SyrienDie PR des Diktators

Das Assad-Regime gibt vor, gegen Dschihadisten zu kämpfen. Doch das ist nur Propaganda. von Bente Scheller

Kämpfer der "Freien Syrischen Armee" an der Front Otaiba, in der Nähe der Hauptstadt Damaskus. Die FSA-Rebellen liefern sich auch Gefechte mit islamistischen Einheiten

Kämpfer der "Freien Syrischen Armee" an der Front Otaiba, in der Nähe der Hauptstadt Damaskus. Die FSA-Rebellen liefern sich auch Gefechte mit islamistischen Einheiten  |  © Reuters/Mohamed Abdullah

Als sich unter syrischen Flüchtlingen im Libanon herumsprach, dass Deutschland 5.000 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufnehmen will, waren viele erst begeistert. Als allerdings bekannt wurde, dass Innenminister Hans-Peter Friedrich und andere Politiker laut darüber nachdachten, bevorzugt Christen aufzunehmen, weil diese "besonderem Verfolgungsdruck" ausgesetzt seien, trübte sich die Stimmung.

Minderheitenschutz ist ein Pfeiler der Menschenrechtspolitik, und dass in Syrien langfristig eine Gefahr für Minderheiten besteht, bestreitet niemand. Amnesty International warnt, dass im Falle eines Regimesturzes vor allem die Alawiten, denen Präsident Baschar al-Assad angehört, Racheaktionen fürchten müssen.

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Doch derzeit sehen weder internationale noch syrische Menschenrechtsorganisationen Belege für eine systematische Verfolgung von Christen. Wenn man davon sprechen kann, dass es eine Gruppe besonders hart trifft, dann ist das derzeit die sunnitische Mehrheit. Doch dass man die Mehrheit vor einer Minderheit schützen muss, passt nicht in unser Bild. Dass die mutmaßliche Christenverfolgung in Deutschland dennoch immer wieder beschworen wird, liegt nicht zuletzt an der geschickten Propaganda aus Damaskus: So wird der angeblich allgegenwärtige Demonstrationsslogan "Alawiten in den Sarg, Christen nach Beirut" zwar von Artikel zu Artikel kopiert, nur in Syrien hört man ihn nicht. Auch einige Geistliche aus der Region sowie die Nachrichtenagentur des Vatikans verbreiten Schauergeschichten über vertriebene oder ermordete syrische Christen, die direkt aus dem PR-Fundus des Regimes stammen und der Überprüfung nicht standhalten.

Andere christliche Autoritäten verwahren sich gegen diese Propaganda. Unter ihnen der derzeit unter unklaren Umständen in Syrien verschwundene Pater Paolo dall’Oglio, der dreißig Jahre lang in Syrien gelebt und eine interreligiöse Begegnungsstätte im Kloster Deir Mar Moussa in der Nähe von Homs unterhalten hat. Er hat unlängst den Papst in einer Petition ersucht, persönlich der "systematischen Manipulation der katholischen Meinung" durch Geistliche nachzugehen. Auch der apostolische Nuntius in Syrien, Mario Zenari, sieht keine Anzeichen für eine Verfolgung. Manche Christen kämpfen aufseiten des Regimes, andere sitzen wie in der Stadt Jabrud nördlich von Damaskus im örtlichen Revolutionsrat, die meisten verhalten sich neutral.

Dr. Bente Scheller

Politologin, leitet das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut

Nur passt es einfach zu gut in die westliche Wahrnehmung nahöstlicher Krisen, den Konflikt in Syrien auf rein konfessionelle Bruchlinien zu reduzieren. Demnach dominieren radikale Islamisten – soll heißen: Terroristen – den Aufstand gegen Assad. Deren Präsenz ist zweifellos ein enormes Problem, ihre Kampfkraft ist aber keineswegs so groß, wie die Schlagzeilen in einigen westlichen, auch deutschen, Medien suggerieren. Erst durch den jüngsten Ausbruch des Konfliktes zwischen der Freien Syrischen Armee und islamistischen Gruppen wurde deutlich, dass die Salafisten weder die einzige noch die einzig wichtige Gruppe der Opposition bilden.

