Dieses ganz spezielle E-Bike versteckt sich im Heck des Volano und kann nach Belieben herausgenommen werden. © Alessandro Garofalo/Reuters, Corbis

Volano

Entworfen von Katharina Sachs, Hochschule Pforzheim

Wie wäre das: auf der Autofahrt zu einem Termin in einer anderen Stadt in Ruhe die Arbeitsunterlagen noch einmal durchgehen; den Wagen dann, weil es im Zentrum sowieso keine Parkplätze gibt, am Stadtrand parken und mit dem E-Bike reinfahren, das praktischerweise im Auto eingebaut ist? Katharina Sachs hat in ihrem Entwurf E-Bike und Auto miteinander kombiniert. Das Auto fährt autonom, es braucht keinen Fahrer, sondern lenkt und beschleunigt computergesteuert. Angetrieben wird es mit einem Elektromotor. Ein sogenanntes Schwungrad (italienisch: volano, daher der Name) vorn macht es möglich, die Energie aufzunehmen, die beim Bremsen entsteht, und sie in den Akku des großen Rads zu lenken, das sich im Heck befindet: das E-Bike. Sachs nennt es "Monowheel" (siehe Bild vorherige Seite). Man kann sich bequem reinsetzen und losfahren – einfach an den Staus vorbei. Es ist schmal genug für eine kleine Parklücke, oder man schiebt es in den Hausflur.

Im Auto haben zwei Personen Platz. Die Bremsenergie wird gespeichert und treibt das E-Bike an. Seitenfenster sind nicht nötig, weil das Auto autonom fährt © Katharina Sachs

Space

Entworfen von Dennis Moser, Hochschule Pforzheim

Der Boden und die Decke des Modells Space können sich wie ein Fächer öffnen, bis auf eine Breite von sechs Metern © Michel Setboun/Photononstop
Das Auto ist drei Meter lang, zwei Meter hoch und im Fahrmodus nur 1,30 Meter breit © Dennis Moser

Vielleicht kann man sich das Auto, das Dennis Moser sich ausgedacht hat, am besten vorstellen, wenn man an ein Buch denkt: Steht es im Regal, sieht man nur den schmalen Rücken, es braucht kaum Platz. Aber wenn man es herausnimmt und aufklappt, öffnet sich eine neue Welt. So ähnlich funktioniert das Modell Space und erfüllt damit gleich zwei Wünsche vieler Leser: den nach einem platzsparenden, kleinen Auto – und den nach einem Auto, das so viel Platz bietet, dass man darin zum Beispiel übernachten kann. Wenn das Mobil fährt oder man es irgendwo parkt, sieht es so aus wie auf dem Bild oben: schmal und hoch, nur halb so breit wie ein herkömmliches Auto (nämlich 1,30 Meter). Drei Personen finden in ihm Platz, sie sitzen leicht erhöht und hintereinander. Aber wenn man es abstellt und die Seiten wie ein Buch oder wie einen Fächer aufklappt (siehe Abbildung rechts, Ansicht von oben), ist es sechs Meter breit: Der Kleinwagen wird zum Campingzelt, zur Lounge – je nach Bedarf.

Deus Concept Car

Entworfen von Daniel Frintz

Aussehen ist nicht alles, aber auch nicht egal: 73 Prozent der Leser wünschten sich, dass das Auto der Zukunft schön sein sollte. Wir finden, das Deus Concept Car sieht ziemlich gut aus © Pius Utomi Ekpei/Getty Images

