erläutert, welche Bilder und Begriffe bei einigen Zuschauern ganz andere Assoziationen wecken, als sie ahnen. Immer wieder bemühen sich die historisch sensiblen Kolleginnen und Kollegen dieses Teams, sich den fiktiven Zuschauer weniger ebenbildlich vorzustellen: die nachdenkliche Chefin vom Dienst etwa, wenn sie die ewig gleiche Moschee-Symbolik auf einer der Illustrationen sieht und auf ihre Wirkung befragt – aber es bleiben eben bestenfalls erdachte Gegenüber. Das ist der Grund, warum es mehr reale Vielfalt in den bundesdeutschen Redaktionen braucht. Nicht allein weil es politisch gerechter, sondern auch weil es fachlich kompetenter wäre. Dass es im gesamten Komplex von ARD-aktuell zurzeit niemanden gibt, der oder die Türkisch oder Arabisch spricht, ist nicht nur provinziell, sondern in globalisierten, digitalisierten Zeiten auch schlicht unprofessionell.

Die Kolleginnen und Kollegen der Tagesthemen denken außerdem darüber nach, ob versierte Politiker versuchen, sie zu bloßen Mitspielern von deren Inszenierung zu reduzieren. "Die Kollegen in den Talkshows sind nicht zu beneiden", sagt Caren Miosga, "weil Politiker da noch mehr darauf bedacht sind, ihre Position kundzutun, und teilweise noch weniger antworten auf die gestellten Fragen. Da mäandern sie herum." Warum sie dann trotzdem noch Berichte zeigen wie den über den Kurzbesuch der Kanzlerin bei der Bundeswehr in Afghanistan beispielsweise, bei dem kaum kritisch nachzufragen ist? Oder warum sie noch per "Schalte" Interviews mit nichts sagenden Politikern in der Sendung führen? "Der Vorzug im Fernsehen ist: Man sieht an der Mimik, an der Gestik alles", sagt Caren Miosga. "Ist das gespielt, ist das echt?"

Nach stundenlangen Diskussionen über das Chaos in der SPD-Zentrale und die Frage, ob das Chaos bei der CDU genauso groß, nur weniger witzig sei, nach fieberhaftem Warten auf die Beiträge und panischem Feilschen um einzelne Wörter in den letzten Sekunden, nach langen Tagen und sehr kurzen Nächten, in denen ich alles mit- und durchmache, was so eine normale Schicht in den Tagesthemen bedeutet, wird schließlich auch meine eigene fragwürdige Zuschauerposition offenbar. In der Planungssitzung am Morgen, in der es um die Wahlen in Pakistan geht, rutscht mir ein "Warum machen wir denn nicht...?" heraus. Kurzes Stocken, dann brechen alle am Tisch in Gelächter aus über die Entzauberung meiner Simulation einer objektiv-distanzierten Beobachterperspektive. Was war das auch für ein unmögliches Konstrukt: als Journalistin andere Journalisten zu beobachten, die sich denselben ethischen und ästhetischen Aufgaben stellen, sich vor denselben Fehlern fürchten wie man selbst und die schließlich von denselben Fragen bedrängt werden, die die gesamte journalistische Branche (und die Parteien) umtreiben: was die Digitalisierung der Gesellschaft für die Meinungsbildung in einer Demokratie bedeutet. Was die beschleunigte, partizipative Kommunikation im Netz für den klassischen Journalismus bedeutet.

Es mag ungerecht sein, ausgerechnet an der Redaktion der Tagesthemen jene Verunsicherung zu illustrieren, die auch alle anderen in den Medien angesichts der digitalen Revolution befallen hat. Aber anders als die Verlage, die sorgenvoll über die Finanzierbarkeit ihrer Arbeit nachdenken müssen, haben die gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten keine Rechtfertigung, die eigentlich publizistische Frage, die das Internet ihnen (und uns) stellt, zu verdrängen. In der FAZ stand: "Was in den Tagesthemen vorkommt, ist. Was in den Tagesthemen nicht vorkommt, ist nicht." Der Satz stammt aus dem Jahr 2007, er stimmte allerdings schon zu Zeiten von Hanns Joachim Friedrichs nicht. Aber vor dem heutigen Resonanzraum des Internets und der Social Media wird die Absurdität dieses Anspruchs besonders deutlich.

