Hoch sind die Berge, und je weiter man sie emporsteigt, desto dünner wird die Luft. Irgendwann gelangt nicht mehr ausreichend Sauerstoff ins Blut. Anfangs kommt es zu Schwindel und Benommenheit, später fällt man um. Klar zu denken ist jedoch in keinem Fall mehr möglich.

Die Höhenkrankheit ist bei Bergsteigern gefürchtet, erst recht an den höchsten Gipfeln der Welt, wie man sie im Himalaja-Gebirge findet. In leichteren Varianten kann die Höhenkrankheit aber auch in Reformhäusern oder Esoterikshops und sogar in Bioläden der Norddeutschen Tiefebene auftreten. Typischerweise treten die Symptome auf, sobald man sich dem Regal mit Himalajasalz nähert. Wer diesem Stoff verfallen ist, verliert jede Kritikfähigkeit und kann ebenfalls keinen klaren Gedanken mehr fassen. Dann lässt er sich weismachen, das Salz des Himalajas sei wegen seines Alters, der traditionellen Gewinnungsmethoden und so weiter viel besser als gewöhnliches Salz. Eine schöne Geschichte, die sich leider als Märchen herausstellt, wie die Stiftung Warentest bestätigt: Himalajasalz unterscheidet sich von normalem Salz vor allem durch den Preis.

Wer anfällig ist für fernöstliche Ernährungsmythen und überlieferte Weisheiten asketisch lebender Bergvölker, auf den wirkt Himalajasalz allerdings wie eine psychoaktive Substanz. Interessanterweise selbst dann, wenn das Himalajasalz von ganz anderen Orten stammt. Das Oberlandesgericht Köln hatte vor ein paar Jahren herausgefunden, dass ein vorgebliches Himalajasalz in Wahrheit Hunderte Kilometer vom Gebirgsmassiv entfernt gewonnen wurde. Bei Wikipedia heißt es ohne nähere Angaben, dass sogar schon Himalajasalz aus polnischen Bergwerken aufgetaucht sei. Was aber, wie man ja nun weiß, keinen Unterschied bei der Qualität machen würde. Sondern nur einen beim Preis.