Ähnlich positive Effekte sollten wir von TTIP erwarten. Die Auswirkungen wurden vom ifo Institut mithilfe von Modellen beschrieben, die Arbeitsmarktunvollkommenheiten explizit modellieren. Am Ende sollte Deutschland mit 45.000 bis 180.000 neuen Jobs rechnen können. Das entspricht einer Senkung der Arbeitslosigkeit um bis zu 0,4 Prozentpunkte. Das ist kein Jobwunder. Aber es ist zynisch, so zu tun, als wären die zu erwartenden Effekte nicht spürbar.

Die beste Nachricht aber ist: TTIP schafft all das ohne die vielen umstrittenen Abreden, die derzeit so attackiert werden: Es braucht keine Abmachungen zu intransparenten Schiedsgerichten, vor die private Konzerne die Staaten zerren können. Die kommunale Daseinsvorsorge muss nicht privatisiert werden, und eine lückenlose gegenseitige Anerkennung von Produktzulassungen ist unnötig.

Das Abkommen sichert unseren Wohlstand ab

Eine Vielzahl bestehender Abkommen kommt ohne solche Bestimmungen aus und sorgt dennoch für eine erhebliche Absenkung der Handelskosten. TTIP muss nicht ambitionierter sein als andere Abkommen, um für handfeste Vorteile zu sorgen.

Noch sind die Unterhändler von TTIP extrem ehrgeizig, sie wollen offenbar einen Goldstandard für internationale Abkommen schaffen. Das ist übertrieben und schädlich. Es macht den Bürgern Angst und könnte dazu führen, dass das gesamte Abkommen am Ende vom Europäischen Parlament und dem US-Kongress gekippt wird. Die handfesten Vorteile blieben dann aus. Die Verhandler sollten sich in den nächsten Monaten darauf konzentrieren, ihre Zusammenarbeit in der Wettbewerbspolitik zu vertiefen, um die Verbraucher vor Monopolen in Europa und Amerika zu schützen.

Ein Abkommen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten, das die Zölle und zudem unsinnige Regulierungsunterschiede abschafft, sollte uns willkommen sein. Es würde unseren Wohlstand absichern. Es würde uns helfen, die großen Zukunftsaufgaben zu bewältigen: Die Energiewende, die demografische Alterung und Europas künftiges Wachstum.

Aber was über ein schlichtes und leicht verständliches Abkommen hinausgeht, bedarf einer sehr viel weiter gehenden Debatte und sollte erst in weiteren Abkommen in der Zukunft geregelt werden.

Sensible Themen, vor allem im Bereich Landwirtschaft und Lebensmittel gehören daher erst einmal ausgeklammert.