ArbeitslosigkeitSpaniens Jugend stürzt ab

Jeder dritte junge Spanier findet in der Krise keine Arbeit. Das Porträt einer Generation, der die Hoffnung abhandenkommt. von Claus Hecking

"Hier ist mein Gefängnis", sagt Nuria López. Die zierliche junge Frau steckt den Schlüssel ins Schloss, stemmt sich gegen die Stahltür, betritt das Gebäude, in dem sie seit 29 Jahren lebt. Es riecht nach kaltem Rauch, faustdicke Eisenstäbe versperren den Blick aus den Fenstern des Erdgeschoss-Apartments. Die Verwalter des Wohnblocks haben alles vergittern lassen, seit Diebe ein Uralt-Sofa im Gemeinschaftsbereich gestohlen haben. Solche Amateureinbrüche häufen sich hier in Torrejón de Ardoz und anderen Trabantenstädten von Madrid. "Viele Leute in der Gegend sind mittlerweile obdachlos", sagt Nuria.

Sie selbst hat einen Platz zum Schlafen, in ihrem alten Mädchenzimmer. Nuria wohnt wieder bei ihren Eltern. Sie ist 29 Jahre alt, studierte Psychologin, jetzt jobbt sie in einer Sprachschule – als Aushilfslehrerin für Englisch. Gerade einmal 550 Euro im Monat verdient sie dort, und damit mehr als manch anderer Akademiker aus der "generación cero", wie die Spanier ihre 20- bis 35-Jährigen nennen: null reguläres Einkommen, null Aussichten auf eine geregelte Arbeit, null Hoffnung.

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Die Generation null war einmal Spaniens Zukunft. Nie zuvor hat die Nation eine Alterskohorte von so gut ausgebildeten jungen Menschen hervorgebracht. Hunderttausende ceros haben studiert, Fremdsprachen gelernt, sie sind mit dem Internet groß geworden, sie twittern und bloggen, wollen etwas leisten für ihr Land und für sich. Aber sie dürfen nicht. Sie sind die Kollateralschäden der großen Krise.

37 Prozent der unter 35-Jährigen finden keinen Job – das sind 2,7 Millionen junge Menschen, dreimal so viele wie 2007. Bei den unter 25-Jährigen sind es noch mehr. Sie zahlen den Preis für die Immobilienblase, die Banken- und Korruptionsskandale, die Verschwendungssucht ihrer Politiker. Anfangs haben sie sich gewehrt, sind auf die Straße gegangen. Aber nichts hat sich gebessert für sie. Jetzt verlassen sie ihr Land. Oder sie resignieren.

Düster ist es in Nurias Acht-Quadratmeter-Zimmer, das Fenster zum Hinterhof ist winzig. Auf dem Bett sitzen ein Teddy und ein Hühnchen aus Plüsch; Sonne, Mond und Sternchen lachen von der Wand. Über dem Schreibtisch hängt ein Pocahontas-Poster, seit fast 20 Jahren. Es abzureißen sei ihr nicht in den Sinn gekommen, sagt Nuria. "Ich fühle mich ja oft noch wie ein kleines Kind." Die Welt da draußen lässt sie nicht erwachsen werden, auf eigenen Füßen stehen.

Nuria wollte keine Null werden. Sie hat monatelang in einer Epilepsie-Klinik und einem Alzheimer-Zentrum schwer kranke Patienten betreut, als unbezahlte Praktikantin. Sie ist zweimal als Au-pair nach Irland gegangen, der Sprache wegen. Hat ihr Psychologie-Studium an einer Madrider Top-Uni überdurchschnittlich gut abgeschlossen. Und als sie dann auf ihre 60 oder 70 schriftlichen Bewerbungen keine einzige Antwort bekam, hat sie sich in Schale geworfen und sich bei allen psychiatrischen Kliniken in der Umgebung persönlich vorgestellt. Überall sagte man ihr: "Wir rufen an, wenn wir etwas für Sie haben." Da wusste sie schon, dass es wieder nichts wird.

