SchusswaffenWaffenland Deutschland

Auch durch legale Pistolen und Gewehre gibt es viele Todesopfer. Eine Übersicht von 

Deutsche Statistiker sind fleißig: Importierter Lebkuchen, Heimtrainer, Schaumweinverbrauch – kaum etwas, das sie nicht penibel zählen. Nur wenn es um Waffen und ihre Opfer geht, wird das Zählen erstaunlich ungenau. Zwar registriert das Statistische Bundesamt jährlich rund 70 Tote durch Schusswaffen bei Angriffen und Unfällen, dazu kommen etwa 750 Selbstmorde. Ob die Todesschüsse aus einer illegalen oder einer legalen Waffe kamen, wird aber seltsamerweise nicht erfasst.

Trotzdem behauptet die Schützenlobby, dass nur von illegalen Waffen eine große Gefahr ausgehe, und verweist auf Raubmörder, kriminelle Banden und Terroristen. Doch legale Waffen sind nicht harmloser: Nach Recherchen der ZEIT wurden allein im vergangenen Jahr mindestens 27 Menschen in Deutschland mit registrierten Schusswaffen getötet – bei insgesamt 54 bekannt gewordenen Todesfällen durch Schusswaffen. Dazu kommen mutmaßlich mehrere Hundert Selbstmorde.

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Der Freiburger Kriminologe Dietrich Oberwittler untersucht seit sieben Jahren "Familiendramen" in Deutschland: Taten, bei denen meistens Männer ihre Frauen, Expartnerinnen oder Nebenbuhler töten und sich danach oft das Leben nehmen. Er ist überzeugt: Die Verfügbarkeit von Schusswaffen erhöht das Risiko, dass solche "Amokläufe im Privaten" tödlich enden. Oft kämen hier legale Waffen zum Einsatz.

5,5 Millionen legale Schusswaffen gibt es in Deutschland, verteilt auf 1,45 Millionen Besitzer: Jäger, Sportschützen, Sammler oder Sicherheitsunternehmer. Nicht bekannt war bisher, wie viele Waffen es in den einzelnen Kreisen und Städten gibt. Auch hier klafft eine Lücke in der Statistik. Die ZEIT hat daher erstmals die Zahlen aller 550 Waffenbehörden zusammengetragen. Die Unterschiede sind groß: Sie reichen von weniger als 25 Schusswaffen pro tausend Einwohner in Städten wie Berlin, Leipzig, Flensburg und Freiburg bis zu mehr als 150 in ländlichen Kreisen in Rheinland-Pfalz, Bayern, Niedersachsen und im Saarland, wo es viele Jäger und Sportschützen gibt. Im Osten Deutschlands zeigen sich noch die Folgen der DDR: Dort gibt es weniger Schusswaffen, weil Schützenvereine verboten waren.

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Bedenklich stimmt, dass es in Regionen, in denen es viele registrierte Waffen gibt, auch gehäuft zu Todesfällen durch diese zu kommen scheint. Dies wird auch durch eine gerade erschienene internationale Vergleichsstudie gestützt: mehr Waffen, mehr Tote. "Es gibt nach wie vor zu viele Schusswaffen in Deutschland", sagt Arnold Plickert, Chef der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen. "Nicht jeder, der derzeit eine Waffe hat, sollte diese wirklich haben."

Mitarbeit: Friederike Milbradt

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Leserkommentare
  1. Stimmt: Es gibt - leider - Todesopfer durch legale Schusswaffen.
    Aber es stimmt auch, dass es ins Verhältnis gesetzt erheblich mehr Todesopfer im Straßenverkehr, durch Haushaltsunfälle, durch ungesunde Lebensweise, ... gibt.
    Käme jemand jenseits der "Veggie-Day"- und Verbotspartei Grüne auf die Idee, den Privatbesitz von Autos, Fensterputzschwämmen oder Pommes Frites zu verbieten?
    Wer ein risikoloses Leben will, der darf seine jungsteinzeitliche Wohnhöhle nicht verlassen. Und selbst dann kann man noch vom "lieben Nachbarn" mit der Keule einen Scheitel gezogen bekommen.
    Was übrigens vielleicht vermeindbar gewesen wäre, wenn der Höhleneigentümer zur Selbst- und Eigentumsverteidigung bewaffnet gewesen wäre.

