Was sollen Schüler nicht alles schon im Unterricht lernen? Mehr Ökonomie, fordern die Ökonomen. Mehr Ökologie, fordern die Ökologen. Mehr Digitales, fordern Befürworter wie Skeptiker der Digitalisierung. Und jetzt fordern führende deutsche Notfallmediziner: Kinder, lernt Notfallhilfe!

Eine gute Idee. Menschenleben retten, das kann man nicht früh genug lernen, und das potenzielle Betätigungsfeld ist groß: In den USA (und ähnlich ist die Größenordnung in Deutschland) ist für jeden dritten Todesfall außerhalb eines Krankenhauses ein Herzstillstand verantwortlich – obwohl dieser mithilfe der richtigen Sofortmaßnahmen in vielen Fällen umkehrbar ist. Daten aus Dänemark stützen die Forderung der Experten. Dort konnte durch ein neu eingeführtes Pflichttraining in der Schule nicht nur die Anzahl derjenigen gesteigert werden, die tatsächlich helfen, sondern auch die der Patienten, die lebend eine Klinik erreichen.

Also: gute Idee! Aber noch wichtiger wäre es, mit den Kindern auch ihre Eltern zur Ersthilfe zu motivieren. Dazu sollte man ihnen endlich einmal ganz klar sagen, was sie nicht tun müssen, nämlich eine Mund-zu-Mund-Beatmung. Der Abscheu vor dieser Rettungsmaßnahme hält viele Menschen davon ab, überhaupt im Notfall tätig zu werden – dabei ist sie gar nicht nötig: Es reicht für Laienhelfer eine kräftige und schnelle (mindestens hundert Mal in der Minute!) Herzdruckmassage.