Kermit auf dem Titelblatt? Sehr witzig. Finden wir jedenfalls. Warum? Weil manches nun einmal nur mit Humor zu ertragen ist. Die Analysen zur Lage des Mannes zum Beispiel.

Wenn man in den vergangenen Monaten Texte über Männer (geschrieben von Männern) gelesen hat, dann wurde man das Gefühl nicht los, dass irgendetwas furchtbar schiefläuft. Der Mann sei in einer Krise, bereits in der Schule würden die Jungs von den Mädchen überholt, alles in allem stehe es sehr schlecht um ihn. Der "alte weiße Mann" gilt als Auslaufmodell – zu herrisch sei er für die Anforderungen der Gegenwart. Der "moderne Mann" scheint es nicht besser zu machen – er sei zu weich.

Steht der Mann also gerade am Abgrund? Vielleicht. Aber vielleicht ist das ja genau der Platz, an den der Mann gehört. Am Abgrund ist es möglich, den Überblick zu behalten, von hier aus kann er seine Lage überblicken, sie überdenken; von hier aus kann er sich fragen: Wie ist es eigentlich tatsächlich um mich bestellt?

Dieser Frage möchte ZEITmann auf den Grund gehen. Wir möchten den Mann auf seiner Suche begleiten: nach seiner neuen Rolle in der Gesellschaft. Der Mann will männlich sein, aber nicht von den Werten vereinnahmt werden, die man gemeinhin mit Männlichkeit verbindet. In ZEITmann geht es um die Lebenswelt des Mannes und um die Erwartungen, die Männer an ihr Leben haben. Das alles in Form von Nachrichten: 33 gute für den Mann von heute – und 3 schlechte für den Mann von gestern. Weil wir das Jammern nicht mehr hören können.

Aber warum jetzt Kermit? Nun: Kermit betreibt seit vielen Jahren ein Theater, er ist ein umtriebiger Geschäftsmann und ein Entertainer, seinen besten Freund, Fozzie Bär, einen gnadenlos schlechten Witzeerzähler, lässt er trotz Misserfolgs niemals fallen. Und wie ein Gentleman wehrt er sich gegen die Avancen von Miss Piggy, die in ihm etwas zu sehen scheint, was über bloße Anziehungskraft hinausgeht. Wie kann ein Frosch all das ertragen? "Ein Frosch ohne Humor ist nur ein kleiner grüner Haufen", sagte Kermit einmal – und hat recht damit. Denn er lacht nicht über andere, über andere lachen ist arrogant und dumm. Kermit lacht entweder mit ihnen oder aber: über sich; weil er weiß, dass Selbstironie Kraft hat, dass sie zum einen bedeutet, sich selber nicht zu ernst zu nehmen, und zum anderen, dass man genau hinschaut. Auch auf sich selbst. Und das macht Kermit für uns zu einem Mann von heute (außerdem spielt er wieder einmal eine Hauptrolle im neuen Muppets-Film, der am 1. Mai in Deutschland startet).

So wie die anderen Typen, die Sie in diesem Heft sehen werden: Homer Simpson, Charlie Brown, Dilbert. Pari Dukovic, der bereits Barack Obama oder Dirk Nowitzki fotografiert hat, machte für ZEITmann Bilder von Puppen, mit denen sich Männer identifizieren können. Wenn sie denn Humor haben.