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    • Ckalle
    • 16. Januar 2014 9:46 Uhr

    ...Straßenverkehr, durch Haushaltsunfälle, durch ungesunde Lebensweise"

    Wie kommt man auf die Idee, das zu vergleichen?
    Waffen sind grundsätzlich zum Töten da; Straßenverkehr, Haushalt und Leben nicht.

    • marv_k
    • 16. Januar 2014 9:57 Uhr

    neben dem Waffenbesitz auch den Autoverkehr in Innenstädten deutlich einschränken oder Junk Food einschränken oder zumindest klare Kennzeichnung vorschreiben hinsichlicht der Gesundheit. Bin ich jetzt ein böser Verbotsmensch?

    Weiterhin ist der Vergleich von Toten durch Waffen und Verkehrstoten immer so eine Sache. Waffen haben keinen anderen Sinn als Lebenwesen zu verletzen oder zu töten (mir kann keiner erzählen, die seien fürs Schießen auf Zielscheiben erfunden worden), ein Auto hingegen brauchen manche Menschen nun mal.

    Und inwiefern Waffenbesitz mehr Sicherheit bringt, sehen wir ja in den USA.

    So ein Quatsch, den Sie da verbreiten!

    Zahlen 2012:

    zugelassene PKW: 51,74 Mio. (ohne Motorräder)
    Verkehrstote: 3.606
    Ergebnis: 0,0000697 Tote je Auto

    zugelassen Waffen: 5,5 Mio.
    Tote: 820
    Ergebnis: 0,0001491 Tote je Waffe

    demnach sind noch weitere Dinge die tödlich enden können zu verbieten,,,,,,,

    Arbeit
    Aids
    Krebs
    Sport
    Konzerte
    Festivals
    Mekka
    Reisen
    usw.
    usw.
    ach ja und Waffen gell
    was für ein Lötzinn......

    „Käme jemand jenseits der "Veggie-Day"- und Verbotspartei Grüne auf die Idee, den Privatbesitz von Autos, Fensterputzschwämmen oder Pommes Frites zu verbieten?“

    Wenn Sie schon so offensichtlich für die Waffenindustrie schreiben, könnte man das nicht intelligenter machen? Oder ist der Unterschied zwischen Unfall und Mord, zwischen Fahrlässigkeit und Vorsatz bei Waffennarren nicht bekannt, dümmliches Relativieren und untaugliches Vergleichen sehr wohl?

    Falls die Eltern der Opfer von Winnenden die obigen Zeilen lesen, werden ihnen wieder die Tränen kommen. Ein Mädchen war meiner Familie bekannt. Das Mordwerkzeug war eine Baretta, kein Fensterputzschwamm.

    • DDave
    • 16. Januar 2014 12:34 Uhr

    falschen Zahlen arbeitet):
    Entweder Sie rechnen mit den Schusswaffentoten mit registrierten Schusswaffen, dass wären dann 27, plus eine geschätze Anzahl an Selbstmorde durch Schusswaffen ODER Sie rechnen alle Schusswaffentote zusammen und teilen diese durch die Anzahl der legalen und illegalen Waffen. Laut welt.de geht die Polizei von 20 Mio illegaler(also nicht registrierter) Waffen aus, selbst wenn wir nur 10 Mio illegaler Waffen annehmen, dann haben wir schon einen niedrigeren Wert als bei den Verkehrstoten. Damit hätten wir:
    Schusswaffen: 15,5 Mio; 820 Tote -> 0,0000529 Tote je Waffe
    Dazu im Vergleich: 0,0000697 Tote je Auto