Längst sieht sich der Journalismus durch einen ähnlich tiefgreifenden Wandel gefordert wie die klassische Kartografie: Weil durch die technischen Veränderungen heutzutage jeder jederzeit sich per GPS orten kann und jeder Laie Geo-Daten lesen kann, ist das ehemals exklusive Wissen der Zunft der Kartografen plötzlich für jeden verfügbar und egalitär verteilt. Ja, mittlerweile stellt sich die Frage, ob es so etwas wie die klassische Landkarte überhaupt noch gibt. Ganz ähnlich hat die universale Vernetzung der Kommunikation einen weniger hierarchischen Zugang zu Wissen und vielfältigere Deutungen der Welt ermöglicht, als es viele Journalisten wahrhaben wollen. Ob es so etwas Abgegrenztes wie eine Nachrichtensendung oder eine klassische Meldung überhaupt noch gibt, ist auch fraglich.

Längst verhandeln und erörtern weltweit auf Twitter und Facebook Menschen ihre Sicht auf Ereignisse, die ihr Leben bestimmen, sie und ihre Freunde entscheiden selbst, was ihnen relevant erscheint, sie kommentieren und korrigieren die offiziellen Lesarten der Politik, erzählen ihre Versionen der Geschichte, stellen Bilder und Videos ins Netz und bilden eigene Öffentlichkeiten – so wie die bürgerlichen Salons im 18. Jahrhundert eigene Gegenöffentlichkeiten zur feudalen Gesellschaft ausbildeten.

Die ARD reagiert auf diese Entwicklung ebenso zeitverzögert und technisch wie andere journalistische Milieus: als ob die Antwort auf den Strukturwandel der Öffentlichkeit allein in der Entdeckung mobiler Abspielgeräte und den dazugehörigen Versionen derselben journalistischen Inhalte und Formate bestünde. Zwar gibt es inzwischen sehr beeindruckende Onlineplattformen, es gibt Tagesschau.de, alle Beiträge der Korrespondenten sind dort abrufbar, und einzelne Kollegen oder Kolleginnen twittern auch.

Aber was bedeutet die Digitalisierung für die Tagesthemen? Googelt man "Tagesthemen", taucht ein Eintrag "tagesthemen.de" auf, klickt man den Link "tagesthemen.de", landet man auf Tagesschau.de. Dass keine Missverständnisse auftauchen: Das ist eine gute Seite. Nur eben nicht die der Tagesthemen. Je nachdem, wen man fragt, fällt die Antwort nach der Bedeutung der veränderten Anforderungen durch das Internet unterschiedlich aus. Meistens jedoch ist das Netz ein Anderer, ein Objekt, vielleicht ein Instrument des Feedbacks, vielleicht ein Thema der Berichterstattung wie die Piratenpartei oder das Bloggertreffen Re:publica. Aber es bleibt doch Objekt. Etwas weit weg von einem selbst. Selten wird die digitale Kommunikation bei den Tagesthemen als Form des Denkens, als Quelle der eigenen Information oder Urteilsfindung, als selbstverständliche Bezugsgröße begriffen.

Netzaffine, jüngere Journalisten wie die Redakteurin Marjan Parvand verkörpern den kommunikativen Imperativ der digitalisierten Gesellschaft und zeigen, warum Social Media integrierter Bestandteil aller Redaktionen sein sollten – nicht nur derer, die dafür abgestellt sind. Parvand arbeitet als Redakteurin mal für die Tagesthemen, mal für das Nachtmagazin, mal betreut sie die Facebook-Seite der Tagesschau-Redaktion und moderiert dort Diskussionen. Und nicht zuletzt durchforstet Parvand das Internet nach Bildmaterial über Kriege oder Krisen in Gegenden, in denen gerade kein ARD-Korrespondent unterwegs ist. "Anfangs hatten wir kein Vertrauen in die Quellen", sagt Parvand, "wir haben niemandem geglaubt." Doch nach und nach hätten sie ein Verfahren entwickelt zur Überprüfung der Authentizität des Materials. Inzwischen, berichtet die persischsprachige Parvand, gibt es ein weltweites Netz aus vertrauenswürdigen Netzaktivisten, mit denen sie kommuniziert via Skype und Facebook und denen sie neues Material schickt, das sie im Netz entdeckt, und dann sucht sie jemanden, der eine Straßenecke auf einem solchen Video identifizieren kann, jemanden, der einen lokalen Dialekt heraushören kann. So entsteht ein Netz an Zeugen, die sich wechselseitig korrigieren und verifizieren. Ob sich der Blick auf die Welt verändert? "Das, was ich im Netz an Bildern vom Krieg in Syrien gesehen habe", sagt Parvand, "übersteigt alles, was hier vorstellbar ist."

