ZEITmagazin: Was gab Ihnen die Kraft, weiterzumachen?

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Musk: Elektroautos sind einfach wichtig für unsere Welt. Wenn wir versagt hätten, hätten unsere Kritiker nur einen weiteren Beleg für ihre These gehabt, dass Elektroautos nicht machbar sind. Das wollte ich nicht. Wir haben es am Ende geschafft, aber es war sehr knapp. Ich kann Ihnen den genauen Zeitpunkt sagen, an dem beinahe Schluss gewesen wäre: Heiligabend 2008, 18 Uhr.

ZEITmagazin: Das ist eigentlich die Zeit, in der die Lichter angehen und der Frieden einkehrt ...

Musk: Nur nicht in diesem Jahr. Ich hatte mich in der letzten Finanzierungsrunde mit meinem gesamten Vermögen eingebracht. Einige der Investoren hatten sich bereit erklärt, dieselbe Summe aufzubringen. Um 18 Uhr war die allerletzte Möglichkeit, die Finanzierung abzuschließen, danach wären die Investoren wegen der Feiertage unerreichbar gewesen, und wir hätten direkt nach Weihnachten Konkurs anmelden müssen.

ZEITmagazin: Wie viel Geld haben Sie eingesetzt?

Musk: Insgesamt habe ich 70 Millionen Dollar investiert, in der letzten Runde waren es 20 Millionen. Das war alles, was ich hatte. Natürlich lag das nicht einfach so auf meinem Konto, sondern ich musste vieles verkaufen, um das Geld zu beschaffen. Danach musste ich mir, um über die Runden zu kommen, von Freunden Geld leihen. Zum Glück hat es sich gelohnt. Wir konnten dank des Investors Dibalog weitere sechs Monate über die Runden kommen, im Mai 2009 investierte Daimler dann 50 Millionen Dollar. Ohne Daimler gäbe es Tesla heute nicht mehr.

ZEITmagazin: Was ist heute Ihr größter Wunsch?

Musk: Ich würde gerne sehen, wie umweltverträgliche Transportmittel überall in der Welt die bisherigen ersetzen. Energieverbrauch und nachhaltige Produktion sind die größten Herausforderungen für die Menschheit in diesem Jahrhundert.