Arbeitet man am besten am Schreibtisch?

"Für einen guten Arbeitsplatz ist es ist wichtig, sich frei bewegen zu können und, sooft es geht, eine andere Perspektive einzunehmen – acht Stunden nur auf den Bildschirm zu starren ist nicht gesund. Für Abwechslung sorgen zum Beispiel weiche Möbel wie ein Sofa oder ein Sessel. Manch einer arbeitet gerne mit dem Laptop auf dem Schoß und macht nur die Schreibarbeit am Tisch, dann ist ein Sessel ideal. Gibt es die Möglichkeit, draußen zu sitzen, kann man auch da mal für eine halbe Stunde arbeiten. Es geht einfach darum, herauszufinden, wo man am besten denken kann. Zu Hause sorgen wir meist ganz natürlich für Bewegung: Dort wandert man vom Esstisch zum Sofa und wieder zurück zum Tisch. Genauso selbstverständlich sollte das im Büro sein." (Sevil Peach)

Wie sollte ein Großraumbüro aussehen?

"Am besten ist es, wenn möglichst unterschiedliche Möbel eine unebene Landschaft bilden und das Auge nicht immer das Gleiche sehen muss. Großraumbüros mit Trennwänden erinnern oft an Friedhöfe: Eine Reihe sieht aus wie die andere. Das kann man schon aufbrechen, indem man eine Pinnwand dazwischenhängt oder in die Mitte eine Sofaecke stellt. Das verändert den Blickwinkel jedes Angestellten, und auch der Besucher bekommt gleich einen anderen Eindruck." (Sevil Peach)

Was ist ein guter Schreibtisch?

"Der Schreibtisch sollte eine Oberfläche haben, die man gerne anfasst. Zum Beispiel aus Holz, weil es einfach schön ist, daran zu arbeiten – an einem alten Küchentisch aus Holz sitzt man ja auch gerne. Die Tischplatte muss nicht beschichtet sein, geölte Holzplatten reichen völlig aus. Klar sieht man dann die dunklen Kaffeeflecken, aber so bekommt der Tisch Patina und damit ein Stück Lebendigkeit, er macht den Raum wärmer und wohnlicher. Es gibt inzwischen auch Holzlacke, die man kaum sieht. Je natürlicher die Oberfläche, umso lieber fasst man sie auch an. Praktisch ist es, wenn unten am Tisch eine Schublade angebracht ist, für Dinge, die man weglegen will. Der Rollcontainer, der bei vielen noch unter dem Schreibtisch steht, ist viel zu groß und wird meistens eher als Mülleimer genutzt." (Kinzo)

Wie schaffe ich mehr Platz auf dem Schreibtisch?

"Um Platz auf dem Schreibtisch zu gewinnen, kann man eine Organisationsschiene an den Tisch montieren – das ist eine Leiste, die über der hinteren Tischkante verläuft und an der man den Bildschirm befestigen kann, sodass der Fuß des Bildschirms wegfällt und man eine größere Ablage- fläche hat. Kabel sind auch so ein Problem: Da sie ja einerseits unter den Tisch, aber auch auf den Tisch müssen, führt man sie am besten gebündelt durch ein Loch in der Tischplatte zu einer Mehrfachsteckdose. Oder man bringt unter der Tischplatte eine Schublade an, in der alle Kabel eingesteckt und gleichzeitig verstaut sind." (Kinzo)

Was ist eigentlich Desk-Sharing?

"Das bedeutet, dass man keinen festen Sitzplatz im Büro hat. Bei uns funktioniert das ähnlich wie im Fitnessclub: Jeder Angestellte hat im Büro einen kleinen Schrank, in dem er seine persönlichen Sachen ablegt und aus dem er sein Arbeitsgerät wie den Laptop herausholt. Den kann er dann an jede Dockingstation auf jedem beliebigen Schreibtisch anschließen und anfangen zu arbeiten. Das Büro entwickelt sich immer mehr zu einem Ort, an dem man sich mit Kollegen austauscht, konzentriertes Arbeiten findet bei vielen zu Hause statt oder in einem kleinen, abgetrennten Bereich im Büro. Der Arbeitsplatz selbst muss eigentlich nur für eine bestimmte Tätigkeit und für ein paar Stunden des Tages seinen Zweck erfüllen. Also ergibt das Ansammeln und Stapeln von Papierkram an einem Platz keinen Sinn." (Kinzo)

Was fördert die Kreativität?

"Wer kreativ arbeitet, braucht Platz, um Pläne oder visuelle Konzepte auszubreiten. Man sollte einen Raum im Büro haben, der ausschließlich für Unordnung bestimmt ist und in dem vor allem ein paar großflächige Tische stehen. Um so viel Tageslicht wie möglich zu garantieren, sollten die Tische am besten entlang der Fenster- seite aufgestellt werden. Wenn das räumlich nicht möglich ist, sollten sie zumindest in Fenster- nähe stehen." (Rotraut Walden)

Kann ich mir im Großraumbüro wenigstens etwas Privatsphäre sichern?

"Viele Designer entwickeln inzwischen Sitzmöbel, mit deren Hilfe man das Drumherum ausblenden kann. Zum Beispiel durch eine Haube, die sich von der Rückenlehne aus über den Kopf stülpt, wie beim Modell ID Trim Cap von Vitra. Wichtig dabei ist, dass die Außenakustik nicht zu stark gedämmt wird, sonst dröhnt es innen zu sehr. Ähnlich funktionieren Sessel mit riesigen Ohren, die einen vor den Kollegen abschirmen, zum Beispiel der 001 Ear Chair von Prooff. (Kinzo)