"Manchmal ist es besser, gemeinsam in einem kleinen Raum zu leben. Man geht dann nicht im Streit ins Bett"

ZEITmagazin: Frau Crawford, Herr Peña, wie lange leben Sie schon zusammen?

Oscar Peña: Seit 13 Jahren.

ZEITmagazin: Frau Crawford, Sie sind bekannt für einen sehr persönlichen Einrichtungsstil, Ihr Partner ist Designer bei dem Lampenhersteller Philips Design Lighting – wie geht das zusammen?

Ilse Crawford: Wir sind schon sehr verschieden. Aber das kreative Arbeiten gibt uns ja einen gemeinsamen Rahmen.

Peña: Bei Philips geht es ja auch nicht vor allem um das technisch Mögliche, sondern um Produkte, die sinnvoll sind.

ZEITmagazin: Als Sie zusammengezogen sind, wer hatte da das Sagen, was die Einrichtung angeht?

Crawford: Als wir uns kennenlernten, kam ich gerade von New York nach London zurück. Es war ziemlich klar, dass wir gemeinsam etwas Neues brauchten. Es hätte nicht funktioniert, dass der eine den Lebensstil des anderen übernimmt. Oscar hatte nur eine Bedingung: Die Wohnung musste in der Nähe eines Markts sein. Essen ist ihm sehr wichtig.

Peña: Wir hatten das Glück, dass keiner von uns beiden viele Möbel mitbrachte, so konnten wir bei null anfangen. Ich habe eigentlich nur meine Küchenutensilien mitgebracht, ich besitze einige schöne Pfannen.

ZEITmagazin: Der Beitrag Ihres Mannes war die Küche, Frau Crawford?

Crawford: Ja. Meine Kücheneinrichtung war nicht professionell genug. Und Oscar kocht sehr gut, das lass ich mir gerne gefallen.

Peña: Und außerdem bestimmst du ja das meiste andere. Für mich ist das okay. Unsere Wohnung ist ja nicht sehr groß. Eigentlich ein Bad, Schlafzimmer und ein großer Raum. Da passt ohnehin nicht viel rein.

ZEITmagazin: Sie leben gewissermaßen in einem einzigen Raum zusammen. Wie kann man sich das vorstellen?

Crawford: Die Wohnung ist einfach nach unserem Lebensstil gestaltet. Wir kochen gerne und sitzen gerne auf dem Sofa und lesen – und das spiegelt sich eben in unserer Wohnung wider.

Peña: Es ist sehr kompakt hier – also benutzen wir eigentlich alles, was in dieser Wohnung ist. Wir haben keinen Platz, um viel zu verstauen. Dafür haben wir aber viel Licht. Wir haben zehn Fenster in diesem Raum – wir sind umgeben von Licht und Ausblicken. Es gibt kaum Wände.

ZEITmagazin: Dann gibt es wenigstens keinen Streit darüber, welche Bilder man aufhängen könnte.

Peña: Nein, wir könnten sie ja gar nicht aufhängen! Die geringe Fläche, die wir haben, ist mit Bücherregalen vollgestellt.

Crawford: In den Regalfächern landet alles, was wir so finden und von Reisen mitbringen. Und wir sind eigentlich immer eher dabei auszumisten.

Peña: Jeder hat seine eigenen Regalbretter, die er vollräumen kann – das ist sozusagen unser Privatraum.

Crawford: Wie bei jeder kreativen Zusammenarbeit braucht man bestimmte Regeln. Dabei gibt es natürlich eine schmale Linie zwischen dem, was privat und dem, was gemeinsam ist.

ZEITmagazin: Wer von beiden bestimmt, was wegkommt?

Peña: Ilse ist da etwas sentimentaler als ich. Ich mag es, Dinge zu sammeln, aber ich mag es auch, wieder reinen Tisch zu machen und Raum zu schaffen.