AuslandsstudiumJunge, komm bald wieder!

Sächsische Kassenärzte finanzieren Abiturienten ein Medizinstudium in Ungarn. Bedingung: Sie müssen später als Hausärzte in der Provinz arbeiten. von Thomas Trappe

Philip Geiling gehört dazu in Lichtenstein, einer 12.000-Einwohner-Stadt am Fuße des Erzgebirges. Bereits mit 15 ließ sich der heute 22-Jährige als "Sachkundiger Einwohner" in den Jugendbeirat des Stadtrates wählen. Im örtlichen Musikverein Lichtenstein Sachsen spielt er Saxofon und Klarinette. Der größte Teil seiner Familie lebt in der Stadt, Geilings Freundin ist Lichtensteinerin. "Ich will bleiben", sagt Geiling, was nicht überrascht – und trotzdem eine Ausnahme ist. Denn Geiling will Arzt werden. Und die meisten, die das werden wollen, gehen zum Medizinstudium aus der Provinz weg und kommen dorthin auch nicht zurück. Geiling, das ist ziemlich sicher, wird zurückkommen, als Hausarzt mit eigener Praxis. Er hat sich zur Heimattreue verpflichtet.

Geiling ist ein zielstrebiger junger Mann. Für ihn war schon als Jugendlicher klar, dass er Mediziner werden will, auch seine Mutter hat eine Praxis in Lichtenstein. Doch sein Abiturschnitt von 2,4 reicht nicht, um in Deutschland sofort einen Studienplatz zu bekommen. Geiling müsste sechseinhalb Jahre darauf warten. Doch das ist ihm egal, er möchte unbedingt Medizin studieren. Also überbrückte er die Wartezeit: Zwei Jahre war er bei der Bundeswehr. Dann machte er eine Ausbildung zum Rettungsassistenten beim Roten Kreuz in Zwickau. Und auch die restliche Zeit hätte Geiling noch etwas Sinnvolles gemacht, "vielleicht eine Ausbildung zum Intensivkrankenpfleger", wenn sich jetzt nicht doch plötzlich eine Chance auf einen Studienplatz ergeben hätte.

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Dass es nun schneller geht, liegt an einem bundesweit einmaligen Pilotprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen: Zum kommenden Wintersemester wird die Selbstverwaltung der Ärzte erstmals 20 sächsische Abiturienten zum Medizinstudium nach Pécs in Ungarn schicken. Geiling ist dabei. Die Studiengebühren in Höhe von 6400 Euro jährlich pro Student übernimmt die KV. Im Gegenzug verpflichten sich die Stipendiaten, nach Ende ihrer Ausbildung mindestens fünf Jahre lang als Hausarzt in Sachsen zu arbeiten – und zwar nicht in Leipzig, Dresden oder Chemnitz, sondern auf dem Land. Damit will die Vereinigung dem großen Hausarztmangel in den ländlichen Regionen entgegenwirken.

Das Problem gibt es in nahezu allen Bundesländern, doch verstärkt vor allem in den schon seit Jahren von Abwanderung betroffenen ostdeutschen Ländern. Hier wird eine alternde Bevölkerung mit mehr Behandlungsbedarf von einer alternden Ärzteschaft versorgt, überall fehlen Praxisnachfolger. Schon jetzt herrscht in vielen Praxen ein Notbetrieb, in zehn bis fünfzehn Jahren könnte die Versorgung kollabieren, heißt es bei der KV. Daher werden schon jetzt viele Landpraxen an spanische Ärzte übergeben, vor zwei Jahren hat sich eine ungarische Ärztin in einem Dorf bei Torgau niedergelassen.

Philip Geiling kennt die Not aus der Hausarztpraxis seiner Mutter. In Lichtenstein sei die medizinische Versorgung "gerade so gewährleistet", sagt er, die Mutter sorge mit wenigen Kollegen dafür. Überstunden, Hausbesuche am Wochenende, Abende, die in Honorarabrechnungen investiert werden – all das gehört zum Familienalltag der Geilings. "Trotzdem ist es mein Lebenstraum", sagt der Sohn Philip. "Der Kontakt zum Patienten ist extrem intensiv."