Das syrische Regime weiß, wie wirkungsvoll der öffentliche Vorwurf des Terrorismus ist. Er haftete ja lange genug an Damaskus. In den 1980ern war Syrien unter anderem wegen seiner Verwicklung in terroristische Anschläge in Berlin und Aachen international geächtet. In den 1990ern kam es zwischen der Türkei und Syrien wegen der Unterstützung der PKK fast zu einem Krieg. Und nach 2005 war das Regime wegen seiner mutmaßlichen Rolle bei der Ermordung des ehemaligen libanesischen Premierministers Rafik Hariri und einer Reihe von Anschlägen auf Kritiker des syrischen Regimes im Libanon international so gut wie isoliert.

Seit 2011 hat die Führung alles darangesetzt, die Oberhand zu gewinnen. Schon in den ersten Monaten der Revolution, als Tausende von Menschen mit erhobenen Händen auf die Straßen strömten, um zu zeigen, dass sie unbewaffnet sind, und lange bevor es die Freie Syrische Armee oder die islamistische Jabhat al-Nusra gab, bezeichnete Assad die Demonstranten als Terroristen.

Dabei waren es die syrischen Geheimdienste, die von 2003 an maßgeblich die Entstehung einer dschihadistischen Terrorszene beförderten: Nachdem die Amerikaner den irakischen Diktator Saddam Hussein gestürzt hatten, wollten Tausende Radikale aus Saudi-Arabien, Libyen, Kuwait und anderen Staaten ins Land – und nahmen die Route über Damaskus. Dort wurden sie am Flughafen empfangen, in Bussen zur irakischen Grenze gebracht und oftmals in Camps auf den Kampf vorbereitet. 2007 entdeckten US-Geheimdienstler ein ganzes Archiv mit Informationen über Hunderte ausländische Dschihadisten, die über Syrien in den Irak gebracht worden waren. Es lag damals im strategischen Interesse von Damaskus, den US-Truppen dort das Leben so schwer wie möglich zu machen. Der Regierung von US-Präsident George W. Bush sollte jede Ambition genommen werden, auch in Syrien einen regime change wie in Bagdad zu versuchen.

Damals wurde detailliert über Syriens sinistre Rolle berichtet. Heute wird sie in Washington, London oder Berlin gern verdrängt. Stattdessen finden sich zunehmend Anhänger der Version, Assad und seine alawitischen Truppen kämpften für ein säkulares Syrien gegen ausländisch gesteuerte Dschihadisten.

Damit ist eine perfide Dynamik in der Berichterstattung und in der äußeren Wahrnehmung des Syrienkonflikts in Gang gesetzt worden. Statt die Revolution als einen Volksaufstand zu begreifen, der durch ein autoritäres Regime brutal niedergeschlagen wird, dreht sich ein Großteil der Diskussion im Westen um die radikale Minderheit der Aufständischen. Die Revolution wird mit Salafisten identifiziert, die, wenn nicht jetzt, so doch in Zukunft vor allem Christen verfolgen werden.

Assads Propaganda, die sehr effektiv mit westlichen Ängsten spielt, zeigt Erfolg. Sie hat ihm und seinem Vorgehen zwar nicht mehr Sympathien gebracht, aber die Opposition diskreditiert. Die Debatte über eine Schutzverantwortung der internationalen Gemeinschaft, die horrende Zahl von mittlerweile über 100.000 Toten, die Berichte von Gefolterten und Verschwundenen sind längst in den Hintergrund getreten. Selbst glaubhafte Meldungen über den Einsatz von Chemiewaffen – von den USA im vergangenen Jahr noch als "rote Linie" bezeichnet – haben nicht zu einem Aufschrei geführt. Vielmehr wird nun automatisch eingewandt, man könne aus Syrien keine verlässlichen Informationen bekommen. Auch wenn es mittlerweile kaum noch einen Ort in Syrien gibt, an dem das Regime unangefochten herrscht: Damaskus hat sich einen guten Teil der Definitionshoheit darüber zurückerobert, was in diesem Krieg als Fakt gilt.