    Ansonsten, warum ein Vergleich zwischen Schusswaffentote und Verkehrstote nicht komplett sinnfrei ist. Es geht um das Hobby, sowie den Job von ca 1,45 Mio Personen. Ich finde die aktuelle Gesetzeslage mehr als ausreichend, sodass wir keine amerikanischen Zustände bekommen können. Der Vergleich mit Selbstmorden durch Schusswaffen hinkt genauso wie ein Vergleich zwischen Verkehrstoten und Schusswaffentoten hinken könnte. Denn jeder, der einen Suizid begehen will, wird von strikteren Waffengesetzen nicht wirklich abgehalten, denn Google ist dein Freund, auch bei Suizid...
    Wenn wir die Suizidtoten aus der Statistik rausrechnen, dann sind Autos genauso gefährlich wie Waffen, auch wenn die Schusswaffen nur für folgende Zwecke produziert wurden, nämlich Tiere zu töten(Jäger) und zur Selbstverteidigung von privatem und staatlichem Sicherheitspersonal.

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten. Danke, die Redaktion/ls

  2. Es fällt mir grad was auf. Bayern ist Deutschlands Erzkonservatives Land, regiert von immer den gleichen, Waffennärrisch, sehen sich gern als was besonderes, super religös, stark fremdenfeindlich...

    Bayern ist das Texas Deutschlands.

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    • oh.stv
    • 16. Januar 2014 10:01 Uhr

    ... und sie haben auch überhaupt keine Vorurteile? Aber schon klar, Ausländerfeindlichkeit geht gar nicht, aber gegen Bayern uo. Schwaben kann man hetzen wie man will.

    Genau, das stark fremdenfeindliche, oberreligiöse, immer CSU-regierte Bayern (Anm.: Ich wähle nicht CSU), zu Ihren unsachlich geäußerten Klischees:
    -fremdenfeindlich: Keinem Land in unserer Republik gelingt die Integration ausländischer Mitbürger so gut wie hier... warum? Weil es das Land seinen ausländischen Mitbürgern u.a. ermöglicht einen Arbeitsplatz zu finden, Schritt 1 der Teilhabe, Schritt 2 sind viele Vereine gerade im Sportwesen, die hervorragende Integrationsarbeit betreiben
    -oberreligiös: Also ich bin Atheist und komme hier trotz alle "Oberreligiösität" bestens zurecht. Bayern ist nicht nur ein kleines Kirchendorf in Oberbayern, Bayern ist ein Flächenbundesland mit vielen Religionsformen, die alle absolut akzeptiert und anerkannt sind. Ich sehe hier auch keine religiösen Moralapostel, die permanent belehrend auf der Matte stehen.
    -Immer CSU-regiert: Das liegt einfach auch daran, daß andere Parteien, allen voran die SPD, hier so gurkenhaft aufgestellt sind, mit Null eigenem Programm überzeugen können und einfach unwählbar sind. Da ist für viele des CSU dann eben die bessere Alternative...

    Das macht nichts, dafür gibt es in Berlin mehr illegale Waffen als im ganzen Rest Deutschlands...

    Mit Klischees ist das so eine Sache, die können auch Andere haben:

    Man vertraut der väterlichen Obrigkeit so sehr, dass man gar keine Veranlassung zu sehen vermag, dass eine demokratische Bürgergesellschaft Waffen zu einem anderen Zweck, als zur Verübung von Straftaten haben könnte (nicht ohne Grund sind Privatleute in der Schweiz bis an die Zähne bewaffnet und sind dabei mit die selbstbewussten Staatsbürger überhaupt). Sie können das kurios finden oder nicht, die lange historische Erfahrung in allen Kulturen der Welt zeigt eben, dass Staaten dort besonders ungehindert autoritäre Züge entwickeln, wo die Menschen ihnen in Ermangelung von Möglichkeiten zur Gegenwehr (Pflastersteine gegen Panzer) ausgeliefert sind. Und die deutsche Geschichte gibt Anlass dazu, sich Gedanken darüber zu machen, wie man seine Freiheit ggf. auch mal mit mehr als dem Wort verteidigen muss. Dieses Widerstandsrecht ist, als moralischer Appell (Papier ist in solch einem Fall natürlich wertlos), sogar in unserem Grundgesetz verankert.

