SPD-WahlkampfWas nun?

Nichts fürchtet die SPD so sehr wie das, was am Wahlabend wahrscheinlich herauskommen wird von 

Der Streit, der am vergangenen Wochenende zwischen Peer Steinbrück und Sigmar Gabriel offen ausgebrochen ist, hat eine Botschaft: Die Spitze der Partei glaubt nicht mehr an einen rot-grünen Wahlsieg. Und bei allem, was einer aus der SPD-Führung ab jetzt tut und sagt, geht es auch schon darum, wer hinterher die Schuld an der Niederlage zugeschoben bekommt. Und welche Optionen der Partei dann noch bleiben.

Für viele Sozialdemokraten wäre eine Neuauflage der Großen Koalition heute der schlechteste denkbare Wahlausgang. Die SPD müsste wieder unter Angela Merkel regieren, diesmal jedoch als deutlich kleinerer Partner. Als die beiden Parteien 2005 ihre Zusammenarbeit begannen, lagen sie fast gleichauf. Nach dem 22. September indes könnte es leicht 38 Prozent für die Union und 25 Prozent für die SPD heißen. Und nach vier Jahren Regierungsbeteiligung, befürchten die Genossen, würde die Partei, erneut vom Wähler abgestraft werden.

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Wie 2009. Als Tiefpunkt seiner Partei in der Nachkriegsgeschichte hat Erhard Eppler kürzlich das SPD-Ergebnis nach der letzten Großen Koalition bezeichnet. Das 23-Prozent-Trauma sitzt tief. Ein anderer Veteran der SPD, Egon Bahr, begründet seine Ablehnung gegen Schwarz-Rot so: Als Juniorpartner der Union werde die SPD nur wieder klein gemacht. Deshalb dürfe sie sich nicht noch einmal auf eine Große Koalition einlassen. Sollte sie es doch tun, drohe der Partei die Spaltung.

Nicht die Aussicht auf vier weitere Jahre in der Opposition löst in der SPD derzeit die stärksten Reaktionen aus, sondern die Zumutung, noch einmal in Merkels Kabinett dienen zu müssen. Es ist eine verdeckte Debatte. Geführt wird sie längst.

Die 23 Prozent vom letzten Mal waren nicht nur das schlechteste SPD-Ergebnis nach 1949, sie wirkten auch wie ein Stück Rückabwicklung des mühsamen Prozesses, in dem sich die SPD einst zur Regierungsfähigkeit hochgearbeitet hatte: Die erste Große Koalition von 1966 war für die Partei das Sprungbrett an die Macht, der Nachweis ihrer Regierungsfähigkeit und die Voraussetzung für die sozialliberale Koalition unter den Kanzlern Brandt und Schmidt. Heute hingegen sieht die SPD in einer Großen Koalition nur noch das Menetekel ihres politischen Bedeutungsverlustes: ihr drohendes Ende als linke Volkspartei.

Dabei bestreitet innerhalb wie außerhalb der SPD niemand, dass die Partei in der ersten Regierung Merkel eine tragende Rolle gespielt hat. Bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise dominierten ihre Ideen, mit Müntefering, Steinmeier und Steinbrück schickte sie die profiliertesten Köpfe ins Kabinett. Doch gerade deshalb schwingt in der Aversion gegen die Große Koalition viel Verbitterung mit. Für ihre Verdienste wurde die SPD vom Wähler bestraft. An dieser Ungerechtigkeit laboriert die Partei, die sich ohnehin schnell in der Opferrolle fühlt, bis heute.

Interessanterweise hat die SPD die hochumstrittenen Agenda-Reformen nicht mit der Union, sondern mit den Grünen durchgesetzt. Doch die rot-grüne Wunschoption hat im Bewusstsein der Genossen davon keinen Schaden genommen. Dafür ist die Große Koalition, in der die SPD sozialdemokratische Krisenpolitik praktizieren konnte, zur Schreckensvision geworden.

Noch immer führt die SPD Wahlkampf für Rot-Grün. Doch die desolate Stimmung in der Partei hat sich bis in deren Spitze fortgesetzt. Die Troika versucht kaum noch, ihre Differenzen zu kaschieren. Dabei müsste die Führung aus 2009 gelernt haben: Selbst bei einer Wahl, die für die SPD nicht mehr zu gewinnen ist, macht es einen Unterschied, ob sie am Ende bei 20 oder 30 Prozent landet. Wenn eine Partei bis zum Schluss kämpfen müsste, ist es heute die SPD.