Internationale Hilfe erfolgt weiterhin weitgehend über die UN und somit unter der Kontrolle der syrischen Regierung in deren Hochburgen. Was Hilfen für die befreiten Gebiete im Norden des Landes betrifft, die durchaus erreichbar wären, wird jeder Cent daraufhin umgedreht, ob er nicht vielleicht in die "falschen Hände" geraten könnte. Dort kommt eher die Hilfe von Gruppen an, die jene Radikalisierung bestärkt, vor der der Westen sich am meisten fürchtet.

So macht sich der Westen in Syrien zum Gefangenen seiner eigenen schlimmsten Erwartungen – anstatt zu versuchen, das Schlimmste zu verhindern.

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Leserkommentare
  1. .... http://www.zeit.de/politi...

    "Gibt er den Rebellen Flugabwehrraketen, könnten diese in die Hände von Al-Kaida fallen und die zivile Luftfahrt bedrohen."

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    http://www.zeit.de/politi...

    "Der US-Geheimdienst CIA und Eliteeinheiten trainieren in Jordanien mehr als 5.000 Kämpfer der Freien Syrischen Armee."

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    http://www.zeit.de/politi...

    "Die Freie Syrische Armee steckt in der Krise, die moderate Opposition ist handlungsunfähig. Das Vakuum füllt jetzt eine Al-Kaida-Gruppe."

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    http://www.zeit.de/politi...

    "Ihre Bataillone bestehen hauptsächlich aus Ausländern – Irakern und Saudis, Ägyptern, Libyern und Tunesiern, Tschetschenen, aber auch Europäern, etwa aus Bosnien. Sie kämpfen für ein islamistisches Kalifat – Demokratie und Freiheitsrechte für die syrische Bevölkerung gehören nicht zu ihren Zielen."

    ---

    Also eine gewisse Nähe zum Islamismus und Fundamentalismus lässt sich nicht abstreiten. Ob das PR ist? Wohl kaum, so wie der Westen gegen Assad Stimmung macht (er ist unser Feind geworden), werden unsere Medien wohl kaum ungeprüft seine Propaganda übernehmen und hier wiedergeben.

    69 Leserempfehlungen
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    Das d Regime gibt nicht nur vor gegen Jihadisten zu kämpfen, es kämpft TATSÄCHLICH gegen Jihadisten.

    Gewisse Think Tanks und ihre Schreiber wollen jedoch wie im Falle Afghanistan Ende der 70er Jahre die Gotteskämpfer (Mujaheddin) als „Freiheitskämpfer“ verkaufen, weil dies den geostrategischen und politischen Interessen nutzt!

    Nur zündet diese Propaganda nicht so richtig, denn die Jihadisten stellen selbst Videos ins Netz, in denen sie mit einem Allahu Akbar Shiiten, Christen, Alawiten und sunnitische „Verräter“ mit einem Schwert köpfen oder massenweise Soldaten, die sich ergeben hatten, exekutieren!

    Hier ein kleiner Überblick über die "Freiheitskämpfer", die nun laut Assad-Propaganda Jihadisten sind!

    http://www.nzz.ch/aktuell...

    http://www.youtube.com/wa...

    http://www.youtube.com/wa...

    http://www.youtube.com/wa...

    http://www.youtube.com/wa...

    http://www.youtube.com/wa...

    Für welche Freiheit argumentiert der Botschafter? Hier wendet er sich eindeutig gegen die Islamisten, die Terroristen sind. Wenn man in diesen Zusammenhang die Ausbildung der CIA erwähnt, ohne die Sorge der USA zwischen Islamisten und FSA zu erwähnen, was zu dementsprechenden Verhalten führt, der legt den kurzen Schluss nahe, die CIA würde die Terroristen ausbilden.

    In Ägypten nimmt er Partei für die Muslimbrüder und gegen das Militär, welches von den USA finanzielle Unterstützung erhält. Dabei erwähnt er sogar die Militärdiktaturen in Lateinamerika, welche gegen Kommunisten installiert wurden. Die Räumung der Camps durch die Sicherheitskräfte verurteilt er als Mord und fordert erfundene Menschenrechte für die Muslimbrüder.
    http://www.zeit.de/politi...