Rund 1,4 Millionen Euro kostet die zwölfsemestrige Medizinerausbildung für 20 Studenten. Die Kosten werden jeweils zur Hälfte getragen von den Krankenkassen und von der sächsischen KV, die das Geld aus ihrem eigenen Budget abzweigt. Das "Versorgungsstrukturgesetz" erlaubt es, einen Teil des KV-Budgets, maximal 0,1 Prozent, für Programme zur Bekämpfung des Hausarztmangels auszugeben. Das Programm soll unbefristet fortgesetzt werden, das heißt, jedes Jahr müsste diese Summe in die Hand genommen werden, um neue Studenten nach Ungarn zu schicken.

Leserkommentare
  1. Zitat: "Rund 1,4 Millionen Euro kostet die zwölfsemestrige Medizinerausbildung für 20 Studenten. ... Das Programm soll unbefristet fortgesetzt werden, das heißt, jedes Jahr müsste diese Summe in die Hand genommen werden, um neue Studenten nach Ungarn zu schicken."

    Zwölf Semester sind 6 Jahre. Jedes Jahr wird 1/6 davon fällig, also gut 230.000 €. Pro Person macht das knapp 12000 € im Jahr.

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    Die Studiengebühren belaufen sich auf 6400 Euro pro Jahr

    Frage: Wo versumpfen denn die anderen 5600 Euro pro Jahr und Student?

    Schon der Wahnsinn dass wir so viel Geld an eine Ausländische Universität schicken anstatt bei uns diesen offensichtlich langfristgen Bedarf nicht versuchen, selber zu decken.

    • LuX91
    • 09. September 2013 11:38 Uhr

    Ein "Jahr" besteht aus 2 Semester à 6400 Euro, macht 12800 Euro pro Jahr. Ist keine große Mathematik.

  2. zur Diskussion?

    Gut, da war es der Staat, den man kritisieren musste, hier machen die Kassenärzte alles richtig, um ein Problem zu lösen. Das ist m. E. auch vernünftig, nur sollte man nun die Haltung gegenüber dem ungarischen Staatsmodell vielleicht doch noch einmal dahingehend überprüfen, ob ihr nicht eher Vernunft zugrunde liegt als das Ziel, die eigenen Studierenden zu schikanieren.

    2 Leserempfehlungen
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    • dachsus
    • 08. September 2013 16:18 Uhr

    Der Unterschied ist wohl, das der Vorsitzende der Kassenärzte nicht Victor Orban heißt.
    Man muss wohl immer darauf achten von wessen Hand man sich Füttern läßt!
    Seltsame Welt - nicht wahr ?

  3. Die Studiengebühren belaufen sich auf 6400 Euro pro Jahr

    Frage: Wo versumpfen denn die anderen 5600 Euro pro Jahr und Student?

    Schon der Wahnsinn dass wir so viel Geld an eine Ausländische Universität schicken anstatt bei uns diesen offensichtlich langfristgen Bedarf nicht versuchen, selber zu decken.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Nachgerechnet"
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    Nun ja, das sind 70.000 Euro pro Student. Und die Hälfte davon übernimmt noch dazu die KV. Ein Medizinstudium in Deutschland kostet den Steuerzahler ca. 300.000 Euro pro Student. Zudem ist die Arzt-Ausbildung in Ungarn schon seit Jahrzehnten auf bekannt hohem Niveau. Im Endeffekt bekommen Sie gut ausgebildete Ärzte für 1/10 des Preises.
    Ich halte das für ein durchaus gangbares Modell und verstehe nicht, warum Sie dafür plädieren, das Zehnfache zu bezahlen, nur damit es "zu Hause" passiert.

    • Rutland
    • 08. September 2013 12:51 Uhr

    an 'Ausländische Universität'."

    Das ist doch mal ein kreative Lösung. Da es ja offensichtlich nicht gelingt, (Zitat) "bei uns diesen (...) langfristgen Bedarf (...) selber zu decken."

