Film "Pacific Rim"Ungeheuer aus der Ursuppe

Wie der Blockbuster "Pacific Rim" die Welt vor dem Menschen rettet. von 

Kaum ein Genre weiß mehr vom Zustand der Weltseele als ein Science-Fiction-Film. Er ist wie ein metaphorischer Schwamm, er saugt begierig auf, was unbeachtet im psychischen Innenraum der Zivilisation herumliegt. Haltlose philosophische Spekulationen, dunkle Zukunftsängste und alte abendländische Rührseligkeiten werden in einem SF-Film verdichtet, erst recht, wenn er von einem Regisseur wie Guillermo del Toro stammt.

Der mexikanische Regisseur (Hellboy, Pans Labyrinth) ist eine Provokation für die Normalvernünftigen. Er ist ein sagenhafter Fantast, ein wilder Magier und ein großes, staunendes Kind. Der bildwütige lateinamerikanische Katholizismus, das Fratzen- und Geisterhafte, hat sich in seine Fantasie eingegraben, und wie es heißt, wollte ihm seine Großmutter einmal den Teufel austreiben. Seit dieser Zeit, sagt del Toro, liebe er Monster. Nur Ungeheuer böten Schutz vor einer Welt, die selbst monströs geworden sei.

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Kaiju heißen die Alien-Monster, die in seinem neuen Film Pacific Rim über die Menschheit herfallen. Die Ungeheuer kommen, das ist ganz wichtig, nicht von außen aus dem Weltall, sie kommen von innen – aus der glühenden Lava der Erdgeschichte, aus einem klaffenden Riss im Bauch von "Mutter Erde". Verglichen mit den Kaiju, sind Dinosaurier so niedlich wie Meerschweinchen. Die Gigamonster trampeln Städte zu Brei, sie knicken Wolkenkratzer wie Zahnstocher, verspeisen die Golden-Gate-Bridge zum Lunch und die Oper in Sydney zum Nachtisch.

Auf den ersten Blick sind die Allesfresser bloße Rachegeister, denn die Menschen scheinen – wie in Lars von Triers Film Melancholia – ihren Untergang nicht anders verdient zu haben. Die Zivilisation hat ihre Chance gehabt, doch jetzt hat sie abgewirtschaftet. Ihre kulturelle Magma ist erkaltet, sie ist mit sich verfeindet und das Herz des Einzelnen hart wie Stein. Auf der Weltuhr schlägt es zwölf. Die Sonne lässt sich nicht mehr blicken, es regnet, und die Apokalypse steht unmittelbar bevor. Ciao, das war’s.

Wie viele Filme derzeit lebt del Toros Monsterwerk von der metaphysischen Angst, die Weltzeit laufe ab und das Ende sei nahe. Schon bald, schon im Jahre 2020, wird in Pacific Rim die Zivilisation vom tödlichen Ursprung bedroht: Die große Gaia, die Erdgöttin aus der submarinen Erdhöhle, schickt ihre Kinder, um sie aufzusaugen und zu verschlucken.

Leserkommentare
    • mwwbf
    • 18. Juli 2013 7:58 Uhr

    Die schwache, und eigentlich schon nach 15 Minuten vorhersagbare, Storryline wird gar nicht erwähnt?

    Auch nichts über die komische Logik?

    Bis auf das CGI ist der Film leider Wertlos. Mit 180 Millionen hätte man wenigstens einen Drehbuchautor beschäftigen können.

    3 Leserempfehlungen
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    Egal.
    Wenn man jeden Film auf die Storyline reduziert stehen selbst die größten Werke ziemlich arm da. Einen Rembrandt kann man in zwei Zeilen beschreiben, Faust auf ein Blatt A4 reduzieren.

    Das Wie ist entscheidend, und wenn der del Toro hier mit Allegorien arbeitet mit Bildern, wie es einem Film zukommt, so ist die Storyline nur ein Element von vielen, was einen Film ausmacht. Wer das nicht verstanden hat, sollte doch besser Bedienungsanleitungen lesen und sich von komplexeren Kunstformen fernhalten.

    Ich habe den Film noch nicht gesehen, kenne aber andere Werke von del Toro und bin neugierig. Von Trailern habe ich noch nie erwartet, dass sie mir den ganzen Film erzählen.

    • hairy
    • 18. Juli 2013 8:06 Uhr

    Die Schurken dürfen für die Spannungskurve besonders fanatisch wütend, nur um dann umso effektvoller... usw.

  1. Egal.
    Wenn man jeden Film auf die Storyline reduziert stehen selbst die größten Werke ziemlich arm da. Einen Rembrandt kann man in zwei Zeilen beschreiben, Faust auf ein Blatt A4 reduzieren.

    Das Wie ist entscheidend, und wenn der del Toro hier mit Allegorien arbeitet mit Bildern, wie es einem Film zukommt, so ist die Storyline nur ein Element von vielen, was einen Film ausmacht. Wer das nicht verstanden hat, sollte doch besser Bedienungsanleitungen lesen und sich von komplexeren Kunstformen fernhalten.

    Ich habe den Film noch nicht gesehen, kenne aber andere Werke von del Toro und bin neugierig. Von Trailern habe ich noch nie erwartet, dass sie mir den ganzen Film erzählen.

    6 Leserempfehlungen
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    "Einen Rembrandt kann man in zwei Zeilen beschreiben, Faust auf ein Blatt A4 reduzieren."

    Mag ich!

  2. Das ist die erste Filmrezension die ohne Nennung eines einzigen Schauspielers auskommt.
    Und das Regisseure auch nur Menschen sind die durch ihre Kindheit geprägt sind ist nicht weiter verwunderlich.
    Sowieso...liest sich der Artikel eher als eine Interpretation als nach Rezension.

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    Der Autor klingt wie einer der Deutschlehrer, denen nur eine einzige Fähigkeit gegeben ist, nämlich Heranwachsenden Literatur für ihr ganzes Leben zu verleiden...

    • L.J.
    • 18. Juli 2013 9:19 Uhr

    noch eine gute Spur schlechter mag sehe sich den Abklatsch "Atlantic Rim" an, der ist selbst auf IMDB ganz unten.

    Eine Leserempfehlung
  3. 6. Exakt

    Der Autor klingt wie einer der Deutschlehrer, denen nur eine einzige Fähigkeit gegeben ist, nämlich Heranwachsenden Literatur für ihr ganzes Leben zu verleiden...

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Premiere"
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    dass er mit den Film verleidet. Mir ist schon bewusst, dass mich im Kino kein 'Woody Allen' erwartet.
    Ich hätte mir mehr Aussagen zu handwerklichen Aspekten des Films gewünscht. Kamera, Sound, Dialoge, Spannung, etc..

  4. dass er mit den Film verleidet. Mir ist schon bewusst, dass mich im Kino kein 'Woody Allen' erwartet.
    Ich hätte mir mehr Aussagen zu handwerklichen Aspekten des Films gewünscht. Kamera, Sound, Dialoge, Spannung, etc..

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Exakt"
    • xNCx
    • 18. Juli 2013 9:41 Uhr

    achja: neon genesis evangelion

    8 Leserempfehlungen

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