Fast skurril wirkt es, dass die Partei denjenigen zum Spitzenkandidaten kürte, der die Anschlussfähigkeit zur Union lange am klarsten verkörperte. Peer Steinbrück hat deshalb bei Antritt seiner Kanzlerkandidatur erklärt, er persönlich stünde für eine Große Koalition nicht zur Verfügung: Jeder Verdacht sollte zerstreut werden, er wolle die SPD wieder an Merkels Kabinettstisch führen. Doch heute sieht es so aus, als könnte am Ende einer verunglückten Wahlkampagne die SPD genau da landen, wo sie am wenigsten hinwollte.

Leserkommentare
  1. schwarz-gelb und rot-grün fast gleichauf liegen, dann sind eben die 10%
    der LINKEn das Zünglein an der Waage.
    Ein anständiger Politiker würde dann eben rot-rot-grün machen, um weitere
    Merkel-Jahre zu verhindern, ein unanständiger Politiker begibt sich in die
    Große Koalition.
    Als Wähler (der TROTZDEM wählen geht) fragt man sich da schon, warum
    man überhaupt noch wählen soll. Der Wählerwille ist den Politikern doch
    sowieso sowas von egal ...

    34 Leserempfehlungen
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    die realität nehmen wir die letzte forsa umfrage

    cdu/csu 40%
    spd 22%
    grüne 15%
    fpd 6%
    linke 8%

    gehen wir davon aus dies wären die ergebnisse dann würde es nie und nimmer für rot rot reichen und selbst für rot rot grün würde es nicht reichen

    traurig aber wahr es könnte am ende nichteimal mehr schwarz rot sein sondern was aus meiner sicht viel realsitischer klingt schwarz grün

    den die grünen winken nicht so extreme ab wie die spd
    ich denke das dort die schnitt menge auch größer sein könnte weil die grünen macht wollen müssen sie auch nachdem sie den ersten ministerpräsidenten gestellt haben wollen sie weiter erfolge und in der opposition werden sie die nur schwer bekommen

    daher reden wir lieber darüber und was diese konstellation für unser land bedeuten würde

    darüber macht sich nämlich im moment keiner gedanken und am ende reiben sich die grünen die hände weil mit den grünen haben sie eine ganz lockere und sichere mehrheit und das macht mir viel mehr sorgen als schwarz rot

    Zitat: "Wenn schwarz-gelb und rot-grün fast gleichauf liegen, dann sind eben die 10% der LINKEn das Zünglein an der Waage. - Ein anständiger Politiker würde dann eben rot-rot-grün machen, um weitere Merkel-Jahre zu verhindern, ein unanständiger Politiker begibt sich in die Große Koalition."

    Mit Verlaub, eine Regierungsbildung besteht nicht einfach darin, das rechnerisch mögliche Modell zu ermitteln. Es kann auch nicht das wichtigste Ziel einer Regierungsbildung sein, eine andere Regierung zu verhindern.

    Vor einer Regierungsbildung steht die einfache Frage: gibt es genügend Gemeinsamkeiten in den Kernfragen zwischen den unterschiedlichen Parteien, die sie zu einem gemeinsamen Handeln befähigen?

    Da sehe ich bei dem Ihrerseits vorgeschlagenen rot-rot-grünen Modell noch keine ausreichenden tragfähigen Gemeinsamkeiten.

    Stichworte: Außenpolitik, Euro-Währungspolitik, Verteidigungspolitik. Mindestens einer der potentiellen Partner wäre zu einer 180-Grad-Kehrtwende gezwungen.

    Das kann nicht funktionieren und würde die betreffenden "Umfaller"-Partei wahrscheinlich zerreißen.

    Allenfalls denkbar wäre eine rot-grüne Regierung, die von den Linken toleriert würde und sich auf den genannten Feldern eine parlamentarische Mehrheit suchen würde. Aber da würden CDU/CSU und FDP eine Fundamental-Opposition betreiben, um Neuwahlen zu erzwingen.