Auf den ersten Blick mag dieser Entwurf wie ein konventionelles Auto aussehen. Doch das Material ist ganz und gar unkonventionell – Holz. Das verrottet zwar schneller als Blech, aber es verbraucht dafür auch deutlich weniger Energie in der Herstellung. Daniel Frintz sagt, ihm sei aufgefallen, dass viele Leser gern ein energiesparendes Auto hätten. Warum also nicht schon beim Material anfangen? Buchenholz muss nicht von weit her herantransportiert oder industriell gefertigt werden. Karosserien aus Holz? Hat es immer gegeben und gibt es auch jetzt noch, zum Beispiel bei der Firma Morgan. Auch beim Design folgt der Entwurf Deus Concept Car den Umfrageergebnissen: Klassenlos soll das Auto sein, sportlich, elegant, nicht von einem Trend dominiert wie einem riesigen Kühlergrill oder den derzeit so beliebten Knicken im Blech. Vielmehr soll dieses Auto – ähnlich wie eine Segeljacht – in einer Werft hergestellt werden, als zeitloses Familienstück

Eine Glashaut mit Wabenstruktur umschließt die Fahrerkabine nach oben, die Elektromotoren sitzen in den Rädern, der Korpus ist aus lackiertem Holz © Daniel Frintz

Dividuum

Entworfen von Simon Vonbrüll

Bei dem Modell Dividuum lassen sich zwei kleine Autos zu einem großen zusammenfügen © Parveen Negi/Getty Images

Zwei kleine Autos lassen sich zu einem großen zusammenbauen (gut für Ehepaare, die keine zwei Autos wollen) – auch das war ein Leserwunsch. Wer also meistens nur ein Auto braucht, manchmal aber auch zwei, dem könnte mit dieser Idee geholfen sein: Simon Vonbrüll nennt sie Dividuum . Zwei dreisitzige Dreiräder, jedes für sich ein komplettes Auto, lassen sich an ihren Hecks zu einem großen, trapezförmigen Ganzen verkoppeln (siehe Bild oben). Alles ist symmetrisch, es gibt kein Groß und kein Klein, keinen Erst- und keinen Zweitwagen. Gedacht ist der Entwurf für Familien, aber auch für Wohngemeinschaften und Nachbarn, die Carsharing, also Autoteilen, wörtlich nehmen. Mit dieser Idee ist die Hoffnung verbunden, den Zeitgeist des Teilens und die Freude am persönlichen Automobil vielleicht doch verbinden zu können. Derart egalitär ist dieser Entwurf, dass es nicht mal hinten und vorne gibt. Es sei denn, die Nutzer entschließen sich, eine Hälfte zum Gepäckteil umzuwidmen.

Durch das Zusammenfügen wird aus zwei dreieckigen Einzelfahrzeugen ein trapezförmiges Auto, in das große Fahrzeug passen sechs Personen - drei sitzen rückwärts zum Fahrer © Simon Vonbrrüll

Carsharing-Buggy

Entworfen von Nikolai Schröck

Die Abdeckung des Carsharing-Buggy ist aus Hartkunststoff und kann auch als Boot eingesetzt werden © Getty Images
An jedem Rad sitzt ein kleiner Elektromotor, im Innenraum haben vier Personen, Gepäck und zwei Ruder Platz © Nikolai Schröck

Wenn wir viel mit Bus und Bahn fahren und Autos besitzen, die kleiner, sparsamer und funktioneller werden – bleibt da nicht der Spaß auf der Strecke? Sollte er auf keinen Fall, findet Nikolai Schröck. Deshalb entwarf er ein Auto, dessen Oberschale abnehmbar ist und – einmal umgedreht – als Boot zu Wasser gelassen werden kann. Die Oberschale ist aus transparentem Hartkunststoff, sodass man, während man drinsitzt und zum Beispiel angelt, immer schon sieht, was gleich anbeißt. Ein Auto für einen Ausflug mit der Familie oder mit Freunden, vier Personen haben darin Platz. So ein Freizeitmobil wäre ideal zum Mieten, stunden- oder tageweise. Und es gäbe nicht das "Hotelzimmerproblem" – diesen leisen Ekel, dass schon jemand vorher das Zimmer benutzt hat: Denn der Grundkörper des Carsharing-Buggys ist komplett aus Kunststoff, es gibt keine weichen Polstersitze, und am Ende der Tour könnte man alles ganz einfach mit einem Wasserschlauch sauber spritzen.