© ZEIT ONLINE

Die Kliniken müssen sparen, Mitarbeiter entlassen. Wie fast alle Unternehmen im rezessionsgeplagten Land. Neue Stellen werden kaum noch geschaffen. Wenn doch, so bieten die Betriebe fast immer "Müllverträge" an, wie sie bei den Jungen heißen: Arbeit auf Zeit, schlecht bezahlt, ohne Perspektive auf dauerhafte Beschäftigung. Oder es ist gleich Schwarzarbeit. Als das Madrider Prado-Museum kürzlich einmal elf feste Stellen ausschrieb, gingen 18.524 Bewerbungen ein – für Posten als Saalwärter, monatliches Grundgehalt 929,93 Euro.

Diese Missstände haben sich seit Jahren abgezeichnet, doch Spaniens Entscheider, ob links oder rechts, sind nicht entschieden gegen sie vorgegangen. So verhandelten Unternehmens- und Gewerkschaftsvertreter anderthalb Jahre lang über eine Reform der Arbeitsgesetze, blockierten sich gegenseitig und scheiterten schließlich. Die Politiker ließen sie gewähren. "Spaniens Eliten haben das strukturelle Problem der Jugendarbeitslosigkeit verharmlost", sagt Thomas Stehling, Büroleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Madrid. "Erst jetzt, da es brennt, merken sie, dass sie sich nicht mehr wegducken können."

Der Premier Mariano Rajoy übt sich derweil in Aktionismus. Er hat Europas Regierungen um Kredite gebeten für finanzschwache spanische Kleinbetriebe, die neue Stellen schaffen; Berlin und Paris haben angekündigt, eine "Wachstumsinitiative" auf den Weg zu bringen. Rajoy selbst definiert in seiner "Strategie für Unternehmensgründung und junge Arbeit 2013–2016" gleich einhundert Maßnahmen, mit denen Berufseinsteiger gefördert werden sollen. Es ist ein bunter Strauß aus wolkig definierten "Bildungsmaßnahmen", darunter die Einrichtung einer längst überfälligen Jobdatenbank für ganz Spanien und kleine Anreize für Arbeitgeber, zum Beispiel 500 Euro Sozialversicherungsrabatt für den ersten unbefristeten Arbeitsvertrag.

Dass diese Mini-Maßnahmen keine Masseneinstellungen auslösen werden, das weiß auch Rajoy. Deshalb will er das Land dazu bringen, sich selbst Arbeitsplätze zu schaffen. Unternehmensgründer können sich neuerdings auf einen Schlag das gesamte Arbeitslosengeld auszahlen lassen. "Spanien", beschwört Rajoy, "ist ein Land der Entrepreneure."

Quique Arias, 33 Jahre, könnte es schaffen. Aber nicht dank, sondern trotz des Staates. Der frühere Grafikdesigner lehnt am Tresen von La Bicicleta im Herzen des Ausgehviertels Malasaña, schüttelt in einer Tour Hände, umarmt, begrüßt die Gäste seiner neuen Bar. Quique betreibt Madrids erste Fahrradkneipe. Tretlager schmücken die Wände, Luftpumpen und Werkzeug stehen im Keller bereit. Hier können sich Radfahrer ausruhen, sich mit Gleichgesinnten austauschen oder bei einer "Coffee and Ride"-Tour durch die Stadt radeln, die Quique mit seiner Partnerin Tamy alle paar Tage organisiert und über alle erdenklichen Sozialen Netzwerke anpreist.

Der Netzwerkgedanke zieht offenbar: Die 5.300 Euro teure Maschine für den angeblich "besten Espresso der Stadt" haben Quiques Gäste selbst finanziert, Crowdfunding nennt sich das. Im Gegenzug bekommen die Geldgeber kostenloses Frühstück und ein paar Päckchen hauseigenen Spezialkaffee.

Leserkommentare
    • Mavel
    • 27. Juni 2013 10:09 Uhr

    Die bekommt er dann in Deutschland auch... und die anderen Ingenieure, die sich nicht so billig verkaufen wollen oder können, gehen leer aus.

