Serie WochenmarktEine Aprikosenschelte

Gute Aprikosen findet man nur noch selten. Wer welche aufgetrieben hat, sollte sie mit etwas Butter im Ofen backen und danach mit Vanilleeis verputzen. von Elisabeth Raether

Es gehört zu den Rätseln der Gegenwart, warum einige Produkte des Alltags immer besser werden und andere immer schlechter. Warum zum Beispiel kann ein Telefon von Jahr zu Jahr mehr Dinge, während eine Aprikose selbst grundlegende Fähigkeiten nicht mehr beherrscht? Das ist keine rhetorische Frage, hinter der sich eine kulturpessimistische Haltung verbirgt.

Alle Wochenmarkt-Rezepte

Alle Wochenmarkt-Rezepte  |  © Miguel Medina/AFP/Getty Images

Tatsächlich muss es doch eine Antwort geben. Lohnt es sich wirtschaftlich, Telefone schöner und besser zu machen, während es niemandem etwas einbringt, Aprikosen leckerer zu machen? Ist das Pflanzgut schlecht? Werden heute nur noch Sorten gezüchtet, die gut aussehen und sich gut im Lkw transportieren lassen, weshalb der Geschmack leidet? Eine Aprikose von heute hat jedenfalls eine schöne, ebenmäßige Haut, doch ist sie steinhart. So fest und sauer bleibt sie einige Tage – und verwandelt sich dann innerhalb weniger Augenblicke in Matsch.

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Wer es geschafft hat, saftige, süße Aprikosen aufzutreiben, wird sie wahrscheinlich auf dem Heimweg aus der Tüte essen. Trotzdem hier der Vorschlag, sie mit Butter und Zucker im Ofen zu backen und zu Vanilleeis zu essen.

Dazu werden die Früchte halbiert und in eine feuerfeste Form gegeben (oder auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech). Man verteilt Butterflocken darüber sowie Zucker und Zimt. Wer einen Rosmarinstrauch auf dem Balkon hat, pflückt ein paar Nadeln ab und gibt sie darüber. Bei 180 Grad bleibt die Form ungefähr 30 Minuten lang im Ofen, bis die Aprikosen weich sind.

Gebackene Aprikosen
(für 2 bis 3 Personen)

5 reife Aprikosen
etwas Butter
2 bis 3 TL Zucker
eine Prise Zimt
Rosmarin (optional)

Dieses Rezept finden Sie in der ZEIT-App als Video

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Leserkommentare
  1. ... da würde ich vorschlagen, Sie kaufen die Aprikosen nicht im Berliner/Hamburger Super-, sondern auf dem Wochenmarkt, zum Beispiel in Buis-les-Baronnies am Stand gleich beim Drehorgelspieler ;-)

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    Da ist ja mal einer ein ganz ein schlauer. 1500 km für ein paar Aprikosen....

    Den Schlaubergerspruch mit dem Supermarkt hätten Sie sich auch sparen können. Als Berliner kenne ich das Aprikosenproblem aus leidvoller Erfahrung! Und ich habe durchaus gute Quellen - für andere Produkte.

    Aber weder der Gemüsehändler meines Vertrauens noch er Marktstand desselbigen kann viel mehr bieten als die im Artikel geschilderten Matschplatschaprikosen.

    In Süddeutschland ist das besser.

  2. oder Aprikose essen, wenden sich nach einem ersten Geschmacksversuch enttäuscht ab.

