Chemiewaffe SarinEine deutsche Erfindung

Setzen Assads Truppen Sarin ein? Der Giftstoff wurde 1938 in Elberfeld entwickelt, die Formel später an Moskau verraten. Die Geschichte einer besonders teuflischen Waffe von Henning Sietz

Eine Spezialeinheit der britischen Armee probt 1943 den Ernstfall: Giftgasanschlag auf die Eisenbahn

Eine Spezialeinheit der britischen Armee probt 1943 den Ernstfall: Giftgasanschlag auf die Eisenbahn.  |  © Harry Todd/Fox Photos/Hulton Archive/Getty Images

Der Verdacht wiegt schwer: Offenbar haben syrische Truppen in den vergangenen Monaten mehrfach geringe Mengen des chemischen Kampfstoffes Sarin eingesetzt. Proben von Körperflüssigkeiten, die Opfern entnommen und von Spezialinstituten in Frankreich und Großbritannien analysiert wurden, deuten darauf hin. Damit könnte der Bürgerkrieg in Syrien eine neue Entwicklung nehmen, nachdem US-Präsident Barack Obama vor Monaten klargemacht hat, dass bei einem Einsatz von chemischen Kampfstoffen eine "rote Linie" überschritten sei.

Die Situation weckt allerdings auch böse Erinnerungen an die angeblichen Beweise für chemische und biologische Waffen des irakischen Diktators Saddam Hussein, die Obamas Amtsvorgänger George W. Bush als Vorwand für den Irakkrieg von 2003 dienten. Es waren falsche Beweise, die Waffen existierten nur in den Köpfen amerikanischer Politiker und Militärs, die den Krieg unbedingt wollten. Genau auf dieses Debakel bezog sich jetzt die Assad-freundliche russische Regierung, indem sie die französischen und britischen Belege zum Einsatz von Sarin als "fabriziert" bezeichnete.

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Frankreich und Großbritannien haben ihre Erkenntnisse inzwischen einer seit Monaten tätigen UN-Kommission zur Verfügung gestellt. Diese Kommission unter Leitung des schwedischen Chemiewaffenexperten Åke Sellström rät zur Besonnenheit: Es gebe bisher noch keine hundertprozentige Sicherheit. Auf der G-8-Konferenz in Nordirland haben jetzt alle Staaten einen möglichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien verurteilt und den UN den offiziellen Auftrag zur Untersuchung der Vorfälle erteilt.

Diese Vorfälle sind: ein Angriff bei Homs im Dezember, Attacken in Aleppo und in Adra bei Damaskus im März, ein Angriff in Daraja bei Damaskus im April, ein Helikopterangriff in Saraqib südlich von Homs Ende April – nach dem sich französische Journalisten Blutproben der Opfer verschafften – und schließlich ein Angriff bei Dschobar nahe Damaskus zwischen dem 12. und 14. Mai, nach dem Journalisten der Pariser Tageszeitung Le Monde Urinproben von Verletzten mitnahmen. Diese Proben waren es, die außer Landes geschmuggelt und untersucht wurden.

Was aber ist überhaupt Sarin?

Fluor-Methylphosphonsäure-Isopropylester: eine farb- und geruchlose Flüssigkeit, die zu Erblindung und Atemlähmung führen kann. Die Substanz ist nicht sehr stabil, sie zersetzt sich rasch. Dabei kann sich unter Abspaltung von Fluorwasserstoffsäure der Stoff Isopropyl-Methylphosphonsäure (IMPA) bilden; zusammen mit Wasser reagiert IMPA weiter zu Methylphosphonsäure (MPA) und Isopropanol. IMPA und MPA wurden in den Proben nachgewiesen; von den zahlreichen Nervenkampfstoffen zerfällt einzig und allein Sarin zu IMPA, das sich in Körperflüssigkeiten etwa vier Tage hält, danach aber noch weitere nachweisbare Spuren hinterlässt.

Das sind in der Tat harte Fakten, doch über die näheren Umstände der Einsätze ist nichts bekannt. Keine Angaben darüber, ob und wie viele Tote es gab, keine Angaben über die Verletzten. Man weiß wenig über die Angreifer, immerhin könnten auch Rebellen Kampfstoffe in einem Depot vorgefunden und verwendet haben.