    Dabei ignoriert er, dass Artikel 2, 2c der europäischen Menschenrechtskonvention ausdrücklich die Tötung zur Niederschlagung eines Aufruhrs und Aufstands zulässt. Zudem verweigerten gerade die Muslimbrüder das Menschenrecht auf Gleichstellung aller Menschen unabhängig von Unterscheidungsmerkmalen.

    Wäre nicht die Gemeinsamkeit der Opposition zur USA, dann wäre seine Argumentation schizophren. Aber welchem Gegner der USA sollte man schon folgen? Russland? China? Islamisten?

    Vielleicht sollte man einfach die Demokratien und Menschenrechte der EU positiv stärken!

    Bei allen Mängel existiert etwas besseres derzeit nicht!

    • ReTaro
    • 18. August 2013 14:03 Uhr

    Sehr geehrter Autor, die von Ihnen Angegeben "Tatsachen" sind nicht haltbar und haben starke Zusammenhänge mit Veröffentlichten Artikeln in anderen Deutschen Medien ! Hier muss man sich die Frage gefallen lassen, ob Ihre Neutralität als Journalist noch gewährleistet ist ? Festzustellen ist; UN Kommission und mehrere "Freie" Beobachter; bewiesen das die FSA/AL Nursa und andere im Sinne für einen Gottesstaates kämpfen. Menschrechtsverletzungen; Verbrechen gegen die Menschlichkeit und schwere unmenschliche Massaker sind den "Revolutionären" vorzuwerfen ! Anzumerken ist das Al Assad demokratisch gewählt wurde, eine Opposition zugelassen und die Bevölkerung zu 70 % hinter Assad steht. Ich kann der Redaktion gerne die Artikel die im höchstmaße "Gleiche Wortwahl" haben gerne zu kommen lassen ! Verstehen Sie; hier geht es um mehr als einen Diktator zu stürzen. Das Assad PR wirkt; hat auch damit zu tun, das die Menschen Ihren Lügen keinen glauben mehr schenken.

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    • vyras
    • 18. August 2013 17:33 Uhr

    ... Frau, und zweitens ist sie keine Journalistin. Auch in Deutschland scheint das Wechseln von Regierungsseite zu sogenannten NGOs und zurück, vorzukommen, wie man es aus den USA kennt (AI, HRW).

    Meinem Eindruck nach haben sich viele dieser Organisationen zu Unterstützern der Regierungspolitik verändert, das Ganze unter dem beschönigenden Etikett "non governmental".

    "Before joining HBS, she spent two years working for the German foreign office at the German embassy in Damascus, Syria taking care of political affairs." http://www.af.boell.org/w...

    Abgesehen davon, dass du zurück weist, was im Artikel gar nicht bestritten wurde, verbreitest du selbst Propaganda!

    Wenn Assad demokratisch gewählt wurde, dann müssen wir das auch Honecker zugestehen. Und in Ägypten kann man nicht Mursi, sondern einzig den geputschten Demokraten Mubarak wieder ins Amt einsetzen!

    Ein Drittel der Bevölkerung auf der Flucht plus befreite Gebiete spricht deutlich gegen Assads 70% Mehrheit!

    Aber die Lüge überhaupt ist, dass Syrien säkular sei! Was steht denn in Assads Verfassung vom 26/02/2012?

    Art. 3, 1 der Präsident muss muslimischen Glaubens sein.
    Art. 3, 2 ist die islamische Rechtsprechung die primäre Grundlage der Gesetzgebung.
    Art. 3, 3 die Religionsfreiheit wird für andere Glaubensarten nur soweit garantiert werden, wie sie die öffentliche Ordnung nicht gefährden.
    http://vida-autarquia.blo...

    Wenn ein Nichtmuslim nicht Präsident werden kann, dann ist Syrien weder säkular, noch wird das Menschenrecht auf Gleichstellung aller Menschen unabhängig möglicher Unterscheidungsmerkmale geachtet!

    Die islamische Rechtsprechung als PRIMÄRE Grundlage der Gesetzgebung ist doch das Kriterium für einen islamischen Gottesstaat. In anderen arabischen Ländern wird die Sharia als EINE Quelle der Gesetzgebung unter mehreren gesehen.