    Weiterhin ist bezeichnend, dass zB die Migrantenquote in bayerischen Städten wie Augsburg höher als im ach so kosmopollitischen Berlin ist, die Arbeitslosenquote insb. bei Migranten umgekehrt niedriger. Soviel zum Thema Fremdenfeindlichkeit und Integration. Religion ist Privatsache und Einmischung in das Privatleben Anderer war für mich schon immer typisch preußisch (siehe der militante Freiheitsbegriff der alt68er damals, "seid gefälligst alternativ - ZACK ZACK!")

    Herzlichen Dank aus Bayern für dieses schöne Kompliment.
    Die CSU und der Bayerische Sportschützenbund sind zwar leider nur weichgespülte Varianten der US-Republikaner und der NRA, aber "Mia san mia"" und "Don't mess with Texas!" meint schon ungefähr dasselbe.

    @Stannes Nr. 2) Wenn Sie Ihre Maus mal über den Landkreis Lüchow-Dannenberg fahren, werden Sie feststellen, dass hier das Hannöversche Wendland den Spitzenplatz hält. Beste Grüße nach Bayern

    • pille62
    • 16. Januar 2014 11:55 Uhr

    ..........ich finde Bayern in jeder Hinsicht super und , bin nicht einmal katholisch!!!!

    Daß in Bayern die Kriminalität deutlich niedriger ist als in rot-grünen Hochburgen wie Hamburg, Bremen oder Berlin, spielt im Weltbild der Konservativen-Hasser offenbar keine Rolle.

    Das Ziel solcher Polemiken (auch des Beitrags der Zeit) scheint es zu sein, auch den letzten Bürger wehrlos zu machen gegenüber jenen, die sich um Waffenscheine oder Recht und Gesetz noch nie gekümmert haben.

    wenn man sieht wie die Leute hier Personen die mit 200kmh besoffen einen Verkehrsunfall bauen, und am rechten Wählerrand für stimmen werben, wie Christian Mayer mit unglaublichen Ergebnissen wählen (in meinem Wahlkreis), kann man schon darauf schließen das diese Hinterwäldler das Gegenstück zum tumben Texanischen Bauern sind.

    • plutoo
    • 16. Januar 2014 19:38 Uhr

    ...wirtschaftlich erfolgreich vergessen.

  3. ...der Autor/die Mitarbeiter eher ein Risiko sehen, überfallen, ausgeraubt oder verletzt zu werden?
    In Berlin oder im Landkreis Bad Tölz?

    Wo ist die Streitschrift zum Verbot von Alkohol?

    Warum gibt es keine Zensur? Die Medien können doch vollkommen unkontrolliert die Unwahrheit verbreiten und stehen für mögliche Opfer nicht gerade?

    Wer hat mehr Menschen auf dem Gewissen? Ein privater deutscher Waffenbesitzer oder General Klein, welcher im Auftrag deutscher Wähler auf einen Schlag deutlich mehr Menschen auslöschte, als jeder Active Shooter in einer deutschen Schule? Wurde General Klein oder gar die BRD etwa angegriffen?

    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/ff

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    • Otto2
    • 16. Januar 2014 10:21 Uhr

    Bad Tölz mit Berlin oder Hamburg in dieser Hinsicht zu vergleichen, das ist noch unpassender als Äpfel mit Birnen in einen Topf zu werfen. Das Städtchen Bad Tölz mit seinen 10.000 bis 11.000 EW ist eine völlig andere Welt als eine Millionenstadt mit 3.5 Mio. EW.
    Außerdem: Waffen sind auch in Bad Tölz zum töten da, hat man sie nicht, ist die Welt auch in Bad Tölz ein Stückchen sicherer, weil ein Missbrauch ausgeschlossen ist. (Vgl. auch die Antwort von Ckalle auf den Kommentar 1)

  4. ..wenn man diesen die Zahlen der Toten durch Hämmer, Äxte und Autoverkehr gegenüberstellt. Deutschland als Waffenland zu bezeichnen ist im internationalen Vergleich schlicht lächerlich.