    • Quitje
    • 21. Juni 2013 10:10 Uhr

    Zitat: . Wenn schwarz-gelb und rot-grün fast gleichauf liegen, dann sind eben die 10% der LINKEn das Zünglein an der Waage.
    ---

    Ich gehe davon aus, dass, wenn die SPD etwas in Richtung Koaltion mit der Linken verlauten lässt, fällt sie mit Sicherheit unter 20%, eher in Richtung 15%. Die ganze Rechnerei ist spekulativ.
    Warum sollte die Linke 10% erreichen? Nur weil Gysi das vorgibt? 5-6 % sind doch wahrscheinlicher.

    Rot-Rot-Grün ist die mit Abstand unbeliebteste Koalitionsmöglichkeit in Deutschland. In den entsprechenden Umfragen befürworten meist weniger als 5% ein solches Bündnis. Die große Koalition ist im Gegensatz dazu häufig das Beliebteste der möglichen Regierungsbündnisse. Übrigens ist auch unter SPD- und Grünen Anhängern ein Zusammengehen mit der Union zwar nicht die Wunschoption aber um ein Vielfaches besser gelitten als mit der extremen Linken. So sieht der reale Wählerwille aus und es wäre daher "unanständig" ihn ggf. gegen das eigene Versprechen zu ignorieren. Denn es kann sicher davon ausgegangen werden, dass eine theoretische, rechnerische Umfragemehrheit für eine Linkskoalition in dem Augenblick aufhört zu existieren, in dem von Seiten von SPD und Grünen offen über eine solche Perspektive nachgedacht wird. In dem Fall würden den beiden Parteien die gemäßigten Wähler in Scharen davonlaufen, um ein solches Bündnis zu verhindern. Da Rot-Rot-Grün im Bund also nur solange eine rechnerische Mehrheit haben kann, solange SPD und Grüne versprechen, die in weiten Teilen der Bevölkerung verachtete Linke in der Opposition zu lassen, können sie auf anständigem Weg nicht nachher mit ihner Hilfe an die Macht gelangen. Über diesen Wahlbetrug ist ja Andrea Ypsilanti (völlig zurecht) gestolpert.

    würde mir rot-rot-grün auch am besten gefallen. Deshalb werde ich vermutlich die Linke wählen.

    Aber wie einige Kommentatoren schon angemerkt haben ist diese Konstellation leider unwahrscheinlich, weil die Linke einen desaströsen Ruf in großen Teilen der Gesellschaft weg hat. Mich persönlich hat das Auftreten der NRW-Landesfraktion speziell bei den Koalitions-/Duldungsverhandlungen mit SPD und Grünen mehrfach irritiert. Trotz teils weit auseinander liegender Meinungen hätte da konstruktiever gearbeitet werden können. Vermutlich beruhte die an einigen Punkten unverständliche Sturheit in den Verhandlungspositionen aber auch auf der Angst der Linken, ein Abrücken von eigenen Positionen könnte als Umfallen oder Verrat aufgefasst werden - eine schwierige Situation eben.
    Allerdings ist der Eindruck, den die selben Parteifunktionäre dann im politischen Alltagsbetrieb hinterlassen durchweg positiv.

    Die aktuelle Regierung empfinde ich als peinliches Desaster. Da bin ich gerne bereit, einer neuen Kraft die Chance einer Regierungsbeteiligung einzuräumen. Und wenn es denn nichts wird, ist Merkel sicher auch in vier Jahren noch zur Stelle, um uns mit ihrem Charme, ihrer Kompetenz und den Steuergeschenken (für Gutverdiener) zu beglücken.

    • Dr.Ing
    • 28. Juni 2013 18:31 Uhr

    Leider haben Sie recht, so wird es wohl passieren.

  2. nicht für ihre Verdienste wurde die SPD vom Wähler abgestraft, sondern wegen ihrer Abwendung für den Kampf um soziale Gerechtigkeit.
    Niemand nimmt heute den Genossinnen und Genossen ein echtes soziales Engagement ernstlich ab. Sie tragen bei Gelegenheit noch eine rote Krawatte, das war es dann auch schon. Im vorauseilendem Gehorsam versuchen sie sich
    den europäischen Fürsten in Brüssel anzubiedern und Otto Normalo seine schwer verdienten Ersparnisse in sogenannte Rettungspakete für europäische Banken abzugaunern. So wird das nichts mit: "Brüder zur Sonne zur Freiheit".

