Karrieretipps : Das Zitat… und Ihr Gewinn

Franz von Assisi sagt: Selig, wer sich vor seinen Untergebenen so respektvoll benimmt, wie wenn er vor seinen Vorgesetzten stünde.

Es gibt kein Meer ohne Wasser, keine Wüste ohne Sand, und es gibt kein Mobbing ohne das Versagen eines Chefs. Zwar stimmt es, dass sich Kollegen auch untereinander mobben, doch wie kommt es dazu? Die meisten Mobbings werden von Führungskräften angestiftet

Anders als Franz von Assisi es fordert, behandeln diese Chefs ihre Untergebenen nicht annähernd so respektvoll wie ihre eigenen Vorgesetzten.

Wer einen Mitarbeiter öffentlich drangsaliert, erklärt ihn zum Freiwild. Die Kollegen nehmen wie Jagdhunde die Witterung auf. Kann sein, dass der letzte freie Stuhl in der Kantine für besetzt erklärt wird, wenn er sich setzen will. Kann sein, dass ihn wichtige Informationen nicht mehr erreichen. Deshalb passieren ihm Fehler. Und weil ihm Fehler passieren, machen ihn die Kollegen noch mehr nieder. Jeder fällt ihm ins Wort. Und hinter seinem Rücken wuchern die bösen Gerüchte. Zum Beispiel, der Kollege wolle die Firma bei der Staatsanwaltschaft anzeigen.

Aber wehe, der Gemobbte wehrt sich! Dann tun die Mobber empört, als wären sie die Angegriffenen. Der Gemobbte bekommt den Stempel des Querulanten, des Versagers, des Kollegenschweins aufgedrückt. Bis er völlig ausgegrenzt ist, bis er zusammenbricht.

Martin Wehrle

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher. In seinem aktuellen Ratgeber Sei einzig, nicht artig! fordert er den Leser auf, nichts mehr nur für andere zu tun, sondern alles für sich selbst.

Was der Vorgesetzte damit zu tun hat? Bei sieben von zehn Mobbings mischt er mit, das hat der Frankfurter Psychologieprofessor Dieter Zapf herausgefunden. Wer ein Mobbing anstiftet, aber mit dem Fortgang nichts zu tun haben möchte, ist ein Heuchler.

Dasselbe gilt für Führungskräfte, die sich als harmlose Zuschauer darstellen: "Das sollen die Mitarbeiter unter sich ausmachen!" Genauso gut könnte ein Schiedsrichter beim Fußball tatenlos zuschauen, wie eine Mannschaft die andere tätlich angreift. Die Fouls würden immer härter, weil die foulende Mannschaft das mangelnde Eingreifen des Schiedsrichters richtig deuten würde: als heimliche Zustimmung.

Der Vorgesetzte ist dafür da, dass er die Regeln des Umgangs vorlebt und einfordert. Jedes Mobbing ließe sich im Keim ersticken, wenn der Chef rechtzeitig Partei ergriffe – für die Gemobbten! Und wenn er von dem Mobbing nichts mitbekommt? Dann gleicht er einem Schiedsrichter, der am laufenden Band Tätlichkeiten übersieht. Dafür zu sorgen, dass sein Team harmoniert, ist der Beruf einer Führungskraft. Wer das nicht schafft, hat seinen Beruf verfehlt.

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Kommentare

8 Kommentare Kommentieren

Und sie selbst?

Waren Faktisch auch eine Führungskraft, Glauben Sie alle Mitarbeiter fanden Sie immer nett, Sympatisch, Sozial? Es Könnte sein das Sie auch Mobbing, ohne es zu Wissen betrieben / unterstützt haben.

So werden sich Mitarbeiter ein Bild über Sie gemacht haben, was Sie, würden Sie es erfahren, schwer wundern würde, obwohl Sie eigentlich ein netter Mensch sind, das unterstelle ich Ihnen jetzt mal :-)
Auf jeden Fall waren Sie "keiner von denen", Sie waren einer von "denen da oben".

Soweit ich mitbekommen habe, soll ich als Führungskraft immer sehr Fair gewesen sein, so würde ich mich auch einschätzen. Und trotzdem bleibe ich dabei, Persönliche Streitereien sind in erster Linie Angelegenheiten der Mitarbeiter, ich kann max. Versuchen zu vermitteln, aber eine Stellung beziehen ist das schlechteste was man machen kann.

Es kommt auch immer auf die Firmenstruktur an, ich für meinen Teil habe meist in kleineren Firmen gearbeitet, und einige Jahre eine Filiale geleitet.
Ich könnte mir vorstellen das es in größeren Firmen anders ist aber bleibe dabei, das man gegen Mobbing etwas tun kann.

Denn meine Lebenserfahrung hat bisher gezeigt, das die meisten! nette Menschen sind, ergo, wird das Mobbing Opfer bei berechtigter Kritik bei der Mehrheit Gehör finden.

Wenn man nun weit & breit keine Zustimmung findet, also weder bei der Führungsetage, noch bei den Kollegen, (Freunden) KÖNNTE es auch sein, das dass Problem anders gelagert ist.

PS:
"Kompetenzamöbe" finde ich trotzdem Witzig :-)

Führung ist leider kein Ausbildungsberuf

.. zu oft werden Fach"arbeiter" als Belohung hochgelobt und sie finden sich in Arbeitsfremden Konstellationen wieder. Plötzlich sollen sie für Menschen verantwortlich sein: Sie können es nicht!

Dann kann es sein das die eigene Inkompetenz an einem rangniederen Mitglied des Unterenehmens ausgelassen wird. Mit Mobbing aus der (Selbst)Krise!

Gute Führung ist Training und Ausbildung und nicht Gott gegeben. Nur leider hat in Deutschland der Begriff "Führer" ein braunes Geschmäckle.