    Assad ist keineswegs die bessere Alternative!

    ...allein Ihre Bemerkung, dass Al Nusra und FSA für einen Gottesstaat kämpfen zeigt, wie wenig Sie über Syrien wissen. Al Nusra ist definitiv für einen Gotteststaat...die FSA ist die Freie Syrische Armee und ist die demokratische Opposition für ein unterdrücktes Volk. Die Proteste wurden wie wir ja nun alle wissen von Assad blutig niedergeschlagen - gegen Menschen die ohne Waffen auf die Strassen gegangen sind! Der Autor hat hier vollkommen recht!!
    Meine Frau ist Syrerin, Ihre ganze Familie lebt dort. Die unglaublichen Erlebnisse Ihrer Familie und die Taten von Assad werden in keinem westlichen Medium genannt. Asad ist ein Barbar und Tyrann, der nur darauf erpicht ist, an der Macht zu bleiben.
    Wie kommen Sie bitte darauf, dass Assad einen Rückhalt von 70% der Bevölkerung hat?? Haben Sie eine Statistik dazu? Es gibt keine Informationen über Syrien aber Sie wissen, dass 70% der Bevölkerung hinter Assad steht? Schon komisch...
    Der Westen müsste schnellstens die FSA unterstützen bevor noch mehr Blut vergossen wird. Die Al Nusra soll sich sonst wohin scheren und Assad soll ins Exil nach Russland. Unglaublich, dass ein Mensch sein eigenes Volk abschlachtet um an der Macht zu bleiben und Sie unterstützen noch solch einen Tyrann!

    • ReTaro
    • 19. August 2013 19:36 Uhr

    Ich persönlich stehe in Kontakt mit Flüchtlingen, ich lebe in Berlin und ein neues Zentrum für Flüchtlinge hat gerade geöffnet. Da ich Beruflich mit Politik und Geschichte zu tun habe, konnte ich nicht wiederstehen und habe einige Menschen persönlich angesprochen ! Die Größte Pro Assad Demo fand übrigens hier in Berlin statt; berichte über den Beginn des Aufstandes lassen vermuten, hier wird mächtig gelogen ! Es tut mir leid für die Familie ihrer Frau, ehrlich. Viele Menschen aus Syrien hatten vor dem Bürgerkrieg durchaus ein angemessenes Leben. Ich selbst kenne Menschen die in Syrien noch vor 3 Jahren regelmäßig Urlaub gemacht haben. Aus deren Erfahrungen entnehme ich das ihre Vorwürfe mir gegenüber nicht haltbar sind. Übrigens ist die FSA überlaufen worden; nachweislich ! Sie wollen einen Gottesstaat nach dem Vorbild der Taliban in Afghanistan. Ich persönlich finde Al Assad auch nicht richtig, bin aber der Meinung das Ruhe und Ordnung wieder hergestellt werden müssen. Danach kann Assad gerne ins Exil.

  2. Auch in Deutschland glaubt man zunehmend, dass vor allem Islamisten gegen die Führung in Damaskus kämpfen. Doch der Westen geht damit nur deren Kriegs-PR auf den Leim. Ich hoffe die deutsche Regierung ist besser informiert.

    2 Leserempfehlungen
    • zfat99
    • 18. August 2013 14:05 Uhr

    ... der Autor scheint wirklich zu glauben, was er geschrieben hatte!

    via ZEIT ONLINE plus App

    42 Leserempfehlungen
    • tb
    • 18. August 2013 14:06 Uhr

    eines Beobachters vor Ort.

    Ich fürchte nur, dass diese Einschätzungen weder Einfluss auf die offizielle Politik Deutschlands noch auf die Haltung der Grünen haben wird.

    Und das ist wirklich bedauerlich.

