Elon MuskDer Raketen-MannWas bewegt Elon Musk?

Vom Software-Unternehmer zum Hersteller von Autos und Raumschiffen: Der unglaubliche Werdegang des Elon Musk von 

Viele Eltern glauben, ihr Kind sei hochbegabt, und oft ist es nichts als eine vergebliche Hoffnung. Elon Musks Eltern in Südafrika konnten sich ihrer Sache sicher sein. Als kleiner Junge las er nicht nur Lexika, er wusste auch, was drinsteht. Einmal fragte Elons kleine Schwester, wie weit der Mond weg sei, und sein Bruder antwortete ihr, so eine Milliarde Kilometer. Elon, damals sechs Jahre alt, konnte das nicht stehen lassen. Es seien bloß 384.400 Kilometer, rief er aus dem Nebenzimmer.

Elon Musk wird nächste Woche 42 Jahre alt. Das ist jung, wenn man bedenkt, dass er schon zwei Internetfirmen zum Erfolg geführt und den amerikanischen Markt für Solarenergie belebt hat. Außerdem hat er den ersten weltweit beachteten reinen E-Auto-Hersteller gegründet und mit seiner Raumfahrtfirma einen neuen Standard bei der Raketentechnik gesetzt. Lange galt er als Spinner, mehrfach war er so gut wie bankrott, aber seine unternehmerische Leistung ist einzigartig. Wer also ist Elon Musk?

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Erst einmal: ein Janus-Kopf. Ein Nerd, keine Frage, also einer, der ganz in seiner Technikwelt lebt, aber auch ein geschiedener Vater von fünf Söhnen und ein Lebemann. Ein Typ mit der unschuldigen Aura eines Postbeamten, aber auch einer, der in zweiter Ehe mit einer sehr jungen britischen Schauspielerin verheiratet war. Um ihm näherzukommen, muss man schon seinem Werdegang folgen – und besser noch mit ihm darüber reden.

Als er in Pretoria aufwuchs, Comics las und Computerspiele entwickelte, da herrschte in Südafrika noch die Apartheid. Kein Ort für Elon, um dort Militärdienst zu leisten. Mit seinem Bruder zog er ins Heimatland der Mutter, nach Kanada, und von da aus weiter ins gelobte Land der Technikpioniere, die USA. Elon studierte Wirtschaft und dann vor allem Physik in Philadelphia. Damals schon wollte er E-Autos für die Massen bauen und schrieb einen Business-Plan dafür.

Im Gespräch lässt sich Elon Musk manchmal Zeit mit den Antworten über sein Leben, aber nie weicht er aus. Nach dem College stand er blank da. "Ich war arm und brauchte ein Labor", sagt er. Lakonischer hat wohl selten jemand begründet, warum er einen Platz im vielleicht besten Doktorprogramm der Welt annahm, in Stanford. Doch um ihn herum war nun das Silicon Valley, und dort brach gerade das Gründungsfieber aus.

Es war 1995, "und das Internet hob ab", sagt Musk. Er wollte nicht warten und stieg in der ersten Woche des ersten Semesters aus. "In Stanford lassen sie einen erst mal ziehen, wenn man eine unternehmerische Idee hat", erzählt er. "Mein Professor sagte allerdings, ich würde nie mehr zurückkommen. Und am Ende hatte er recht."

Seine Firmen: SpaceX

Gegründet 2002, kurz für Space Exploration Technologies. Ziel ist die Raumfahrt für jedermann. Zunächst baut die Firma hocheffiziente Raketen für den günstigen Transport ins All. 2010 gelang es erstmals, ein Raumschiff zurück zur Erde zu bringen, 2012 hat SpaceX im Rahmen eines Nasa-Programms als erste Privatfirma an die Internationale Raumstation angedockt. Die Zentrale und die Fabrik des Unternehmens liegen im Großraum Los Angeles.

Tesla

Gegründet 2003. Die nach dem serbisch-stämmigen Erfinder Nicola Tesla benannte Firma aus dem Silicon Valley baut reine Elektroautos. Das erste Modell war 2008 ein Roadster mit extremer Beschleunigung, seit 2012 gibt es in den USA die erste Limousine namens Model S, die bald auch in Deutschland zu haben sein soll. Zu Teslas Financiers und Kunden zählen die Google-Gründer Sergej Brin und Larry Page, in den Wirren der Weltfinanzkrise kaufte sich Daimler ein, später auch Toyota.

Solar City

Gegründet 2006. Elon Musk ist der Aufsichtsratchef und Ideengeber der Energie-Firma im Süden von San Francisco. Sie bietet ihren Kunden die technische Ausstattung für solaren Strom und die Versorgung mit diesem an. Der Kunde muss nicht vorab in die Anlage investieren, sondern kauft die ganze Dienstleistung. Solar City baut auch die Ladestellen für Tesla-Autos, die vor allem im Kalifornien stehen.

