AcxionDie Besserwisser

Acxiom hortet Informationen über 300 Millionen Amerikaner und bereits 44 Millionen Deutsche. Aber was genau macht das Unternehmen damit? von Catriona McLaughlin

"Wie viele Leser hat Ihre Zeitung denn in den Vereinigten Staaten?", fragt Sarah Wilson. Die Kundenbetreuerin von Acxiom kennt die Antwort längst, sie fragt nur aus Höflichkeit und weil sie einen möglichen Neukunden nicht erschrecken will. Schließlich ist Acxiom das führende Datensammelunternehmen der USA, ein Sinnbild für Begriffe wie Datenkrake, Sammelwut und Ende der Privatsphäre.

Acxiom besitzt Daten über rund 300 Millionen US-Bürger, also über fast alle. Nur wenige sind den Datensammlern entgangen. Im Schnitt verfügt die Firma nach eigenen Angaben über 1.500 Datenpunkte zu jeder Person. "Von der Volljährigkeit bis zum Lebensende verfolgen wir jeden Schritt eines Individuums", sagt Kundenberaterin Wilson stolz.

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Wenn eine Zeitung wie die ZEIT in den USA expandieren wolle, hätte sie "mit Acxiom den richtigen Partner gefunden", versichert Wilson weiter. Und dann gibt sie zu: "Wir wissen nicht nur, wer Ihre Leser sind", sondern zum Beispiel auch, "wo Sie neue finden können. Mit unserem ethnischen Profiling können wir Ihnen genau sagen, wer zu Hause Deutsch spricht, was sein Haus wert ist, was er liest und ob er an der ZEIT wirklich interessiert wäre. Wir können mit unseren Daten Kaufverhalten sehr gut vorhersagen."

In industrialisierten Ländern hinterlässt praktisch jeder Mensch im Lauf seines Lebens eine breite Datenspur: Er beantragt offizielle Dokumente, geht Abonnements ein, nimmt an Umfragen teil, ist bei Facebook oder Google aktiv, nutzt eine Kreditkarte und ein halbes Dutzend Kundenkarten, nimmt einen Immobilienkredit auf, schließt Versicherungen ab und vieles mehr. Nur wenige sind sich bewusst, dass es Firmen gibt, die kontinuierlich möglichst viele dieser Daten zusammenfügen, kategorisieren und analysieren: Acxiom tut genau das – und speichert und verkauft die Daten später an den Höchstbietenden. Das kann ein Präsidentschaftskandidat auf Wählerfang sein, eine Krankenkasse auf der Jagd nach gesunden Neukunden oder ein Finanzdienstleister, der wissen will, wie vermögend ein Mensch ist.

Das Besondere am Geschäft mit Kundendaten in den USA ist: Oft wechseln ganze Datensätze inklusive Name und Adresse den Besitzer. Kundenprofile verbreiten sich mehr und mehr. So kann man bei Acxiom beispielsweise eine Liste mit allen Latinos kaufen, die Linkshänder sind und über 40.000 Dollar im Jahr verdienen. Warum die Firma keine Angst hat, dass ihr die Kunden ausgehen? Weil Acxiom die Verbraucher in so viele, so spezifische Kategorien einteilt, schichtet sie jedes Jahr ein Drittel der Verbraucher von einer Kategorie in eine andere um, und alte Datensätze verlieren ihren Wert.

In Arkansas stehen 23.000 Server mit Daten, teils unterirdisch gesichert

Die Datensammler bieten auch die Lagerung und Verwaltung kompletter Kundenkarteien an, also haben viele große Firmen ihren Datenspeicher direkt auf dem streng bewachten Gelände von Acxiom untergebracht. Das sichert ebenfalls langfristige Geschäfte: Mehr als 4.000 Datenbanken betreut Acxiom inzwischen, und zu den Kunden zählen sieben der zehn größten Kreditkartenanbieter, sechs der zehn größten Warenhäuser der USA sowie acht der zehn größten Automobilhersteller, unter ihnen Toyota und Ford.