Die Technologie stammt aus Russland. Die "Heimat" des Sarins allerdings ist Deutschland. Der Stoff gehört zu den Nervenkampfmitteln, die erstmals Ende 1936 im Nazi-Reich synthetisiert wurden. Damals forschte der IG-Farben-Chemiker Gerhard Schrader in Leverkusen an Insektiziden. Systematisch experimentierte er mit den Estern der Phosphorsäure.

Was sind Chemiewaffen?

Unter chemischen Waffen werden Substanzen zusammengefasst, die zur Tötung oder Verletzung von Menschen eingesetzt werden.

In der Chemiewaffenkonvention werden zudem die zur Produktion verwendeten Vorgängerstoffe und die Verteilungsgeräte (Granaten, Raketen oder Sprühvorrichtungen) zu den chemischen Waffen gezählt.

Mit der Konvention einigten sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen am 29. April 1997 darauf, alle weltweit vorhandenen chemischen Waffen zu vernichten und auch deren Produktion zu stoppen. Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) mit Sitz in Den Haag kontrolliert die Umsetzung des Abrüstungsabkommens.

Wirkung

Lungenkampfstoffe wie Chlor, Phosgen, Diphosgen und Chlorpikrin greifen die Lunge an und beeinträchtigen dadurch die Sauerstoffzufuhr des Körpers, was zum Tod führen kann.

Blutkampfstoffe, zu denen Cyanwasserstoff, Arsenwasserstoff und Chlorcyan zählen, greifen Blutzellen an und hindern sie, die Organe mit Sauerstoff zu versorgen.

Hautkampfstoffe wie zum Beispiel Schwefellost (Senfgas), Stickstofflost, Lewisit und Phosgenoxim töten Hautzellen ab und können je nach Größe der betroffenen Fläche zu schweren Verletzungen führen.

Nervenkampfstoffe wie Diisopropylfluorophosphat, Sarin, Tabun, VX und Soman hemmen ein Enzym des menschlichen Nervensystems und bewirken, dass die Muskeln der Betroffenen dauerhaft verkrampfen.

Psychokampfstoffe versetzen die Betroffenen in Rauschzustände, sodass sie vorübergehend kampfunfähig werden. Beispiele sind Lysergsäurediethylamid (LSD) und Benzilsäureester (BZ).

Zu den Augenkampfstoffen zählen alle Chemikalien, die die Augen reizen oder verletzen. Beispiele sind Benzylbromid, Xylylbromid oder Chloraceton.

Nasen- und Rachenkampfstoffe wie Adamsit, Diphenylarsinchlorid oder Diphenylarsincyanid reizen die Schleimhäute der oberen Atemwege und setzen den Betroffenen vorübergehend außer Gefecht. Tödlich wirken sie in der Regel nicht.

Bestände in Syrien

Laut dem Institut für Strategische Studien (IISS) in London hat Syrien das größte Waffenarsenal im Mittleren Osten. Seit den 1970er Jahren soll Syrien große Mengen an Chemiewaffen produziert haben, darunter Senfgas, Sarin und das Nervengift VX

Im März 2013 warfen sich syrische Truppen und Aufständische gegenseitig vor, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Mindestens 25 Menschen sollen dabei getötet worden sein.

Auch die USA haben inzwischen Hinweise darauf, dass in Syrien Chemiewaffen eingesetzt wurden. US-Geheimdienste haben Blutproben mehrerer Syrier auf Spuren chemischer Waffen untersucht und Abbauprodukte des Nervengases Sarin gefunden. 

Sarin

Sarin ist eine geruch- und farblose Phosphorverbindung und zählt zu den giftigsten Kampfstoffen, die je hergestellt wurden. Der Stoff kann durch Einatmen und über die Haut in den Körper gelangen und kann schon bei einer Menge von einem Milligramm in Minuten zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.