    Eine Leserempfehlung
  3. Ich empfehle Ihnen Urlaub in der Ukraine, hier stehen naturbelassene Aprikosenbäume in fast jedem Garten. Am besten schmecken sie wenn man sie frisch aus der Sonne pflückt. Schön weich, warm und zuckersüß! Ein Traum auch als Marmelade, getrocknet oder eben als Kuchen! :-)

    Eine Leserempfehlung
    • Hagmar
    • 20. Juli 2013 11:44 Uhr

    Für 5 Aprikosen den Backofen vorheizen und 30 Minuten bei 180 Grad halten?
    Sehr geehrte Frau Raether, glauben Sie mir, ich bin kein Geizkragen, aber manche Ihrer Rezepte sind engergietechnisch derart verwegen, dass mir die Spucke wegbleibt, die sonst bei einem guten Rezept zusammenläuft.
    Hier eine Alternative, die ähnlich schmecken dürfte, ganzjährig verfügbar ist und keine 10 Minuten dauert:
    Eine Tüte getrocknete aber weich und feucht gehaltene Aprikosen wie man sie jetzt überall kaufen kann in der Pfanne mit Butter andünsten, mit Puderzucker überstreuen und - wie gesagt - keine 10 Minuten braten und wenden. Vorsicht, brennt leicht an.
    Das zu Vanilleeis ist ein Gedicht. (Das Rezept ist ein "Nebenprodukt": diese Aprikosenzubereitung plus Mandeln gehört ursprünglich zu einer Lammtajine.)

    7 Leserempfehlungen
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    lecker an :-)
    Aber die gute Küche in Ökobilanz messen? Das gibt es nur in Deutschland :-)

    Redaktion

    Liebe oder lieber Hagmar,

    danke für Ihre Anmerkungen.

    Sie können doch mehr Aprikosen in den Ofen geben, wenn Sie wollen. Die Mengenangaben sind eigentlich vor allem dazu da, das Verhältnis der Zutaten zueinander darzustellen.

    Ihr Rezept klingt auch gut, aber getrocknete Aprikosen sind nun mal geschmacklich etwas ganz anderes, und die trocknen, soweit ich weiß, auch nicht ganz ohne Einsatz von Energie.

    Viele Grüße
    Elisabeth Raether

  4. lecker an :-)
    Aber die gute Küche in Ökobilanz messen? Das gibt es nur in Deutschland :-)

    Antwort auf "Alternative"
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    bei einer solcher Populationsdichte auch unerträglich, wenn jeder machen könnte, was er wollte.

    • filipa
    • 20. Juli 2013 12:42 Uhr

    gibt's vielleicht şekerpare -Aprikosen. Die sehen blass aus und sind klein.
    Aber şeker (scheker gesprochen) heißt nicht umsonst süß...

  5. Da ist ja mal einer ein ganz ein schlauer. 1500 km für ein paar Aprikosen....

    Den Schlaubergerspruch mit dem Supermarkt hätten Sie sich auch sparen können. Als Berliner kenne ich das Aprikosenproblem aus leidvoller Erfahrung! Und ich habe durchaus gute Quellen - für andere Produkte.

    Aber weder der Gemüsehändler meines Vertrauens noch er Marktstand desselbigen kann viel mehr bieten als die im Artikel geschilderten Matschplatschaprikosen.

    In Süddeutschland ist das besser.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Tja, Frau Raether, ..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hab vorige Woche auf dem Wittenbergplatz vollreife bekommen. Nicht die französischen, sondern spanische, die laut Händler schlecht laufen, da sie den Leuten zu weich seien. Die ersten schmeckenden Aprikosen seit 10 Jahren!

  6. Vielen Dank für das saisonal passende Rezept und vor allem für den interessanten Hinweis mit der Vanilleglace.
    Lassen Sie sich bitte nicht entmutigen von den unzufriedenen Leserbriefschreibern, welche ja sowieso nichts anderes zu tun haben, als alle Zeitartikel zu durchforsten um dann ungefragt ihren Senf dazuzugeben.

    Eine Leserempfehlung
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokation. Danke, die Redaktion/sam

    Das kann ich ja gut leiden.
    Kaum ist einer mit einem Kommentar nicht einverstanden, schon äußert er sich angeblich ungefragt.

    Tut er aber gar nicht. Die liebe ZEIT online hat sogar eigens eine Kommentarfunktion eingerichtet, die auch Sie (ungefragt???) genutzt haben.

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  • Schlagworte Aprikose | Süßwaren | Essen | Kochrezept | Kochen
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