Ein paar weitere Zahlen lassen erahnen, was Firmenkunden mit den Daten anfangen: Acxiom hilft jedes Jahr, mehr als 250.000 Werbekampagnen passgenauer auf einzelne Konsumenten und Milieus auszusteuern. Die Firma gibt Jahr für Jahr Verhaltensdaten zu rund 1,2 Milliarden E-Mail-Adressen weiter, und es finden jährlich 8,4 Millionen Hintergrundprüfungen zu Kriminalität und Kreditwürdigkeit statt.

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Beiträgen. Die Redaktion/au

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    erstmal @1: Was erzählen Sie hier für einen Unsinn? Warum sind die Grünen denn zu staatsgläubig, was Daten/Internet angeht? Sie sind immerhin die einzige der 3 stärksten Parteien im Moment, die gegen die Vorratsdatenspeicherung ist. Bei der FDP ist es dann vielleicht noch Leutheusser-Schnarrenberger, ohne die wäre da aber auch Land unter.
    Eines ist wohl richtig, im Europaparlament machen sich die Grünen für einen guten Datenschutz von staatlicher Seite, also Gesetzgebung, stark. Da sieht man auch schon, wie europaweit die Liberalen durch ihre Wirtschafsgläubigkeit versagen: http://lobbyplag.eu/map

    Letzteres ist sicherlich das einzige Mittel übermäßiger Datensammlerei entgegenzutreten. Die meisten, die öffentlich/ambitioniert ins INternet schrieben, wissen, wie wichtig Daten für die Entwicklung einer Zielgruppe und die Analyse des eigenen Internetauftritts sind.
    Das ist ja auch alles nichts schlimmes.

    Das ganze muss sich in gewissen Grenzen bewegen, die aber auch schon bei personalisierten Artikelvorschlägen bei Amazon aufhören. Ob das ganze noch zweckmäßig ist, wenn man bei YouTube ewig die gleichen Videos präsentiert bekommt, bezweifle ich aber auch.

    Wen Menschen aber sogar aufgrund eines (wahrsch fehlerhaften) Datensatzes keine Krankenversicherung zu einem angemessenen Preis bekommen, geht das einfach viel zu weit.

    • kelan
    • 05. Juli 2013 19:02 Uhr

    Ich habe für das ganze Gemecker der Bevölkerung derzeit überhaupt kein Verständnis. Jeder beklagt sich wie viele Daten doch alle über ihn sammeln und im selben Atemzug wird ein neuer Fernseher bei Amazon bestellt.

    Sind wir doch mal ehrlich: Seit die Menschen die Möglichkeit hatten etwas aufzuschreiben wurden schon Daten gesammelt. Oder denkt hier niemand, dass ein König im Mittelalter nicht wusste, welcher seiner Untertanen am meisten Geld hat? Wer die jüngsten Töchter oder das meiste Vieh hat?

    Immer beschweren sich die Menschen über Dinge, die schon mehrere Jahrehunderte alt sind. Ich persönlich bin der Meinung, dass die meisten Menschen gar nicht die Lebensqualität hatten, die sie haben, wenn nicht solche großen Datenmengen zur Verfügung stehen würden. Würdet ihr euch nicht freuen, wenn jeden Montag der Obstbauer vor der Tür steht und euch euer Lieblingsobst anbietet zu einem Preis der für euren Haushalt angemessen ist? Das könnte man rein theoretisch mit so vielen Daten machen. Finde ich interessant die Idee.

    Von mir aus können die Unternehmen gerne weitersammeln, solang ich davon auch einen Vorteil habe.

    Eine Leserempfehlung
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    "Würdet ihr euch nicht freuen, wenn jeden Montag der Obstbauer vor der Tür steht und euch euer Lieblingsobst anbietet zu einem Preis der für euren Haushalt angemessen ist? "

    Nein -würde ich nicht.
    Genausowenig wie ich einen Autoverkäufer vor der Tür stehen haben will, nur weil ich mal irgendwo erzählt habe, dass ich den XY-Karren gut finde.
    Genausowenig wie ich auf Webseiten mit Reklame bombardiert werden und an jeder Strassenecke einen Schwachsinn in Plakatgrösse angeboten haben will.
    Ich weiss, was ich will und brauche oder auch nicht - und dazu brauche ich keinen 'Berater' !!

