Serie WochenmarktDie vollkommene Aubergine

Die Grünen fordern einen Veggie-Day und wir präsentieren ein köstliches vegetarisches Gericht aus Sizilien: Caponata. Es besticht durch Aubergine und Tomaten. von Elisabeth Raether

Der Vegetarier ist gesellschaftlich so akzeptiert wie die kinderlos bleibende Frau: Ist schon okay, aber andererseits kann doch da irgendwas nicht stimmen. Der Wochenmarkt möchte seine Leserinnen und Leser gern spielerisch an die Einsicht heranführen, dass man sich niemals über das definieren sollte, was fehlt. Das ist eine Weisheit fürs Kochen und fürs Leben. Zur Veranschaulichung stellen wir hier ein vegetarisches – ja, sogar ein veganes – Gericht vor, das in sich vollkommen ist, als gäbe es so etwas wie Fleisch gar nicht: die Caponata.

Das ist ein sizilianisches Gemüsegericht, das vor allem aus Auberginen und Tomaten besteht, eine süßsaure Note durch Rosinen, Essig und Kapern bekommt und sowohl kalt als auch warm zu geröstetem Weißbrot schmeckt.

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Die Auberginen werden der Länge nach halbiert und 15 Minuten lang in kaltes Wasser eingelegt. Würfeln. In einer großen Pfanne wird das Olivenöl erhitzt. Die Auberginenwürfel darin dünsten, bis sie fast gar sind, aber noch nicht zerfallen. Zwiebel und Sellerie dazugeben. Ungefähr 15 Minuten lang weiterdünsten. Dann Kapern und Rosinen dazugeben sowie Tomaten, Oregano und Essig. Salzen und pfeffern. Bei kleiner Hitze soll das Ganze einkochen, was ungefähr 15 Minuten dauert. Die Caponata soll eine sämige Konsistenz haben.

Alle Wochenmarkt-Rezepte

Alle Wochenmarkt-Rezepte  |  © Miguel Medina/AFP/Getty Images

Am Ende wird mit Essig und etwas Zucker abgeschmeckt. Vor dem Servieren die Petersilie darübergeben. Mandelblättchen oder Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett rösten und ebenfalls über die Caponata geben.


Caponata
(für 4 Personen)

Olivenöl
2 Auberginen
1 Zwiebel (gehackt)
3 Stangen Sellerie (in Scheiben geschnitten)
1 Bund Petersilie (gehackt)
2 EL Kapern
1 EL Rosinen
1 Dose geschälte Tomaten
1 TL getrockneter Oregano
2–3 EL Essig
Salz, Pfeffer
etwas Zucker
2 EL Mandelscheibchen oder Pinienkerne (kurz in der Pfanne geröstet)
ein paar Scheiben geröstetes Weißbrot

In der Tablet-App DIE ZEIT: Die Zubereitung der Caponata im Video

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Leserkommentare
    • Hagmar
    • 14. August 2013 18:08 Uhr
  1. aber manchmal wäre es auch ganz gut, wenn man nebenbei erfährt, warum manche Sachen so gemacht werden. Da stellt sich für mich die Frage, warum wird die Aubergine noch 15 Minuten in kaltes Wasser gelegt? Damit sie abkühlt, noch wässriger wird ???

    Manche Rezepte erinnern in ihren Anweisungen schon ein wenig an die Zaubertränke von Miraculix!

    5 Leserempfehlungen
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    >> Da stellt sich für mich die Frage, warum wird die Aubergine noch 15 Minuten in kaltes Wasser gelegt? <<

    ... enthält Bitterstoffe, das Einlegen in Wasser soll diese entziehen. Alternativ kann man die Auberginen auch salzen und eine Weile ziehen lassen, dann die ausgetretene Flüssigkeit abspülen. Angeblich nehmen die Auberginen beim Braten dann weniger Fett auf.

    Das alles kann man machen, wenn man wirklich reife Auberginen kauft - z.B. im Urlaub in südlichen Ländern. Bei den hierzulande gängigen Auberginen kann man sich die Prozedur m.E. aber auch sparen.

