DeutschlandkarteBegrüßungsgeld für Studenten

Zum Studienbeginn einen Bonus von der Stadt erhalten klingt verlockend. Und ist in einigen Teilen Deutschlands üblich. Wo, zeigt die Karte. von 

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Wenn sie gerade angefangen haben zu studieren, scheuen Studenten gewöhnlich den Gang zum Einwohnermeldeamt. Es gibt Wichtiges zu tun in den ersten Tagen, Ersti-Partys, Ikea-Einkäufe – wäre doch schade, die eben erst erlangte Freiheit durch Ämtergänge zu vergeuden.

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Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick

Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick  |  © Jörg Block

Für die Städte ist das jedoch zum Nachteil, ihnen entgeht viel Geld durch den Länderfinanzausgleich. Also haben sie vor ein paar Jahren das studentische Begrüßungsgeld erfunden: Wer sich anmeldet, bekommt einen Bonus. Offenbar hoffen einige Städte, das Geld möge auch Studenten anlocken, die sonst gar nicht gekommen wären. Es fällt auf, dass der Süden sich eher zurückhält. Wenn dort was verschenkt wird, sind es eher Gutscheine (für die Busse oder das Hallenbad). 500 Euro jedoch, so viel auf einmal wie nirgends sonst, bekommen Studenten der FH Furtwangen, die nach Gütenbach ziehen, sieben Kilometer entfernt. So viel Geld ist aber auch ein Signal für alle Studenten: Achtung, da kommt nach den Ersti-Partys nicht mehr besonders viel.

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Leserkommentare
  1. Ich habe in FFM 1 Jahr nach Wohnsitzwechsel 100 € bekommen. Das war 2011. Weiß nicht, ob das noch aktuell ist.

  2. passt. Wurde innerhalb von ca. zwei Wochen ausbezahlt.

  3. So ein Quatsch sollte verboten werden. Nebenbei gefragt: Ist das nicht diskriminierend beispielsweise gegenüber Nicht-Studenten, die sich ebenfalls in der jeweiligen Stadt anmelden und nicht das tolle Begrüßungsgeld erhalten?

    2 Leserempfehlungen
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    • tx55
    • 22. August 2013 11:50 Uhr

    Was ist mit mehrmaligem Begrüßungsgeld? Kann ich mich da monatlich ab- und anmelden und bekomme jeweils was?

    • Statist
    • 22. August 2013 13:30 Uhr

    dass Studenten den Studienplatz oft gar nicht melden oder eben als Zweitwohnsitz belassen.

    Wenn Sie das Begrüßungsgeld, dass tatsächlich per Ausgleich alsbald zurück in die Stadtkasse fließt, weglassen, müssten Sie eine Meldepflicht für die jeweilige Uni einführen (also Weitergabe von Daten an die Stadt), um die Studenten ggf. auch anders an die Meldepflicht der Studenten erinnern zu können. Vielleicht wäre dieser Weg auch sinnvoller. Profitieren würde die Stadt dann aber entweder vom Erstwohnsitz (Mittelzuweisung an die Stadt) oder von der Zweitwohnsitzsteuer, soweit vorhanden.

    v.a. bei Studenten funktioniert sowas aber nicht automatisch, weil das vielen nicht mal klar ist, und die am Anfang meist mti neuem Leben, Organisation desselben, Organisation des Lehrplans, neue Wohnung etc zugleich zu kämpfen haben. Mir war seinerzeit nicht mal klar, dass ich mich melden müsste, ich hab das erst nach 2 Monaten mitbekommen... Insofern ist das Begrüßungsgeld eine Sache, wie man die Aufmerksamkeit wirksam erregen kann und letztendlich doch das Ziel der Kommune, Ummeldung, erreicht.

    • Dr.Um
    • 22. August 2013 11:32 Uhr

    den Erlass eines Steuerbescheides an, falls man sich nicht hauptwohnsitzlich anmeldet. Jeder kann sich also frei entscheiden, ob er 100 Euro "geschenkt" oder x% der Jahresmiete als Zweitwohnsitzsteuer zahlen möchte.

