Stimmt's?Ist der Mensch das einzige Säugetier, das beim Sex die Missionarsstellung praktiziert?

... fragt Hans-Hendrik Ewert aus Villingen. von 

Dass der Name dieser Stellung auf eine irreführende Legende zurückgeht, haben wir an dieser Stelle schon vor zehn Jahren geklärt (ZEIT Nr. 24/03) – es stimmt nicht, dass die katholischen Missionare den Südseebewohnern eine "anständige" Form der Fortpflanzung beibringen wollten. Wie sieht es aber mit der Verbreitung der "ventro-ventralen Kopulation" im Tierreich aus?

Tatsächlich ist die Fortpflanzung, bei der die Partner einander in die Augen schauen, unter Säugetieren selten. Das hat häufig schon rein anatomische Gründe – man versuche nur, sich das bei Elefanten vorzustellen.

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So ist es kein Wunder, dass vor allem die Affen, die dem Menschen am nächsten sind, auch beim Sex vereinzelt ähnliche Stellungen praktizieren. Etwa die Bonobos, die ja sowieso kaum eine Sexpraktik auslassen. Oder Gorillas: 2008 konnte Thomas Breuer vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie zwei wild lebende Gorillas in flagranti in dieser Stellung fotografieren.

Serie: Stimmt's?
Stimmt's?

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild  |  © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Aber auch außerhalb der Ordnung der Primaten wird die Missionarsstellung praktiziert. Bei Tieren, die im Wasser leben, ist sie gang und gäbe – zu nennen sind Delfine, Seelöwen und Biber. Ein Einzelfall ist das Gürteltier. Man kann sich leicht vorstellen, dass der Panzer andere Arten des Geschlechtsverkehrs verhindert. Stachelschweine dagegen treiben es trotz ihrer Stacheln a tergo – ganz vorsichtig eben.

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Leserkommentare
  1. Es könnte auch damit zusammenhängen, dass Menschen sich dabei küssen?

  2. ...a tergo einfach mehr Spass macht ? :-)

    4 Leserempfehlungen
  3. Womöglich das Villingen mit dem Sauerlandstern ?
    Nun denn, bei dem Hintergrund scheint die Frage verständlich und nun sind wir alle mal wieder etwas schlauer.
    PS.: Warum fallen eigentlich schlafende Vögel nicht vom Baum, lieber Christoph Drösser?

    2 Leserempfehlungen
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    • Oyamat
    • 25. August 2013 19:02 Uhr

    Zum PS, d.h. der Frage, warum schlafende Vögel nicht vom Ast fallen: Weil der Druck auf die "Fußsohle" bei Vögeln dazu führt, daß die Füße sich schließen. Das eigene Gewicht sichert den Vogel also, ohne daß Muskelleistung aufgewendet werden müsste.

    MGv Oyamat

    Villingen verorte ich spontan in Richtung Südostschwarzwald.

  4. ... hat die Welt gewartet. Gratulation!

    7 Leserempfehlungen
    • BP89
    • 24. August 2013 12:58 Uhr

    hier auf Spiegelonline ?^^

    6 Leserempfehlungen
  5. Ich finde diesen Artikel zutiefst bedenklich und diffamierend. Es wird vorrausgesetzt, Sex findet nur zw. Mann und Frau statt. Gleichgeschlechtlicher Verkehr wird komplett ausgeklammert. Ich hatte mir von einer liberalen Publikation wie der Zeit mehr Weltoffenheit erwartet.

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    • LexiK
    • 24. August 2013 15:59 Uhr

    In dem Artikel geht es nur um die Missionarsstellung, die bei den meisten Menschen am beliebtesten ist, bei den meisten anderen Spezies aber kaum beobachtet wird.
    Wenn Sie eine Liste aller Stellungen wollen, empfehle ich das Kamasutra als Ergänzung zur Nachrichtenzeitung.

    • fx56
    • 24. August 2013 17:38 Uhr

    http://de.wikipedia.org/w...

    Zweites Bild: "Homosexuelle Missionarsstellung zwischen zwei Männern"

    Drittes Bild: "Homosexuelle Missionarsstellung zwischen zwei Frauen"

    • LexiK
    • 24. August 2013 15:59 Uhr

    In dem Artikel geht es nur um die Missionarsstellung, die bei den meisten Menschen am beliebtesten ist, bei den meisten anderen Spezies aber kaum beobachtet wird.
    Wenn Sie eine Liste aller Stellungen wollen, empfehle ich das Kamasutra als Ergänzung zur Nachrichtenzeitung.

    Eine Leserempfehlung
    • Krisse
    • 24. August 2013 16:03 Uhr

    Kommentar #1 hat es schon angedeutet. Die Missionarsstellung (oder jede Praktik bei der die Beteiligten einander zugewandt sind) bietet die Möglichkeit auf die Empfindungen und Wünsche des Gegenübers besser einzugehen, weil sie einfach besser wahrgenommen werden. Das soll, habe ich irgendwo gelesen, positiv für das Bindungsverhalten in der Paarbeziehung sein.

    Zu Kommentar #2 fällt mir nur ein, dass es noch eine Menge mehr Möglichkeiten gibt A und B miteinander zu verbinden und jedes Pärchen da wohl eigene Vorlieben entwickeln wird.

    Und die Anschuldigung von Kommentar #6 kann ich nicht nachvollziehen. In dieser Frage wurde diese Dimension zwar tatsächlich ausgeklammert aber zumindest gleichgeschlechtlicher weiblicher Verkehr kann ebenfalls problemlos einander zugewandt vorkommen und damit dürften zusammen um die 90% abgedeckt sein. Insgesamt ist die sexuelle Präferenz für die Beantwortung dieser Frage sowieso kaum notwendig.
    Zudem erfuhr ich vor einer Weile, dass die Penetration des Anus unter Homosexuellen etwa ebenso weit verbreitet ist wie unter Heterosexuellen: Etwas mehr als zwei Drittel der Menschen lehnen diese Praxis ab.

    Eine Leserempfehlung

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  • Serie Stimmt's
  • Schlagworte Säugetier | Sexualität | Zoologie | Primaten | Sozialverhalten | Geschlechtsverkehr
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