    6 Leserempfehlungen
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    • lxththf
    • 18. August 2013 14:17 Uhr

    vielleicht sollte die Autorin einfach mal den Weltspiegel schauen, oder die unzähligen Dokumentationen, Artikel und Diskussionen verfolgen.
    Die Gräuel des Regimes sind ein Fakt und nicht zu leugnen, dass der Opposition jedoch ebenfalls und bestens dokumentiert und Fakt ist auch, dass es radikalislamistische Zonen gibt. Fakt ist auch, dass viele Christen vertrieben wurden. Es gibt genügend Berichte aus den Lagern der Flüchtlinge.
    Aber gerne könnte der Artikel mit klaren Fakten und Zahlen kommen.

  3. Die Lage ist völlig unüberschaubar, die einen sagen so, die anderen so.

    Aus diesem Grund: Vollständiges Heraushalten des Westen!

    Kein Geld, keine Waffen, keine Truppen! Gar nichts.

    Jegliches Eingreifen des Westens ist falsch und wird immer zu weiteren Eskalationen auch außerhalb Syriens führen, ganz egal, welcher Seite wir helfen. Die Situation ist völlig unkontrollierbar, die Konsequenzen immer katastrophal.

    17 Leserempfehlungen
  4. "Damit ist eine perfide Dynamik in der Berichterstattung und in der äußeren Wahrnehmung des Syrienkonflikts in Gang gesetzt worden. Statt die Revolution als einen Volksaufstand zu begreifen, der durch ein autoritäres Regime brutal niedergeschlagen wird, dreht sich ein Großteil der Diskussion im Westen um die radikale Minderheit der Aufständischen."

    Anstatt die Vorspiegelung einer Umsturz-Werbung willfährig zu "begreifen", haben alle Medien das "Aktivisten-Szenario" durchaus vielfältig beleuchtet und durchschaut. Das war in Libyen noch nicht so gegeben. Ein freiheitlicher Fortschritt.

    Wenn an diesem Aufstand etwas "perfide" ist, dann die Verteidigung der Taktik, Polizisten und Soldaten in Syrien umzubringen und die Reaktionen darauf dann Präsident Assad in die Schuhe zu schieben.

    Hunderte, vielleicht Tausende junge Leute, sind aus Europa nach Syrien gereist, um sich dort zum zivilcouragierten "Kämpfer für die gute Sache" ausbilden zu lassen. Das wird sich in den westlichen Heimatländern noch bitter rächen, wenn die zurückströmen.

    "Assads Propaganda, die sehr effektiv mit westlichen Ängsten spielt, zeigt Erfolg."

    Es ist eher so, daß die Propaganda der hiesigen Nachrichtendienste und deren Zuträger durch die Umstände heute weniger in der Lage sind, den Menschen ihre Alltagserfahrungen auszureden.

    14 Leserempfehlungen
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    höchst interessant
    http://www.zdf.de/ZDFmedi...
    Man sieht immer wieder ein ähnliches Vorgehen seitens der Westmächte

    • dispot2
    • 18. August 2013 18:37 Uhr

    http://www.liveleak.com/v...
    "Rapper joined mujaheddin group in Syria".
    Ein konvertierter Berliner "Gangster Rapper". Durchaus interessant auch seine YT-Videos.
    Ich verstehe das nicht: wir sind alle in die Schule gegangen und haben beigebracht bekommen, unseren Verstand zur Lösung von Problemen einzusetzen. Wieso nimmt man dann eine Religion an, die einem das Denken komplett abnimmt? So etwas ist für mich nur durch niedrigen IQ zu erklären.

    Und daher bei aller Kritik an Assad: immer noch besser, als ein neuer Gottesstaat zwischen Türkei und Israel. Die Infiltration der Islamisten hat den "Volksaufstand" komplett entwertet. Die Gleichung "der Feind meines Feindes ist mein Freund" geht nach knapp 100.000 Toten nicht mehr auf. Islamischer Extremismus ist eine Plage der Menschheit, mit der sich niemand solidarisieren sollte. Auch und gerade nicht Autoren der Heinrich-Böll-Stiftung.

    Sie können keinen Konflikt nachvollziehen den sie nicht von Anfang an betrachten.