    • tx55
    • 22. August 2013 11:50 Uhr

    Was ist mit mehrmaligem Begrüßungsgeld? Kann ich mich da monatlich ab- und anmelden und bekomme jeweils was?

  4. In anderen Städten werden Studenten durch immense Zweitwohnsitzsteuern quasi dazu gezwungen ihren "Lebensmittelpunkt" in die Universitätsstadt zu legen. Eigentlich ein Skandal, der von vielen Gerichten auch noch als rechtens entschieden wurde.

    Ja Bildung in Deutschland...

    2 Leserempfehlungen
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    Einige meiner Kommilitonen haben sich furchtbar darüber aufgeregt wo sie ihren Erst- und wo ihren Zweitwohnsitz haben, oder darüber wo der Erstwohnsitz liegt. Und natürlich darüber dass man einen Anwohnerparkausweis nur mit Erstwohnsitz bekommt.

    Ist das nicht eigentlich total egal? Ich muss (irgendwo) gemeldet sein, wieso nicht da wo ich auch wohne? Ist doch auch praktischer, falls man mal was von der Stadt braucht (neuen Personalausweis oder so was). Und sogar regelkonform!

    Selbst wenn ich jedes Wochenende zu meinem gefühlten Lebensmittelpunkt in mein Heimatdorf fahre bringt mir der Wohnsitz dort ja nichts weil ich am Wochenende nicht aufs Amt gehen kann...wo liegt also das Problem?

    • Calzone
    • 22. August 2013 13:25 Uhr

    deckt sich fast frappierend mit jenen Ländern, die Geld aus dem Länderfinanzausgleich beziehen. Mal wieder geben diejenigen das Geld mit vollen Händen aus, die andere für sich arbeiten lassen und chronisch klamm sind.

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    Was hat es mit dem Länderfinanzausgleich zu tun? Mannheim (zur Info: Baden-Württemberg), das laut Karte "nur" Gutscheine vergibt schenkt zum Beispiel ein Semestertickert, das alleine einen Wert von 145€ darstellt. Die alte (und billige) Polemik, es prassen ja nur die Empfängerländer ist also nicht angebracht. Zumiondest nicht, wenn es um Fakten geht ...

    • Statist
    • 22. August 2013 13:30 Uhr

    dass Studenten den Studienplatz oft gar nicht melden oder eben als Zweitwohnsitz belassen.

    Wenn Sie das Begrüßungsgeld, dass tatsächlich per Ausgleich alsbald zurück in die Stadtkasse fließt, weglassen, müssten Sie eine Meldepflicht für die jeweilige Uni einführen (also Weitergabe von Daten an die Stadt), um die Studenten ggf. auch anders an die Meldepflicht der Studenten erinnern zu können. Vielleicht wäre dieser Weg auch sinnvoller. Profitieren würde die Stadt dann aber entweder vom Erstwohnsitz (Mittelzuweisung an die Stadt) oder von der Zweitwohnsitzsteuer, soweit vorhanden.

    v.a. bei Studenten funktioniert sowas aber nicht automatisch, weil das vielen nicht mal klar ist, und die am Anfang meist mti neuem Leben, Organisation desselben, Organisation des Lehrplans, neue Wohnung etc zugleich zu kämpfen haben. Mir war seinerzeit nicht mal klar, dass ich mich melden müsste, ich hab das erst nach 2 Monaten mitbekommen... Insofern ist das Begrüßungsgeld eine Sache, wie man die Aufmerksamkeit wirksam erregen kann und letztendlich doch das Ziel der Kommune, Ummeldung, erreicht.

    3 Leserempfehlungen
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    "Profitieren würde die Stadt dann aber entweder vom Erstwohnsitz (Mittelzuweisung an die Stadt) oder von der Zweitwohnsitzsteuer, soweit vorhanden." Und das ist das Überflüssige an der ganzen Sache. Da wird Aufwand betrieben um an zusätzliche Gelder zu kommen - obwohl die Städte selbst schon massiv von ihren Hochschulen profitieren. Man bekommt den Hals nicht voll, auf Kosten der Studenten und Umfelds ohne Hochschule.

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  • Serie Deutschlandkarte
  • Schlagworte Bonus | Geld | Stadt | Student
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