Der Mount Everest sei, so sagen mit verächtlichem Unterton die Kritiker, zum Sportgerät geworden. Iris Hadbawnik dagegen spricht vom Sportlerparadies. Die 40-jährige Ultraläuferin steht für eine Generation, die die großen Namen der Everest-Geschichte zwar noch bewundert, sich ihre Ansichten und Kontroversen aber nicht mehr zu eigen macht.

Erst recht nicht die Idee, den Berg nur einer Leistungselite zugänglich zu machen. Für sie ist das Everest-Gebiet ein spannendes Ziel für Gleitschirmflieger, Marathonläufer, Apnoetaucher – und natürlich für Gipfelaspiranten, die dort das Glück suchen, eine selbst auferlegte Leistung zu erbringen.

Was das am Everest bedeutet, schildert Hadbawnik in vielen Porträts, etwa über eine Familie, die zum Gipfel gegangen ist, aber auch über einen blinden Bergsteiger, der noch eine Gelegenheit sucht, dort hinaufzukommen. "Sollte man Menschen verurteilen, die ihre Träume ausleben?", fragt die Autorin – und hilft mit vielen praktischen Exkursen zum Thema Höhenbergsteigen. Auch wenn sich am Berg die Menschenmassen stauen – Iris Hadbawnik hat Verständnis für all die Hobbybergsteiger, Menschen mit Handicap oder Senioren, die sich dort einreihen. "Sie betreiben", so befindet die Autorin, "eine Leidenschaft, für die es sich zu leben lohnt."