Stimmt's?Platzen Eier nicht so leicht, wenn man sie vor dem Kochen anpikst?

...fragt Lisa Schüchen-Jungeblodt aus Grasberg. von 

Eier können beim Kochen platzen. Bei Hitze dehnt sich der Inhalt aus, der Druck steigt, und insbesondere wenn die Schale schon einen unsichtbaren Knacks hat, kann sie bersten. Unter besonderem Verdacht, das Ei zu sprengen, steht die kleine Luftblase, die am "stumpfen" Ende des Eis unter der Schale sitzt. Mit einem Eierpikser kann man sie anstechen. Aber bringt das etwas?

Wenn man ein angepikstes Ei in heißes Wasser legt, steigen kleine Luftbläschen an der Einstichstelle auf. Im Ei wird also Druck abgebaut. Aber der ist nicht sehr groß – etwa ein Bar. Das muss eine intakte Eierschale eigentlich aushalten.

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Letzte Gewissheit kann nur ein Test bringen. Und zwar nicht mit einem Ei oder mit zehn Eiern, sondern mit vielen. Vor zwei Jahren haben die Kollegen der Sendung Quarks & Co im WDR-Fernsehen ihre Zuschauer dazu aufgerufen, zu Hause Eier zu kochen, mit und ohne Piksen.

Etwa 3.000 Eier haben die Zuschauer gekocht, etwa die Hälfte war angepikst und die andere Hälfte nicht. Von den angestochenen Eiern platzten 10 Prozent, von den nicht angestochenen 12 Prozent.

Serie: Stimmt's?
Stimmt's?

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild  |  © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Das klingt zunächst nach einem Vorteil des Piksens. Aber der Unterschied macht nur 30 Eier aus, er ist statistisch nicht signifikant. Daher ist der Schluss erlaubt: Ob gepikst oder nicht, es platzt etwa jedes zehnte Ei.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
  1. Es kommt darauf an, wie kalt die Eier sind, bevor man sie in das kochende Wasser legt. Wenn sie direkt aus dem Kühlschrank kommen, platzen sie ziemlich zuverlässig.. wurde die Ausgangstemperatur der Eier in dem Test berücksichtigt..?

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    Ich habe den Bericht damals gesehen und habe in dunkler Erinnerung, dass das berücksichtigt wurde zumindest im Studiotest.

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Es ist wurscht. Wir lagern unsere Eier immer im Kühlschrank und haben keine besonderen Probleme. Was etwas bringt ist die Behandlung als "rohes Ei".
    Das meint: Wie befördere ich das Ei in den Topf und was mache ich mit dem Topf. Wird das Ei hart in den Topf gelegt und er so durch die Gegend transportiert, dass die Eier aneinander schlagen, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn es bricht.

    Bedeutet für Methode 1, wenn die Eier ins kalte Wasser kommen, dass man die nicht in den leeren Topf legt und dann schlenkernd zum Wasserhahn... und für Methode 2 ins kochende Wasser, dass man nicht mit "Ups ist das heiß" die Eier in den Topf fallen lässt ;-)

  2. Ich habe den Bericht damals gesehen und habe in dunkler Erinnerung, dass das berücksichtigt wurde zumindest im Studiotest.

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Es ist wurscht. Wir lagern unsere Eier immer im Kühlschrank und haben keine besonderen Probleme. Was etwas bringt ist die Behandlung als "rohes Ei".
    Das meint: Wie befördere ich das Ei in den Topf und was mache ich mit dem Topf. Wird das Ei hart in den Topf gelegt und er so durch die Gegend transportiert, dass die Eier aneinander schlagen, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn es bricht.

    Bedeutet für Methode 1, wenn die Eier ins kalte Wasser kommen, dass man die nicht in den leeren Topf legt und dann schlenkernd zum Wasserhahn... und für Methode 2 ins kochende Wasser, dass man nicht mit "Ups ist das heiß" die Eier in den Topf fallen lässt ;-)

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  3. Seitdem ich Eier am stumpfen Ende anpiekse, platzen sie nicht mehr. Punkt ;)

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  4. warum wurde der Eierkocher in dieser interessanten Studie überhaupt nicht berücksichtigt?

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  5. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich einen Artikel mit gleichem Thema und gleicher Bewertung vor einem Jahr gelesen habe und zwar in der gleichen Rubrik, sonst anderswo, egal. Seit dem habe ich mein Leben verändert und pikse Eier nicht mehr an. Und das ist wirklich gut. Kein Krrrrr-Geräusch mehr, keine Nadeln, die in Tapeten gesteckt werden und so. Wenn jetzt ein Ei platzt stehe ich daneben und denke, dass das halt mal passiert. Wenngleich die Lebensqualität nur in einem Detailbereich zunimmt, so aber doch spürbar. Welch ein umständlicher Irrsinn Eier anzupiksen!

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    • c2j2
    • 29. Juni 2013 21:41 Uhr

    Und seitdem, kann ich bestätigen, platzt jedes 10. Ei, vorher waren es bei 100 Eiern nur etwa 10.

    Spaß beiseite : meiner Erfahrung nach ist es egal.

  6. Wieso sollte man ein Ei anpieken? Man kann es doch zusammen mit einem PiepEi ins kalte Wasser tun und dann erwärmen. Funktioniert schon seit Jahren perfekt ohne dass je ein Ei geplatzt wäre.

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    Das mache ich auch, aber aus einem anderen Grund. Es geht schneller, die Kochzeit an sich verkürzt sich und spart Energie, besser noch, wenn das Wasser nicht ganz kalt ist, sondern warm. Wie sich warmes Wasser aber auf die Platzeigenschaften auswirkt, habe ich noch nicht getestet.

  7. Das mache ich auch, aber aus einem anderen Grund. Es geht schneller, die Kochzeit an sich verkürzt sich und spart Energie, besser noch, wenn das Wasser nicht ganz kalt ist, sondern warm. Wie sich warmes Wasser aber auf die Platzeigenschaften auswirkt, habe ich noch nicht getestet.

  8. koche ich die Eier stets angepiekst. Sie werden im Eierkocher "schonender" aufgeheizt, als wenn man sie etwa in den Topf mit kochend Wasser gibt.
    Gelegentlich ist natürlich mal eins mit einem Riß dabei, den man vorher nicht gesehen hat. Die "Sauerei" ist dann angepiekst geringer (oder nicht vorhanden), da die Luft in der Blase entweichen kann und so nicht das Eiklar aus dem Riß gedrückt wird.
    Dabei hatte ich aber auch schon Pech: Eiklar trat aus dem Riß aus. In dem Falle war aber die Blase nicht richtig angepiekst, weil sie an andere Stelle des Eis war oder das Löchlein hatte sich selbst durch festgewordenes Eiklar verlegt.

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  • Serie Stimmt's
  • Schlagworte Kochen | Wasser
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