    Insoweit stört mich die Datensammenlei aus Reklamegründen wenig - die kann ich so ausblenden, dass ich manche 'Kultprodukte' nicht mal kenne, wenn sie schon wieder verschwinden.

    Das Gefährliche an der Sache sind die Lebensbereiche, mit denen man wirklich befasst ist - Job, Gesundheitswesen, Mietverhältnisse, Finanzielles etc. Da werden dieselben Strickmuster angewendet - das geht alle an und davon hat keiner einen Vorteil. Mal drüber nachdenken, ob das netzinsprierte Obst nicht doch sehr schnell faulig riecht.

    Natürlich, Vorteile gibt es auch für den Verbraucher. Medien können auf Leser besser zugeschnitten werden, der Content relevanter. Und wenn mir beim Musikstreaming ein klasse Lied vorgeschlagen wird, dann freut mich das auch.

    Wir müssen nur bei der Menge von Daten, die heute produziert werden und erfasst werden können, aufpassen, dass wir zum einen in keiner zu starken Filter Bubble landen (wie gesagt, Personalisierung ist gut, aber es muss auch immer ein relativ großes Fenster zur "Außenwelt" geben. http://dontbubble.us/), zum anderen nicht zu viel Macht an die die Datensammler abgeben. Mit Daten gewinnt man heute Wahlen und sie sind ein riesen Geschäft. Der Handel mit Daten ist für mich überaus grenzwertig, vor allem wenn man nicht die Kontrolle über sie hat. Wenn ich ein Haus kaufe, bin ich mir bewusst, dass der Kauf erfasst wird und öffentlich einsehbar ist. Aber z.B. im Internet weiß man doch nie, wer nun genau mitlesen kann, wann ich wo welche Seiten besucht habe. Dies muss meiner Meinung nach limitert werden. So lange dynamische IPs pseudonym sind und nur bei Straftaten Personen zugeordnet werden und nur so lange Provider nicht unverhältnismäßig lange speichern dürfen, wer wo surft, ist das alles in Ordnung. Mit Gesetzen wie der Bestandsdatenauskunft gerät diese Pseudonymität aber in Gefahr und dann geht das Datensammeln eindeutig zu weit.

    Daß Sie diese (vermeintlichen) Vorteile mit Nachteilen in anderen bereichen bezahlen müssen, kommt Ihnen wohl nicht in den Sinn?

    Alles hat seinen Preis, auch "Vorteile"...

    Kennen Sie Ihn?
    Wirklich? Ganz genau??

    Wie nennet man Menschen, die Dinge kaufen ohne den Preis zu kennen...???

    .... nicht über das Verlagen tüchtiger Unternehmer Geld zu verdienen. Was mich stört ist die Zurückhaltung des Staates bei der Regulierung des entsprechenden Marktes.

    Auch BWLern sei Luft zum Atmen gestattet, aber bitte unter kontrollierten Bedingungen.

    "Würdet ihr euch nicht freuen, wenn jeden Montag der Obstbauer vor der Tür steht und euch euer Lieblingsobst anbietet zu einem Preis der für euren Haushalt angemessen ist? Das könnte man rein theoretisch mit so vielen Daten machen. Finde ich interessant die Idee."

    Würde sich denn der Apfelbauer freuen ?
    Kommt der auf sein Fahrgeld, wenn er nicht mal mit festen Preisen pro kg rechnen kann ?

    Was macht der Augenarzt mit der Diagnose des Orthopäden ?
    Was macht das Einwohnermeldeamt mit der Diagnose des Augenarztes ?
    Was macht der Orthopäde mit der Diagnose des Zahnarztes ?

    Was macht einen Sammelstelle mit allen Daten zusammen ???

    Möchten Sie sich mal die Bilder der ehm. Ostblocks ansehen, wo viele damit beschäftigt waren über andere etwas in Erfahrung zu bringen und zu wissen, damit jeder den Eindruck hatte "die Patei" weiß alles, über jeden.

