Dispo-ZinsenReine Raffgier

Einige Banken verlangen dreimal so viel Dispo-Zinsen wie faire Institute. Die Begründung dafür ist oft abenteuerlich. von , und

Geschenke verteilen Banken selten. Die Sparda-Bank Hamburg hat es im vergangenen Jahr getan. Sie schenkte ihren Kunden niedrige Dispo-Zinsen zur "Volljährigkeit". So nennt Abteilungsdirektor Dieter Miloschik das Jahr, in dem die Sparda-Bank zum achtzehnten Mal hintereinander bei einer Umfrage unter ihren Kunden gut abgeschnitten hat: "Darüber haben wir uns so gefreut, dass wir als Dankeschön den Dispo-Zins um 1,8 Punkte gesenkt haben." Der liegt jetzt bei 9,65 Prozent – das ist für eine deutsche Bank sensationell günstig. Es geht also mit dem kleinen Dispo-Zins. Man muss nur wollen.

Die allermeisten Banken, Sparkassen und Volksbanken wollen aber nicht. Bis heute halten sie – trotz historisch tief gesunkener Leitzinsen – an sehr hohen Dispo-Zinsen fest. Oft sind die sogar so hoch, dass Verbraucherschützer und Juristen sagen: Das ist Abzocke! Außerdem entziehen sich viele Institute einem Vergleich, indem sie nur ihren Kunden die Konditionen nennen. Bundesweite Transparenz? Existiert nicht. Deshalb baten wir vor wenigen Wochen in einer großen Umfrage unsere Leser, uns ihre Dispo-Zinssätze zu nennen.

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Viele Tausend Leser haben sich daran beteiligt und geholfen, neue und oft empörende Einblicke in die deutsche Bankenwelt zu gewinnen. Den Daten unserer Leser zufolge liegt der Strafzins für die Kontoüberziehung im Schnitt bei 12 Prozent und damit weit über den neun Prozent, die der Bundesgerichtshof in seiner ständigen Rechtsprechung als gerechtfertigt ansieht. Drei von vier Geldinstituten, über die unsere Leser berichtet haben, liegen über diesem Satz.

© ZEIT Grafik

Die ganz großen Abkassierer sind ausgerechnet die Kleinsten: Die regionalen Volksbanken und Sparkassen nutzen ihre Vormachtstellung auf dem Land aus. Unsere Leserdaten zeigen, dass vor allem die Volksbanken überdurchschnittlich oft hohe Überziehungszinsen verlangen. In Sachsen-Anhalt liegt ihr Mittelwert bei 13,6 Prozent. Nur die Sparda-Banken bilden oft eine lobenswerte Ausnahme innerhalb der Volksbanken-Gruppe. Ein Mitarbeiter der Sparda-Bank Hamburg sagt: "Gehen Sie mal davon aus, dass die Grundkosten bei allen identisch sind." Das heißt aber: Wenn Institute wie die PSD-Banken mit 7,0 bis 7,5 Prozent hinkommen, müssten es andere auch können. Ein Vorstand einer Volksbank in Süddeutschland gibt zu: "Ob Sie als Bank einen Zins von 10,25 oder 9,75 verlangen, ist relativ egal." Die entscheidende Frage lautet bloß: Wie viel Marge hätte die Bank denn gern?

Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe der ZEIT, die Sie am Kiosk oder online erwerben können.

18,45 Prozent, so viel knöpft die Sparkasse Attendorn im Sauerland ihren Kunden für die geduldete Kontoüberziehung ab und ist damit einer der Spitzenreiter. "Ganz pauschal, das ist auch nicht verhandelbar", gibt sich die Sparkasse hart. Sie selbst findet das nicht so dramatisch: "Das tut ja keinem weh, wenn auf diese Weise mal ein paar Tage überbrückt werden müssen." Mancher Kunde, der in den Miesen ist, wird das anders sehen.

