Einmal im Leben mit Haien tauchen – das ist ein Traum, den ich schon als Kind hatte. Die Art, wie sie sich durchs Wasser bewegen, hat etwas sehr Beruhigendes. Für mich sind Haie faszinierende Tiere. Vor einiger Zeit habe ich mir deshalb einen Hai auf den Arm tätowieren lassen.

Vor anderthalb Jahren kam ich meinem Traum schon sehr nahe. Ich war für einen Videodreh auf Hawaii und habe es mir nicht nehmen lassen, in einem Käfig ins Meer hinabzutauchen, klassisches Touristenprogramm. Und tatsächlich sah ich einige Haie, sie schwammen nur wenige Meter entfernt an mir vorbei, ganz sanft, majestätisch. Trotzdem war diese Erfahrung für mich eher unbefriedigend. Ich will die Haie unmittelbar erleben, nicht durch Gitterstäbe hindurch.

Um meinen Traum zu verwirklichen, fliege ich demnächst in die Karibik. Auf Curaçao will ich den Tauchschein machen. Nach dem Grundkurs kann man bis zu 16 Meter tief tauchen. Das reicht, um zu einem Riff zu gelangen und Haie zu beobachten.

Zum Wasser habe ich mich schon immer hingezogen gefühlt. Ich bin in Rostock aufgewachsen und habe jede freie Minute an der Ostsee verbracht. Mein Vater war Seefahrer. Zu DDR-Zeiten war das ein absoluter Traumberuf, weil man rauskam und etwas von der Welt sehen konnte. Mein Vater umschiffte Afrika, die Hochzeitsreise meiner Eltern ging nach Athen. Das war damals sehr ungewöhnlich. Höchstens zweimal im Jahr war mein Vater bei uns zu Hause, meine Mutter war mit ihren drei Kindern die meiste Zeit auf sich allein gestellt. Ich habe meinen Vater oft vermisst. Umso mehr mochte ich die Geschichten, die er uns mitbrachte. Wahrscheinlich stimmte davon nicht mal die Hälfte, aber das war mir egal. Einmal erzählte er uns, wie er in der Straße von Gibraltar Riesenfische an Deck gezogen hatte. Als Angel sollte ihm eine um den Finger gewickelte Sehne gedient haben. Ich war schwer beeindruckt.

Weniger Glück hatte er bei unseren gemeinsamen Angelausflügen. Manchmal saßen wir beide stundenlang vergeblich am Wasser. Dann sind wir hinterher ins Fischgeschäft gegangen. Das war unser Geheimnis. Vermutlich hatte meine Mutter trotzdem eine Ahnung, denn die Rotbarsche, die wir angeblich selbst gefangen hatten, gibt es bei uns in der Gegend gar nicht.

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Heute fehlt mir das Meer. Seit zwölf Jahren wohne ich in Berlin, aber so oft es geht, fahre ich nach Hause. Je näher man der Küste kommt, desto besser kann man durchatmen, schon nach wenigen Tagen sieht man viel gesünder aus. Außerdem macht die frische Luft einen schneller müde. Das ist vor allem in den Phasen gut, in denen ich mal wieder schlecht einschlafen kann. Zum Glück habe ich keinen Job, bei dem ich morgens um sieben ins Büro muss.

Besonders gut schlafen konnte ich, als ich noch Leistungssportler war und für die Jugendmannschaft von Hansa Rostock gespielt habe. Ich ging an eine Sportschule, hatte vor und nach dem Unterricht Fußballtraining. Abends kam ich dann total gerädert heim, fiel ins Bett und schlief sofort wie ein Stein. Ein Traum.