Serie Karrieretipps von Martin Wehrle : Das Zitat... und Ihr Gewinn

Jack Welch sagt: Wenn du etwas als richtig erkannt hast, dann tu es – und zwar sofort.

Viele Mitarbeiter werden von einem Stück Papier regiert: der To-do-Liste. Das Unerledigte staut sich dort in erschreckender Länge. Für jede erledigte Aufgabe scheinen zwei neue nachzurücken.

Klug wäre es, der To-do-Liste eine pragmatische Schwester an die Seite zu stellen: die Stop-doing-Liste. Sie sammelt das, was überflüssig ist und nicht mehr getan werden muss. Für Selbstmanagement gilt dasselbe wie für Unternehmensführung: Konzentration bringt Erfolg. Zwar stimmt es, was der Topmanager und langjährige Chef von General Electric, Jack Welch, sagt: Man sollte sofort tun, was man als richtig erkennt. Aber ebenso gilt: Man sollte sofort lassen, was man als unwichtig erkennt. Das schafft Zeit für das Richtige und Wichtige.

Wie legt man eine Stop-doing-Liste an? Gehen Sie Ihre To-do-Liste durch, vor allem die lange aufgeführten, aber immer noch nicht ausgeführten Aufgaben. Muss Ihre Dienstreise zu einem Lieferanten, mit dem Sie in bestem Telefonkontakt stehen, wirklich sein? Braucht es die lange Auswertung, wo doch Stichproben schon die Richtung weisen? Und müssen Sie eine delegierte Routinearbeit, die seit Jahren klappt, immer noch selbst kontrollieren? Vieles wird sich auf die Stop-doing-Liste verschieben lassen.

Martin Wehrle

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher. In seinem aktuellen Ratgeber Sei einzig, nicht artig! fordert er den Leser auf, nichts mehr nur für andere zu tun, sondern alles für sich selbst.

Im zweiten Schritt fragen Sie sich: Welche drei Aufgaben sind die wichtigsten für meinen Arbeitserfolg? Die Antwort sagt gleichzeitig, wie viele Tätigkeiten unwichtig(er) sind. Notieren Sie, was nach Rang drei kommt, gerne bis Rang 25. Und dann können Sie sich kühn fragen: Wenn Tätigkeiten so wenig zu meinem Erfolg beitragen (wie zwischen Rang 20 und 25) – warum erledige ich sie dann eigentlich? Was würde passieren, wenn ich es ließe? Gäbe es jemanden, an den ich sie delegieren oder auslagern könnte?

Im dritten Schritt übertragen Sie Ihre Liste auf Ihr Unternehmen: Was könnte die Firma lassen, ohne Schaden zu nehmen? Tausende Firmen verzetteln sich. Es gibt ein Kerngeschäft, mit dem sie verdienen, und Nebengeschäfte und Formalien, mit denen sie Zeit und Energie verschwenden. Leiten Sie aus Ihrer Liste Vorschläge ab, wie Ihr Unternehmen konsequenter sein Kerngeschäft verfolgen könnte. Oder schlagen Sie eine Sitzung zu dem Thema vor: "Was kann unsere Abteilung ab morgen lassen?" Es könnte die erste Sitzung sein, bei der alle mit ganzem Herzen dabei sind. Konzentration bringt, was Zerstreuung kostet: maximalen Erfolg.

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