Emckes Expeditionen

Die nächste Folge von Emckes Expeditionen erscheint im Juli. Die Autorin twittert unter @EmckeExpedition und berichtet auf Facebook (www.facebook.de/emckesexpeditionen)

Es wäre der Redaktion der Tagesthemen zu wünschen, dass die ARD nicht die Fehler mancher Verlage wiederholt und die Frage der Digitalisierung in eigene Abteilungen abschiebt und so die publizistische Ambition schwächt. Die anderen Stimmen auf Facebook und Twitter, die kritischen, witzigen, bunten Perspektiven im Netz gehören in die Redaktionen integriert, denn sie erweitern den Kreis derer, die mitbestimmen, worüber eine demokratische Gesellschaft nachdenken sollte, und sie bilden ein verlässlicheres Korrektiv als jeder imaginierte Anspruch. Wenn die Tagesthemen das vermitteln wollen, worüber sich eine demokratische Gesellschaft verständigen sollte, dann müssen sie eben auch auf das eingehen, worüber die Gesellschaft sich längst ohne sie verständigt. Dazu gehört auch, sich vom Korsett erstarrter Kommentatoren zu befreien, die den Verlust ihrer Autorität noch nicht bemerkt haben

Wenn die ARD ihr demokratisches Mandat ernst nähme, würde sie dieser Redaktion, die mit zu den besten gehört, mehr Geld und mehr Sendezeit einräumen – und würde zulassen, dass andere Weisen des Sehens und Sprechens das Ritual verändern und erneuern. "Und ab!"

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Leserkommentare
    • iboo
    • 22. Juni 2013 15:45 Uhr

    was ihr Publikum interessiert und was dieses nicht per Tweet von seinesgleichen Erfahren kann (so wie bei dieser Insider-Reportage hier) werden sie auch in Zeiten des Internets weiter etwas zu sagen bzw. schreiben haben. Und dann werden die Medien, denen es gut gelingt, die richtige Tonart zu finden, auch im Stimmengewirr des world wide web die erste Geige spielen, zu der sich im Publikum ein lebendiges Orchester formiert - so wie etwa hier im Forum. Wenn Medien dagegen ihr Publikum nicht mehr im Blick haben (so wie beispielsweise derzeit in der Türkei) brauchen sie sich dagegen nicht zu wundern, wenn diese irgendwann eine ganz andere Melodie spielen.

    Eine Leserempfehlung
    • mieeg
    • 22. Juni 2013 18:36 Uhr

    der unzähligen Öffentlich-Rechtlich-Vollfinanzierten-Wahlkampfbüros der Grün/Lila/Rot-Fraktionen. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Und dies geschieht bundesweit bei Tag und bei Nacht auf allen Kanälen von ARD und ZDF. In 45 wöchentlich produzierten Wahlkampf-Talkshow`s. In ca 120 wöchentlich produzierten "Berichten" von den "Brennpunkten" der Welt. Mit was wollen sich die paar tausend Damen und Herren Wahlkämpfer von ARD und ZDF im Falle eines Wahlsieges von Grün/Lila/Rot(Rot) wohl beschäftigen?

  1. Zitat: "...die Chefin vom Dienst (CvD), eine Co-CvD, zwei Redakteure und ein Redakteur für die Moderation, eine Grafikerin und der Zweite Chefredakteur. Was immer geschieht, muss durch den Filter dieser Menschen."
    Gefilterte Nachrichten ist genau das was ich nicht will. Wenn ich Augenzeuge in einer Situation bin, existiert kein Filter. Ich möchte eine objektive Berichterstattung. Ich möchte auch keine vorgegebene Meinungsbildung. Ich bin als mündiger Bürger selbst in der Lage einen Sachverhalt zu bewerten um mir meine Meinung zu bilden.

    2 Leserempfehlungen
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    "Gefilterte Nachrichten ist genau das was ich nicht will."
    Das ist aber das, was die allermeisten Menschen wünschen. Ein ungefilterter Bericht über ein Europäisches Treffen wäre sicherlich 100 Stunden lang.

    "Wenn ich Augenzeuge in einer Situation bin, existiert kein Filter."
    Doch, gerade dann existiert ein Filter, denn sie nehmen alles nur durch ihre beschränkte Wahrnehmung auf und haben überhaupt keinen Überblick.

    "Ich möchte eine objektive Berichterstattung."
    Die gibt es nicht. Wollen sie nicht evtl. Medienkompetenz erlangen?

