Doppelnamen werden gern von Männern verspottet, die nur einen Namen tragen. Sie seien umständlich und unaussprechlich, ein Argument, das man in Spanien, wo alle Doppelnamen tragen, selten hört. Bis 1957 verloren Frauen, die in der Bundesrepublik heirateten, ihren Nachnamen. Erst von 1978 an durften sie den alten Namen an erster Stelle des Doppelnamens nennen (übrigens auch nach einer Scheidung).

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In der DDR war der Doppelname nicht vorgesehen, was bis heute bemerkbar ist. In Niederbayern und der Oberpfalz dürften Männer, deren Frauen doppelt heißen, wohl noch dumme Sprüche erwarten. Viele der besonders häufigen Doppelnamen wie Klein-Hitpaß (101 Telefonbucheinträge) oder Groß-Bölting (57) haben aber einen anderen Ursprung. In Westfalen bekam schon vor Jahrhunderten der Sohn, der den alten Hof übernahm, ein Groß vor den Namen, und wer einen neuen gründete, ein Klein. Vielleicht haben auch die Bauern zum merkwürdigen Ruf der Doppelnamen beigetragen.