Lauren Santo DomingoHingebung für die Mode

Sie ist der Inbegriff des modernen New Yorker "socialite", schillernde Repräsentantin des Geldadels der Stadt, von Best-dressed-Listen so bekannt wie aus den Klatschspalten. 2011 gründete die 37-Jährige den Mode-Onlineshop Moda Operandi. Sie lebt mit ihrem Mann, dem kolumbianischen Milliardenerben Andres Santo Domingo, und ihren zwei Kindern im Flatiron District von Marlene Sørensen

ZEITmagazin: Ms Santo Domingo, in New York liegt alles vor der Haustür. Welchen Komfort vermissen Sie auf Reisen?

Lauren Santo Domingo: Ich bin von den Taxis verwöhnt. In Europa scheinen sie nie dort zu sein, wo man sie braucht. Muss man sie rufen? Gibt es Taxistände? Wann ist ein Taxi frei oder besetzt? Hier stehen sie einfach in Sekundenschnelle vor einem.

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ZEITmagazin: Wo kaufen Sie ein, wenn Sie etwas Besonderes für Ihre Garderobe suchen?

Santo Domingo: Modeboutiquen und Kaufhäuser langweilen mich. Ich entdecke lieber Dinge, die ich nicht überall bekomme. Auf dem Antikmarkt in Chelsea finde ich immer etwas Außergewöhnliches. Ich mag De Vera Objects und FD Gallery – hochwertige Auswahl, entsprechende Preise.

ZEITmagazin: Welche Spezialanfertigung bekommt man nur hier?

Santo Domingo: Soraya Silchenstedt, die für Finn Jewelry entwirft, macht auf Wunsch wunderbare Einzelstücke.

ZEITmagazin: Je länger man in einer Stadt lebt, umso mehr eignet man sich ihren Stil an. Wenn Berlin für lässige Bequemlichkeit – Parka und Nike Free Runs – steht, für welche Attitüde steht New York?

Santo Domingo: Was sind Nike Free Runs?

ZEITmagazin: Welche Modedesigner verkörpern den Stil der Stadt?

Santo Domingo: Jack McCollough und Lazaro Hernandez von Proenza Schouler haben einen einzigartigen Blick und riskieren etwas. Wir drei haben zur gleichen Zeit in der Modebranche angefangen und sind sozusagen zusammen aufgewachsen. Sie entwerfen jede Saison unvermeidlich das, was ich tragen möchte. Spannend finde ich auch, was die beiden Designerinnen von Cushnie et Ochs machen. Ihre Kleider sind sehr freizügig, sehr sexy und sehr modern.

ZEITmagazin: Was kann man sich von den klassischen Stilikonen New Yorks bis heute abschauen?

Santo Domingo: Carolyn Bessette-Kennedy und Nan Kempner sind eine große Inspiration – echte amerikanische Schönheiten, die keine Scheu hatten, sich großer Mode hinzugeben. Das liebe ich am Leben in New York: Es gibt so viele Anlässe, sich herauszuputzen!

Aktuelle Bilder von der New York Fashion Week bei Twitter


ZEITmagazin:
Sie haben den Ruf, eine hervorragende Gastgeberin zu sein. Wo finden wir ein Gastgeschenk?

Santo Domingo: Ich würde im Gagosian Art Store suchen.

ZEITmagazin: Unerlässlich, bevor Sie auf eine Party gehen?

Santo Domingo: Der Hairstylist Wesley O’Meara ist mein Mann für besondere Anlässe. Zum Haareföhnen, dem typischen blow-out , gehe ich alle paar Tage zu Dream Dry. Die haben praktischerweise einen Salon unter meiner Wohnung.

ZEITmagazin: Sollten Sie New York jemals verlassen, was würden Sie mitnehmen?

Santo Domingo: Oh, aber ich würde doch niemals woanders hinziehen.

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Leserkommentare
  1. einen wichtigen Punkt in der Überschrift vergessen... Verschwendungssucht

    Eine Leserempfehlung
    • Hermez
    • 08. September 2013 12:17 Uhr

    ...Tussitown?

  2. .. für dieses Interview.

    Es zeigt einem, dass man auf eine schöne, reiche, tolle New Yorkerin mal
    gar nicht neidisch sein muss...