Büros waren billiger als Wohnungen, also mieteten er und sein Bruder eines und schliefen dort auch. Sie hatten einen einzigen Computer, Elon programmierte nachts, sodass der Rechner tagsüber für andere Aufgaben bereitstand. Die Idee: Software für Verlage entwickeln, die im Internet präsent sein wollten. Der Name: Zip2. Erst wollte niemand investieren, doch dann fand Musk private Geldgeber, später kamen die Profis, und nach dreieinhalb Jahren ging die Firma für gut 300 Millionen Dollar an den Computerriesen Compaq.

Musk verfolgte da längst eine andere Idee: "Bezahlen übers Internet! Man musste es nur einfach genug machen, das Geld zu transferieren." Das Ergebnis war Paypal, das erfolgreichste Bezahlsystem für private Käufer und Verkäufer. Der Erfolg war nicht allein Musks Verdienst, aber er hatte das Unternehmen geformt und war mit fast zwölf Prozent der größte Anteilseigner, als das Online-Auktionshaus eBay es im Jahr 2002 für 1,5 Milliarden Dollar übernahm.

Nicht schlecht für ein Unternehmerleben, selbst im Silicon Valley, aber Elon Musk wollte ja eigentlich Autos und Raketen bauen.

Wie kommt er auf seine Ideen? Als Physiker sucht er immer nach den grundlegenden Wahrheiten bei einem Problem und fragt dann: "Wie kann ich es am besten lösen?" Möglichst schlicht, das ist sein großes Ziel. Etwas, das er mit dem Apple-Gründer Steve Jobs gemeinsam hat. Den Vergleich akzeptiert er und wirkt nicht geschmeichelt. Niemand sollte Elon Musk für bescheiden halten.

Aber was treibt ihn an? Er erzählt, wie er als Kind Schopenhauer und andere Philosophen las, die ihn furchtbar traurig machten. "Mit 12 oder 13 hatte ich eine richtige Krise und sah keinen Sinn in der Welt. Dann dachte ich, die Menschheit braucht echte Lösungen."

Beim Verkauf von Paypal war Musk 29 Jahre alt. Jetzt hatte er nicht bloß Ideen, sondern auch Kapital – das er sofort nutzte, um seine Raketenschmiede und das E-Auto-Unternehmen zu gründen. Und obwohl es kaum zu glauben ist, ging das Erste deutlich leichter als das Zweite.

Billiger und verlässlicher fliegen als die Konkurrenz, so hieß das Prinzip von SpaceX. Musk entwickelte mit seinen Leuten neue Raketen und später ein Raumschiff für den Transport von Material und Menschen. Ganze sieben Jahre dauerte es, bis die mittlerweile profitable Firma den ersten Satelliten im All absetzte – und keine neun Jahre, bis es gelang, eine eigene Raumkapsel in den Orbit und dann wieder zurück zur Erde zu fliegen.

"Eine Frage der Effizienz und Einfachheit", sagt der Chef kühl, um dann doch kurz von der "genialen Technologie, vielleicht der fortschrittlichsten auf der Welt", zu schwärmen. Nicht viele widersprechen ihm da, am wenigsten die Nasa, für die SpaceX jetzt als Nachfolger des Space Shuttle zur internationalen Raumstation ISS fliegt.

An Raketenpatente glaubt Musk nicht, er will einfach den Russen und Chinesen immer ein Stück voraus sein. Daher produziert er auch relativ teuer in Kalifornien und nicht etwa in China. "Wenn die Chinesen unsere Technologie bekommen, dann werfen sie uns aus dem Markt. Wir müssen vorsichtig sein", sagt er. Also weitererfinden: Auf Musks Gesicht zeigte sich ein echtes Jungenlächeln, als er dieses Jahr auf der Technologie-Konferenz TED auftrat und sein neuester Coup gezeigt wurde: eine Trägerrakete, die nach dem Start nicht einfach abgesprengt wird, sondern im Ganzen senkrecht wieder auf der Erde aufsetzt – wie in den Comics, die er als Junge las.

Leserkommentare
  1. .. Rahmenbedingungen Herr Ramsauer?

    1.) Elektromobilitäts-Steuer:

    Pro gefahrenem Kilometer in Städten mit einem E-Mobil, deren Energie aus Solarzellen Zuhause generiert wird, müsste es nach dem Verursacherprinzip von der Krankenkasse (keine Abgase) und der Berufsgenossenschaft (weniger Lärm) 25 Cent geben.

    2.) Zweifahrzeug:

    Ist das Sommerfahrzeug ein E-Mobil, gibt es eine Kfz-Steuerbefreiung
    für Gasfahrzeuge und eine Befreiung von der Gassteuer.

    3.) Wasserstoff-Fahrzeuge:

    Zur Einführung derer gibt es jährlich Euro 2013.- vom Staat für den
    Halter des Fahrzeuges.

    Einsparungen wären möglich beim Unterlassen von irrsinnigen Kriegen
    um Energie. Beim Transport und der Lagerung von Erdöl. Und durch eine
    Einführung eine Navigationsgerätepflicht, weitere Steuerbefreiungen ..

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