Lieblingsstücke : Nicht ohne meinen Mixer!

Manche Gegenstände überstehen jeden Umzug. Geschichten unzertrennlicher Liebespaare
© Privat

Heike Drechsler, 48, ist Leichtathletin und holte in den Disziplinen Weitsprung und Sprint mehrfach Gold für Deutschland

"Ich habe mir den Mixer 1986 oder 1987 gekauft, genau weiß ich das nicht mehr. Bei jedem Umzug habe ich überlegt, ob er auch den ›Sprung‹ mit ins nächste Zuhause schaffen wird. Die besondere Farbe und der Charme des Mixers haben mich immer wieder überzeugt, ihn doch wieder mitzunehmen. Es gab dann jedes Mal hitzige Diskussionen über ihn. Ich bezeichne den Mixer manchmal als ›Flo‹, da er auch schon oft gegen die Wand geflogen ist, aber immer wieder zu mir zurückgeflogen kommt."

© Privat

Die Sterneköchin Cornelia Poletto, 42, ist Jurymitglied des ZEITmagazin-Kochwettbewerbs und hat ein Restaurant in Hamburg

"Eines meiner Lieblingsstücke ist meine venezianische Lampe aus Muranoglas. Obwohl sie so extravagant ist, finde ich sie total zeitlos. Egal ob an- oder ausgeschaltet, sie ist ein echter Hingucker. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich sie eines Tages mal nicht mehr leiden kann. Sie ist schon zweimal mit mir umgezogen – für die Möbelspedition war das eine knifflige Aufgabe. Um die Lampe so sicher wie möglich zu transportieren, wurde ihr eine eigene Sperrholzkiste gezimmert, in der sie aufgehängt und vorsichtig von A nach B gebracht wurde."

© Privat

Ambra Medda, 32, gründete das internationale Forum "Design Miami" und "L’Arco Baleno", ein Internetmagazin für Design

"Eines meiner liebsten Besitztümer ist ein Korb aus Afrika. Ich habe ihn bei meinem lieben Freund und Kollegen Peter Mabeo, der in Botswana lebt, in Auftrag gegeben. Frauen aus dem Dorf Etsha haben ihn auf traditionelle Weise geflochten und dabei die für ihre Kultur typischen Materialien verwendet. Der Korb ist aus eng geflochtenen Palmenblättern und riecht nach Erde und Holz ... herrlich grün. Sein Design ist einfach, aber gleichzeitig schick."

© Privat

Hanns Zischler, 66, ist Schauspieler und Schriftsteller. Dieses Jahr wurde er mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet

"Über 30 Jahre hat das Tablett ein Geheimnis preisgegeben, wie es nur von einem Meister der Lackkunst in die deckende Schicht hatte eingesenkt werden können. Zutage getreten sind Karten, die in den Teegeschichten der Edo-Zeit wichtig waren. TANYO ist wahrscheinlich das Kryptonym eines Wabi-Sabi-Meisters, dessen Maxime lautet: ›Im Tee entfaltet die entschwundene Zeit ihre Blüte. Wer trinkt, lässt diese Zeit noch einmal erblühen.‹"

Kommentare

7 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Ein sehr

schönes Thema. Mir sind auch gleich 1 - 2 Dinge eingefallen die meine Umzüge betreffen. Ist der Cem Özdemir wirklich so eine coole Socke, wie es seine Bruce Lee Lampe assoziiert oder hat er sich gedacht, jetzt mach ich mal den ganz Glatten. Die Grenze zwischen Stimmt und Ausgedacht ist bei solchen Themen ja immer sehr verschwommen.