Yorkshireterrier auf Hotelbett © TIMOTHY A. CLARY/AFP/Getty Images

DIE ZEIT: Herr Schug, Sie geben Stadtführer für Hunde heraus – nach einem Band über Berlin, von Ihnen selbst geschrieben, erscheinen im Oktober Bücher über Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt und München. Brauchen Hunde wirklich Tipps zu "Shopping & Lifestyle"?

Alexander Schug: Heute wird fast jeder Trend, dem Menschen folgen, auch auf Hunde übertragen. Hier in Berlin kann man Biofleisch für Hunde kaufen, veganes Futter und Leckerli für Allergiker. Und es gibt neue, stilbewusste Hundeläden wie Hauptstadthund in Prenzlauer Berg oder Feinspitz in Mitte, wo selbst genähte Halsbänder verkauft werden. Natürlich muss ein Buch wie meins auf so etwas hinweisen.

ZEIT: Wie modisch lebt Ihr eigener Hund, der Labrador Otto?

Schug: Ich war mit Otto mal bei einer Massage. Die gefiel ihm schon. Aber eigentlich auch nicht besser als ein Spaziergang im Wald. Ich selbst stehe allem skeptisch gegenüber, was die tierische Natur des Hundes untergräbt, Parfüms etwa oder duftende Badeöle.

ZEIT: Hat Otto Sie auf die Idee mit den Hunde-Stadtführern gebracht?

Schug: In gewisser Weise ja. Denn mit Hund entdeckt man eine Stadt neu. Als ich Otto vor zwei Jahren kaufte, wohnte ich schon ein paar Jahre in Berlin. Ich dachte, ich hätte die Stadt in der Tasche. Doch auf einmal kamen lauter neue Fragen auf: Wo kann der Hund sich mal richtig austoben? Braucht der ein U-Bahn-Ticket?

ZEIT: Und – braucht er?

Schug: Ja, einen Kinderfahrschein.

ZEIT: Bleiben wir bei Berlin: Touristen dürfte als Erstes interessieren, wo sie mit dem Tier am besten unterkommen.

Schug: In Ferienwohnungen und diversen Hotels. Man sollte unbedingt bei der Buchung nachfragen, ob der Hund mit in den Speisesaal darf. Das ist ein gutes Indiz für die Offenheit des Hauses. Luxushotels akzeptieren fast immer Hunde. Das Adlon zum Beispiel schult Zimmermädchen darin, wie man in Räumen, die geputzt werden sollen, am besten mit schlafenden Hunden umgeht. Das Vier-Sterne-Haus Relaxa am Potsdamer Platz gilt als besonders hundefreundlich. Die stellen Napf und Decke, haben einen eigenen Auslaufplatz, und man kann Gassigeher buchen.

ZEIT: Was gibt es sonst für Möglichkeiten, seinen Hund für eine Weile abzugeben? Im Museum ist er schließlich unerwünscht.

Schug: Da hilft das Start-up Leinentausch.de. Dort sind Privatleute registriert, die bereit sind, mal kurz auf den Hund aufzupassen. Oder man gibt ihn als Tagesgast im "Pfötchenhotel" ab.