    25 Leserempfehlungen
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    • Karl63
    • 21. Juni 2013 9:29 Uhr

    Eine Koalition mit der FDP wäre nur dann möglich, wenn diese auch der Wiedereinzug in den Bundestag gelingt. Politisch sind da inzwischen keinerlei Gemeinsamkeiten erkennbar, die eine Regierungsbildung gestatten würden.
    Rein rechnerisch wäre eine Koalition zwischen Grünen und Konservativen vorstellbar, nur wie man da zu einem tragfähigen Konsens gelange will, dies bleibt offen.
    Für die SPD läuft es ernsthaft nur auf die beiden Alternativen Große Koalition oder Rot-Rot-Grün hinaus, wobei was da im Vorfeld verkündet wurde, das spielt spätestens am 22.September keine Rolle mehr.
    Eine Beteiligung der Linken an einer Bundesregierung wäre ein echtes Novum, aber womöglich ist einfach die Zeit dafür reif. Überall dort, wo die Linke in den neuen Bundesländern an Regierungen beteiligt war, lief dies relativ pragmatisch ab - es droht also keinesfalls der "Untergang des Abendlands". Die SPD in Hessen scheint die Vorgänge um die Wahl von Andrea Ypsilanti inzwischen soweit aufgearbeitet zu haben, dass kein Grund erkennbar ist, weswegen Thorsten Schäfer-Gümbel nicht am 22.September zum nächsten Hessischen Ministerpräsidenten gewählt wird.
    Eine Große Koalition wäre genauso vorstellbar, nur bleibt dann offen, wie die SPD darin jene Sozialpolitik durchsetzen will, die im Wahlkampf angekündigt wurde.

    Sie vergaßen die roten Luftballons , wenn mal wieder die Wahlstände stehen.

    mit 19 Leserempfehlungen ist mein Kommentar "Kirche im Dorf lassen" verabschiedet worden. Ich danke hiermit meinen Gleichgesinnten und sage Ihnen: Der Seeadler ist das Synonym für Freiheit. Ich fliege,so immer es meine
    Kräfte zulassen, für die Freiheit meines geliebten deutschen Volkes.

    Danke für Ihre Zeilen. Sie treffen die Wahrheit. Aber die SPD schämt sich für die Wahrheit. Die Linken-Aversion (sowohl innerparteilich, und erst recht gegen DIE Linke als Partei). Das hält die Ausbeuter - Koalition an der Macht.
    Wie schon oft in Deutschland!
    Übrigens, auch der Kommentar Nr.1 ist sehr gut.
    Sollten die SPD - Bosse mal lesen.

    • x24
    • 21. Juni 2013 9:14 Uhr
    3. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich und differenziert zum konkreten Artikelthema. Danke, die Redaktion/ls

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/ls

    versagt sondern die Parteiendemokratie. Ich würde sogar die Aussage wagen, dass die Demokratei im Augenblick einen Siegeszug feiert. Die Bürger erkennen im Augenblick wie stark sie sind und wie sie für die Parteien, Regierungen, Banken, Geheimdienste und Konzernen in Bedrängnis bringen. Diese haben sich von den Prinzipien der Demokratie längst verabschiedet und sehen nur ihre eigenen Vorteile.
    Was nun die Probleme der SPD angeht, so ist sie letztlich selberschuld. Sie hat sich mit den Grünen eingemauert und hat sich auch klar von notwendigen Reformen, die unser Land bräuchte verabschiedet. Dasselbe gilt auch für die Grünen. Der Merkel ist es letztlich egal, wer sie an der Macht hält, ob das nun die Liberalen, die Grünen, die AfD oder die SPD ist, spielt keine Rolle.

    ...die Demokratie ist das bisher vielseitigste und flexibelste Regierungssystem das den Menschen eingefallen ist. Das problem liegt mMn eher daran das man derzeit Demokratie immer noch mit Methoden des 19. Jahrhunderts gleichsetzt. Es bedarf einer tiefgreifenden Reform aber gerade davor scheuen sich die alteingesessenen Politiker allen coleurs. Es müssen viele liebgewonnene Dogmen der Demokratie auf den Tisch und neu definiert werden.
    Es braucht eine Evolution der Demokratie sonst kommt eine Revolution.