Das Gas wurde Ende der 1930er Jahre von dem deutschen Chemiker Gerhard Schrader bei IG Farben als Insektenvernichtungsmittel entwickelt und im Zweiten Weltkrieg als Kampfstoff produziert, jedoch nicht eingesetzt. In den 1980er Jahren setzte es der irakische Diktator Saddam Hussein im Krieg gegen den Iran ein. Zudem soll es Chiles Diktator Augusto Pinochet gegen Oppositionelle benutzt haben. 1995 setzte es auch die japanische Aum-Sekte bei ihrem tödlichen Angriff in der U-Bahn in Tokio ein. Noch immer sollen viele Länder das Gift in ihren Waffenarsenalen haben. 

Er stieß zunächst auf einen anderen hochgiftigen Stoff, der ihn fast das Leben gekostet hätte. Schrader klagte über eine dramatische Verengung der Pupillen und über Atemnot, wochenlang musste er das Bett hüten. Der Stoff gehörte zu den giftigsten Substanzen, die damals bekannt waren, als Pflanzenschutzmittel kam er nicht infrage. Stattdessen interessierte sich die Wehrmacht für die Substanz, in der sie die chemische Waffe einer neuen Generation erkannte, einen Nervenkampfstoff. Sie nannte ihn "Tabun", abgeleitet von Tabu, dem Berührungsverbot.

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/mak

    Eine Leserempfehlung
  2. 2. Chemie

    Der gelöschte 1. Kommentar verwies auf das in Vietnam eingesetzte Entlaubungsmittel "Agent Orange". Ich fand ihn in diesem Zusammenhang erhellend:

    "Nach neuesten Forschungen versprühte die US-Armee während des Vietnamkrieges 80 Millionen Liter toxischer Chemikalien. Weil der vietnamesischen Regierung das Geld für großflächige Bodenversiegelungen fehlt, ist das Gift auch 30 Jahre nach Kriegsende noch im Nahrungskreislauf. Schätzungsweise zwei bis vier Millionen Menschen sind von den Spätfolgen betroffen." (wikipedia)

    Kann man im weiteren Kontext chemischer Waffen schon mal erwähnen, auch wenn amerikanische Richter entschieden haben, dass es sich nicht um "chemische Kriegsführung" handelte, war ja ein Entlaubungsmittel.

    Der erste Kommentar wurde entfernt, da er durch seine unsachliche Verfassung nur als unterstellend zu lesen war. Die Redaktion/mak

    16 Leserempfehlungen
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    • Karl63
    • 07. Juli 2013 18:32 Uhr

    wurde in der Vergangenheit bereits sehr intensiv in den Medien durchleuchtet, beispielsweise vom SPIEGEL http://www.spiegel.de/spi...
    Was allgemein kommuniziert wurde ist, während des Vietnamkrieg hat die US-Armee große Mengen dieses Entlaubungsmittels http://de.wikipedia.org/w... versprüht. Dabei hat sich die US-Arme auch von Boehringer beliefern lassen. Seinerzeit wurde alles von der US-Armee akzeptiert und versprüht, was zu 95% aus dem Entlaubungsmittel bestand. Anders ausgedrückt, welche Nebenprodukte (Dioxin) darin enthalten waren, hat damals niemanden so recht interessiert.
    Fakt ist, wie gefährlich Dioxin tatsächlich ist, wurde einer breiten Öffentlichkeit erst mit dem Unglück in Seveso bekannt. Dies ereignete sich 1976, also nachdem die Amerikaner ihr militärisches Engagement in Vietnam beendet haben.
    Inzwischen ist erforscht worden, es gibt in der Natur Mikroorganismen (Pilze), die in der Lage sind Dioxinmoleküle aufzuspalten - das vollzieht sich aber eher sehr langsam. Dennoch ist dies einer der düstersten Hinterlassenschaften des Vietnamkrieg. Die USA haben sich für die Folgen für die Bevölkerung Vietnams nie ernsthaft interessiert und die betroffenen GIs erhielten auch nur eine Entschädigung auf dem Klagewege (wer dies noch erlebt hat...).

    Die Kommentarfunktion ist zur Diskussion des Artikelthemas vorgesehen, Fragen oder Kritik zur Moderation richten Sie daher bitte an community@zeit.de Danke, die Redaktion/fk.

  3. Frankreich und Großbritanien sind ja nun gerade die beiden Staaten, die am lautesten nach einer militärischen Intervention krakeelen.Es erstaunt daher nicht, dass gerade Spezialinstitute die dort beheimatet sind, Beweise für den Einsatz von Sarin gefunden haben wollen.

