Das österreichische 18. Jägerbataillon erstürmt den Königsberg bei Oberselk am 3. Februar 1864. Gemalt hat die Szene Siegmund L'Allemand.

Ende Januar 1864 stehen sie sich gegenüber. An die 56.000 preußische und österreichische Soldaten sind an der Eider aufmarschiert, dem Grenzflüsschen zwischen Holstein und dem damals dänischen Herzogtum Schleswig. Zwanzig Kilometer weiter nördlich warten 44.000 Dänen in der Festung Dannewerk. Sie besteht aus 27 großen Erdschanzen, untereinander verbunden und mit 175 Kanonen bestückt, eine imposante Konstruktion. In Kopenhagen zeigen sich Politiker und Militärs sicher, dass man die Stellung halten wird.

Zur Winterszeit allerdings ist das Dannewerk verwundbar. Und gerade dieser Winter fällt extrem kalt aus. Die Sumpfgebiete westlich der Festung, die zusätzliche Abwehr bieten, sind zugefroren und damit gut zu passieren. Es hat also seinen Grund, dass die Preußen und Österreicher bereits jetzt zuschlagen wollen.

Generalleutnant Christian Julius de Meza, Ober-General der dänischen Truppen, ist in der Armee hoch angesehen, gilt aber als ein wenig exzentrisch. Wie so oft trägt de Meza auch am Morgen des 31. Januar auf dem Kopf einen roten türkischen Fes und über der Uniformjacke einen schweren Schlafrock; kalte Luft ist ihm ein Gräuel. Da erscheinen plötzlich zwei preußische Offiziere in seinem Hauptquartier und übergeben einen Brief von Generalfeldmarschall Friedrich von Wrangel, dem Oberbefehlshaber der Preußen und Österreicher.

Wrangel informiert de Meza, er sei beauftragt, das Herzogtum Schleswig zu besetzen. Sei de Meza vielleicht instruiert worden, sich aus dem Herzogtum zurückzuziehen? Durchaus nicht, antwortet der Dänen-General schriftlich, er habe "eine der Zumutung Eurer Excellenz ganz entgegengesetzte Instruction" und stehe "bereit, jeder Gewaltthat mit Waffen zu begegnen".

In Gottes Namen drauf!
Friedrich von Wrangel, Oberbefehlshaber

Als Wrangel, ein fast achtzigjähriger Haudegen, der schon 1806 gegen Napoleon mit dabei war und 1848 die Revolution in Berlin niederschlug, de Mezas Antwort erhält, hat er, was er braucht. "In Gottes Namen drauf!", ruft er seinen Offizieren zu, und am 1. Februar überschreiten die preußisch-österreichischen Truppen die Eider.

Noch am selben Tag rücken die Preußen in Eckernförde ein, unter dem Jubel der Bevölkerung. Hier in den südlichen Landesteilen spricht die Bevölkerung deutsch und empfindet die dänische Oberhoheit als Fremdherrschaft. Bald hängen die Farben Schleswig-Holsteins, Blau-Weiß-Rot, von vielen Giebeln und Dächern.

Am nächsten Tag stehen die preußischen Truppen an der Schlei. Ein Versuch, den Meeresarm bei Missunde zu überqueren, scheitert, die Dänen sind dort zu gut verschanzt. Die Preußen ziehen daher das Ufer ostwärts hinab, um an günstigerer Stelle den Übergang zu wagen. Derweil drängen die Österreicher die Dänen aus dem Terrain vor dem Dannewerk.