WählerwanderungHeute hier, morgen dort

Wie viele SPD-Anhänger gingen zu den Linken? Wo kamen all die FDP-Wähler her? Eine grafische Analyse der Bundestagswahl 2009

Die Bundestagswahl 2009, die das Ende der Großen Koalition und den Übergang zur amtierenden schwarz-gelben Bundesregierung brachte, verlief für die SPD verheerend: 23 Prozent, das schlechteste Ergebnis aller Zeiten! Wo waren die SPD-Wähler geblieben? Woher rührte die neue Stärke der FDP? Und warum stand die Union kaum schlechter da als 2005, obwohl sie fast zwei Millionen Stimmen verlor? Unsere Grafik zeigt die Wählerwanderungen von 2009: wer von wem Stimmen hinzugewann, wer zu Hause blieb, wie die Erstwähler abstimmten und wie viele Anhänger starben.

Die Grafik beruht auf einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap, für die 2009 etwa 100.000 Wähler beim Verlassen der Wahllokale Fragebögen ausgefüllt haben. Außerdem flossen weitere Daten aus der Wahl- und Bevölkerungsstatistik in die Berechnung der Wählerströme ein.  Zur mobil optimierten Version der interaktiven Grafik geht es hier.

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Leserkommentare
    • doof
    • 12. September 2013 18:08 Uhr

    irgendwie, dass die SPD auf dem Holzweg ist mit ihrer derzeitigen Strategie:
    Laut Grafik wanderten von ihr die meisten Wähler ins Nichtwählerlager ab.

    Da wäre doch wirklich zu fragen, ob das nicht an gewissen Defiziten in Programm und Ausrichtung + geeigneten Kandidaten zu tun hat?

    2 Leserempfehlungen
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    Darf ich auf die Überschrift hinweisen? Aus dieser Grafik kann man Bewegungen vor 4 Jahren ablesen und fehler analysieren, aber sicher nicht auf das heutige Wahlprogramm schließen.

    • sf2000
    • 14. September 2013 15:15 Uhr

    ... Sie meinen also, der Verlust von Wähler könnte mit Programmatik und Personal und Politik zu tun haben?

    Lassen Sie mich raten: Sie sind dieser Tage häufiger mit einem "Angie"-Schild in unseren Innenstädten anzutreffen, nicht wahr?

  1. Das gezeigte Foto trifft, ohne es wohl beabsichtig zu haben, den Kern deutscher Politik sehr genau. So chaotisch, wie die Wählerwanderung ist, so chaotisch ist auch unsere Politik. Nicht nur im Bund. Auch auf Länder- und Kommunenebene.

    Die "Strippenzieher" deutscher Politikverantwortung haben es zu einem "Kabelsalat" gebracht, der schlimmer wohl nicht sein könnte. Klare Strukturen sind auf diesem Bild nicht zu erkennen. Sie müssen ja auch fehlen, fehlt der Politik im Allgemeinen doch jegliche Strucktur.

    Einst gab es noch Politiker die eine Ideologie, eine Vision vertraten. Doch wie sagte Gerhard Schröder doch so treffend? Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen und das macht seit dem auch die deutsche Politik aus. Keine Visionen, keine echten Inhalte und nur eine Ausrichtung. Machterhalt bis man sein Schäfchen ins Trockene gebracht hat. Bis man den passenden Aufsichtsratposten zu gewiesen bekommt, auch wenn die eigene Qualifikation hierzu nicht vorliegt. Muss sie ja auch nicht. Politik ist kein Lehrberuf.

    Da kann der Wähler schon mal die Orientierung verlieren und quer durch den Politikgarten laufen in der Hoffnung, dass eine oder andere Schmackhafte wählen zu können. Doch erst, wenn man es gegessen hat kann man feststellen, ob es einem auch bekommt. Und je niedriger die Wahlbeteiligung, desto sauer ist es dem Wähler aufgestoßen.

    Wie einst Moses mit seinem Gefolge, so irrt auch der Wähler durch die Parteienwüste. Hoffen wir, dass er unterwegs nicht verdursten wird.

  2. ...welche Aussagekraft kommt dieser Analyse zu.

    Ich kann mich ehrlich - obwohl politikinteressiert - nicht mehr erinnern, welche Partei ich bei den letzten beiden Bundestagswahlen gewählt habe, zu ähnlich die Parteien und deren Handeln.

    Was ist z.B. noch grün, wenn CDU/FDP das Atomzeitalter beenden, die Wehrpflicht abschaffen?

    Was ist noch CDU/FDP, wenn SPD/Grüne die größte Arbeitsmarktderegulierung (Agende 2010) beschließen?

    Wo genau liegen bei der Euro-Politik die Unterschiede, wenn SPD/GRÜNE/CDU/CSU/FDP zustimmen?