    Ein Blick durchs Geschichtsbuch wird Ihnen übrigens zeigen das Autorität nicht vor Dummheit schützt...

    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/ls

  3. Mit dieser Keule wurde die alte SPD in den 1950ern von der damaligen Union und von rechten SPDlern weg von der Sozialdemokratie getrieben. Und damit verloren sie auch ihre besten Kräfte, oder vertrieben sie gleich selbst. Das letzte und bis 1959 gültige sozialdemokratische Parteiprogramm war das Heidelberger Programm von 1921, danach kam nur noch seichte Prosa, mit der das Besitzbürgertum [(Multi-)milliardäre, Vermögens(multi-)millionäre und Einkommens(multi-)millionäre] als auch ihre politischen Vertreter aus der Union und der FDP gut leben konnten und können. Man vergleiche selbst das Heidelberger Programm mit dem Godesberger Programm.

    http://www.1000dokumente....

    http://www.1000dokumente....

    Wer dachte, es könnte nicht schlimmer kommen, gucke einfach in das gegenwärtige Programm der SPD.

    Wenn die SPD jemals wieder die Partei der Arbeitnehmer werden will, so muss sie sich die Worte Willy Brandts ins Gedächtnis rufen und dort einbrennen, so dass sie unverfälschbar und unkorrumpierbar sind:

    "Es hat keinen Sinn, eine Mehrheit für die Sozialdemokraten zu erringen, wenn der Preis dafür ist, kein Sozialdemokrat mehr zu sein." - Willy Brandt

    23 Leserempfehlungen
  4. ...wenn sie noch sozial wäre.
    Die CDU müsste sich mit ihren sozialen Wahlversprechen wie Mindestlohn, ernsthaft befassen was sie mit der FDP nicht machen muss. Noch dazu hat die SPD im Gegensatz zur CDU ein Konzept - man mag dafür oder dageben sein, aber zumindest ist es eins!
    Spielt sie ihre Karten richtig würden sie die CDU/CSU als Regierungspartner alt ausehen lassen.
    Aber erstens ist die SPD nicht mehr sozial und zweitens träumt sie immer noch vom Wahlsieg. Ich glaube nicht das die SPD unter normalen umständen jemals unter die 20% kommen wird, Gleichzeitig wird sie wohl nie wieder über die 30% kommen.
    Deutschland ist bürgerlich konservativ geworden und die Altersdemograhie sagt mir das das für die nächsten Jahrzehnte(!) so bleiben wird.
    Die SPD sollte sich endlich damit abfinden das sie kein Großpartei mehr ist und auch nie wieder eine werden wird.

    6 Leserempfehlungen
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    ... anders als in der ersten Großen Koalition unter Merkel, stellt sie die MP in 9 bald 10 Ländern (soweit Rot-Grün in Hessen gewinnt).

    Hier wird mal wieder öffentliche und veröffentlichte Meinung vermischt.

    Bisher hat der "heiße Wahlkampf" nicht mal begonnen.

    Man treibt bisher nur Steinbrück, "wie die Sau" durchs Dorf.
    Inhaltlich wird die SPD auch nicht angegriffen.

    Es wird, denke ich ab dem 1. September interessant, wenn das "Duell" zwischen Merkel uns Steinbrück stattgefunden hat.

  5. Eine "ganz große Koalition" aus CDU, SPD, Grünen und FDP ist meiner Meinung nach längst Fakt, egal wer gerade "Regierung" und wer "Opposition" spielt. Man muss blind sein, wenn man nicht sieht, dass es viel mehr programmatische Gemeinsamkeiten gibt als Unterschiede. Die vier Parteien sind so weit aufeinander zugegangen und zusammengewachsen, dass sie auf mich wie vier Flügel einer einzigen großen Partei wirken; ich nenne sie die "Merkel-Quadriga". Frau Merkel kann z. B. sozialdemokratische Politik umsetzen, ohne dass die SPD dafür formell an der "Regierung" beteiligt sein muss (Herr Schröder konnte so etwas auch schon in umgekehrter Sachlage). Das ist doch alles irgendwie "neue Mitte", auch wenn sich Grüne und FDP gegenseitig verbal noch so ohrfeigen. Der "Wahlkampf" kommt mir vor wie eine große Inszenierung, bei der es letztendlich nur darum geht, Posten zu gewinnen oder neu zu verteilen. Sicher, es gibt immer Nuancen ... ein Schräubchen hier, ein Schräubchen da. - Aber ob wir eine große Koalition bekommen oder nicht, bleibt sich am Ende wohl gleich.

