Liest man, was Hundeexperten diesseits und jenseits des Atlantiks zu dieser Frage zu sagen haben, könnte man meinen, sie sprächen von verschiedenen Tierarten. Im deutschen hundeportal.de zum Beispiel wird gewarnt: "Die Avocado ist im ganzen für den Hund giftig." Der Inhaltsstoff Persin führe zu einer irreparablen Herzmuskelstörung, eine Avocadovergiftung ende "meist tödlich".

Die amerikanische Notfall-Tiermedizinerin Justine Lee dagegen, die für die Pet Poison Helpline arbeitet, gibt Entwarnung: "Trotz aller Gerüchte sind Avocados nicht giftig für Hunde und wahrscheinlich auch nicht für Katzen." In den USA gibt es sogar ein Hundefutter, das aus Avocados gewonnen wird und für ein schönes, glänzendes Fell sorgen soll.

Das Gift Persin, das noch nicht sehr gut erforscht ist, ist für manche Tiere tatsächlich gefährlich. Unbestritten ist das für Vögel, Nagetiere, aber auch für große Säuger wie Schweine und Pferde. Menschen macht der Stoff nichts aus, und es spricht alles dafür, dass er bei Hunden und Katzen allenfalls schwach wirkt und beim Verzehr großer Mengen von Avocados zu Durchfall oder Erbrechen führen kann.

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Hinzu kommt, dass Persin vor allem in den Blättern und der Borke des Avocadobaums sowie im Kern der Frucht vorkommt, das Fruchtfleisch ist weitgehend frei davon. Und so besteht vielleicht die größte Gefahr für den Hund darin, sich am Kern zu verschlucken.

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