Der Headhunter wählte die Nummer des Einkaufsleiters, stellte sich vor und fragte: "Können Sie jetzt sprechen?" Dieser bejahte, und schon wurden ihm Fragen zu seiner Vita gestellt. Er antwortete stockend, erst recht, als ein Kollege in sein Büro hereinschneite. Das Gespräch ging unverbindlich zu Ende. Der Einkaufsleiter hat nie wieder von dem Headhunter gehört.

Der Umgang mit Personalberatern verlangt Geschick. So sollten Sie nie von Ihrem Arbeitsplatz aus (länger) telefonieren, sondern sich für ein zweites Gespräch von zu Hause aus verabreden. Dann können Sie sich vorbereiten. Und ungestört sprechen.

Die Ansprache durch den Headhunter ist wie ein Blind Date. Erst auf der Grundlage eines längeren Telefonats kann er entscheiden, ob er Sie zu einem persönlichen Gespräch einlädt. Aus der Art, wie Sie reden, schließt er, wer Sie sind (frei nach dem spanischen Philosophen Baltasar Gracián y Morales). Punkten kann, wer schnell herausfindet: Welche Position hat der Headhunter zu vermitteln? Mal sucht er jemanden für eine Pionieraufgabe in einem Start-up-Unternehmen – mal einen Abteilungsleiter, der ein Geschäftsfeld in einem Traditionskonzern fortführt. Im ersten Fall könnten Sie mit Beispielen für Initiativgeist und Gründermentalität punkten – während dieselben Beispiele im zweiten Fall gegen Sie sprächen.

Der Headhunter als Partner

Der Headhunter konkurriert oft mit anderen Personalberatern und will seinen Kandidaten durchsetzen. Nutzen Sie ihn als Partner! Fragen Sie ihn, worauf es bei der offenen Position ankommt. Lassen Sie sich ein Feedback geben, welche Ihrer Erfahrungen am reizvollsten für den Auftraggeber ist. Diese Insider-Tipps helfen Ihnen, sich optimal in Ihren Bewerbungsunterlagen und im Vorstellungsgespräch zu verkaufen.

Auch beim Gehalt ziehen Sie mit dem Personalvermittler an einem Strang: Meist bekommt er zwei bis drei Ihrer künftigen Monatsgehälter als Vermittlungsprämie. Je mehr Sie verdienen, desto mehr verdient er. Statt Ihren Gehaltswunsch zu nennen, können Sie fragen: "Was ist denn nach Ihrer Einschätzung drin?" Nicht selten wird er Ihnen die Obergrenze verraten.

So hinterlassen Sie einen guten Eindruck beim Headhunter. Das ist wichtig, auch wenn die zu vergebende Position gar nicht zu Ihnen passt. Nun hat er Sie als Topkandidaten auf dem Radar – und der nächste Anruf kommt bestimmt.