    18 Leserempfehlungen
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    "Aber ob wir eine große Koalition bekommen oder nicht, bleibt sich am Ende wohl gleich."

    Für die Bürger schon, keine Frage. Aber für die sPD wird sowohl die große Koalition als auch die Ampel der finale Genickbruch sein.

    Das klügste aus sPD-Sicht wäre wahrscheinlich die freiwillige Opposition. Da machen sie zwar für Merkel keinen Schaden, könnten sich aber halbwegs schadlos durch die nächsten 4 Jahre lümmeln.
    Der Status *Volkspartei* - linke zumal - ist ohnehin schon futsch!

    ... ich sage nur ... Eurobonds ... Ehegattensplitting ... Bürgerversicherung ... Steuererhöhungen ... Die Programme sind m.E. "radikaler" als vor vier Jahren. eine schwarz-grüne Koalition kann ich mir heute nur schwer vorstellen. Die Wähler sind einfach recht bequem geworden oder die Presse stürzt sich eben zu sehr auf Sensationen.

  6. die realität nehmen wir die letzte forsa umfrage

    cdu/csu 40%
    spd 22%
    grüne 15%
    fpd 6%
    linke 8%

    gehen wir davon aus dies wären die ergebnisse dann würde es nie und nimmer für rot rot reichen und selbst für rot rot grün würde es nicht reichen

    traurig aber wahr es könnte am ende nichteimal mehr schwarz rot sein sondern was aus meiner sicht viel realsitischer klingt schwarz grün

    den die grünen winken nicht so extreme ab wie die spd
    ich denke das dort die schnitt menge auch größer sein könnte weil die grünen macht wollen müssen sie auch nachdem sie den ersten ministerpräsidenten gestellt haben wollen sie weiter erfolge und in der opposition werden sie die nur schwer bekommen

    daher reden wir lieber darüber und was diese konstellation für unser land bedeuten würde

    darüber macht sich nämlich im moment keiner gedanken und am ende reiben sich die grünen die hände weil mit den grünen haben sie eine ganz lockere und sichere mehrheit und das macht mir viel mehr sorgen als schwarz rot

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wenn ..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... Sie verwechseln die letzte Forsa-Umfrage mit der Realität.

    • deDude
    • 21. Juni 2013 10:18 Uhr

    ... ist eine Antwort auf diesen Kommentar

    • Karl63
    • 21. Juni 2013 9:29 Uhr

    Eine Koalition mit der FDP wäre nur dann möglich, wenn diese auch der Wiedereinzug in den Bundestag gelingt. Politisch sind da inzwischen keinerlei Gemeinsamkeiten erkennbar, die eine Regierungsbildung gestatten würden.
    Rein rechnerisch wäre eine Koalition zwischen Grünen und Konservativen vorstellbar, nur wie man da zu einem tragfähigen Konsens gelange will, dies bleibt offen.
    Für die SPD läuft es ernsthaft nur auf die beiden Alternativen Große Koalition oder Rot-Rot-Grün hinaus, wobei was da im Vorfeld verkündet wurde, das spielt spätestens am 22.September keine Rolle mehr.
    Eine Beteiligung der Linken an einer Bundesregierung wäre ein echtes Novum, aber womöglich ist einfach die Zeit dafür reif. Überall dort, wo die Linke in den neuen Bundesländern an Regierungen beteiligt war, lief dies relativ pragmatisch ab - es droht also keinesfalls der "Untergang des Abendlands". Die SPD in Hessen scheint die Vorgänge um die Wahl von Andrea Ypsilanti inzwischen soweit aufgearbeitet zu haben, dass kein Grund erkennbar ist, weswegen Thorsten Schäfer-Gümbel nicht am 22.September zum nächsten Hessischen Ministerpräsidenten gewählt wird.
    Eine Große Koalition wäre genauso vorstellbar, nur bleibt dann offen, wie die SPD darin jene Sozialpolitik durchsetzen will, die im Wahlkampf angekündigt wurde.

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