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    Es ist richtig, dass solche Zahlen nur im Kontext Sinn ergeben.
    Im europäischen Vergleich liegt Deutschland irgendwo im Mittelfeld (1,24 Waffentote pro 100.000). Dennoch kann man die Frage stellen, wieso Polen (0,2), UK (0,25) oder die Niederlande (0,46) deutlich geringere Quoten haben. Nicht zu vergessen sind natürlich die Werte von Serbien (3,9) und der Schweiz (3.84).

    Zurück zum Thema: Deutschland ist definitv ein Waffenland, wenn es um den reinen Besitz geht. Auf der Rangliste des Waffenbesitzes pro Land belegen wir Rang 5. Im pro Kopf Vergleich sind wir auf Platz 15.

    TL;DR: Deutschland hat kein großes Problem mit waffenbezogenen Todesfällen. Dennoch sind wir ein Land, in dem sehr viele Waffen im Umlauf sind.

  5. Ist das euer Ernst? Das ist doch lächerlich wenig! Kein Grund die Pferde scheu zu machen. In den Nachbarländern ist die Rate mit Sicherheit drei Mal so hoch.
    Und wie viele Menschen sterben in D durch Faustschläge und Tritte? Definitiv mehr.

    Für mich muss es auch keine legalen Waffen geben, aber in D schätze ich wird vergleichsweise vernünftig mit Waffen umgegangen.

    via ZEIT ONLINE plus App

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    • Ckalle
    • 16. Januar 2014 9:46 Uhr

    ...Straßenverkehr, durch Haushaltsunfälle, durch ungesunde Lebensweise"

    Wie kommt man auf die Idee, das zu vergleichen?
    Waffen sind grundsätzlich zum Töten da; Straßenverkehr, Haushalt und Leben nicht.

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    "Waffen sind grundsätzlich zum Töten da"

    Ach, was sie nicht sagen.....

    Dann bedroht uns unser Staat auch alltäglich mit dem Tod, denn die Polizei ist ja schliesslich auch bewaffnet oder?

    • sinta
    • 16. Januar 2014 11:13 Uhr

    "Waffen sind grundsätzlich zum Töten da; Straßenverkehr, Haushalt und Leben nicht."

    Bei diesem Satz musste ich an eine Bekannte denken, das erste Kind war unterwegs und sie wollte, dass ihr Mann aufhört Motorrad zu fahren, bzw. das Motorrad auch verkauft - weil, ist ja gefährlich usw. Sagt sie zu mir: 'Du verstehst mich doch, oder?' Nicht wirklich, sage ich, du schläfst in einem Raum, in dem im Kleiderschrank ein zusätzlicher kleiner Schrank mit Waffen drinne ist, die Patronen werden in einem kleineren Schränkchen neben dem Nachttisch aufbewahrt. Die Schlüssel für all das liegen oben auf dem Kleiderschrank. Dein Mann geht zur Jagd und ist im Schützenverein. Das Kind wächst in einem Haus mit Waffen auf, der Zugang dazu ist auch nicht so schwierig, aber das Motorrad macht dir angst - ne, verstehe ich nicht.

    Hallo Ckalle, was Du sagst ist großer Quatsch ! Waffen sind nicht zum töten da!
    Sondern zum schießen !!!!! Ich habe selbst 6 Stück und noch nie getötet !!!!
    Weiterhin sind Waffen: Sportgerät, sogar bei olympischen Disziplinen. Genau so wie Kampfsportarten, welche auch olympisch sind,- oder soll der Kampfsport jetzt auch verboten werden ? Durch Hiebe und Tritte sterben erheblich mehr Menschen. Ganz abgesehen von Küchenmessern, Äxten, Knüppeln und selbstgebastelten Bomben usw..