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    Genau auf die Not in Spanien setzt man anderenorts - z.B. in der Fleischindustrie und im Online-Versandhandel. Dort werden inzwischen nicht nur Osteuropäer unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt, um hier dann als "Werkvertragler" für einen Hungerlohn ausgebeutet zu werden, sondern auch Spanier. Mit dem Handel mit Arbeit durch Strohmänner (aka "Subunternehmer" und "Sub-Sub-*Unternehmer) lässt sich viel Geld verdienen. Ebenso mit der Vermietung von Betten zu Wucherpreisen.

    Spanien ist ein zutiefst gespaltenes Land. Der nachwachsenden Generation wird zutiefst misstraut. Sie gilt als eine Generation der Aufrührer, denn ihr Protest geht ans System. Und dieses Wirtschaftssystem ist äußerst fragil und krisenanfällig. Die massiven Kursverluste an den Börsen nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon, die von Amateuren und nicht von militärisch ausgebildeten Terroristen begangen wurden, belegen dies.

    Nicht umsonst belauschen Briten und USA konsequent und flächendeckend die Telekommunikation. In der City of London und an der Wall Street geht es um sehr, sehr viel Geld. Ein erfolgreicher Aufstand in einem oder mehrerer der PIIGS-Staaten, der zu einem Sturz der Regierung führt, würde an den internationalen Finanzmärkten Panik erzeugen und dem EURO den Todesstoß versetzen.

    • socal
    • 27. Juni 2013 12:54 Uhr

    Leider wird es so kommen, der spanische Ingenieur wird hier für einen Hungerlohn von <30k arbeiten, was dann Einheimische ihre Arbeitsplätze kosten wird.

    So kehrt die Wirtschaftskrise dann auch wieder auf der Ebene des Mittelstandes zu uns zurück.

    Andere Länder wie die USA sind da schlauer: die erlauben kein Lohndumping und verlangen vor Visa-Genehmigung, daß der betreffende Ausländer mehr bekommt, als ein Einheimischer - oder zumindest gleichviel.
    Man hat das gelernt nachdem in den 80ern massenweise billige Programmierer aus Indien und Asien den Jobmarkt überflutet haben.

    Es sieht so aus, als wären wir auf dem Wege erst denselben Fehler zu machen, bevor wir auch hier in Europa korrigieren.

    Immerhin, gut ausgebildete spanische Ingenieure sind mir sicherlich lieber, als marodierende Banden aus Rumänien, Bulgarien etc. - aber wenn, dann sollen die High-tech worker hier zu ortsüblichen Tarifen arbeiten und nicht für weniger als die Hälfte des hier üblichen Verdienstes.

    Ist bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit wie auch bei der Währungsunion in meinen Augen nicht das Alltagswohl der Menschen gewesen sondern der "totale Wettbewerb", sozusagen die Globalisierung mitten nach Europa zu holen. Da gehört dann natürlich ein agressiver Lohnwettbewerb dazu, der sich schön langsam von geringer qualifizierten Tätigkeiten immer höher "frisst". Ich sehe es an meinem Fach, der Juristerei. Dadurch dass die Rechtsberatung teilweise freigegeben wurde darf nun in isolierten Fachgebieten einfach aufgrund einer Fortbildung zu Rechtsfragen auch von Nichtjuristen beraten werden.

    Mich erboßt das nicht aus "Standesdünkel" o.ä. sondern es hat in meinen Augen einen guten Grund dass das Jurastudium mit zwei sehr harten Staatsexamina gekrönt ist und zuvor schon ein Großteil aus Überforderung abbricht. Das Recht ist eine ungeheuer komplexe Materie, kein Teilbereich kann da so ganz für sich isoliert betrachtet werden. Man tut Verbrauchern in meinen nichts Gutes wenn man einerseits solche erstmal wohlmeinenden öffentlichen Angebote schafft, umgekehrt offen darüber diskutiert die Prozesskostenhilfe für sozial Schwache zu begrenzen bzw. durch Darlehen zu ersetzen. Ist doch klar in welche Richtung das geht, auf den ersten Blick Wettbewerb, auf den zweiten Blick Zwei-Klassen-Recht (jene die einen Volljuristen zur Seite haben, jene die sich nur eine Kurzberatung auf Basis einer Fortbildung leisten können). Wo man hinschaut in Europa: eine zwei Klassen Gesellschaft formiert sich.

