Eine meterhohe Mauer aus Geldbündeln zu bauen ist in China offensichtlich ein beliebter Zeitvertreib. Zumindest tauchen solche Bilder immer wieder in den Zeitungen auf, vor allem vor dem Frühlingsfest.

Kürzlich meldete ein Dorf namens Jianshe in der Provinz Sichuan den Bau einer zwei Meter hohen Geldmauer, ein Foto zeigt andächtig staunende Dorfbewohner vor einem gewaltigen Haufen Barem: 13 Millionen Yuan, umgerechnet 1,59 Millionen Euro. Das Geld wurde in Körben angeliefert, es ist der jährliche Bonus, den die Landwirtschaftskooperative des Dorfes erwirtschaftete, die vor allem in die Viehzucht und in kleine Wasserkraftwerke investiert hat. Vergangene Woche erhielten 340 der 438 Haushalte des Dorfes ihre Auszahlung. Die mit den größten Anteilen werden bis zu 300.000 Yuan bekommen, umgerechnet etwa 36.700 Euro.

Das Dorf ist in heller Aufregung. Nur: Was tun mit dem Geld? Einige Bauern schlafen jetzt auf den Geldbündeln, um sie vor Dieben zu schützen. Doch das ist offensichtlich weniger angenehm als vermutet. "Wir haben 8 Millionen Yuan als Matratze verwendet und 4,2 Millionen als Kissen", sagt ein Bauer namens Jin Hongzhong. "Ehrlich gesagt, ist es nicht besonders gemütlich, auf so viel Geld zu schlafen. Es ist einfach zu hart." Ein anderer Bauer namens Jin Ou, der 300.000 Yuan erhielt, versuchte sein Geld zu zählen. Doch auch das gestaltete sich härter als angenommen. "Ich habe ewig gebraucht, es durchzuzählen. Es dauerte so lange, dass ich all meine Kraft und mein Gefühl in den Fingern verlor."

Das sollte kein Anlass zum Neid sein, denn es steht das Jahr des Pferdes bevor. Und das, prophezeien die Astrologen, verheißt vor allem eines: Alle, wirklich alle, werden reich.