    Kann ja sein das in irgendwelchen Hollywoodschinken oder auch in neueren Krimis, in denen alle mit ganz doll intuitiver Ahnung Spuren suchen immer sagen : "was wissen wir alles über den ?"
    So wurden auch Bonnie und Clyde samt der Barrow Gang gestellt. das machte das FBI ja praktisch auch so populär wie einleuchtend nötig, da der ausgesprochen föderale Charakter allein nicht reicht um eigenständige Staaten wirksam gegen Gesetzesbrecher auszustatten die sich nicht an Grenzen halten.
    Ansonsten ist es aber ganz und gar den kategorische unterschiedlichen Gründen geschuldet, Daten zu getrennt zu erfassen.

    Morgen werden Sie an deren Profil angepaßt. Da steht dann nicht mehr der Bauer mit Ihrem Lieblingsobst vor der Tür, sondern ein Lieferservice der Ihnen sagt wenn Du Obst essen willst, dann Birnen oder garnichts. Alles andere wurde nämlich wegoptimiert. Wenn Sie dann lieber Pfirsich essen: Pech gehabt!

    • JtaPok
    • 06. Juli 2013 6:27 Uhr

    Man unterzeichnet eine Online-Petition gegen das Datensammeln der NSA mit Realnamen, echter Adresse und eMailadresse und die IP lässt man sowieso dort.

    Die Zeitung Österreich war da noch besser als Mozilla. Die sammelte bei Petitionen (z.B. gegen den Verbau eines Spitalsareals) auch noch die Telefonnummern.

    So kann man mit Online-Petitionen reich werden, wenn an die Daten hinterher verkauft.

    • ismus
    • 06. Juli 2013 7:27 Uhr

    das recht auf einen eigenen freiheitsbegriff. ihrer ist mir allerdings etwas unheimlich. ich möchte nicht, dass fremde in meinem leben herumwühlen, auch wenn ich damit einmal im jahr einen reisefön geschenkt bekomme. bitte sprechen sie nur für sich!

    Ich bin der Ansicht, dass mein Leben, inkl. aller Daten, mir gehört.

    Schon seit ewigen Zeiten wurden neugierige Schnüffler und Tratscher gemieden und verachtet. In jeder Kultur von der ich weiß. Denken Sie an Schneewittchen, die nur durch die Überwachung des Zauberspiegels von der nach ihrem Leben trachtenden Stiefmutter gefunden wurde. Sogar hinter den sieben Bergen.

    Ich möchte weder vergiftetes, noch anderes Obst von Schnüffelfirmen angeboten bekommen, weil ich durch Algorithmen in eine Zielgruppenschublade geräumt wurde und als Beute für den einen oder anderen Profitjäger identifiziert wurde. Ist eine Frage von Würde und gegenseitigem Respekt. Ein guter Obsthändler oder -bauer wird es nicht nötig haben, seine Produkte so an den Mann zu bringen. Die Kunden kommen selbst und sie bleiben solange die Qualität und der Service stimmen. Man benötigt auch keine Berater und Marketinexperten, um herauszufinden, was ein Kunde von Qualität oder Service erwartet.

  2. erstmal @1: Was erzählen Sie hier für einen Unsinn? Warum sind die Grünen denn zu staatsgläubig, was Daten/Internet angeht? Sie sind immerhin die einzige der 3 stärksten Parteien im Moment, die gegen die Vorratsdatenspeicherung ist. Bei der FDP ist es dann vielleicht noch Leutheusser-Schnarrenberger, ohne die wäre da aber auch Land unter.
    Eines ist wohl richtig, im Europaparlament machen sich die Grünen für einen guten Datenschutz von staatlicher Seite, also Gesetzgebung, stark. Da sieht man auch schon, wie europaweit die Liberalen durch ihre Wirtschafsgläubigkeit versagen: http://lobbyplag.eu/map

    Letzteres ist sicherlich das einzige Mittel übermäßiger Datensammlerei entgegenzutreten. Die meisten, die öffentlich/ambitioniert ins INternet schrieben, wissen, wie wichtig Daten für die Entwicklung einer Zielgruppe und die Analyse des eigenen Internetauftritts sind.
    Das ist ja auch alles nichts schlimmes.

    Das ganze muss sich in gewissen Grenzen bewegen, die aber auch schon bei personalisierten Artikelvorschlägen bei Amazon aufhören. Ob das ganze noch zweckmäßig ist, wenn man bei YouTube ewig die gleichen Videos präsentiert bekommt, bezweifle ich aber auch.