  2. >> Da stellt sich für mich die Frage, warum wird die Aubergine noch 15 Minuten in kaltes Wasser gelegt? <<

    ... enthält Bitterstoffe, das Einlegen in Wasser soll diese entziehen. Alternativ kann man die Auberginen auch salzen und eine Weile ziehen lassen, dann die ausgetretene Flüssigkeit abspülen. Angeblich nehmen die Auberginen beim Braten dann weniger Fett auf.

    Das alles kann man machen, wenn man wirklich reife Auberginen kauft - z.B. im Urlaub in südlichen Ländern. Bei den hierzulande gängigen Auberginen kann man sich die Prozedur m.E. aber auch sparen.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Hört sich gut an ..."
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    der Genuss erhöht sich enorm.
    Wir haben die Salzen-Variante fest zur Auberginenzubereitung zugefügt und schlemmern jetzt regelrecht.

  3. "Der Vegetarier ist gesellschaftlich so akzeptiert wie die kinderlos bleibende Frau: Ist schon okay, aber andererseits kann doch da irgendwas nicht stimmen."

    Ist das so? Außerhalb von Freiburg?

    2 Leserempfehlungen
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    Ich denke, Vegetarier sind heute weitestgehend gesellschaftlich akzeptiert; lediglich in Kreisen selbsternannter Grillgroßmeister hört man hin und wieder die alten Witze, die sich seit 40 Jahren nicht evolutioniert haben. Die hört man vom ersten Tag an als Vegetarier und nach spätestens sechs Monaten kann man vom Witz auf das geistige Repertoire des Vortragenden schließen. Man lächelt höflich und bemitleidet still und heimlich diese Person.
    Ich bin seit zwölf Jahren Veganer und bestelle in Pizzerien dann eine Pizza ohne Käse. Seit einigen Jahren geht das in der Regel sogar ohne Nachfragen - es wird einfach hingenommen. Neulich hatte ich einen Rückfall in die gastronomische Steinzeit: Ich bestellte eine "Pizza Funghi ohne Käse" und bekam von der grobschlächtigen Bedienung die Gegenfrage "Wie soll das denn gehen?", worauf ich antwortete: "Man tut einfach keinen Käse drauf." "Das schmeckt aber nicht. Das wird nicht knusprig. Das kann ich ihnen gleich sagen", lamentierte es weiter unkreativ aus ihrem breiten Maul. Sie solle es mal meine Sache bleiben lassen, was mir nun schmeckt und was nicht. Dieses Wesen verbreitete mit berliner Chauvischnauze eine derart miese Stimmung in der Travemünder Pizzeria (sie verhielt sich auch anderen Gästen gegenüber ungeschickt), daß es mir peinlich war und ich um den guten Ruf meines Heimatortes fürchtete.

    Aber es gibt auch die Gegenseite: Nichtvegetarier, die einfach nur interessiert Fragen stellen. Mit denen redet man dann gerne.

  4. Ich kenne es nur ohne Rosinen und Petersilie, dafür mit 2 EL grünen Oliven, Basilikum und noch 2 Knoblauchzehen. In meinem Rezept brät man die Auberginen in 2 Schritten an. Hierbei saugen sie sich sehr voll Öl, das mag ich nicht. Ich lasse von der ersten Hälfte daher abschliessend das Öl wieder abtropfen, oder nehme 50/50 Zucchini und Auberginen.

    In meinen Kochbüchern wird es als Beilage zu Fisch empfohlen und wird lauwarm oder kalt am nächsten Tag gegessen. Ich koche immer ein doppeltes Rezept, am ersten Tag frisch vom Herd mit Fisch, am gibt es den Rest kalt mit Weißbrot.

