Himalayasalz – das weckt Assoziation von tibetischen Mönchen, die Mantras vor sich hin summend in luftiger Höhe mit bloßen Händen Salzbrocken aus dem Gestein brechen. So ein Produkt muss doch gesund und irgendwie spirituell förderlich sein und einen Preis von 20 oder mehr Euro pro Kilo rechtfertigen. Oder nicht?

An den vielen Behauptungen über dieses Salz ist praktisch nichts dran. Das fängt schon mit dem Namen an: Himalayasalz kommt keineswegs aus dem Himalaya, sondern aus dem mehrere Hundert Kilometer entfernten pakistanischen Salzgebirge, wo es seit jeher industriell abgebaut wird, manchmal aber auch aus Polen. Ein preiswerter Rohstoff, der seine zartrosa Farbe durch Spuren von Eisenoxid erhält.

Was hat es nun mit den Heilkräften auf sich, die dem Salz zugeschrieben werden? Oft wird behauptet, das Salz enthalte alle chemischen Elemente in genau dem gleichen Verhältnis wie das menschliche Blut. Tests, etwa durch die Stiftung Warentest oder die Technische Universität Clausthal, haben aber lediglich zehn Elemente finden können.

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Und selbst wenn die Behauptung stimmte: Bei einem Kochsalzanteil von 97 Prozent wäre es eine absurde Strategie, dem Körper wichtige Spurenelemente über die wenigen Gramm Salz zuzuführen, die wir täglich konsumieren.

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