Auffällig ist auch, wie kräftig die Großbanken hinlangen: Die Targobank, bis 2008 als Citibank bekannt, führt in dieser Gruppe die Liste unserer Leser an. Wer bei der Targobank mit maximal 100 Euro in den Miesen ist, zahlt zwar gar keine Dispo-Zinsen, darüber hinaus wird es aber richtig teuer. Dann verlangt sie für das sogenannte Komfort-Konto jährlich 13,99 Prozent und dazu eine monatliche Zusatzgebühr von 4,95 Euro, wenn man den Dispo überschreitet. Direkt dahinter folgt die Deutsche Bank mit 12,25 Prozent und einer Strafgebühr von 6,90 Euro pro Quartal für Dispo-Überzieher. Auch die Postbank langt kräftig zu mit 12,3 Prozent. Für solche Höhen haben Juristen ein Wort: Wucher. Die Großbanken entgegnen: "Wer so etwas sagt, hat keine Ahnung. Viel teurer als der Marktschnitt sind wir auch nicht." Nur namentlich zitiert werden will damit niemand. Aus den Daten wird deutlich: Es scheint reine Willkür zu sein, wie kräftig einzelne Institute zulangen.

So entstand die Deutschlandkarte

Erst haben Leser uns die Dispo-Zinssätze ihrer Banken gemeldet. Dann hat die Redaktion die höchsten genannten Werte nachrecherchiert, in vier Fällen jedoch keine Antwort erhalten. Insgesamt wurden die Konditionen von mehr als 300 Banken überprüft. In der Karte sind für jedes Bundesland die zwei höchsten Zinssätze und der Mittelwert aller eingesandten Werte zu sehen.

Natürlich kann es sein, dass es Banken gibt, die noch kräftiger zulangen – unsere Leser-Datenbank mit den Zinssätzen von 691 Instituten erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Ihre Bank noch mehr abzieht, melden Sie es uns gerne unter www.zeit.de/dispo.

Vereinzelt haben Leser auch extrem hohe Zinsen gemeldet, das waren jedoch die Sätze für die geduldete Überziehung des Dispositionsrahmens. Offensichtliche Fehleinträge wurden herausgefiltert.

Die Begründungen dafür sind abenteuerlich. "Wir sind eben eine Premiumbank – nicht nur bei der Beratung, manchmal auch im Preis", sagt der Mitarbeiter einer Großbank. Eine Kollegin von der Konkurrenz zeigt genauso wenig Unrechtsbewusstsein: "Wir müssen eben zusehen, dass wir auch Geld verdienen."

Wo es offizielle Erklärungen gibt, wirken diese wie Nebelkerzen. "Die Höhe orientiert sich an Ihren regelmäßigen Gehaltseingängen", steht beispielsweise in den Konditionen der Sparkasse Münsterland Ost. "Die Zinssätze gelten bundesweit einheitlich", heißt es bei der Postbank. Wieder andere Banken erklären, der Dispo-Zinssatz "ergibt sich aus dem Preisaushang, sofern keine abweichende Vereinbarung getroffen wurde". Bei denen ist der Preis also Verhandlungssache.

© ZEIT ONLINE

Und die Commerzbank senkte den Dispo-Zins zuletzt auf 11,9 Prozent – aber nur für Neukunden. Altkunden zahlen mehr. Sie werden also für ihre Treue bestraft.

Dabei müssen laut einer EU-Verbraucherkreditrichtlinie die Dispo-Zinsen seit 2011 zwingend an einen Referenzzins gekoppelt sein, und an diese Richtlinie müssen sich auch deutsche Banken halten. Einige von ihnen nehmen den Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Viele Institute wählen auch den Drei-Monats-Euribor, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen. Trotzdem finden sie Wege, weiter nach Gutdünken zu handeln. "Das heißt aber nicht, dass auch der Dispo-Zins sinkt, wenn der Euribor sinkt", erklärt ein Banksprecher. Es gebe lediglich "die Möglichkeit, den Preis unter bestimmten Bedingungen anzupassen, wenn der Referenzzins an einem bestimmten Stichtag nennenswert unter einen Durchschnittswert fällt". Ein gutes Beispiel dafür liefert die Großbank UniCredit: Der Drei-Monats-Euribor lag im Juni 2011 bei 1,3 Prozent, fiel ein Jahr später auf 0,66 Prozent und liegt heute bei 0,2 Prozent. UniCredit hob in denselben Monaten erst die Dispo-Zinsen von 12,26 Prozent auf 12,54 und senkte sie Ende des vergangenen Jahres auf 11,15 Prozent ab.

Leserkommentare
  1. ...der von CDU-CSU/FDP, SPD und GRÜNEN unterstützte Kapitalismus.

    Ausbeutung halt.

    Im September sind Bundestags-Wahlen.