    7 Leserempfehlungen
  4. dass Mensch Sarin ausgesetzt waren und dadurch gestorben sind.

    wer es eingesetzt hat weiß niemand.natürlich liegt es nahe, Assad dafür zu verdächtige. jedoch in Zeiten, wo die gesamte Bevölkerung hier belogen wird und ausgespäht wird halte ich gar nichts mehr für unmöglich, so auch nicht, dass ganz andere Parteien den Kampfstoff genutzt haben, um dem vermeintlich ersten Verdächtigen et was anzuhängen.

    Gar nichts ist mehr unvorstellbar!

    Beste Grüße
    FSonntag

    5 Leserempfehlungen
  5. Was will uns der Autor wirklich sagen? - "Eine deutsche Erfindung"
    Warum wird der Artikel dann nicht mit ".... designed in Germany" aufgemacht?

    Etwas mehr Sensibilität mit diesem Thema, besonders wenn ein aktueller Bezug zu Syrien hergestellt wird, dürfte angebracht sein. Es sei denn, daß der Autor den Nachweis führen kann, daß in der BRD chem.Kampfstoffe herstellt werden.

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    "Etwas mehr Sensibilität mit diesem Thema, besonders wenn ein aktueller Bezug zu Syrien hergestellt wird, dürfte angebracht sein. Es sei denn, daß der Autor den Nachweis führen kann, daß in der BRD chem.Kampfstoffe herstellt werden."

    Chemische Kampfstoffe für die "zivile Nutzung" werden selbstverständlich weiterhin in Deutschland hergestellt.

    Und auch in die Produktion der Chemiewaffen, die beim Massenmord in Halabja von Sadam Husseins Handlangern eingesetzt wurden, war Westdeutschland verwickelt.

    http://www.gfbv.de/presse...

  6. 6. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  7. Hitler und die Nazis waren Abschaum - keine Frage - aber wieso haben sie sich bei einem "Totalen Krieg" daran gehalten keine Chemiewaffen einzusetzen? Dabei waren die Herren bereit, wie bereits in der "Untergang" zu sehen, das Reich komplett zu zerstören?

    Man stelle sich nur einmal den Einsatz der Nervenkampfstoffe direkt im Aufmaschrgebiet der Alliierten vor der Atlantikküste - oder den Abwurf von Nervengit über London.... Zum damaligen Zeitpunkt konnte ein Angriff bei Nacht kaum verhindert werden - oder stellen Sie sich V1 und V2 Sprengköpfe mit diesem Gas anstatt Bomben vor........

    So schlimm der 2. WK auch gewesen ist, offensichtlich waren beide Seiten nicht bereit alle Register zu ziehen - Gott sei dank!

    Anscheinend gab es selbst in der Stunde 0 noch einen letzten Funken von Zivilisation - ob dies an mutigen Einzelentscheidungen gelegen magen von Personen die Befehle nicht auführten, oder die obersten Regierungsvertreter einen Restfunken Zurückhaltung übten, mag ich nicht zu entscheiden.

    Berechtig ist aber der Hinweis auf den Einsatz von Agent Orange und der Einsatz von abgereichertem Uran, welches von vielen Kritikern als Hochtoxisch bezeichnet wird und der massive Einsatz von Pfefferspray und Tränengas bei Protesten..... auch daran sind bereits Menschen erblindet.

    Wo zieht der Westen und die USA die Grenze?

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    Im zweiten Weltkrieg wurden Chemiewaffen eingesetzt. Es war eine isolierte Aktion von einem polischen Oberst. Als die Nazis festgestellt hatten, das dieser Angriff auf eigene Faust, also ohne die Anweisung des polischen Generalstabs erfolgte, haben die auf entsprechende Vergeltungsmaßnahmen mit Chemiewaffen verzichtet.

    Das die Nazis keine Chemiewaffen eingesetzt haben, hatte einen einfachen Grund: Adolf Hitler. Der war im ersten Weltkrieg selbst ein Opfer eines Gasangriffes gewesen und wollte diese Art der Kriegsführung nicht. Er wollte einen, für seine Vorstellungen, sauberen Krieg. (Es gibt auch eine ganze Reihe anderer Entscheidungen, die nur unter diesem Aspekt nachvollziehbar sind.)