    Wen Menschen aber sogar aufgrund eines (wahrsch fehlerhaften) Datensatzes keine Krankenversicherung zu einem angemessenen Preis bekommen, geht das einfach viel zu weit.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    grade die 'Grünen' sollen vorbildlich im Datenschutz sein?

    Die 'Grünen', die jeden verpfeifen, wenn er den Müll nicht exakt trennt (wir haben inzwischen Mülltonnen mit Namensaufdruck!) ?
    Die sich für 'intelligente' Stromzähler stark machen, mit deren Hilfe der ganze Haushalt überwacht werden kann?
    Die brav bei allen Datenschweinereien einer jeweiligen Regierung mitstimmen, obwohl sie zuvor die Klappe aufgerissen haben - siehe Meldegesetz?

    Die 'Grünen' sind bei der Thematik genauso verdorben wie die anderen auch, drum verhalten sie sich jetzt auch so stille.
    Wenn Trittin sich aufmantelt, dass man Snowdon Asyl gewähren solle, dann ist das der reine Populismus.

  3. "Würdet ihr euch nicht freuen, wenn jeden Montag der Obstbauer vor der Tür steht und euch euer Lieblingsobst anbietet zu einem Preis der für euren Haushalt angemessen ist? "

    Nein -würde ich nicht.
    Genausowenig wie ich einen Autoverkäufer vor der Tür stehen haben will, nur weil ich mal irgendwo erzählt habe, dass ich den XY-Karren gut finde.
    Genausowenig wie ich auf Webseiten mit Reklame bombardiert werden und an jeder Strassenecke einen Schwachsinn in Plakatgrösse angeboten haben will.
    Ich weiss, was ich will und brauche oder auch nicht - und dazu brauche ich keinen 'Berater' !!

    Insoweit stört mich die Datensammenlei aus Reklamegründen wenig - die kann ich so ausblenden, dass ich manche 'Kultprodukte' nicht mal kenne, wenn sie schon wieder verschwinden.

    Das Gefährliche an der Sache sind die Lebensbereiche, mit denen man wirklich befasst ist - Job, Gesundheitswesen, Mietverhältnisse, Finanzielles etc. Da werden dieselben Strickmuster angewendet - das geht alle an und davon hat keiner einen Vorteil. Mal drüber nachdenken, ob das netzinsprierte Obst nicht doch sehr schnell faulig riecht.

    23 Leserempfehlungen
  4. Natürlich, Vorteile gibt es auch für den Verbraucher. Medien können auf Leser besser zugeschnitten werden, der Content relevanter. Und wenn mir beim Musikstreaming ein klasse Lied vorgeschlagen wird, dann freut mich das auch.

    Wir müssen nur bei der Menge von Daten, die heute produziert werden und erfasst werden können, aufpassen, dass wir zum einen in keiner zu starken Filter Bubble landen (wie gesagt, Personalisierung ist gut, aber es muss auch immer ein relativ großes Fenster zur "Außenwelt" geben. http://dontbubble.us/), zum anderen nicht zu viel Macht an die die Datensammler abgeben. Mit Daten gewinnt man heute Wahlen und sie sind ein riesen Geschäft. Der Handel mit Daten ist für mich überaus grenzwertig, vor allem wenn man nicht die Kontrolle über sie hat. Wenn ich ein Haus kaufe, bin ich mir bewusst, dass der Kauf erfasst wird und öffentlich einsehbar ist. Aber z.B. im Internet weiß man doch nie, wer nun genau mitlesen kann, wann ich wo welche Seiten besucht habe. Dies muss meiner Meinung nach limitert werden. So lange dynamische IPs pseudonym sind und nur bei Straftaten Personen zugeordnet werden und nur so lange Provider nicht unverhältnismäßig lange speichern dürfen, wer wo surft, ist das alles in Ordnung. Mit Gesetzen wie der Bestandsdatenauskunft gerät diese Pseudonymität aber in Gefahr und dann geht das Datensammeln eindeutig zu weit.

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    Zum letzten Punkt: Wenn ich aufgrund eines Likes bei Facebook ähnliche Seiten vorgeschlagen bekomme, ist das okay. Wenn das aber passiert, weil mein Browserverlauf mir ohne Probleme zugeordnet werden kann, ist das schon weniger toll.

