Die Vorgeschichte

So entstand das System von Bernie Ecclestone

Als junger Mann versuchte sich Ecclestone selbst im Rennfahren, blieb dabei aber ziemlich erfolglos. In den siebziger Jahren konzentrierte er sich lieber darauf, das Formel-1-Reich aufzubauen: Er hatte als Erster die Idee, alle wichtigen Geldflüsse zentral zu verhandeln. Seitdem spricht er mit den Teamchefs der Fahrer, mit den Betreibern der Strecken und mit den Fernsehbossen; das Interesse der deutschen Zuschauer an der Formel 1 nahm mit den Erfolgen des Rennfahrers Michael Schumacher in neunziger Jahren deutlich zu. Und Ecclestone verwandelte den zuvor chaotischen und unorganisierten Rennsport in ein Milliardengeschäft (Grafik unten).

Die undurchsichtigen Unternehmens- und Vertragsstrukturen haben dabei System: Kaum jemand außer Ecclestone durchblickt sie – und er behält die Fäden in der Hand.

Ende der neunziger Jahre erkrankte Ecclestone schwer, eine Herzoperation stand an. Deshalb gründete er die Beteiligungsgesellschaft SLEC und verkaufte die Hälfte seiner Formel-1-Anteile an die deutsche TV-Rechte-Firma EM.TV: Er wollte damit seine Familie absichern; mit seiner zweiten Frau Slavica hat er zwei erwachsene Töchter. Ecclestones Verkauf an EM.TV im Jahr 2000 war ein Wendepunkt in der Welt der Formel 1: Zum ersten Mal gab der Brite seine alleinige Macht über die Geschäfte aus der Hand – aber er räumte EM.TV kaum Mitspracherechte ein. Auch der inzwischen verstorbene Medienunternehmer Leo Kirch, an den die Anteile später fielen, verlangte diese nicht. Später wird Ecclestone seinen Einfluss bedroht sehen – und alles tun, um ihn zurückzugewinnen.