    Selbst bei dem Endkampf saßen die Nazis auf einem riesigen Berg von chemischen Kampfstoffen, die niemals eingesetzt wurden. Selbst in den KZ's wurden diese Kampfstoffe nicht angewendet. Das Zyklon-B ist ein Insektizid.

    Man sollte bei dem Spiel nicht vergessen, dass die Amis im WK II die Atombomben abgeworfen hatten. Die Wirkung dieser Waffen, einschließlich der Verstrahlungen, war den Verantwortlichen bekannt. Beim Vergleich C zu A ist die Atombombe die grausamere Waffe mit größerem Kollateralschaden.

    Warum wurde die Atombombe von den Amerikanern eingesetzt, aber kein Chemiewaffenangriff gegen Deutschland angeordnet? Gerade wenn man die Zeitachse betrachtet, gab es dort auch einen Zeitpunkt, bei dem die Deutschen keine wirksame C-Waffenvergeltung hätten mehr durchführen können. Das "Gleichgewicht des Schreckens" fällt also aus. Wahrscheinlich reduziert es sich auf die verwandtschaftliche Nähe zwischen den Amerikanern und den Deutschen. Bei den Asiaten waren die Skrupel (auch in Vietnam) wesentlich geringer ausgeprägt.

    • fx33
    • 07. Juli 2013 16:11 Uhr

    Entfernt. Verzichten Sie auf unterstellende Äußerungen. Die Redaktion/mak

  8. Im zweiten Weltkrieg wurden Chemiewaffen eingesetzt. Es war eine isolierte Aktion von einem polischen Oberst. Als die Nazis festgestellt hatten, das dieser Angriff auf eigene Faust, also ohne die Anweisung des polischen Generalstabs erfolgte, haben die auf entsprechende Vergeltungsmaßnahmen mit Chemiewaffen verzichtet.

    Das die Nazis keine Chemiewaffen eingesetzt haben, hatte einen einfachen Grund: Adolf Hitler. Der war im ersten Weltkrieg selbst ein Opfer eines Gasangriffes gewesen und wollte diese Art der Kriegsführung nicht. Er wollte einen, für seine Vorstellungen, sauberen Krieg. (Es gibt auch eine ganze Reihe anderer Entscheidungen, die nur unter diesem Aspekt nachvollziehbar sind.)

    Selbst bei dem Endkampf saßen die Nazis auf einem riesigen Berg von chemischen Kampfstoffen, die niemals eingesetzt wurden. Selbst in den KZ's wurden diese Kampfstoffe nicht angewendet. Das Zyklon-B ist ein Insektizid.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Der 2. Weltkrieg"
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    "Selbst bei dem Endkampf saßen die Nazis auf einem riesigen Berg von chemischen Kampfstoffen, die niemals eingesetzt wurden. Selbst in den KZ's wurden diese Kampfstoffe nicht angewendet. Das Zyklon-B ist ein Insektizid."

    Ich will ihnen wirklich nicht unterstellen, dass sie ein Holocaustleugner wären, leider liest es sich so. Zyklon-B wurde als Insektizid auf den Markt gebracht, dass ist richtig, allerding ist es eine stark giftige, um es korrekt zu formulieren, Zubereitung. Eine instabile Matrix setzt sukzessive Cyanwasserstoff frei. Damit lässt bzw ließ sich so ziemlich alles töten, auch wenn es offiziell von den IG-Farben als Insektizid vermarktet wurden.

    die Kontamination der Brücke bei Jaslo mit S-Lost war wohl von polnischer Seite keine Absicht.

    Selbst die deutsche Untersuchungskommission hat damals angemerkt dass es sich dabei auch gut um einen Mangel an Sprengmitteln oder gar Unkenntnis über die poln. Lostmine handeln könnte.

    Ein großteil der deutschen Bestände war in Abwurfmunition verfüllt, schlicht aus Mangel an ausreichend kaliberstarker Rohrartillerie. Mit dem Verlust der Luftüberlegenheit ist eine solche Kampfstoffanwendung absehbar mit Schwierigkeiten verbunden.

    Peter

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