  5. Zum letzten Punkt: Wenn ich aufgrund eines Likes bei Facebook ähnliche Seiten vorgeschlagen bekomme, ist das okay. Wenn das aber passiert, weil mein Browserverlauf mir ohne Probleme zugeordnet werden kann, ist das schon weniger toll.

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    Antwort auf "Marktwirtschaft"
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    "Wenn ich aufgrund eines Likes bei Facebook ähnliche Seiten vorgeschlagen bekomme, ist das okay. Wenn das aber passiert, weil mein Browserverlauf mir ohne Probleme zugeordnet werden kann, ist das schon weniger toll."

    Allein dadurch, dass Sie nicht das Facebook-Netzwerk konsequent von Ihrem Rechner "verbannen" (vgl. /etc/hosts in Linux/Unix bzw. %SystemRoot%\system32\drivers\etc\hosts in Windows https://de.wikipedia.org/...) trackt dieses Unternehmen nahezu jeden Ihrer Schritte im Netz und weiß anschließend u.A., wie lange Sie auf welchem Webangebot geblieben sind. Möglich ist das über die nahezu flächendeckende Verbreitung des Like-Buttons. Allerdings existiert diese Möglichkeit für jedes von extern eingebundene Medium, wie beispielsweise Google-Analytics, Google-APIs, Google Fonts, Disqus uvam.

    Hier auf ZEIT.de sind das u.A.:

    revsci.net
    ivwbox.de
    wunderloop.net
    nuggad.net
    doubleclick.net
    vgwort.de
    webtrekk.net
    google-analytics.com
    research.de.com
    chartbeat.com

    Wobei ich mir den Versuch des Entfernens eines Angebotes eines kommerziellen Anbieters aus dem Angebot eines anderen kommerziellen Anbieters, der im Grunde davon lebt, eher sinnlos vorstelle. Sprich: Facebook auf einem Windows-Rechner zu blocken, dürfte in etwa den Effekt haben, wie Wasserflecken mit Wasser weg zu wischen.

    Fortsetzung...

    Die IP-Adresse zur eindeutigen Zuordnung Ihres Profils ist bei den dynamischen Varianten hier in Europa eher sinnlos und durch so geschäfts- und dienstschädigende Einrichtungen wie Richter u. vglb. schwer eingeschränkt, Ihr Browser mit seiner und der betriebssystemeigenen Kennung, seinen verwendbaren Schriftarten, den installierten Plugins und vor allem auch den darin gespeicherten Drittanbieter-Cookies (und auch den weit verbreiteten "Super-Cookies") ist da dann doch weitaus eindeutiger, was Ihre Identifikation angeht.

    Gehen Sie davon aus, dass jeder, der es wissen möchte, jeden Ihrer Schritte im Netz einsehen kann.

  6. grade die 'Grünen' sollen vorbildlich im Datenschutz sein?

    Die 'Grünen', die jeden verpfeifen, wenn er den Müll nicht exakt trennt (wir haben inzwischen Mülltonnen mit Namensaufdruck!) ?
    Die sich für 'intelligente' Stromzähler stark machen, mit deren Hilfe der ganze Haushalt überwacht werden kann?
    Die brav bei allen Datenschweinereien einer jeweiligen Regierung mitstimmen, obwohl sie zuvor die Klappe aufgerissen haben - siehe Meldegesetz?

    Die 'Grünen' sind bei der Thematik genauso verdorben wie die anderen auch, drum verhalten sie sich jetzt auch so stille.
    Wenn Trittin sich aufmantelt, dass man Snowdon Asyl gewähren solle, dann ist das der reine Populismus.

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    Das Gesetz zur Datenweitergabe, dass vorgestern(?) beschlossen wurde und § 10 unseres Grundgesetzes ad absurdum führt wurde von der Union, der FDP und der SPD durchgewunken.
    Grüne und die Linke haben dagegen gestimmt. Ansonsten haben die Grünen in der jüngeren Vergangenheit allerdings wirklich vieles abgenickt, was eigentlich der Parteilinie entgegenläuft.