    "Ich möchte auch keine vorgegebene Meinungsbildung." Solange die Meinungsbildung als solche zu erkennen ist, da sehe ich eigentlihc kein Problem, wenn man etwas Medienkompetenz inne hat.

    "Ich bin als mündiger Bürger selbst in der Lage einen Sachverhalt zu bewerten um mir meine Meinung zu bilden."
    Ich glaube, dass sie zu den allermeisten Themen, wie die Mehrzahl der Bundesbürger, keine fundierte Bewertung abgeben könnten. Oder sind sie überall und zu jedem Thema Experte? Eigene Meinung bilden ist geschenkt .. dafür liest man ja Nachrichten.

    Auch alles doppelt abgesichert, zweite, unabhängige Meinung, zusätzliche Kontrolle durch die mit der Durchführung befassten Subalternen......

    • kael
    • 28. Juni 2013 16:40 Uhr

    "Gefilterte Nachrichten ist genau das was ich nicht will."

    Wenn Sie sich klarmachen, dass dieser "Filter" nicht bei "Meinung" sondern - notwendigerweise - bei Nachrichten-Prioritäten eingesetzt wird (und wegen ihrer Fülle eingesetzt werden muss!), wird Ihre Sorge vermutlich gegenstandslos.

    "Wenn ich Augenzeuge in einer Situation bin, existiert kein Filter."

    Richtig. Aber stellen Sie sich doch einmal die Millionen von "Augenzeugen" unterschiedlichster Situationen vor, die alle gleichermaßen bedient werden wollen. Ist ja wohl unmöglich, oder?

    "Ich möchte eine objektive Berichterstattung."

    Die möchte jeder. Und sie wird von Tagesschau/Tagesthemen einigermaßen zuverlässig geliefert.

    "Ich möchte auch keine vorgegebene Meinungsbildung. Ich bin als mündiger Bürger selbst in der Lage einen Sachverhalt zu bewerten um mir meine Meinung zu bilden."

    Wer will das bezweifeln. Aber auch der als "Kommentar" oder "Meinung" extra hervor gehobene subjektive Beitrag eines Journalisten bereichert die objektive "Nachrichten"-Berichterstattung in der politischen Diskussion. Sie können durchaus anderer Meinung sein.

  2. "Gefilterte Nachrichten ist genau das was ich nicht will."
    Das ist aber das, was die allermeisten Menschen wünschen. Ein ungefilterter Bericht über ein Europäisches Treffen wäre sicherlich 100 Stunden lang.

    "Wenn ich Augenzeuge in einer Situation bin, existiert kein Filter."
    Doch, gerade dann existiert ein Filter, denn sie nehmen alles nur durch ihre beschränkte Wahrnehmung auf und haben überhaupt keinen Überblick.

    "Ich möchte eine objektive Berichterstattung."
    Die gibt es nicht. Wollen sie nicht evtl. Medienkompetenz erlangen?

    "Ich möchte auch keine vorgegebene Meinungsbildung." Solange die Meinungsbildung als solche zu erkennen ist, da sehe ich eigentlihc kein Problem, wenn man etwas Medienkompetenz inne hat.

    "Ich bin als mündiger Bürger selbst in der Lage einen Sachverhalt zu bewerten um mir meine Meinung zu bilden."
    Ich glaube, dass sie zu den allermeisten Themen, wie die Mehrzahl der Bundesbürger, keine fundierte Bewertung abgeben könnten. Oder sind sie überall und zu jedem Thema Experte? Eigene Meinung bilden ist geschenkt .. dafür liest man ja Nachrichten.

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    "Gefilterte Nachrichten ist genau das was ich nicht will."
    Das ist aber das, was die allermeisten Menschen wünschen. Ein ungefilterter Bericht über ein Europäisches Treffen wäre sicherlich 100 Stunden lang.

    → Die spannende Frage ist, wie gefiltert wird. Werden nur unwichtige Details weggelassen oder Informationen, die nicht in die Meinungsmache passen? Diese Art der Meinungsmache steht in der unseligen Tradition des dritten Reiches.

    "Ich möchte eine objektive Berichterstattung."
    Die gibt es nicht. Wollen sie nicht evtl. Medienkompetenz erlangen?

    → Mit der Objektivität ist es, wie mit der Vollkommenheit. Weise sind die, die danach streben. Das heißt immer den eigenen Standpunkt überdenken und auch gezielt nach Informationen suchen, die diesen Standpunkt ins Wanken bringen könnten. Meinungen und Informationen von solchen Personen sind wertvoll. Wer glaubt aus den Nachrichten zweier (oder mehrerer) Meinungsmacher irgendwie die Wahrheit/ den tatsächlichen Sachverhalt erkennen zu können, und das für „Medienkompetenz“ hält, dem ist nicht zu helfen. Die Wahrheit liegt zwar oft irgendwo dazwischen, aber nur selten in der Mitte.

