Die Europäische Union wollte kürzlich den Bierausschank im Steinkrug verbieten, weil der Gast da nicht sehen kann, wo der Schaum aufhört und das Bier anfängt (wird deshalb auch Latte macchiato, anders als der schaumfreie Kaffee, in Gläsern serviert?). Der Plan wurde heldenhaft vom deutschen Wirtschaftsministerium abgewendet, das endlich mal wieder Politik macht, wie sie den Stammtischen gefällt. Halb Bierdeutschland jedenfalls freute sich für die Bayern, die traditionell aus Steingutgefäßen trinken. Der Rest trinkt ja schon länger aus dem Glas.

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Die Karte ist historisch zu sehen: Wo wird Bier traditionell woraus getrunken? Klare Grenzen gibt es keine mehr, weil manche Biersorten und ihre Gläser deutschlandweit populär geworden sind. Weil es in den Städten eine so große Vielfalt an Gläsern gibt, ist auch in Vergessenheit geraten, wie die Gläser heißen: Bierkugel, Stößchen, Willibecher, an diese schönen Namen soll nicht erst dann erinnert werden, wenn wieder ein Glastyp von der EU in seiner Existenz bedroht wird.