    Sie haben einen Knick in ihrer Logik und der geht so:

    Die syrische Opposition ist seit Jahrzehnten tätig. Es gab einen intensiven Dialog zwischen Assad und der Opposition über den Zeitraum von mehr als 10 Jahren. Diesen Dialog hat Assad zunehmend mit den repressiven Methoden einer Diktatur beantwortet - schon lange vor dem jahr 2011.

    Und plötzlich kommen sie aus ihrem Loch gekrochen und behaupten - Alarm - Alarm - ist ja plötzlich und unverhofft alles voller islamistischer Terroristen in Syrien - da muß der Assad aber mal ganz fix mit seiner Shabiha aufräumen.

    Merken sie wenigsten noch wie dämlich dieser Ansatz ist - nämlich ohne die
    Geschichte von vor 2011 zu betrachten - nach 2011 ausschließlich von Terroristen zu sprechen?

  5. das sind Tatsachen die auf hunderten wenn nicht tausenden Videos dokumentierten Verbrechen der sogenannten Opposition (nicht nur den absoluten Hardcore-islamisten der ISIS und Al-Nusra, sondern auch die zahlreichen Verbrechen immerzu begleitet von Allahu Ackbar-Rufen belegen das. Die Rebellen haben eine Vorliebe alles aufzuzeichnen was sie so anstellen, die Dunkelziffer liegt natürlich noch weit höher.

    Es gibt keine moderaten und weltlichen Rebellengruppen, die wenigen Demokraten in Syrien spielen auf dem Schlachtfeld keine Rolle und taugen höchstens noch der westlichen Presse zur Propaganda.

    Die 5000 Flüchtlinge die hier aufgenommen werden sind ein Witz, es sind Millionen auf der Flucht vor den Rebellen.

    Eine Gruppe der Rebellen der ein einschlägig bekannter Deutscher Salafist angehört eine Gruppe alawitischer Geiseln genommen (ausschließlich Kinder und Frauen). Das ist nun ein paar Tage her wurde aber verschwiegen, diese Geiselnahme war Teil der neuen Rebellenoffensive in Latakia. Angeblich wollen sie eigene Kämpfer freipressen, wo bleibt die Berichterstattung zu solchen Taten?

    http://www.liveleak.com/v...

    "German Salafist Reda Seyam participated in mass kidnapping of women and children in Latakia."

    32 Leserempfehlungen
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    • tb
    • 18. August 2013 15:43 Uhr

    Mein arabisch ist zu schlecht um zu verstehen, was da gesagt wird.

    Warum dieser Deutsche mit ägyptischen Wurzeln, der anscheinend auch an den salafistischen Gewalttaten in Bonn beteiligt ist, sich nicht in Polizeigewahrsam befindet, ist wirklich bedenklich.

    Fraglich bleibt jedoch, warum die gut ausgerüstete und zahlenmäßig starke syrische Armee, hinter der ja dann auch Millionen treuer Assad-Anhänger stehen müssten, nicht mit der ganz kleinen Zahl von "Rebellen" fertig wird?

    Wieso fliehen Millionen von Syrern angeblich vor "Aufständischen" und werden nicht von "ihrer" Armee beschützt ?

    Oder ist es nicht eher so, dass die syrische "Armee" ein sowohl vom Diktatoren-Vater Assad als auch vom Diktatoren-Sohn als Terrorinstrument zum Machterhalt eingesetzt wird.

    Und genau vor diesem Terrorapparat fliehen grosse teile der Bevölkerung.

    • dispot2
    • 18. August 2013 18:55 Uhr

    Es sind tausende Videos im Netz, teils von den Rebellen selbst gedreht, teils von ausländischen TV-Teams. Es gibt sogar eine umfassende hervorragende Doku der abchasischen Network News Agency (ANNA), die im zerstörten Aleppo mit Rebellentrupps in den Ruinen herumklettert und zig Zivilisten interviewt, die dort jeden Tag ums Überleben kämpfen.

    Man kann sich ein ziemlich klares Bild machen, wenn man will, auch von Aktionen der Regierungstruppen wie die gestrige Zerstörung eines Wohnhauses mit vielen Opfern in Aleppo.

    Die Mittel zur Meinungsbildung sind vorhanden.

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  • Schlagworte Baschar al-Assad | Dschihad | Syrien
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