    Eine Leserempfehlung
    • J-M
    • 08. September 2013 13:00 Uhr

    Grundsätzlich versuche ich mich nicht an dem Reichen-Bashing, das ja so im Trend liegt zu beteiligen. Die Frau ist Unternehmerin, hat was gewagt und ist damit reich geworden. Krebs hat sich zwar nicht gerade geheilt, aber immerhin... Mode. Aber wenn ich dann lese: "Jack McCollough und Lazaro Hernandez von Proenza Schouler haben einen einzigartigen Blick und riskieren etwas." muss ich mich doch nach den unterschiedlichen Formen der Risikowahrnehmung fragen. Sicherlich kann ein geschmacklicher Fehlgriff in so einer Branche schnell das Aus bedeuten, aber kann man als Designer wirklich etwas "riskieren"??? So wie ein Feuerwehrmann, ein Arzt oder auch ein Politiker. Irgendwie finde ich diesen Begriff hier wirklich vollkommen deplatziert. Und wie traurig ist es, wenn das Beste an einer so faszinierenden Stadt wie NY ist, dass man sich so oft rausputzen kann. Diese Frau wird vermutlich wirklich von der unerträglichen Leichtigkeit des Seins erdrückt.

  3. Wegen Leuten wie ihr ist New York City eben keine wichtige Kunstmetropole mehr. Die Dame ist weit entfernt von allem, was Avantgarde ist.
    Ihre Stadt ist überteuert, laut und langweilig geworden und die Kreativen fliehen in Scharen an die Westküste und nach Europa.

    5 Leserempfehlungen
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    • ardsley
    • 08. September 2013 15:35 Uhr

    Sie scheinen noch nicht hier gewesen zu sein. Ich lebe seit fast 20 Jahren in New York, und kann nicht nicht entdecken, dass das Interesse an dieser Stadt nachgelassen hat. Die Kunstszene hat sich in seither vielseitig entwickelt und verändert, und es gibt immens viel Interesse an Kunst und Kultur.
    Übrigens, auch London und Paris sind überteuert. Berlin ist da die einzige wohltuende Ausnahme. Und wohin genau an der Westküste fliehen die Scharen? Nach Los Angeles sicher nicht.
    New York ist nach wie vor eine Einwanderungsstadt, und das hält sie lebendig, macht sie vielschichtig und dynamisch. Und attraktiv, vor allem für junge Menschen. Und bei denen finden sie die meiste Kreativität.

    • ardsley
    • 08. September 2013 15:35 Uhr

    Sie scheinen noch nicht hier gewesen zu sein. Ich lebe seit fast 20 Jahren in New York, und kann nicht nicht entdecken, dass das Interesse an dieser Stadt nachgelassen hat. Die Kunstszene hat sich in seither vielseitig entwickelt und verändert, und es gibt immens viel Interesse an Kunst und Kultur.
    Übrigens, auch London und Paris sind überteuert. Berlin ist da die einzige wohltuende Ausnahme. Und wohin genau an der Westküste fliehen die Scharen? Nach Los Angeles sicher nicht.
    New York ist nach wie vor eine Einwanderungsstadt, und das hält sie lebendig, macht sie vielschichtig und dynamisch. Und attraktiv, vor allem für junge Menschen. Und bei denen finden sie die meiste Kreativität.

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    Antwort auf "Absolute Langeweile"
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    • Mari o
    • 08. September 2013 21:58 Uhr

    da tut es gut wenn wenigstens ein bißchen gegengesteuert wird.
    Und dann muss es wieder die Kultur/Kunst leisten. Brice Marden ist auch schon was älter,wie man im ZEITmagazin sehen kann.Die unglaubliche Faszination der 60er 70er Jahre ist jedenfalls weg.Mein Gott Warhol,das waren noch Zeiten.Da schmeckte die Cola noch ganz anders ;)

  4. Dazu passt ja schön der Artikel aus der FR von gestern über die Stadt nach Bloomberg:

    http://www.fr-online.de/p...

    Eine Leserempfehlung
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    ... ist reichlich dämlich. Als wenn Mord und Totschlag der 70er und 80er erstrebenswerter wären als ein New York der Reichen.

  5. ... ist reichlich dämlich. Als wenn Mord und Totschlag der 70er und 80er erstrebenswerter wären als ein New York der Reichen.

    Antwort auf "NY 2013"

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  • Schlagworte Mode | Twitter | New York
  • Models present creations from the Felder & Felder Autumn/Winter 2013 collection during London Fashion Week, February 15, 2013. REUTERS/Olivia Harris (BRITAIN - Tags: FASHION)

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