  1. Ich freue mich über die neuen Mitbürger. Gut ausgebildete Zuwanderer sind mir stehts willkommen.

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    Ich kann mich Ihnen nur anschließen und habe selber schon Erfahrung mit einigen Einwanderern aus Spanien und die sind allesamt positiv.

    Mangels Vergleichsmöglichkeiten kann ich das jetzt nicht mit aktuellen Einwanderer anderer Länder vergleichen, aber die hand voll Spanier, die nach ihrem Auslandssemester an meiner Uni zum Arbeiten wieder nach D gekommen sind, sprachen bereits während ihrem Semester gutes Alltagsdeutsch und mittlerweile knapp unter Mutterspracheniveau.

    Haben alle einen Job und sind super integriert!

    Es bleibt zu hoffen, dass dies für die Mehrheit der "neuen" Einwanderer und deren möglichen Kinder geht und die Fehler bei der "alten" Einwanderergeneration von ihnen und uns nicht wiederholt wird.

    Auf jeden Fall ist es schön, dass Deutschland offenbar nicht so integrationsfeindlich ist, wie so manche Gruppierungen behaupten. Man muss es halt selber wollen!

    Rassistische Äußerungen sind hier nicht willkommen. Die Redaktion/fk.

    • Atan
    • 27. Juni 2013 10:11 Uhr

    einer Revolution entspringen sollten: wer wirklich "null Hoffnung" hat, könnte aus Gründen des Gerechtigkeitsempfindens wenigstens die Verantwortlichen dieser Verhältnisse mit in den Abgrund reissen. Gerade in Spanien hat eine parasitäre Schicht aus geldgierigen Investoren, Finanziers und Politikern gemeinsam das Land ins Unglück gestürzt - und Wohnraum gibt es wahrhaft genug, also müsste niemand obdachlos sein.
    Hier kommt also der wahrhaft politische Urgrund zu Tage aus dem die politische Aktion sprießen muss: die Umstürzung der Besitzverhältnisse und die Zuführung der Täter an die Instanzen echter Gerechtigkeit.

    Solange dieser Schritt nicht erfolgt, wird sich leider nichts ändern, da die parasitäre Klasse sich nur zum nächsten Coup ermutigt fühlt.
    Es sagt sehr viel aus, wenn eine Gesellschaft keine Veranwortung einfordert; die Eliten Europas geben nichts freiwillig, dafür geht es ihnen viel zu gut.

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    "Gerade in Spanien hat eine parasitäre Schicht aus geldgierigen Investoren, Finanziers und Politikern gemeinsam das Land ins Unglück gestürzt"

    Stimme Ihnen völlig zu, wenn Sie Spanien durch Griechenland oder Irland ersetzen, aber die Probleme in Spanien sind völlig anders. Da geht die Krise definitiv von der Mittelschicht aus!

    Bereits in den 90er Jahren hatte Spanien eine Wohneigentumsquote von über 80%, was unter anderem durch die hohe Inflation vor Euroeinführung bedingt war.

    Nach 2002 war dann das Zinsniveau sehr niedrig, Spanien hatte für seine Verhältnisse unfassbar stabile Preise und Vermögenszuwachs in alle Schichten. Durch dieses Vermögen entstand in Spanien ein nie gekannter Bauboom und zahlreiche Investoren vom normalen Sparer bis zum Millionär bauten Ferienwohnungen/-häuser mit der Hoffnung auf starke Mieten oder Spekulationsgewinnen.

