Der Hinweis "Serviervorschlag" prangt auf Verpackungen für Kartoffelpüree, Käse, Pudding und Co., wenn dort außer dem tatsächlichen Inhalt noch mehr abgebildet ist: ein gedeckter Tisch zum Beispiel, eine Familie beim Picknick auf der Blumenwiese oder sogar ein Bauernhof samt Bauer, der Kartoffeln um einen Teller mit dampfendem Brei herumarrangiert hat. Das ist dann ein "Serviervorschlag". So könnte man die Speise also anrichten, sofern man zufällig Blumenwiese oder Bauernhof zur Hand hat.

Schuld daran ist der Gesetzgeber, der nicht möchte, dass Konsumenten durch allzu hübsche Verpackungen in die Irre geführt werden. Bevor also jemand glauben könnte, es fände sich wirklich ein Bauernhof in der Pappschachtel, warnt man ihn lieber. Man hält den Verbraucher also für blöder, als er ist.

Richtig bescheuert wirkt das, sobald man die Packung umdreht. Auf der Rückseite befindet sich die Nährwerttabelle mit Prozentangaben für Fett, Zucker und Natrium, die man aber nur dann richtig interpretieren kann, wenn man sie in Relation zu seiner persönlichen Lebensweise setzt. Und bei der Deklaration der Inhaltsstoffe wird vorausgesetzt, dass jedermann mit Guarkernmehl, E 462 oder Natriummetabisulfit etwas anfangen kann.

Daran sind indes die Lobbyisten der Lebensmittelindustrie schuld. Sie haben Versuche, solche Angaben verständlich zu machen – etwa durch eine Lebensmittelampel –, mit dem Argument abgebogen, aufgeklärte Verbraucher hätten ein nobelpreisträgerartiges Wissen in Bezug auf Chemie, Medizin und Ernährungslehre.

Mal wird man also für sehr schlau, mal für strohdumm gehalten. Die Folge: Wir wissen zwar nicht, was wir essen, können aber ausschließen, dass es sich um einen vollständigen Bauernhof handelt.