    Waffen dienen meist als Sportgerät. Der Anteil der zum Töten von Menschen verwendet wird liegt deutlich unter 0.1%

  6. "Bedenklich stimmt, dass es in Regionen, in denen es viele registrierte Waffen gibt, auch gehäuft zu Todesfällen durch diese zu kommen scheint. Dies wird auch durch eine gerade erschienene internationale Vergleichsstudie gestützt: mehr Waffen, mehr Tote."

    Wenn Sie die Funktion im Kästchen aktivieren, sehen Sie eben keinen Zusammenhang zwischen hoher Waffendichte und den Kreischen!

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    Straftaten, bei denen Schusswaffen entweder tatrelevant waren oder einfach nur durch den Tatverdächtigen geführt wurden, sind nicht danach unterschieden worden, ob die Schusswaffe eine illegale oder eine legale Schusswaffe war oder ob es eine Kurzwaffe (Pistole/Revolver) oder eine Langwaffe (Büchse/Flinte) war.
    Auch wird nicht nach scharfen Schusswaffen und Schreckschusswaffen/Replika unterschieden.

    Solange es keine wirklich differenzierte Statistik gibt (Behördenwaffen, private Waffen, illegale Waffen) sind solche Beiträge als reine Propaganda anzusehen. Es gibt wesentlich mehr Tote durch Messer oder illegalen Einsatz von PKW und Motorrad. Ganz zu schweigen von Todesfällen, die von Menschen im Alkohol-/Drogenrausch verursacht wurden. Aber das Thema ist ja die Entwaffnung der Bürger.

    http://www.jagdundsportschuetzen-marl.de/main/texte/news/Auswertung_PKS_...

    Ich dachte schon, ich bin blind, weil ich den Zusammenhang auch nicht erkenne...

    in keinem der Gebiete mit der höchsten Anzahl von Waffen pro 1000 Einwohner (175) gab es Todesfälle mit registrierten Waffen. Bei geringer Anzahl von Bewohnern in ländlichen Gebieten ist die Wahrscheinlichkeit eines seltenen Ereignisses aber auch gering.

    • Kyodai
    • 16. Januar 2014 9:51 Uhr

    Japan hat eines der strengsten Waffengesetze der Welt.

    Zahl der Toten pro Jahr: 10

    USA: über 8000

    Statt Geschwätz also einfach die Fakten sprechen lassen.

    Es ist aber viel mehr also das bloße Verbot an sich.

    Durch die fehlende Präsenz von Waffen im Alltag entsteht eine gewisse Distanz zu ihnen und die Sozialisation ist dementsprechend.

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    Nun, das stimmt so nicht!
    Japan hat eine Mordrate von 0,4 per 100.000 da kommen wir mit den 10 Toten per Anno wohl nicht ganz hin, oder?

    Schliesslich ist nicht das Tatwerkzeug entscheidend sondern die Tat selbst.

    Und wenn Sie sich die "amerikanischen Verhältnisse" mal näher ansehen würden, dann kämen Sie ganz schnell auf den Trichter dass die Regionen mit
    strengen Waffengesetzen in der Kriminalität die ersten Plätze belegen, z.B. Chikago.
    Zudem müssten Sie sich auch noch ansehen wer wen erschiesst, dann sähen Sie auch dass die "horrende" Zahl an Schusswaffentoten durch Bandenkriminalität in den Städten bedingt ist.

    Und was machen Sie bitte jetzt gegen Bandenmitglieder die sich illegal bewaffnen?