    Ich weiß es ist politicial uncorrect, aber ich kann keine wirklichen Unterschiede mehr feststellen, von dem unbedeutenden Betreuungsgeld mal abgesehen.

    Die aktuelle Wahl wird aber hochspannend, da werde ich nicht vergessen wen ich gewählt habe!

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    • AFX
    • 17. September 2013 16:17 Uhr

    das ist nicht "politically incorrect" - sie haben einfach recht.

    alle parteien verwursten immer mehr alles zu einem einheitsbrei, den man dann am ende bekommt (und auslöffeln darf). und sind die "volksvertreter" erstmal gewählt, machen sie ihr ding. dann kann man erstmal 2 bis 3 jahre schalten und walten wie man will, gefälligkeiten zur sicherung der späteren karriere in der freien wirtschaft eingeschlossen. im letzten jahr, so denn schlau genug, spielt man wieder den volksvertreter und schleimt sich beim wähler ein - der ja grundsätzlich ein sehr kurzes gedächtnis zu haben scheint und alles wieder schnell ausblendet und blind auf markige sprüche abfährt.
    irgendwelche affären um dienstwagen oder -flüge, vetternwirtschaft, vergessene geldkoffer etc. ... das bekommen wir so oder so - egal welche farbe man wählt. das wahlvieh alle 4 jahre befragen zu müssen ist ein nötiges übel, um danach mit dem business as usual und der demokratie-charade fortzufahren.

    • dp80
    • 12. September 2013 18:54 Uhr

    Bin ich der einzige, dem eine Tabelle mit Prozentzahlen lieber gewesen wäre?

    Diese Graphik ist ja derart unübersichtlich, dass man gar nichts mehr erkennen kann. Ganz schlimm wird es, wenn man versucht, mit dem MouseOver-Effekt Informationen über die ganz dünnen Linien zu bekommen.

    4 Leserempfehlungen
  3. DAS lese ich als erstes aus der grafik.

    click man auf 'gestorbene' findet man 3.300.000 wähler bei der CDU und 880.000 bei der SPD

    => der demographiewandel macht diesen beiden parteien zu schaffen; sie wollen es aber wohl nicht wahrhaben (das größte manko ist: die kann man nicht zurückgewinnen!)

    weiterhin finde ich sehr auffällig die extrem hohe zahl der nichtwähler bei der CDu mit 2.600.000 und SPD mit 2.040.000

    >= die könnten die beiden parteien zurückerobern, aber wohl nicht mit dem aktuellen wahlprogramm.

    fazit aus meiner sicht: den beiden parteien sterben die wähler weg und die nichtwähler können sie wohl auch 2013 nicht wirklich überzeugen.

    rund 19 mio wähler könnten das ändern, wenn sie aus dem großen angebot eine partei wählen würden und ihrer bürgerpflicht für eine funktionierende demokratie nachkommen würden.

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    • NoG
    • 12. September 2013 23:16 Uhr

    ...bei der cdu.

    zumindest sehe ich knapp ueber einer million.

  4. Nachdem Steinbrück die leere Schachtel von Merkel geöffnet, und die BürgeInnen gezeigt hat, versuchen die Pro-Merkel Rettungswege zu suchen. Ich bin gespannt wie es weiter geht... die Tage sind gezählt und Pro-Merkel sind so Nervös wie nie zuvor...

  5. für diese interessante Übersicht.

    Für mich sind 2 Dinge hier besonders interessant:
    a) Von den Erstwählern wandern bereits 40% (!) zu den Nichtwählern. Also mehr als der Anteil an der Gesamtwählerschaft beträgt.
    b) Über 70% der Nichtwähler bleiben auch Nichtwähler.

    Das zeigt doch, dass unsere Politiker bestimmte Teile der Gesellschaft nicht erreichen. Interessant wäre, Bildungshintergrund und soziale Lage beider Gruppen zu erfahren.

    Bin mal gespannt wie sehr die neuen Kräfte Afd und Piraten diese Wählergruppen mobilisieren können

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    • Andon
    • 12. September 2013 19:42 Uhr

    Weil es in diesem unserem Lande Tradition ist, dass die gläubigen Menschen ihre Kreuzchen schon immer bei der CDU machen, notfalls sogar mit Wahlhelfern, die ins Pflegeheim kommen.

    Gut, dass auch demente Wähler noch eine Stimme haben. Diese würden dann sogar NSA wählen, wenn man ihnen erklären würde, dass die noch höhere christliche Werte als die CDU haben. Es geht ja um ihre Sicherheit und Zukunft.

    So bleibt zu hoffen, dass die Wahlbeteiligung möglichst hoch ist, damit das Volk auch wirklich die Regierung wählt, die es verdient.

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  • Schlagworte FDP | SPD | Bundestagswahl
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