Die Zahl der Google-Anfragen nach Fluorid hat sich im Januar gegenüber den Vormonaten mehr als verdreifacht. Offenbar wird vor allem über Soziale Netzwerke die Geschichte von der schleichenden Vergiftung der Bevölkerung durch Fluoride in Zahnpasta im Moment besonders stark verbreitet.

In einigen Ländern, etwa den USA und der Schweiz, werden Fluoride dem Trinkwasser zugesetzt. Das schürt natürlich Verschwörungstheorien – so wird auf Websites allen Ernstes behauptet, Fluoride würden die Region des Gehirns schädigen, die den freien Wille beheimatet, und so die Menschen der Regierung gegenüber gefügig machen.

In Deutschland wird niemandem Fluorid zwangsverabreicht. Das ist auch nicht nötig, denn mit Fluoriden versetzte Zahnpasta und fluoridiertes Speisesalz haben dazu beigetragen, dass die deutschen Zähne in keinem schlechteren Zustand sind als jene der Bürger anderer Länder (siehe Stimmt’s in der ZEIT Nr. 7/13).

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Dass Fluoride die Zähne widerstandsfähiger gegen Karies machen, stellte zuletzt 2009 die angesehene Cochrane Library fest. Was angebliche Schäden betrifft, so muss man auf den alten Paracelsus verweisen – die Dosis macht das Gift. Die Stiftung Warentest hat einmal berechnet, dass ein Kleinkind eine ganze Tube Zahnpasta essen müsste, um Vergiftungserscheinungen zu zeigen. Fluoridgegner machten daraus: Schon eine einzige Tube Zahnpasta kann ein Kind töten!

Jeder hat es selbst in der Hand, seine Fluoridaufnahme auf das sinnvolle Maß zu beschränken. Wer zu viel zu sich nimmt, kann das an deutlichen Anzeichen merken: Die sogenannte Fluorose äußert sich durch weiße Linien oder Flecken auf den Zähnen.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt's?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt's?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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