    Im Übrigen: Höre ich aus diesem Kommentar ("Ausländische Universität") eine gewisse ausländer-kritische Einstellung heraus? Immerhin, zur Beruhigung der deutsche Seele, kommen die jungen Menschen, ja als Ärzte wieder ins deutsche Land zurück.

    Aber, was sagt man dann erst zu diesem Beispiel:
    Nicht wenige junge Deutsche studieren Medizin in England. Einge von ihnen bleiben nach dem Studienabschluss auf der Insel. Hat man mal die gewisse Lässigkeit kennengelernt, mit der Briten das Leben meistern, verwundert das nicht.

    • LuX91
    • 09. September 2013 11:49 Uhr

    Der Artikel ist in diesem Wortlaut undeutlich, ein JAHR besteht aus 2 SEMESTERN à 6400 Euro, da versumpfen keine 5400 Euro.

  4. ...so sehe ich den Versuch, den Ärztemangel auf dem Lande durch die Subventionierung von Studienplätze für in Mangelregionen Niederlassungswillige zu beheben.
    Ob so etwas wirklich rechtlich Bestand hat, wenn es hart auf hart kommt, ist sehr fraglich- als in den neunziger Jahren auf einmal Auslandeinsatäze von den Sanitätsoffizieren bzw. Truppenärzten der BW verlangt wurden, waren deren Klagen dagegen reihenweise erfolgreich.
    Und jemanden für fünf Jahre, also ein Siebtel seines Berufslebens, in der Provinz zu halten, löst das Problem des Hausärztemangels nicht wirklich dauerhaft.

    Die Lösung liegt in einer Änderung der Gebührenordnung: es sollte ein Automatismus eingebaut werden, je weniger Ärzte pro Kopf, desto mehr Euro pro Punktwert in einem Planungsbezirk.

    Und des muß für diese enorme Schinderei der Präsenz 24/7 mit Hausbesuchen insgesamt ein angemessenes Salär, das für mich bei mindestens etwa € 180000 Brutto/Jahr liegen würde, gewährt werden.

    Ansonsten ist nur ein Wiederaufleben des Modells "Schwester Agnes" denkbar.

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    Wer zunächst seine Facharztweiterbildung als Allgemeinmediziner macht und dann noch 5 Jahre auf dem Land als Hausarzt arbeitet, der hat vermutlich ohnehin nicht mehr allzugroße Chancen, noch was anderes zu machen. Insofern kann man davon ausgehen, daß es für die meisten dann mehr als 5 Jahre sein werden.

    Es sei denn, sie gehen pleite...

    Das ist ein Punkt, der hier im ganzen Text leider überaupt nicht angesprochen wurde.
    Daß niemand auf dem Land, zumal in den östlichen Bundesländern, als Hausarzt praktizieren möchte, daß hat doch nicht in erster Linie mit dem "Ansehen" zu tun: Eine Hausarztpraxis läßt sich heute nur mit einem gewissen Anteil an Privatpatienten wirtschaftlich betreiben, ggf. noch ein paar "Igel"-Leistungen dazu. In diesen finanzschwachen Regionen, wo man für die meisten Patienten nur quartalsweise die mickrige Kassenpauschale abrechnen kann, ist die Gefahr groß, daß sich das ganze nicht rechnet, insbesondere wenn man als Anfänger noch Investitionen für die Praxis abzahlen muß. Das ist der simple Grund, warum das heutzutage niemand machen will.

    Aus Ihrem Kommentar spricht keinerlei Funken von Arztethos, sondern reine Geldgeilheit. Sie halten 180.000 € brutto MINDESTENS für angemessen und als sinnvolle Lösung? Auch noch für einen Arzt auf dem sächsischen Land? Bei 5 € Kaltmiete / qm?

    Sehen Sie. DAS nenne ich das Pferd von hinten aufgezäumt!

    Da bezahle ich lieber zwei Ärzten ein Einkommen von 100.000 € brutto und die brauchen dann auch nur halb so viel arbeiten und haben ausreichend Freizeit und Lebensqualität.