    24 Leserempfehlungen
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    Ich finde Ihre Parteienschelte mit Verlaub absolut unangebracht. Jeder weiß, dass das Überziehen des Kontos Geld kostet und jeder kann sich über diese Kosten informieren. Gegebenenfalls kann er dann entweder sein Konsumverhalten dahingehend ändern, dass er sein Konto eben nicht mehr überzieht, oder er wechselt die Bank. Dazu sollte ein mündiger Bürger fähig sein. Es ist nicht die Aufgabe irgendwelcher Parteien oder des Staates, Bürger, die aus Bequemlichkeit oder aus Unfähigkeit zu wirtschaften zu hohe Zinsen zahlen, per Gesetz auch noch zu unterstützen.

    Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/jk

    Sehen sich die oben gezeigten Daten an.
    Sparkasse und Volksbanken sind eben keine Kapitalisten im richtigen Sinne. Die Groß und Privatbanken schon und diese haben kaum überhöhte Dispokredite im Vergleich zu den teils genossenshaftlich und staatlich geführten Banken,

    Hm ist also der Kapitalismus schuld oder die rigorosen Gesetze und verflechtungen des Staates mit den Volks und Sparkassen?

    Wer nicht auf dem Land lebt und die Wahl hat kann den Dispo Zins für seine überschreitung relativ einfach berechnen, wenn er den euribor als referenz nimmt.

    Ich will keine der banken hier verteidigen, aber es sind eben die staatlichen und staatsnahen Banken, die ihre Kunden gnadenlos abzocken und nicht die privaten.

    Ja klar. Was für eine überaus schlimme "Ausbeutung". Schließlich ist die schnelle und unkomplizierte Inanspruchnahme von Konsumkrediten praktisch ein Menschenrecht, das einem nicht durch zu hohe Kosten verwehrt werden darf.

    Diese angeblichen "Wucherzinsen" von 12% sind pro Monat auch nur 1%. Wirklich teuer wird es also nur, wenn man sein Konto wochen- oder gar monatelang überzieht. Für Leute, die das machen, kann ich nicht viel Mitleid aufbringen. Denn natürlich ist das Überziehen des eigenen Kontos kein Menschenrecht. Bis auf den ältesten Teil der Bevölkerung hat zudem praktisch jeder Internet und damit die einfache Möglichkeit zu einer Direktbank zu wechseln, die meist - neben dem kostenlosen Geldabheben an fast allen Automaten - die Option bieten, den maximalen Dispokredit nach eigenen Wünschen festzusetzen - auch auf 0 €, wenn man mag. Das im Artikel genannten Argument der mangelnden Alternativen ist also, was den Großteil der Bevölkerung betrifft, völliger Unsinn.

    ...haben die Pflicht für den Bürger gute Rahmenbedingungen zu schaffen.Es gibt im deutschen Bundestag nur eine Partei, die dafür kämpft, DIE LINKE!

    Alle anderen Parteien sind vom kapitalistischem System gesteuerte Marionetten. Da sind Wucher-Dispozinsen nur ein kleiner Teil der Missstände, für die diese Parteien (außer der LINKEN) die Rahmenbedingungen schaffen!

    • ismus
    • 11. Juli 2013 9:54 Uhr

    völlig schamlose abzocker, nur zu oft 1/2 bis 3/4 kriminell sind, und lassen sich die gesetze in brüssel und berlin mit vielen lobbymillionen auf den leib schneidern? - turbo-gähn!

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    Jaja, und sobald man mit einer Bank in Interaktion tritt, wird man auch noch von mehr Geheimdiensten überwacht, als man an zwei Händen abzählen könnte. Aber, was will man machen, nicht wahr? In einen postmodernen Wir-sind-alle-verdammt-Zynismus verfallen rettet immerhin noch das Ego.

    "...turbo-gähn!"

    Es ist die Resignation der Bürger die der Ausbeute, von welcher Seite auch immer, freie Hand lässt. Das Volk, also die Mehrheit, findet sich damit ab und nichts ändert sich.

    Die die sich empören verändern die Welt, während Resignierte zu Schafen werden.

    • ismus
    • 11. Juli 2013 12:59 Uhr

    weshalb sachlich, wenn es auch persönlich geht... banken bekommen derzeit zu 1% geld, verleihen es zu weit über 10% weiter - abzocke
    beispiel nahrungsmittelspekulation, menschen verhungern deshalb, m. e. kriminell.
    und das tausende von banklobbyisten die demokratie aushöhlen, kann wirklich nur ein ignorant bezweifeln.
    wie dem auch sei, selbstgefällige he-du-hast-es-doch-alles-selbst-in-der-hand-parolen blenden große stücke der realität aus.