    "Die brav bei allen Datenschweinereien einer jeweiligen Regierung mitstimmen, obwohl sie zuvor die Klappe aufgerissen haben - siehe Meldegesetz?"
    "Die Regierungsfraktionen stimmten dafür, die Daten der rund 5200 Meldeämter zu vernetzen. Die Opposition war geschlossen dagegen. Sie sprach von einem „schlechten Gesetz“, da damit die Privatsphäre der Bürger weiter aufgeweicht würden."
    (https://de.wikipedia.org/...)
    "Die Grünen kündigen an, dass sie das umstrittene neue Meldegesetz blockieren werden. „Wir werden das mit den rot-grün regierten Ländern über den Bundesrat wieder kippen“, so die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Renate Künast." (etwas weiter unten)

    Anderes Beispiel:
    http://www.spiegel.de/net...

    (1) siehe Kommentar 12.

  7. Der ganze Hype um Daten ist möglicherweise einfach übertrieben. Die Unternehmen erhoffen sich besondere Vorteile daraus zu ziehen. Aber die Bedeutung der gesammelten Daten und ihre Verwendungsmöglichkeiten sind völlig übertrieben.

    Letze Woche habe ich nach einem Volvo Gebrauchtwagen gesucht. Interessiert mich nicht mehr. Hab aber jetzt ständig Werbebanner mit Volvo und Gebrauchtwagen. Das interessiert mich nicht, war nur so ne kurze spontane Idee. Genauso die Kreuzfahrten. Ich will keine Kreuzfahrt machen, mich haben nur diese gigantischen Schiffe interessiert, das ist alles.

    Ich schäme mich für die Fotos und Kommentare die ich in Facebook gebracht hab, als ich jung und naiv war. Das bin ich nicht mehr, diese Daten sind wertlos. Meine Profile, Daten, Suchanfragen, das ist alles Datenmüll.

    Einige findige Unternehmer vermarkten diesen Datenmüll, andere Zahlen dafür und denken man kann es Gewinnbringend weiterverwenden. Es ist aber nur Schrott.

    Ich kann mich überhaupt nicht erinnern was ich auf manchen Internetseiten gesucht habe und warum ich manche Bookmarks hab. Wer will damit was anfangen. Zu behaupten diese Daten haben Wert, und diese weiterzuverkaufen, ist einfach nur inhaltslose Geschäftemacherei.

    StudiVZ war ein simples Programm ohne Zukunft. Dass jemand 500mio Euro für ne simple Software Zahlt, weil da Nutzerdaten drauf sind, zeigt wie überbewertet die Daten sind. Effektiv kam nix dabei raus.

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    Im Prinzip seh ich das genauso.

    Was aber dagegen spricht: Wenn die Sache keinen Nutzen hätte, würde keiner so viel Geld dafür ausgeben.
    Denken Sie an Google. Milliardenschwer - mit ... eigentlich nichts ausser den Daten der Nutzer. Google stellt nichts her und was sie anbieten ist umsonst - wo kommen da die Milliarden her?
    Der Markt ist offensichtlich da. Im Netz und real. Wenns wo ein Schnäppchen gibt, wenn irgendwas kultig gemacht wurde, rennt die Masse dem hinterher. Um die geht es - zumindest bei der Marketingschiene der Thematik.

    Naja, wenn ein Personaler bei Ihrer Bewerbung die Einträge bei Facebook sieht mag ihm völlig egal sein, ob Sie das "noch sind oder nicht".

    Oder wenn Sie Angebote von Krankenkassen einholen und auf den Fotos rauchen.

    Oder wenn Sie vielleicht sogar andere Drogen als Alkohol und Nikotin darauf konsumieren oder dahingehende Posts verfasst haben könnten Ihre Kreditzinsen deutlich höher ausfallen, wenn Sie einen aufnehmen wollen.

    Es geht wirklich nur am Rande um die personifizierte Werbung... die für Sie möglicherweise negativen Auswirkungen entstehen durch von Anderen gezogenen (falschen?) Schlussfolgerungen.

    wird aber dabnn zuzm Problem, wenn ihn jemand für bare Münze nimmt und Ihnen daraus dann Nachteile entstehen.