    Nur so zur Erinnerung, da Sie sich ja offensichtlich in Sphären bewegen, die weit jenseits dessen sind, in denen Ihre Patienten leben:

    Das durchschnittliche NETTO-Einkommen pro HAUSHALT (nicht pro Person!) liegt in Deutschland bei 1300 Euro. Selbst bei einem Einkommen von 100.000 € brutto hätte der Arzt noch drei Mal so viel. Und das eben auch noch in einer Region, in der die Mieten (und Immobilienpreise) ein Bruchteil dessen ausmachen, was in der Stadt gezahlt werden muss.

    4.500 € netto ist wahrlich ein Einkommen, wovon man verdammt gut leben kann. Wer stattdessen Einkommen in der Zone erwartet, wie Sie sie (auch noch als Minimum) ausschreiben, sollte lieber gleich dazu sagen, dass es ihm überhaupt nicht darum geht, Patienten medizinisch gut zu versorgen, einen fachlich guten Job zu machen, sondern nur um eine garantiere Gelddruckmaschine auf Kosten von anderen.

    keine Berufsgruppe überschätzt sich und ihrer Leistung so ,wie die deutschen Ärzte:
    Legendär ist übrigen, dass Ärzte als einzige Akademikergruppe glauben ihr akademischer GRAD sei ein TITEL, der nach 12 BGB übrigens nicht Teil des Namens ist.
    Jeder sollte sich mal den Spaß machen und einen Arzt ohne seinen Grad ansprechen. Die Gesichter sind legendär.

    180 000 Brutto also? tja..unter uns :Ärzte sind gerade mal die Hälfte wert . mit 80 000 brutto sind sie noch überbezahlz.
    Eines der einfachsten Studiengänge. Nur Auswendig lernen, geschenkte Promotion - nur Türschildpromotionen.
    Jeder Physiker leistet geistig vier mal so viel und verdient halb so viel oder noch weniger.

    Aufgrund dieser Arroganz kommt es übrigens vermehrt zu Selbstjustiz gegen Ärzte, da die rechtliche Arzthaftung in Deutschland ja ausgesetzt ist.
    [...]

    Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

  5. Und dabei ist die Anzahl der Ärzte in den letzten 22 Jahren enorm stark gestiegen.
    Von 237.700 auf 348.700. http://de.statista.com/st...

    Eines der besten Beispiele warum der freie Markt ohne Regeln nichts bringt. Ist doch klar das alle dort hingehen wo es sich am meisten Geld verdienen lässt.

    Zudem Erhöht sich dadurch die Versuchung den Patient länger zu behandeln als notwendig oder ihm teure und nutzlose privat zu zahlende Anwendungen aufzuschwatzen.

    Hier hätte man seitens der Politik schon lange eingreifen müssen.

    Eine Leserempfehlung
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    "Hier hätte man seitens der Politik schon lange eingreifen müssen."

    Stimmt. Man hätte schon lange bei den Ärzten als einziger Berufsgruppe die freie Berufswahl abschaffen sollen. Wer nicht auf dem sächsischen Land Hausarzt werden will -> zack, ab ins Zuchthaus.

    Jetzt mal aber Klartext: Welches "politisches Eingreifen" fordern Sie denn?

    solche Kommentare verfasse, sollten Sie sich erst einmal schlau machen, wie die Bezahlung der Ärzte funktioniert. Dann wüssten Sie nämlich, dass nicht "pro Behandlung", sondern "pro Behandlungsfall" bezahlt wird. D.h.: der Arzt bekommt für seinen Kassenpatienten nur eine Pauschale pro Quartal. Egal, wie oft der Patient in der Praxis erscheint!
    Ziel ist es also, möglichst viele Patienten pro Quartal zu sehen, und zwar möglichst nur EIN Mal! Das rechnet sich am besten. Insofern müssten die Ärzte auf dem Land mit ihren vielen Patienten doch bestens bedient sein. Dort ist das Patientenaufkommen pro Arzt um ein Vielfaches höher, als in der Stadt! Klappt aber nicht. Weshalb: Eine Pauschale von häufig 10.- - 20.- EUR pro Quartal und Patient (UMSATZ! nicht Verdienst!!!) reicht selbst auf dem Land nicht, um ein Kleinunternehmen mit allen Kosten zu führen.

