Wählerwanderung : Heute hier, morgen dort

Wie viele SPD-Anhänger gingen zu den Linken? Wo kamen all die FDP-Wähler her? Eine grafische Analyse der Bundestagswahl 2009

Die Bundestagswahl 2009, die das Ende der Großen Koalition und den Übergang zur amtierenden schwarz-gelben Bundesregierung brachte, verlief für die SPD verheerend: 23 Prozent, das schlechteste Ergebnis aller Zeiten! Wo waren die SPD-Wähler geblieben? Woher rührte die neue Stärke der FDP? Und warum stand die Union kaum schlechter da als 2005, obwohl sie fast zwei Millionen Stimmen verlor? Unsere Grafik zeigt die Wählerwanderungen von 2009: wer von wem Stimmen hinzugewann, wer zu Hause blieb, wie die Erstwähler abstimmten und wie viele Anhänger starben.

Die Grafik beruht auf einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap, für die 2009 etwa 100.000 Wähler beim Verlassen der Wahllokale Fragebögen ausgefüllt haben. Außerdem flossen weitere Daten aus der Wahl- und Bevölkerungsstatistik in die Berechnung der Wählerströme ein.  Zur mobil optimierten Version der interaktiven Grafik geht es hier.

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Kommentare

26 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Ein Bild das Bände spricht

Das gezeigte Foto trifft, ohne es wohl beabsichtig zu haben, den Kern deutscher Politik sehr genau. So chaotisch, wie die Wählerwanderung ist, so chaotisch ist auch unsere Politik. Nicht nur im Bund. Auch auf Länder- und Kommunenebene.

Die "Strippenzieher" deutscher Politikverantwortung haben es zu einem "Kabelsalat" gebracht, der schlimmer wohl nicht sein könnte. Klare Strukturen sind auf diesem Bild nicht zu erkennen. Sie müssen ja auch fehlen, fehlt der Politik im Allgemeinen doch jegliche Strucktur.

Einst gab es noch Politiker die eine Ideologie, eine Vision vertraten. Doch wie sagte Gerhard Schröder doch so treffend? Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen und das macht seit dem auch die deutsche Politik aus. Keine Visionen, keine echten Inhalte und nur eine Ausrichtung. Machterhalt bis man sein Schäfchen ins Trockene gebracht hat. Bis man den passenden Aufsichtsratposten zu gewiesen bekommt, auch wenn die eigene Qualifikation hierzu nicht vorliegt. Muss sie ja auch nicht. Politik ist kein Lehrberuf.

Da kann der Wähler schon mal die Orientierung verlieren und quer durch den Politikgarten laufen in der Hoffnung, dass eine oder andere Schmackhafte wählen zu können. Doch erst, wenn man es gegessen hat kann man feststellen, ob es einem auch bekommt. Und je niedriger die Wahlbeteiligung, desto sauer ist es dem Wähler aufgestoßen.

Wie einst Moses mit seinem Gefolge, so irrt auch der Wähler durch die Parteienwüste. Hoffen wir, dass er unterwegs nicht verdursten wird.

politically incorrect?

das ist nicht "politically incorrect" - sie haben einfach recht.

alle parteien verwursten immer mehr alles zu einem einheitsbrei, den man dann am ende bekommt (und auslöffeln darf). und sind die "volksvertreter" erstmal gewählt, machen sie ihr ding. dann kann man erstmal 2 bis 3 jahre schalten und walten wie man will, gefälligkeiten zur sicherung der späteren karriere in der freien wirtschaft eingeschlossen. im letzten jahr, so denn schlau genug, spielt man wieder den volksvertreter und schleimt sich beim wähler ein - der ja grundsätzlich ein sehr kurzes gedächtnis zu haben scheint und alles wieder schnell ausblendet und blind auf markige sprüche abfährt.
irgendwelche affären um dienstwagen oder -flüge, vetternwirtschaft, vergessene geldkoffer etc. ... das bekommen wir so oder so - egal welche farbe man wählt. das wahlvieh alle 4 jahre befragen zu müssen ist ein nötiges übel, um danach mit dem business as usual und der demokratie-charade fortzufahren.