Man kann stolz auf sich sein, wenn es einem gelungen ist, für seine Freunde ein mehrgängiges Abendessen zu kochen. Eine schöne Leistung! Noch schöner ist es aber, am nächsten Tag, allein, verkatert, im Bademantel, die Reste aufzuessen. Denn viele Speisen werden auf wundersame Weise über Nacht noch besser. Ein Schmortopf zum Beispiel. Kalte Pizza ist so gut, dass man sich fragt, warum sie überhaupt noch warm gegessen wird. Das hat mit Normen zu tun, die man ruhig mal umkehren kann. So wie manche Leute ja nur deshalb ein Konzert klassischer Musik besuchen, um in den Genuss des sogenannten Konzertschlafs zu kommen: um im Halbdunkel vor sich hin zu schlummern, während der Kopf sanft auf die Schulter des geduldigen Begleiters sinkt.

Gekochter Reis trocknet über Nacht ein wenig aus, weshalb er sich zum knusprigen Anbraten eignet. Es lässt sich daraus ein Essen machen, das die Restaurants der chinesischen Diaspora in Europa und Amerika als fried rice bezeichnen.

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Dazu werden erst Shrimps in etwas Sonnenblumenöl kurz angebraten. Man nimmt sie aus der Pfanne, stellt sie beiseite. In derselben Pfanne schwitzt man wieder in etwas Sonnenblumenöl das Weiße der Frühlingszwiebeln und Ingwer an. Den Reis dazugeben und braten, bis er knusprig ist. Man schiebt den Reis an den Rand der Pfanne und brät die verquirlten Eier auf der anderen Pfannenseite wie ein Rührei an. Wenn sie gestockt sind, mit dem Reis vermengen. Die gepalten Erbsen dazugeben sowie Sojasoße und die Shrimps. Bei kleiner Hitze und unter Rühren weitergaren. Die Erbsen sollten noch Biss haben. Vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer abschmecken und das Grüne der Frühlingszwiebeln darübergeben.

Gebratener Reis mit Shrimps und frischen Erbsen
(für 2 Personen)

150 g Shrimps
etwas Sonnenblumenöl
2 Frühlingszwiebeln (das Grüne und das Weiße in Ringe geschnitten)
ein kleines Stück Ingwer (geschält und gehackt)
120 g gekochter Reis (am besten vom Vortag)
2 Eier
100 g gepalte frische Erbsen
etwas Sojasoße