    Eine Leserempfehlung
  5. Ich denke, Vegetarier sind heute weitestgehend gesellschaftlich akzeptiert; lediglich in Kreisen selbsternannter Grillgroßmeister hört man hin und wieder die alten Witze, die sich seit 40 Jahren nicht evolutioniert haben. Die hört man vom ersten Tag an als Vegetarier und nach spätestens sechs Monaten kann man vom Witz auf das geistige Repertoire des Vortragenden schließen. Man lächelt höflich und bemitleidet still und heimlich diese Person.
    Ich bin seit zwölf Jahren Veganer und bestelle in Pizzerien dann eine Pizza ohne Käse. Seit einigen Jahren geht das in der Regel sogar ohne Nachfragen - es wird einfach hingenommen. Neulich hatte ich einen Rückfall in die gastronomische Steinzeit: Ich bestellte eine "Pizza Funghi ohne Käse" und bekam von der grobschlächtigen Bedienung die Gegenfrage "Wie soll das denn gehen?", worauf ich antwortete: "Man tut einfach keinen Käse drauf." "Das schmeckt aber nicht. Das wird nicht knusprig. Das kann ich ihnen gleich sagen", lamentierte es weiter unkreativ aus ihrem breiten Maul. Sie solle es mal meine Sache bleiben lassen, was mir nun schmeckt und was nicht. Dieses Wesen verbreitete mit berliner Chauvischnauze eine derart miese Stimmung in der Travemünder Pizzeria (sie verhielt sich auch anderen Gästen gegenüber ungeschickt), daß es mir peinlich war und ich um den guten Ruf meines Heimatortes fürchtete.

    Aber es gibt auch die Gegenseite: Nichtvegetarier, die einfach nur interessiert Fragen stellen. Mit denen redet man dann gerne.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "aha - stimmt das?"
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    • pringle
    • 18. August 2013 17:23 Uhr

    Sie erwecken den Eindruck, als wären Sie von einem Monster bedient worden. Oder einem Ausserirdischen. Oder beides, in Union. Travemünde. Kann man da so etwas erleben? Klingt eher nach Futurama.

  6. Es ist nicht der Fleischesser der dem Vegetarier gegenüber intollerant ist, es ist exakt anders herum. Es sind die Vegetarier und insbesondere die Veganer die uns mit aggressiven missionarischen Geist zu Ihrer Zivilreligion missionieren wollen. Und wenn man sich die aktuelle Debatte anschaut - auch gerne mit Zwangsmaßnahmen.

    2 Leserempfehlungen
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    Vor allem nervt eigentlich eins seit Wochen: Reflexartiges Anspringen mancher Fleischesser auf jeden Vegetarier-Artikel, selbst wenn's nur ein harmloses Kochrezept ist, um vor dem drohenden Untergang des Abendlandes zu warnen, weil eine 12% Kleinpartei im Wahlkampf PR machen möchte.

    Ab zum Burgerbuffet und Ruhe jetzt!

    Ich kann Ihnen genügend Gegenbeispiele liefern, in denen die Aggression von den Omnis ausging. Dazu kommt, daß viele Omnis eine Diskussion vom Zaun brechen, ohne überhaupt über genügend Wissen zum Thema zu verfügen. Und wenn man dann mit Fakten ihr Mythengebäude zerstört, werden sie unappetitlich.
    Was die Omnis immer vergessen: Ich beschäftige mich seit fast 30 Jahren mit dem Thema; die erst seit fünf Minuten. Trotzdem wollen sie mir eine Diskussion aufzwingen, um mir zu zeigen, daß ich ja so im Unrecht wäre. Und mit verlaub: Ich bin nicht derjenige, der die Diskussionen beginnt. Es reicht, wenn man kein Fleich auf dem Teller hat oder sich verdächtigt stark an der Falafel-Salat hält oder Tofuprodukte zum Eigenkonsum mitbringt, schon geht das Salbader los.
    Da kommen dann etwa folgende Aussagen: "Für deinen Tofu wird der Regenwald abgeholzt". Falsch: Die Sojabohnen aus Südamerika dienen ausschließlich als Viehfutter (biol. bedingt dann natürlich mit 90% Energieverlust). Mein Tofu wird aus österreichischen Biosoja hergestellt.
    Oder: "Würde man die Tiere nicht schlachten und essen, würden sie überhaupt nicht leben". Klar, damit könnte ich auch für die Wiedereinführung der Sklaverei argumentieren.
    Oder: "Vegetarier fördern den Hunger auf Welt fördern, weil sie aus Luxusattitüden heraus das zur Verfügung stehende Fleisch nicht nutzen wollen". Fakt: Das liebe Vieh frißt einen Großteil der Pflanzennahrung, die anderenfalls den Menschen zur Verfügung stünde.

    usw, usf....