    Das Gesundheitssystem ist einer der am meisten regulierten Bereiche in Deutschland. Vom freien Markt kann man weder bei den Bauern noch bei den Ärzten sprechen! Wenn Sie mal etwas zu den Regularien bei der Versicherungspflicht der Arbeitnehmer, bei der Zulassung der Studenten, aber auch der approbierten Ärzte, bei der Therapiefreiheit und bei der Abrechnung und Bezahlung recherchieren, sehen Sie, dass Sie einem eigenen Vorurteil aufgesessen sind:
    Ärzte sind geldgierig, verdienen viel und man muss regulieren!
    Die geringe Niederlassungsfreude liegt an den veränderten Lebenszielen einer neuen Generation, die das Private ins Zentrum ihrer Erwägungen für die Lebensplanung stellt (da ist die Stadt einfach attraktiver als das Land, auch wenn die Vergütung auf dem Land relativ besser ist als in der Stadt, weil hier die Kosten höher sind).
    http://www.karriere.de/ka...
    Zusammen mit der Tatsache, dass die Mehrzahl der Studenten weiblich ist
    http://www.aerzteblatt.de...
    und Frauen ihre Lebensplanung oft immer noch anders gestalten als Männer (das Angestelltenverhältnis, das mehr Sicherheit schafft und mehr Freiheiten für die Familie lässt, ist beliebter als die Niederlassung), und mit der Tatsache, dass der Marburger Bund Lohnerhöhungen für Klinikärzte druchgeboxt hat, die das risiko der eigenen Niederlassung weniger attraktiv erscheinen lassen, ergibt das die jetzige Situation.

  6. Die Qualität des Studiums wird hiermit zur Farce. Deutschland muss darüber Nachdenken ob die Grundsätze stimmen. Es kann nicht sein, dass hier eine 2 Klassen Qualität aufgebaut wird. Es gibt dann in vielen Bereichen mit der gleichen Ausbildung oder Studium - Qualität hängt von dem universitären und beruflichen Standort ab / Universität - Unternehmen - die gut bezahlten und die schlecht bezahlten Jobs. So wird es in der Qualitätsstufe der Ärzte sein - wo soll das hinführen. In Deutschland sind die Grundsätze ihrer Einzigartigkeit in Bildung - Studium und Beruf auf dem Spiele. Hat Deutschland das Sachlich - Logische Denken verlernt. !!!?

  7. "Hier hätte man seitens der Politik schon lange eingreifen müssen."

    Stimmt. Man hätte schon lange bei den Ärzten als einziger Berufsgruppe die freie Berufswahl abschaffen sollen. Wer nicht auf dem sächsischen Land Hausarzt werden will -> zack, ab ins Zuchthaus.

    Jetzt mal aber Klartext: Welches "politisches Eingreifen" fordern Sie denn?

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Ärztemangel"
  8. Wer zunächst seine Facharztweiterbildung als Allgemeinmediziner macht und dann noch 5 Jahre auf dem Land als Hausarzt arbeitet, der hat vermutlich ohnehin nicht mehr allzugroße Chancen, noch was anderes zu machen. Insofern kann man davon ausgehen, daß es für die meisten dann mehr als 5 Jahre sein werden.

    Es sei denn, sie gehen pleite...

    Das ist ein Punkt, der hier im ganzen Text leider überaupt nicht angesprochen wurde.
    Daß niemand auf dem Land, zumal in den östlichen Bundesländern, als Hausarzt praktizieren möchte, daß hat doch nicht in erster Linie mit dem "Ansehen" zu tun: Eine Hausarztpraxis läßt sich heute nur mit einem gewissen Anteil an Privatpatienten wirtschaftlich betreiben, ggf. noch ein paar "Igel"-Leistungen dazu. In diesen finanzschwachen Regionen, wo man für die meisten Patienten nur quartalsweise die mickrige Kassenpauschale abrechnen kann, ist die Gefahr groß, daß sich das ganze nicht rechnet, insbesondere wenn man als Anfänger noch Investitionen für die Praxis abzahlen muß. Das ist der simple Grund, warum das heutzutage niemand machen will.

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