Es gehört zu den Rätseln der Gegenwart, warum einige Produkte des Alltags immer besser werden und andere immer schlechter. Warum zum Beispiel kann ein Telefon von Jahr zu Jahr mehr Dinge, während eine Aprikose selbst grundlegende Fähigkeiten nicht mehr beherrscht? Das ist keine rhetorische Frage, hinter der sich eine kulturpessimistische Haltung verbirgt.

Alle Wochenmarkt-Rezepte © Miguel Medina/AFP/Getty Images

Tatsächlich muss es doch eine Antwort geben. Lohnt es sich wirtschaftlich, Telefone schöner und besser zu machen, während es niemandem etwas einbringt, Aprikosen leckerer zu machen? Ist das Pflanzgut schlecht? Werden heute nur noch Sorten gezüchtet, die gut aussehen und sich gut im Lkw transportieren lassen, weshalb der Geschmack leidet? Eine Aprikose von heute hat jedenfalls eine schöne, ebenmäßige Haut, doch ist sie steinhart. So fest und sauer bleibt sie einige Tage – und verwandelt sich dann innerhalb weniger Augenblicke in Matsch.

Wer es geschafft hat, saftige, süße Aprikosen aufzutreiben, wird sie wahrscheinlich auf dem Heimweg aus der Tüte essen. Trotzdem hier der Vorschlag, sie mit Butter und Zucker im Ofen zu backen und zu Vanilleeis zu essen.

Dazu werden die Früchte halbiert und in eine feuerfeste Form gegeben (oder auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech). Man verteilt Butterflocken darüber sowie Zucker und Zimt. Wer einen Rosmarinstrauch auf dem Balkon hat, pflückt ein paar Nadeln ab und gibt sie darüber. Bei 180 Grad bleibt die Form ungefähr 30 Minuten lang im Ofen, bis die Aprikosen weich sind.

Gebackene Aprikosen
(für 2 bis 3 Personen)

5 reife Aprikosen
etwas Butter
2 bis 3 TL Zucker
eine Prise Zimt
Rosmarin (optional)

Dieses Rezept finden Sie in der ZEIT-App als Video