    (Merkwürdig, dass die Partner aller Vegetarierinnen und Vegetarier die ich so kenne Fleischesser sind.) Aber wenn man alle Vegetarier und Veganer in einen Topf wirft und sich nur die extremsten herauspickt und zu Archetypen erklärt, bekommt man natürlich auch nur ein Feindbild serviert.

    Und was den Vorwurf des Missionierens angeht, dem wir Vegetarier uns ja immer wieder aussetzen, so Frage ich sie, wie sei eigentlich missionieren definieren?
    Glauben sie mir, die meisten Fleischesser nehmen nicht nur kurz zur Kenntnis, dass man Vegetarier ist, sondern fragen nach, warum man auf Fleisch verzichtet. Ist ja auch völlig in Ordnung, dann erkläre ich eben die Gründe. Aber genau das wurde mir schon dreimal als missionieren vorgeworfen, obwohl ich doch auf Nachfrage(!) nur meinen moralischen Standpunkt erklärte.
    Und wenn sich jemand schon missioniert oder belästigt fühlt, nur weil jemand einer anderer Meinung ist und diese vertritt, dann sieht man natürlich auch überall nur Missionare herumlaufen.

    Haben Sie Ihren Kommentar schon auswendig gelernt? Der begegnet einem derzeit häufiger... Die bösen, bösen Vegetarier, die sich Gedanken um Mensch und Mitwelt machen. Wirklich schreckliche Menschen, diese Vegetarier! Und dann tragen sie das auch noch nach außen! Die spinnen doch!

    Sie sind ja sowas von frei!!!

    Hmmm glaub das kommt Ihnen nur so vor: Wenn man mich fragt, wieso ich kein Fleisch mehr esse, erzähle ich von meinen moralischen Beweggründen. Wenn das bei Fleischesser direkt ein schlechtes gewissen verursacht, kann ich nichts dafür. Aber schön verpacken kann ich die Wahrheit für Zuckerpüppchen auch nicht .

  7. Allmählich habe ich den Eindruck, dass ZO bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Veggie-Tag der Grünen aufgreift. Ist die Redaktion so grün? Allmählich wird das ja richtig zur Parteinahme. Wo bleibt die Objektivität? Und jetzt auch noch bei der Einleitung zum Rezept den Veggie-Tag zum Anlass nehmen. Aua, das tut weh ...

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    Wie soll man denn bitte beim Essen "objektiv" bleiben? Da gilt nun schon ein veganes Gericht als "Parteinahme", dabei finden sich unter den letzten zehn Beiträgen der Serie 'Wochenmarkt' (und nicht alle davon sind Rezepte) immerhin vier Rezepte mit Tier. Wie unobjektiv! Ich bitte die Redaktion im Namen der für Journalisten gebotenen Unparteilichkeit, in Zukunft nur noch über Mineralwasser zu berichten.

    Man kann doch auch als Fleisch-Esser durchaus mal ein Gericht ohne Fleisch zu sich nehmen ?
    Bloß, weil man KEIN Vegetarier ist, gibt es doch keinen Zwang tagtäglich Fleisch oder Fisch zu essen ?!?

    DAS nenne ich verbohrt, und es ist keinen Deut besser als das Missionarstum mancher (!!!) Veganer.

    Alles in allem hört sich für mich das Gericht sehr schmackhaft an - werde aber die Rosinen weglassen; das ist so ein Ding, welches mich an der sizilianischen Küche generell ein wenig stört ;-)

    sollten Sie nicht die Grünen wählen.
    Vergessen sie nicht die Kehrseite der Forderung der Grünen: Die Grünen rufen dazu auf, sechsmal in der Woche Fleisch zu essen.

    • pringle
    • 18. August 2013 17:25 Uhr

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

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  • Serie Wochenmarkt
  • Schlagworte Grüne | Gericht | Sizilien
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