Die Schweizer Armee hat einen Ruf wie John Rambo. Geschichten künden von hartgesottenen Kämpfern, die wochenlang in dunklen Wäldern oder auf kalten Bergen ausharren können. Und die noch als Reservisten daheim ihr Gewehr ölen, um bereit zu sein, wenn sie gerufen werden.

Selbst Ausländer vertrauen den Schweizern und ihren Waffen, die als zuverlässig gelten. Es geht dabei vor allem um jene Messer, die als Swiss Army Knives oder Schweizer Offiziersmesser weltweit gefragt sind. Zwar ungeeignet zur Kriegführung, eignen sie sich aber durchaus für kleinere Messerstechereien, handwerkliche Schnitzkunst oder das Pellen von Wurst. Je nach Vorliebe.

Das Armeemesser steht ebenso symbolisch für Schweizer Lebensart wie Käse, Züge, Uhren und Schokolade. Und der Messerhersteller Victorinox weitet sein Programm noch aus. Neu im Sortiment ist unter anderem das Swiss Army Duschgel. Mit den Duftnoten des Waldes bringe es eine "archaische Entschlossenheit" zum Ausdruck, teilt er mit. Außerdem stehe es für "Wärme und Frische" und sei auch als Parfüm erhältlich.

Line extension heißt es, wenn bekannte Marken auf neue Produkte übertragen werden. Und es ist konsequent, dass man sich in der Schweiz angesichts des wegbröckelnden Kerngeschäfts in den Sparten Steuervermeidung und Bankgeheimnistuerei nach Alternativen umsieht. Aber Swiss Army Duschgel? Es spräche nicht gerade für die Kampfkraft einer Truppe, wenn sie ihre Entschlossenheit durch die Anschaffung von Wellnesszubehör unter Beweis stellen müsste. Heute gibt’s Duschgel, morgen womöglich den Original Schweizer Offizierswaschlappen. Natürlich ist es morgens im Badezimmer lauschiger als, sagen wir, an der Nordflanke des Matterhorns. Aber will ein Armeeausrüster wirklich Warmduscher beliefern, die irgendwie nach Natur duften wollen?