Die Grünen, die vor langer Zeit einmal eine junge Partei waren, haben inzwischen ein Problem mit der Vergangenheit. Am Wochenende sollte in der taz ein Artikel ihres Redakteurs Christian Füller erscheinen. Darin wurde mit den Sexualbefreiungsträumen abgerechnet, die die grüne Gründergeneration beflügelt haben. Die Grünen, stand in dem Artikel, weigerten sich nun, mit den Veteranen der frühen sexuellen Befreiungsfront, namentlich mit den grünen Kinderschändern, abzurechnen – selbst die katholische Kirche erledige so etwas besser. Die Chefredakteurin der taz hat in letzter Minute verhindert, dass dieser Artikel erscheinen konnte.

Das ist schade, weil sich die darin aufgeworfene Frage – ob es sich bei der grünen Pädophilie um eine Angelegenheit handelt, die unter dem Deckmantel der guten grünen Sache von kriminellen Trittbrettfahrern betrieben wurde, oder ob wir es im Gegenteil mit einer im grünen Menschenbild zutiefst verankerten Ungeheuerlichkeit zu tun haben – nicht im Basta-Stil erledigen lässt. Christian Füller, dessen Text im Blog des Medienjournalisten Stefan Niggemeier online erschien, schreibt: "Pädophilie war keine Nebensache bei den Grünen, sondern in der Ideologie angelegt." Und die, schreibt er weiter, führte gewissermaßen im Direktflug zu Kindesmissbrauch, wie er etwa in der Kommune des gerichtlich verurteilten verstorbenen Kinderschänders und Aktionskünstlers Otto Muehl ausgeübt wurde. Eine steile These, die sich, einmal in der Welt, nicht so leicht wieder aus ihr herauszensieren lässt.

Wenn die taz, auf deren Meinungsseite gerade eine scholastische Diskussion darüber entbrannt ist, was missbrauchte Kinder mit Prostituierten gemeinsam haben, die Debatte durch Schreibverbote regelt, verfährt sie nicht besser als die Grünen. Dort behilft man sich mit denselben Floskeln wie die Alten, denen man damals die Unfähigkeit zur Trauer über die eigenen Untaten vorhielt: Es seien doch ganz andere Zeiten gewesen, man habe das doch alles gar nicht so gemeint, man könne das heute alles selbst nicht mehr verstehen, das sei doch alles schon viel zu lange her.

Das hässliche Problem, das die päderastische Altlast für die Grünen bis heute darstellt, ist ihre nicht wegzuverbietende Offensichtlichkeit. Die grüne "Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule und Päderasten", zärtlich SchwuPs genannt, tagte vor aller Augen und hielt niemanden davon ab, von ihren schändlichen Begehrlichkeiten Kenntnis zu nehmen – anders als die katholischen Priester, die sich des Nachts wie Schlossgespenster in die Betten ihrer Opfer schlichen, um tags darauf den keuschen Gottesmann zu mimen. Die heimlichen Priesterbesuche in den Betten der Zöglinge waren sündentechnisch eine klare Angelegenheit – auf so etwas steht bei ihnen Fegefeuer.

Es bleibt den Grünen heute nur peinlichste öffentliche Vergangenheitsbewältigung. Sonst sind sie die, vor denen sie uns immer schon gewarnt haben.