    Island hat ein sehr lasches Waffengesetz, genauso wie die Schweiz oder Finnland. Dementsprechend sind dort auch Waffen verbreitet.
    Island Morde durch Schusswaffen 2009: 4 (mit Selbstmorden - 4)
    Schweiz Morde durch Schusswaffen 2009: 55 (ohne Selbstmorde)
    Finnland Morde durch Schusswaffen 2009: 22 (ohne Selbstmorde)

    Warum sind die Morde in den USA dann so hoch? Dazu schaue man sich mal Brasilien an, welche noch weit vor der USA stehen in Sachen Morde durch Schusswaffen. Nun vergleicht man die Gesellschaft beider Staaten und wird merken, dass beide eine gleich schlechte Sozialpolitik haben, nämlich so gut wie keine und somit gesellschaftliche Kontraste extrem sind.

    Ist ein Licht aufgegangen?

    Damit es noch klarer wird: Island (ganz besonders Island), Schweiz und Finnland haben alle ein sehr gutes Sozialsystem, bzw. eine so gut funktionierende Gesellschaft, dass es dort nicht zu so extremen Kontrasten kommt wie in den USA und Brasilien.

    Kyodai, das ist so typisch selektive Propaganda.

    Japan hat eine der höchsten Suizidraten überhaupt. Und nur weil Morde nicht mit Schusswaffen passieren, heißt das nicht, dass sie nicht geschehen. Ist ein Erstochener besser als ein Erschossener?

    Sogar in dem Artikel steht, dass die meisten Morde mit legalen Waffen Beziehungsmorde sind. Und die passieren bekanntlich meistens mit dem Messer. Oder mit was auch immer zur Hand ist. Die verhindert man nicht.

    Und was ist eigentlich mit Großbritannien? Die haben ein größeres Gewaltproblem als die USA, trotz de-facto Waffenverbot. Wie erklärst du dir das? Vor allem, weil die Gewalt in den USA massiv abgenommen hat, während/nacdem die Waffengesetze gelockert wurden, weil die meisten Toten auf Gangaktivitäten zurückzuführen sind, die ebenfalls abgenommen haben. Diese Fakten stehen leider nicht in deinem Kommentar.

    Eigentlich muss man nur ÄHNLICHE (Mentalität, soziales Gefüge, wirtschaftliche Lage etc.) Länder mit unterschiedlichen Waffengesetzen vergleichen, um zu erkennen, dass nicht der legale Waffenbesitz den Unterschied macht.

    Nimm Österreich und Deutschland. Von der Mordrate vergleichbar. Nur, dass ich in Ö ab 18 ins Waffengeschäft gehe und mir einfach eine kaufe. Ein paar Waffentypen auf die Waffenbesitzkarte ab 21. WBK Ausstellungsgrund: Mein grundlegendes Recht auf Selbstverteidigung Entsprechend höher ist die Anzahl der Waffenbesitzer. Was nun?

    Deutsche brauchen wohl immer den Staat, der wie Mutti ihr Leben regelt...

    [quote]Japan hat eines der strengsten Waffengesetze der Welt.
    Zahl der Toten pro Jahr: 10
    USA: über 8000
    Statt Geschwätz also einfach die Fakten sprechen lassen.[/quote]

    Oberflächlich gesehen scheint das zu stimmen. Aber Korrelation hat nicht unbedingt was mit Kausalität zu tun. Das was Sie da machen, nennt man "Lügen mit Statistik" - auch wenn es aus Unwissen geschieht.

    Waffenbesitz und Verbrechen stehen - weltweit gesehen - nicht in Korrelation zueinander. Da spielen andere Faktoren eine viel wichtigere Rolle. Jeder Statistiker würde über ihre Annahme laut lachen.

    Beleg gefällig?
    http://www.dradiowissen.de/statistik-waffen-und-gewalt.33.de.html?dram:a...

    Suizide pro 100.000 Einwohner pro Jahr

    Japan: Männer 36,2 Frauen 13,2 Gesamt 24,4 Jahr 2009
    USA: Männer 17,7 Frauen 4,5 Gesamt 11,0 Jahr 2005

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Suizidrate_nach_Ländern

    Japaner bringen sich leider auch um, nur eben anders.

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  • Schlagworte Waffenbesitz | Selbstmord
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