    • 2b
    • 22. Juni 2013 20:03 Uhr

    "Was und wen re?präsentiert die Repräsentation der repräsentativen Demokratie?"

    ... heutig sind Medien Präsentationsgruppe der Repräsentatoren&Innen mit Anspruch aus dem "liberalen Journalismus", als 4. Macht im Staatsgefüge zu gelten, um Interessen zu pointieren?

    ... man mache sich mit keiner Sache gemein, auch nicht mit einer guten Sache ( Wir danken Hanns Joachim Friedrichs und für die heutigen Einsichten )

  3. Für mich war es immer schon verwunderlich, dass die meisten Medien über das Gleich, mehr oder weniger aus dem gleichen Blickwinkel, berichten. Die Tagesthemen machen da wohl keine Ausnahme. Wenn man die ganze Bandbreite von Sichtweisen betrachtet, haben wir es oftmals mit einer erheblichen Verengung von Wahrnehmung zu tun. Das Internet mag da eine wichtige Ergänzung zur Meinungsbildung sein. Alles in allem scheint mir das Problem nicht in den Tages-Themen zu liegen, sondern in den Ereignissen, über die nicht berichtet wird.

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    << Alles in allem scheint mir das Problem nicht in den Tages-Themen zu liegen, sondern in den Ereignissen, über die nicht berichtet wird. <<

    Nicht nur das.
    Es ist vorallem die beständige Reproduktion des Wahnsinns der Normalität, bzw. der Wahnsinn der als Normal definiert wird oder normalisiert wird.
    Der Status Quo, also Kapitalismus mit unbegrenzt-möglichen Privateigentum, Lohnarbeit und Warencharakter der Gesellschaft, bürgerliche Demokratie mit einer berufspolitischen Klasse und Staatsbürokratie mit Gewaltmonopol, die weitgehend stellvertretend für die Bevölkerung denken und handeln usw..
    All das wird weitgehend als naturgesetzlich-alternativlos aufgefasst und bezeugt doch nur Machtverhältnisse, ...
    Was sagen uns die meisten Meldungen der Abendnachrichten?
    Oder besser; was inszenieren diese?
    Was sagt z.B. ein 30-Sekundenspot aus, wie Obama händeschüttelnd mit Merkel zu sehen ist, und aus dem Off tönt, dass die Kooperation verbessert werden solle, die transatlantische Freundschaft blabla...? Informationsgehalt Null.

  4. Vier Tage in der Redaktion Zeit Online, das hätte was. Die Überlegungen was und warum etwas veröffentlicht wird, was und warum etwas unter den Tisch fallen gelassen wird, diese Überlegungen machen mich auch neugierig. Und ich bin nicht einmal Journalist.

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    Verehrter, aus der redaktionellen Bewertung von Kommentaren auf zeit online kann man so schon eine Menge über Meinungsbildung und deren Durchsetzung lernen. Dennoch scheint mir dieses Portal vorbildlich zu sein und erfährt großen Zuspruch wie man sieht. Lieber nicht wissen, was sich sonst noch hinter dem Screen abspielt.

    • gnew
    • 23. Juni 2013 7:29 Uhr

    diese wurden ebenfalls gefiltert. Es wäre für den Leser sicher interessanter gewesen zu erfahren, wie diese Auswahl erfolgt, als einen Bericht über eine Betriebsbesichtigung zu lesen. Wer die Nachrichten und die Kommentare verfolgt, dem muß auffallen, dass "unangenehme" Themen und Korrelationen nicht vorkommen, die Berichterstattung über Parteien völlig unausgewogen sind, Begriffe wie Völkerrecht u.ä. nicht vorkommen und eine erstaunliche Konformität zu den Interessen der Regierenden vorhanden ist. Die beschriebenen Verantwortlichen vor Ort sind der beschriebene erlauchte Kreis und ein Exot (oder eine Feigenblatt oder ein Dorftrottel), der dies veranlaßt/verantwortet. Wie werden diese Leute ausgewählt? Das wäre einen Artikel wert. Ob in der Kantine ein Schokoladenautomat steht, interessiert den deutschen Leser nur, wenn der Preis der Schokolade mit genannt wird.

  5. 8. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls

    5 Leserempfehlungen

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