    Den Geschäftsbanken ist erst mal kein Vorwurf an der Immobilienblase zu machen, da sie nicht führ ihre Kapitalregulierungen zuständig sind. Die Zentralbank war machtlos, da zu stark steigende Zinsen das Wachstum in Deutschland gedrosselt hätten.

    "Schuld" an der Miesere ist die spanische Regierung, die Investitionen in Immobilien durch Steuergesetze hätte unattraktiver machen müssen und Investitionen in Industrie o.ä. fördern müssen.

    Die Banken und Häuslebauer sind der Grund der Krise in Spanien, aber nicht Schuld an ihr.

    Wenn ein Sektor der Volkswirtschaft zu stark wächst muss IMMER zuerst die Regierung handeln!

    • an-i
    • 27. Juni 2013 10:11 Uhr
    4. [...]

    Entfernt. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Die Redaktion/au

    4 Leserempfehlungen
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    Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/au

  2. nichts geht über den Kapitalismus... eine Struktur und ein System die es den Kapitaleigentümern erlaubt sich über alles hinweg zu setzen um ihre Renditen und Profite zu mehren, zu sichern und zu behalten...
    .
    Parlamente, Demokratie, Gesetze werden systematisch ausgehebelt und ad absurdum geführt... basierend auf den aktuellen WTO Handelsverträgen die zahlreiche Aspekte die für unser Zusammenleben elementar sind als Rendite- und Profitgefährdend einstuft, als Ineffizienz brandmarkt und der sicheren Zerstörung durch Budgetkürzungen und Streichungen zuführt...
    .
    Die dafür eingerichteten Steueroasen zeigen wie es geht...
    .
    Ich, wünsche mir alternaitven die wesentlich mehr Soziale Apsekte als die Neoliberalen Räubereien abdecken... Wesentlich mehr.
    .
    Es liegt ja nicht an einem zuwenig sondern an einer immer einseitigeren Verteilung der erwirtschafteten Wohlstandes...
    .
    Ich mag dieses Abzocekrsystem in dem sich die Reichen komplett vom Rest der Gesellschaft abkoppeln und keine Verantwortung für die Zivilgesellschafte übernehmen nicht mehr
    .
    Die sollten das aber tun, es ist dort wo sich der ganze Reichtum kummuliert... alle anderen wurden oder werden geplündert und oft ganz einfach beraubt...
    .
    Der Fall der einstigen Sozialistischen Strukturen der als Gegenpol, als Antagonist diente ist weggefallen so das heute nicht mal mehr die Systeminternen Kritiker gehört werden... So überzeugt ist man von der eigenen Ideologie die am Ende mehr zerstört als aufbaut und erhält...
    .

    20 Leserempfehlungen
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    diese Neoliberale Corporatistische Struktur die einer Variante des Faschismus immer näher kommt... einer unseeligen Verbandelung von Staat, Corporations, Gesetzen, Strafen... Elend und Reichtum...
    .
    ch wünsche mir eine Stakeholdergesellschaft... anstatt der heutigen Shareholdervaluegesellschaft die nur die Finanzmärkte als Massstab für aunser aller Wohlergehen anwendet...
    .
    Ich mag die Privatisierungen nicht, den Ausverkauf von unser aller Eigentum und Teilhabe an der Gesellschaft, das auf Profitmaximierung getrimmte Gesundheits und BIldungswesen, den Ausverkauf unserer Wasserversorgung, des öffentlichen Verkehrs, unserer Schwimmbäder und Kulturangebote und vielem mehr....
    .
    Ich bin auch einer der seit Jahren nur als lästiger Kostenfaktor angesehen wird den man dazu auch noch mit komplett asozialen und ungerechten Steuersystemen die Taschen ausraubt...
    .
    Mich widert es an wenn selbst Soziale Bereiche dem Anspruch der Neoliberalen Ideologie von Kosten, Profiten, Wettbwerb untergeordent werden...
    .
    Was also habe von all dem?
    .
    Nichts bis immer weniger... ich werde einst auch einer von denen sein die auf die Strasse gehen müssen um für das zu kämpfen was man uns über viele Jahre und innert 1 Generationen weggenommen, gestohlen hat....