    Wie Kollege Rheinlandsmann schon sagt, kann das ein nicht bekommener Job sein, höhere Kosten bei Krankenkasse oder Kredit - und wenn es mal nicht die Bank oder Krankenkasse ist, sondern der Rechner der NSA, der diesen "Müll" ernstnimmt, dann haben Sie evtl. ein etwas ernsteres Problem...

    Für sich genommen mögen viele einzelne Daten unbedeutend sein, doch es geht um die Menge. Data Mining lebt davon große Mengen an Daten auszuwerten. Und dann geht es eben nicht mehr darum Ihnen ein Auto vorzuschlagen nur weil sie mal irgendwann eines online gesucht haben. Dann geht es darum, dass sich aus der Fülle der Daten statistische Aussagen treffen lassen. Und dann ergeben sich ohne weiteres Rückschlüsse auf sehr viel sensiblere Bereiche Ihres Lebens, als ihre Vorliebe für bestimmte Automarken. Wenn sich aus Ihrem Facebook-Freundeskreis, Ihren Amazon-Bestellungen und Google-Suchanfragen ihre finanzielle Situation ableiten lässt oder auch Ihre Lebenserwartung, dann bezweifle ich, dass Ihnen das egal wäre.

    Es ist dabei nicht die Frage ob so etwas möglich ist, das ist es ohne Zweifel. Um belastbare statistische Zusammenhänge zu finden müssen nur genügend Daten von genügend Menschen zusammenkommen, der Rest ist Mathematik...

    Datenerhebungen zu Werbezwecken ist da als Beispiel tatsächlich harmlos. Doch da ja anscheinend heutzutage niemand nachvollziehen kann, wer welche Daten erhebt, wem welche Daten zur Verfügung gestellt werden, und wer welche Daten dann wofür verwendet, sollte man unruhig werden.

    Ich spitze meine Überlegung mal bewusst zu um die möglichen Folgen freier Interpretation solcher Daten zu illustrieren:

    Sie interessieren sich für Volvo, kaufen aber keinen.
    Sie träumen von Fernreisen, machen aber keine.
    Sie posten aus einer (Bier?)Laune heraus bei Facebook.
    Ihre Bookmarklisten sind nicht gepflegt.

    Als Personalreferent der Tech GmbH bei der Sie sich gerade als Entwicklungsingenieur beworben haben, kann ich jemand mit diesen Eigenschaften leider nicht einstellen. Die Eisenbahngetriebe die wir hier bauen werden über 5 Jahre entwickelt und sind 25 Jahre im Einsatz.
    Als Personalreferent der Werbeagentur Bunt&Schrill suche ich Leute die kreativ sind, "über den Tellerrand hinaus denken" (tut mir leid, aber diese Phrase geht mir selbst als Satire nur in Anführungszeichen über die Tastatur) und sich für alles interessieren können. Durchhaltevermögen und strukturiertes Arbeiten spielen da keine große Rolle weil die Projekte eh nur 2 Wochen dauern.

    Das Problem ist das mit der Verfügbarkeit dieser Daten die Entscheidung über ihr Lebensmodell von Fremden getroffen werden, zum Beispiel von Personalreferenten.
    Sie haben gar nicht mehr die Wahl, weil Ihnen die Entscheidungsfrage gar nicht mehr vorgelegt wird.

    "Als Personalreferent der Tech GmbH bei der Sie sich gerade als Entwicklungsingenieur beworben haben, kann ich jemand mit diesen Eigenschaften leider nicht einstellen. "

    Aber das ist doch genau der Punkt, wir sind doch alle keine Narren. Welcher Personalreferent macht sich so ein Bild, das ist ein Vorwurf der Unprofessionalität. Die Personaler sind sehr gut geschult und und es ist nicht so dass man auf Facebook Partyfotos sieht und meint jemand könnte deswegen nicht den Job machen. Wir alle haben ein Privatleben dass so aussieht.

    Ich bleibe dabei, die Daten die ich hinterlasse sind Datenmüll, wenn jemand meint damit was anfangen zu können, kann er auch mir das Geld geben.
    Meinen Biomüll können die auch gleich dazukaufen, vielleicht finden die ja heraus welches Obst ich gerne esse und schicken mir Angebote.

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