  2. Man könnte fast meinen, je billiger die Bank das Geld bekommt desto höher wird der Zins für den Bankkunden.
    ich zahle 13,5% bzw. 18% (bei Überziehung des Dispos)

    Für mich galt schon immer und seit 2009 noch mehr: Der Bankräuber sitzt hinterm Tresen!
    Ab wann gilt eigentlich der Wucherparagraph?

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    Wucher ist zivil- und strafrechtlich sanktioniert. Ich meine, mich an eine BGH-Entscheidung zu erinnern, nach der Wucher indiziert ist, wenn der Preis das doppelte des durchschnittlichen Marktpreises indiziert.

    Wucher kann allerdings bereits früher beginnen, dann muss jedoch umständlich nachgewiesen(!) werden, dass eine Zwangslage oder die Unerfahrenheit des Vertragspartners ausgenutzt wurde. Das könnte bei einem allgemein geltenden Dispozinssatz schwierig werden und das wissen auch die Banken. Daraus erklärt sich auch das teilweise arrogante Verhalten bei Nachfragen.

    Ich will Sie nicht mit den juristischen Feinheiten langweilen. Auf Wikipedia ist das ganz gut zusammengefasst:

    http://de.wikipedia.org/w...

  3. Jaja, und sobald man mit einer Bank in Interaktion tritt, wird man auch noch von mehr Geheimdiensten überwacht, als man an zwei Händen abzählen könnte. Aber, was will man machen, nicht wahr? In einen postmodernen Wir-sind-alle-verdammt-Zynismus verfallen rettet immerhin noch das Ego.

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "banken sind also "
  4. 5. Wucher

    Wucher ist zivil- und strafrechtlich sanktioniert. Ich meine, mich an eine BGH-Entscheidung zu erinnern, nach der Wucher indiziert ist, wenn der Preis das doppelte des durchschnittlichen Marktpreises indiziert.

    Wucher kann allerdings bereits früher beginnen, dann muss jedoch umständlich nachgewiesen(!) werden, dass eine Zwangslage oder die Unerfahrenheit des Vertragspartners ausgenutzt wurde. Das könnte bei einem allgemein geltenden Dispozinssatz schwierig werden und das wissen auch die Banken. Daraus erklärt sich auch das teilweise arrogante Verhalten bei Nachfragen.

    Ich will Sie nicht mit den juristischen Feinheiten langweilen. Auf Wikipedia ist das ganz gut zusammengefasst:

    http://de.wikipedia.org/w...

    8 Leserempfehlungen
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    Ich meine natürlich

    "der Preis das doppelte des durchschnittlichen Marktpreises beträgt"

  5. Ich meine natürlich

    "der Preis das doppelte des durchschnittlichen Marktpreises beträgt"

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Wucher"
  6. Nachdem ich in meiner Studentenzeit verschuldet war (das ist jetzt 25 Jahre her) und dank fetter Dispozinsen etliche Jahre benötigte, da wieder raus zu kommen, habe ich beschlossen, zukünftig nicht mehr als nötig zum Bankeneinkommen beizutragen. Jetzt bin ich mit Tagesgeldkonto meine eigene Bank und gebe mir selber Kredit aufs Giro, den ich später wieder auf das TG zurückzahle. Außerdem gebe ich Freunden Kredit oder leihe mir (wenn nötig) von Freunden und Verwandten zu adäquaten Zinsen (3-4%). Dass Banken Abzocker sind, ist doch mittlerweile Allgemeinwissen. Wir könnten sie alle austrocknen, wir brauchen uns nur alle solidarisieren und gegenseitig helfen.

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    Ich war während meiner Studienzeit (nur drei Jahre her) auch stark verschuldet und habe mich da mühsam wieder herauskämpfen müssen. Dispokredit in Ratenkredit umwandeln (bei gleich hohem Zinssatz natürlich), Ratenzahlungsvereinbarungen mit Inkassounternehmen, Sparwahn etc. pp. Habe gerade meinen KfW-Studienkredit komplett getilgt ;) Jetzt noch BaföG und dann bin ich wirklich "frei".

    Heute habe ich eine extreme Abneigung gegen Schulden entwickelt. Ich halte es mit einem arabischen Spruch "Wer Schulden hat, ist unfrei". Darüber hinaus ist meine Devise auch "Es ist mir lieber, wenn andere mir etwas schulden als umgekehrt." Ich hab noch einen winzig kleinen Dispo damit nicht ganze Buchungen ungeschehen gemacht werden, weil auf dem Konto mal fünf Euro zu wenig sind.