    ...hat keinen "Gegenspieler" mehr!

    Noch in den 80ern existierte das (zugegeben marode) System des Sozialismus in den Oststaaten und somit war der Kapitalismus gezwungen, sich "sozial" zu geben (quasi "Wolf-im-Schafspelz-Syndrom"). Heute aber gibt es keine Alternative zu dem System - weil alle anderen Systeme gescheitert sind! Der Kapitalismus ist also nicht das BESTE System, sondern (nur) das bisher noch nicht(!) gescheiterte System. Die Aktuelle Entwicklung zeigt aber klar, dass dies nur noch eine Frage der Zeit ist...

    Die Probleme die in den nächsten Jahren auf die Menschheit zukommen (insbesondere: Klimawandel, Energieprobleme, Nahrungsmittelerzeugung (bzw. Nahrungsmittelpreise), Staatsverschuldung, etc.) werden die Belastbarkeit der Gesellschaft übersteigen. Zudem sind diese Probleme mit den "Gesetzen der Marktwirtschaft" nicht lösbar (was kostet es, eine Tonne CO2 in die Lust zu blasen und einen Schaden anzurichten, den man mit Geld nicht "ausgleichen" kann???)

    Die Politik hat auf diese Probleme keine Antworten! Fr. Merkel demonstriert aktuell wieder anschaulich, dass es ihr wichtiger ist, die deutsche Automobilindustrie zu schützen als das Weltklima. Klar sind Jobs wichtig, aber was nützt ein Sack voll Gold, wenn die Lebensgrundlagen zerstört sind...

    Die Probleme in Griechenland und Spanien sind "Auflösungserscheinungen" - Das System Kapitalismus liegt in den letzten Atemzügen...!

    Mich wundert, dass die "Reichen" sich noch so sicher fühlen...

    • Karl63
    • 27. Juni 2013 10:16 Uhr

    ja gewiss, die Arbeitslosigkeit hat in Spanien (Griechenland ...) ein Ausmaß erreicht, welches hier nur schwer vorstellbar ist.
    Aber ist es deswegen hier nun so sehr viel besser? Gibt es nicht auch hier eine "Generation Praktikum"? Gibt es nicht auch hier Menschen die trotz "Fachkräftemangel" auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, weil jenseits des 40. Lebensjahrs?
    Nachdem es gelungen ist, das Europäische Währungs- und Bankensystem so halbwegs zu stabilisieren und den einen oder anderen Staatsbankrott abzuwenden, wäre es da nicht an der Zeit für eine Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik auf Europäischer Ebene, die dieser Situation gerecht wird und die Betroffenen nicht einfach ihrem Schicksal überlässt?

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  3. 7. [...]

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    http://demonocracy.info/
    .
    an... Die Grafiken zu aktuellen Situationen haben es in sich. Da kommt kein Text, kein Kommentar mit und die Ackermänner sind zentral dabei, immer... Weltweit, zu lasten von uns allen...
    .
    Wir leben auf einem Berg von Schulden versus gigantischer Vermögen einiger weniger anstatt fairen Löhnen die ein Leben ohne Sozialhilfe ermöglichen

  4. "27.000 Euro Jahresgehalt würden ihm genügen." Und der deutsche arbeitslose Bauingenieur reibt sich verwundert die Augen ob des angeblichen Fachkräftemangels in seinem Land. Die deutschen Unternehmen reiben sich hingegen die Hände ob des unverhofften Glücks, NOCH billigere Arbeitskräfte zu bekommen und die Löhne NOCH weiter drücken zu können.
    Nur weiter so, das Erwachen wird böse sein.

    42 Leserempfehlungen
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    Die wissen nicht dass einem in Deutschland ungefähr die Hälfte entwendet wird bevor man es überhaupt auf dem Konto hat. Sonst würden die das doppelte Verlangen, und das kommt dann hin.

    Die meisten kehren nach einem Jahr zurück in ihr Heimatland, bei den hohen Steuern und Abgaben lohnt es sich einfach nicht.

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