Montessori-Schulen

"Das Interesse des Kindes hängt allein von der Möglichkeit ab, eigene Entdeckungen zu machen." Davon war die italienische Ärztin Maria Montessori überzeugt, nachdem sie in einer Psychiatrie mit vermeintlich behinderten Kindern arbeitete. Schnell merkte sie: Die Kinder waren gar nicht zurückgeblieben, sie waren nur nie gefördert worden. Montessori entwickelte spezielle Arbeitsmaterialien, die die Sinne der Kinder ansprechen und ihre Neugier herausfordern sollten. In Deutschland wurde das erste Montessori-Kinderhaus 1919 gegründet, bald darauf folgten Schulen. Heute gibt es in Deutschland rund 600 Montessori-Kitas und etwa 400 Montessori-Schulen. Die Kinder lernen in alters- und leistungsgemischten Klassen und nach dem ganzheitlichen Konzept der "kosmischen Erziehung": Alle Dinge, die es zu erfahren gibt, hängen demnach zusammen und sollen von den Kindern selbstständig entdeckt werden. Den größten Teil des Tages verbringen die Kinder deshalb mit Freiarbeit; sie suchen sich ein Thema aus und bearbeiten es, auf ihre Weise und in ihrem Tempo.

Konfessionelle Schulen

Rund zwei Drittel aller Privatschulen in Deutschland werden von den Kirchen oder von kirchlichen Vereinen betrieben. Konfessionelle Schulen dürfen sich, wie alle Privatschulen, ihre Schüler selbst aussuchen. Die meisten nehmen auch Schüler anderer Konfessionen auf. Viele katholischen Schulen bieten evangelischen Religionsunterricht an und umgekehrt. Muslimische Schüler müssen sich bereit erklären, am Religionsunterricht und an Gottesdiensten teilzunehmen. In den letzten Jahren gab es zunehmend Kritik an den kirchlichen Schulen, weil diese oft einen niedrigen Migrantenanteil haben. Indem sie nach Religionszugehörigkeit unterschieden, grenzten konfessionelle Schulen bestimmte Schüler aus, hieß es.

Bilinguale und Internationale Schulen

Nie wieder lost in translation: An bilingualen Schulen lernen Kinder schon früh eine zweite Sprache. Die Schüler können einige Fächer auf Deutsch, andere in einer Fremdsprache belegen. So findet etwa an zweisprachigen Gymnasien häufig von der siebten Klasse an der Geschichts- und Erdkundeunterricht in der Fremdsprache statt. Mathematik und Naturwissenschaften werden in der Regel auf Deutsch unterrichtet. Bilinguale Schulen gibt es unter anderem mit Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch als zweiter Unterrichtssprache. Darüber hinaus gibt es Internationale Schulen, die komplett auf Englisch unterrichten. Ursprünglich waren diese Schulen für ausländische Kinder gedacht, deren Eltern aus beruflichen Gründen einige Zeit in Deutschland lebten. Inzwischen sind sie aber auch bei deutschen Eltern beliebt. Anstelle des Abiturs wird an diesen Schulen meist der Abschluss International Baccalaureate angeboten.

Waldorfschulen

"Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" war nicht nur das Motto der Französischen Revolution – sondern auch das des Reformpädagogen Rudolf Steiner. Der Mensch soll – so die Grundlage der von Steiner begründeten Anthroposophie – in seiner Beziehung zum Übersinnlichen betrachtet werden. Kinder sollen nicht nur intellektuell-kognitive Fähigkeiten erlernen ("Denken"), sondern auch künstlerisch-kreative ("Fühlen") und handwerklich-praktische ("Wollen"). Im Jahr 1919 gründete Steiner die erste Waldorfschule in Stuttgart. Heute gibt es weltweit rund 1.000 Waldorfschulen, davon über 200 in Deutschland. Unterschiedlich begabte Kinder werden in einer Klasse unterrichtet, es gibt keine Noten und kein Sitzenbleiben. Neben den regulären Fächern gibt es Angebote im Schreinern, Hauswirtschaft, Schneidern oder Gartenbau.