Grüne Männchen bevölkern die Apple-Läden: Sie tragen grüne T-Shirts, stellen grüne Schilder auf und haben sogar das kleine stilisierte Blatt im Firmenlogo grün eingefärbt. Apple ist ein Umweltschützer – das war die Botschaft der Aktion an diesem Dienstag.

Damit reiht sich der Technikkonzern aus dem Silicon Valley ein in die Gruppe der Weltverbesserer, Planetenschoner und Der-Gemeinschaft-etwas-Zurückgeber. Apple kann sich diese Großherzigkeit leisten, nachdem es seinen Steuersatz durch allerlei Tricks auf ein Niveau gedrückt hat, das unterhalb von dem eines kalifornischen Lehrers liegt. Den Mund nimmt Apple jedenfalls sehr voll. "Besser. Das ist ein großes Wort", säuselt es im begleitenden Imagefilmchen auf der Firmenwebsite, wo Solarzellen, Wälder, Gras und Ameisen die Hauptrolle spielen. Am neuen Firmensitz in Cupertino kann die Naturidylle nicht abgefilmt worden sein, denn dort lässt Apple derzeit 11 000 Parkplätze errichten.

Ansonsten liefert Apple durchaus interessante Daten: über mit Ökostrom betriebene Rechenzentren. Über den Ausstoß von Treibhausgasen. Über Müllvermeidung. "Besser kann nicht besser sein, wenn es nicht alles mit einschließt", säuselt es. Doch genau da scheitert Apple. "Alles" mit einzuschließen hieße eben auch, zu dokumentieren, unter welchen Bedingungen viele Rohstoffe für Apple-Produkte gewonnen werden. Oder zuzugeben, zu welchen Hungerlöhnen iPhone-Zusammenschrauber schuften.

Apple darf gern vorrechnen, dass die iPhone-Verpackungen seit 2007 geschrumpft seien: "Alle 416 667 transportierten Geräte kann so ein Flug mit einer Boeing 747 eingespart werden", tönt der Konzern. Die Rechnung ist dabei richtig und falsch zugleich, weil sich die Zahl der verkauften iPhones im selben Zeitraum verzehnfacht hat. Fürs Klima zählt aber nicht, wie viele iPhones in ein Flugzeug passen, sondern nur, wie viele Flugzeuge herumfliegen. Und das dürften 2013 im Auftrag Apples mehr gewesen sein als in den Jahren zuvor.

Die Zahlenspiele des Computerkonzerns sind verführerisch. Sie stellen das eigene Handeln nie infrage und vergleichen Daten immer nur mit sich selbst. Man kann das einem Unternehmen nicht mal übel nehmen, aber letztlich lautet die Botschaft: Hey, wir ruinieren das Klima, holen dabei aber mehr raus als jeder andere. Dass das nichts mit Weltenrettung zu tun hat, fliegt irgendwann auf. Es ist bei Apple wie mit allen grünen Männchen. Man möchte an sie glauben. Aber es gibt sie nicht wirklich.