    Ihr Modell mit dem Tagesgeldkonto und dem Girokonto betreibe ich auch. Ich nenne es auch ganz stolz "Leihen bei mir selbst". Das einzige was ich noch in Betracht ziehen würde sind Ratenzahlungsangebote mit 0% Verzinsung, aber auch das nur, wenn ich den eigentlichen Betrag auch in bar zahlen könnte. Dann kann mein Geld schön weiter verzinst werden (Kleinvieh macht auch Mist) während ich abstotter. Ist bis dato jedoch noch nicht vorgekommen.

    Lasst uns doch einfach vom Leben auf Pump Abschied nehmen und es wieder machen wie Oma und Opa und manchmal auch noch Mutti und Papa: Wer sich etwas kaufen will, muss zuerst dafür SPAREN.

    Lasst uns die Bedeutung des Wortes "Schulden", Mehrzahl von "Schuld" ernst nehmen.

    Schon seit vielen Jahren gleiche ich mein Girokonto nach Überziehung sofort von meinem -Tageskonto-aus,denn mir stinken die Wucherzinsen meiner Postbank gewaltig. Mir tun die Leute leid die mit wenig Geld auskommen müssen und mit einer -Dauerkarte- im Überziehungskredit leben,hier werden die Ärmsten der Armen von einer staatlich genehmigten -Geldmafia - abgezockt?

    • ekbül
    • 11. Juli 2013 13:38 Uhr

    Freut mich zu hören, wie sie es mit gutbürgerlichen Primärtugenden aus den Schulden geschafft haben. Leider hat diese Art Eigenlob nix mit dem Artikelinhalt zu tun.

    Hier geht es darum, wie Banken ihre Positionen in wucherischer Art und Weise ausnutzen. Ich fand am Interessantesten den Tankstellenvergleich. Hier wie da hat sich die Gesellschaft aus falsch verstandenem Wirtschaftsliberalismus der Insturmente beraubt, die so etwas kontorllieren könnten.

  7. . Für solche Höhen haben Juristen ein Wort: Wucher." steht oben.

    Bitte belegen Sie Ihre Behauptung, warum soll das denn Wucher sein, wenn es gar nicht evident ist, dass der Durchschnitt der genommen Zinsen nur beispielsweise halb so hoch ist ?

    Eine Leserempfehlung
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    Redaktion

    Hallo,

    es gibt eine offiziell, gerichtsfeste Regelung zum Wucher: Das schreiben wir hier auch: "Den Daten unserer Leser zufolge liegt der Strafzins für die Kontoüberziehung im Schnitt bei 12 Prozent und damit weit über den neun Prozent, die der Bundesgerichtshof in seiner ständigen Rechtsprechung als gerechtfertigt ansieht. "

    Herzliche Grüße
    Marlies Uken

    ...leider nicht ganz richtig:

    "Durch den Übergang der Kompetenzen auf die Europäische Zentralbank, die diesen Schwerpunktzins nicht mehr berechnet, ist ein wichtiger Referenzzins für die gerichtliche Ermittlung wucherischer Zinsen entfallen. Seit Januar 2003 wird die EWU-Zinsstatistik geführt. Diese bietet einen Durchschnittszins für „Konsumentenkredite an private Haushalte mit anfänglicher Zinsbindung von über einem bis fünf Jahre“ als Vergleichsmaßstab an.

    Er liegt im Mai bei 5,0 %,vgl

    http://www.bundesbank.de/...

    Er bezieht jedoch keine Bearbeitungsgebühren mehr ein (wie dies beim Schwerpunktzins der Fall war) und liegt etwa 40 % unterhalb des Schwerpunktzinses. Die neue Vergleichsgrundlage ist unadjustiert ungeeignet, die Funktion des ehemaligen Schwerpunktzinses als Referenz für marktübliche Zinsen zu übernehmen.

    Der Bundesgerichtshof ist der Frag in 2009 aus dem Wege gegangen, es wurde hier die Behauptung aufgestellt, die 12,3 % wären wucherisch, das ist aber nicht der Fall, wenn

    a) der Zins nicht 12 % über den 5 % (Verbraucherkredit) liegt,

    b) und darüberhinaus nicht klar ist, ob die 5 % (dann wären bei 12 % 100 überschritten) auch die Gebühren mitúmfasst.

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